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Mit welchem Aufwand befestigt die Wirtschaft 1960 & 2018 ein Schild

7 Beiträge | 30.11. - 5.12.2018
Der Nagel: 

Mit welchem Aufwand befestigt die Wirtschaft 1960 und 2018 ein 

Hausschild? 

 

Ein Bauherr äußert den Wunsch, ein Hausnummernschild an einen Holzpfahl zu nageln. 

 

1960: 

Ein Bauarbeiter nagelt das Schild an, bedankt sich für eine dafür erhaltene 

Flasche Bier und geht.. Dauer: 20 Sekunden. 

 

1970: 

Bauarbeiter geht zu Polier. Der gestattet das Einschlagen des Nagels und 

nimmt wohlwollend die Flasche Bier und eine Leberkässemmel in Empfang. 

Dauer: 20 Minuten 

 

1980: 

Bauarbeiter geht zu Polier; der zum Bauleiter. Dieser bespricht die Problematik mit dem Bauherrn bei einem Mittagessen, das der Bauherr bezahlt. Dafür verrechnet er dem 

Bauherrn nur eine Regiestunde sowie eine Schachtel Nägel. Dauer 2 Stunden. 

 

1990: 

Bauleiter holt (nach dem Mittagessen) drei Offerte bei Subunternehmern ein. Vergibt den Auftrag an den Billigstbieter, schlägt 3% Generalunternehmerzuschlag auf und legt dem Bauherrn eine Rechnung + 20% Mwst. Dauer 2 Wochen 

 

2000: 

Bauleiter informiert Firmenchef. Dieser holt fünf Angebote bei Einmanngesellschaften ein. 

Den Zuschlag bekommt der Billigste, verrechnet wird der Teuerste plus 7% 

Generalunternehmerzuschlag. Dauer 2 Monate 

 

2018: 

Gleiche Prozedur wie 2000, jedoch zusätzlich: 

Behördenbescheid, in dem ein statischer Nachweis verlangt wird sowie die Zustimmung des Architekturbeirates. Parallel dazu läuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung an. Der Arbeitsvorgang wird in den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan der Baustelle eingearbeitet. 

Sicherheitsfachkräfte werden tätig. Der Hammer wird CE- zertifiziert, der Nagel aus einer Liste EU- zugelassener Befestigungsmittel ausgewählt. Der Arbeiter wird akademisch unterwiesen, wie der Nagel einzubringen ist. Er muss jedoch vorher noch zum Arbeitsmediziner, der seine geistige und körperliche Eignung für die Tätigkeit “Nagel einschlagen” attestiert. Wenn alles gut geht, die Umweltverträglichkeitsprüfung positiv ausgeht und die Bedenken des Architekturbeirates abgeschmettert werden können, darf der Nagel 

eingeschlagen werden. Ein Ziviltechniker beobachtet mit Argusaugen den ordnungsgemäßen Vorgang und siegelt das Abnahmeprotokoll. Nagelstatik und Abnahmeprotokoll fließen in die “Unterlage für spätere Arbeiten” ein. Der Generalunternehmerzuschlag wird auf 

30% nachjustiert. Dauer 2 Jahre. 

Das Datenblatt des Nagels, der Nachtrag des Planungsbüros werden dann mit den aktualisierten Revisionszeichnungen im Anlagebuch abgelegt... 

 

2022 wie 2018, nur findet man keinen Handwerker mehr, weil die auf den ganzen Sch...keinen Bock mehr haben.....

 
30.11.2018 21:48
Ja das trifft es auf den Punkt....leider
30.11.2018 22:48
Trifft den Nagel auf den Kopf, wörtlich gesehen!
1.12.2018 12:19
Du kannst doch nicht einfach nageln. Was für eine Wärmebrücke. Isokorb!


1.12.2018 13:12
Genial  ...

...oder doch schon bald traurig?? 
4.12.2018 19:04
maack - da ist was dran 🙈
hat dich dazu was bestimmtes inspiriert oder wars die gesamtsituation? 😉
4.12.2018 20:06
An dieser Entwicklung arbeiten wir alle ganz fleißig mit 
5.12.2018 9:34


AuenOoe schrieb: maack - da ist was dran 🙈
hat dich dazu was bestimmtes inspiriert oder wars die gesamtsituation? 😉


thats life was man so beim bauen erlebt wenn man unter der arbeit drauf kommt das es doch praktisch wäre wenn man da einfach noch ein kabel in die wand wirft, dort noch ne stedo anbringt usw.



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