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Mogelpackung Energieausweis - durch fehlende PV

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  •  Redrose
23.4.2026
10 Antworten | 4 Autoren 10
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Hallo zusammen. Vorab möchte ich erwähnen, dass Hausbau/Hauskauf für uns komplettes Neuland ist und wir dementsprechend sehr unsicher und unwissend noch sind was dieses Thema betrifft, daher suche ich hier Rat und Einschätzung ob unsere Annahme damit bestätigt ist.
Aktuell planen wir den Kauf einer Doppelhaushälfte in OÖ (Neubau, Bau erfolgt dieses Jahr im Sommer) eines Bauträgers und stoßen gerade auf eine, aus unserer Sicht etwas dubiose Konstellation, bezüglich Energieausweis und Finanzierung.

Die Fakten:
Im vorliegenden Planungs-Energieausweis ist eine PV-Anlage mit 4,5 kWp kWp [kWpeak, Spitzenleistung] (30 m² Modulfläche, monokristallin) mit allen technischen Details eingerechnet.
Dadurch wird ein fGEE-Wert von 0,69 erreicht.

Das Problem:
Der Bauträger bestätitgt uns wie schon geahnt,  dass die PV gar nicht vorgesehen ist, es werden nur "Vorbereitungen" für den Bau einer PV Anlage getroffen. Die Kosten für die Errichtung einer PV Anlage sind selbst zu tragen.
Im Exposé steht nichts von einer PV Anlage, eine detaillierte Baubeschreibung wird uns bisher nicht vorgelegt.

Nun zur Rolle des Finanzberaters:
Der Bauträger hat uns einen speziellen Finanzberater empfohlen, mit dem er eng zusammenarbeitet.
Dieser Berater hat uns bereits das Landesdarlehen OÖ (Wohnbauförderung) auf Basis dieses Energieausweises vorgerechnet.
Als ich ihn darauf ansprach, dass die PV laut Bauträger gar nicht gebaut wird (und somit der fGEE-Wert nicht stimmt oder nicht stimmen kann), reagierte er total ausweichend: Das wisse er nicht so genau, da müssten wir uns selbst beim Land OÖ erkundigen welche Fördervoraussetzungen da notwendig seien.

Meine Fragen an euch:
 
  • Hat das System? Es wirkt, als würden Bauträger und der "Haus-und-Hof-Finanzberater" hier gemeinsam ein Haus schönrechnen, um Förderungen vorzugaukeln, die rechtlich auf wackeligen Beinen stehen.
  • Ist der Energieausweis nicht ein offizielles Dokument, das die tatsächliche Beschaffenheit widerspiegeln muss? Oder gibt es da Grauzonen seitens des Bauträgers? Ist so eine Vorgehensweise seitens des Bauträgers üblich?
  • Hat jemand Erfahrung mit solchen „Mogelpackungen“? Kann ich vom Bauträger verlangen, dass er entweder die Anlage baut oder den Energieausweis ohne PV (ehrlich) neu rechnet, damit wir Planungssicherheit für die Finanzierung haben? 

Ich habe das Gefühl, hier in eine Falle zu tappen, bei der am Ende die Finanzierung platzt, weil die energetische Realität nicht zum Dokument passt.
Danke für eure Hilfe und Einschätzungen!
 

  •  Akani
23.4.2026 10:09  (#1)
Die PV spiegelt sich ja nur wieder an zugekaufter Energie.
Wirkt sich aber nicht auf den Energieverbrauch ( Heizenergie in Kwh) aus.
Den Enrgieausweis unbedingt mal anschaffen und hier einstellen

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Hallo Redrose,
hier gibt es dazu Erfahrungen und Preise: Mogelpackung Energieausweis - durch fehlende PV

  •  christoph1703
23.4.2026 10:51  (#2)
Der EA EA [Energieausweis] muss schon der Wahrheit entsprechen, das ist ein offizielles Dokument. Wer für die Ausführung verantwortlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Förderung wird wahrscheinlich auch an die PV gebunden sein, insofern müsst ihr die dann eben machen. Wobei 4,5kWp quasi nichts sind (vermutlich das Minimum für die Förderung). Lieber gleich anständig belegen.

zitat..
Redrose schrieb: Der Bauträger hat uns einen speziellen Finanzberater empfohlen, mit dem er eng zusammenarbeitet.

An der Stelle läuten bei mir die Alarmglocken. Hab selber keine Erfahrung mit Finanzberatern, aber darauf würde ich mich nicht einlassen.


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  •  Redrose
23.4.2026 10:54  (#3)


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Das wären die umfassenden Unterlagen des Energieausweises, die wir erhalten haben. 



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  •  Redrose
23.4.2026 11:17  (#4)

zitat..
christoph1703 schrieb:

Der EA EA [Energieausweis] muss schon der Wahrheit entsprechen, das ist ein offizielles Dokument. Wer für die Ausführung verantwortlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Förderung wird wahrscheinlich auch an die PV gebunden sein, insofern müsst ihr die dann eben machen. Wobei 4,5kWp quasi nichts sind (vermutlich das Minimum für die Förderung). Lieber gleich anständig belegen.

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Redrose schrieb: Der Bauträger hat uns einen speziellen Finanzberater empfohlen, mit dem er eng zusammenarbeitet.
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An der Stelle läuten bei mir die Alarmglocken. Hab selber keine Erfahrung mit Finanzberatern, aber darauf würde ich mich nicht einlassen.

Danke für deine Rückmeldung. Dass dachten wir uns auch, das der Energieausweis ja ein offizielles Dokument ist. Laut Baufirma wüssten die nicht, dass die PV Anlage eigentlich notwendig für die Förderung wäre. Uns wird nun ein neuer Energieausweis ohne Berücksichtigung der PV Anlage geschickt, aber schätze mal, dass wir anhand dieses neuen Energieausweises keine Förderung bekommen werden. Was ja im Grunde jetzt nicht das eigentliche Problem ist, sondern meiner Meinung eher dieses leicht unseriöse Auftreten. Da ich mir persönlich dann die Frage stelle, welche Stolperfallen eventuell noch auf uns zukommen würden. 
Dem Finanzberater haben wir mittlerweile eine Abfuhr erteilt und haben Montag nochmals ein Gespräch mit einem externen Berater, der uns aus dem Bekanntenkreis empfohlen wurde. Aber insgesamt unter diesen Umständen habe ich kein gutes Bauchgefühl.


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  •  christoph1703
23.4.2026 11:24  (#5)
Mit diesem EA EA [Energieausweis] hätte ich übrigens auch kein gutes Bauchgefühl. Wenn die Haustechnik so umgesetzt wird wie beschrieben, dann habt ihr so ziemlich jeden Fehler drin, den man machen kann.
Wenn ihr das wirklich kaufen wollt, solltet ihr euch genau über die geplante Haustechnik informieren und korrigierend eingreifen, solange es noch geht.

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  •  Redrose
23.4.2026 11:36  (#6)
Dann werden wir uns ehrlich überlegen ob wir es wirklich kaufen bzw. wissen wir nun auch warum der Kaufpreis so günstig angepriesen wird🤦‍♀️ vielen Dank für das Draufschauen des EA EA [Energieausweis]

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  •  christoph1703
23.4.2026 11:45  (#7)
Nur der Vollständigkeit halber: Verpfuschte Haustechnik muss nicht unbedingt billig sein. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall und die perfekt geplante Haustechnik ist schon bei der Anschaffung günstiger, vom Betrieb ganz zu schweigen.
Euch genau damit zu beschäftigen, wird euch nicht erspart bleiben, wenn ihr nicht in die Falle tappen wollt. Das Forum hier ist voll von Informationen und hilfsbereiten Menschen 🤗

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  •  Akani
23.4.2026 12:17  (#8)
Schon der HWB ist nicht gerade ernüchternd. Wenn ich mir dann noch die WP WP [Wärmepumpe] Auslegung anschaue mit 11,2 kw würde ich auch hinterfragen. Luft im Neubau sowieso.
Was sollten der ganze Spaß kosten auf wieviel qm und Grundstück.
Die qm Gebäudefläche sind dann für beide Häuser? Heizung getrennt oder zusammen ein System?
Zudem welche Förderungen sollst du da bekommen im Neubau?

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  •  stefano
  •   Bronze-Award
23.4.2026 12:39  (#9)
Auf die Default-Werte im EA EA [Energieausweis] würde ich nicht viel geben. Der Berechner wird da einiges mal auf default, nachdem er vom AG noch nicht überall konkrete Angaben bekommen hat (geht in der Planungsphase auch schwer), gestellt haben.
Gerade die kW-Zahl bei der Haustechnikseite kannst schmeißen. Die ist fast immer deutlich höher als die Heizlastabschätzung.
Der fgee wird ohne PV sicherlich schlechter, mal sehen ob du dann noch die Anforderung schaffst. Ist leider von kleineren Bauträgern/-herren immer wieder ein Thema, dass mit besserer/zusätzlicher Haustechnik, um alle Anforderungen zu erfüllen, gerechnet wird. Ausgeführt wird es dann nicht und einen richtigen Fertigstellungs-Energieausweis bekommt auch keiner mehr...

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  •  Redrose
23.4.2026 13:33  (#10)

zitat..
christoph1703 schrieb:

Nur der Vollständigkeit halber: Verpfuschte Haustechnik muss nicht unbedingt billig sein. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall und die perfekt geplante Haustechnik ist schon bei der Anschaffung günstiger, vom Betrieb ganz zu schweigen.
Euch genau damit zu beschäftigen, wird euch nicht erspart bleiben, wenn ihr nicht in die Falle tappen wollt. Das Forum hier ist voll von Informationen und hilfsbereiten Menschen 🤗

Danke. Ja, denke auch dass wir uns da noch einiges an Know-how aneignen müssen. Was Hausbau/Kauf beinhaltet sind wir da total unwissend. Daher  haben/hätten wir den EA EA [Energieausweis] jetzt auch nicht so gut interpretieren können. Das was wir uns bisher ergoogelt haben war halt auch nur laienhaftes Halbwissen, also danke für die Aufklärung.

Der Ganze Spaß würde 690.000€ kosten schlüsselfertig inklusiver Nebenkosten und Anschlusskosten laut Bauträger zu einer Fixpreisgarantie, was aber bisher nur mündlich bestätigt wurde bzw. was man sich halt grob aus dem Exposé noch zusätzlich herauslesen konnte. 
Beide Grundstücksflächen betragen jeweils 366m² (Doppelhaushälften).
Ob die Heizung getrennt oder zusammen ein System ist kann ich tatsächlich nicht sagen dazu haben wir bisher keine Angaben gelesen.
Aber zudem was uns vorher abseits des EA EA [Energieausweis] schon etwas komisch vorkam und dem unseriösen Auftreten mit dem Finanzberater, der ja anscheinend irgendwie auch mit drinnensteckt, in Kombination mit eurer Expertise zu dem EA EA [Energieausweis], werden wir uns wohl neu auf die Suche machen weil uns das Ganze einfach zu heiß ist 🙈 


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