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Luft-WP und FBH: Kühlen mit oder ohne Pufferspeicher?

11 Beiträge | letzte Antwort 26.11.2018 | erstellt 15.11.2018
Ich habe mit meinem Installateur zur Zeit leider meine liebe Not, siehe auch: https://www.energiesparhaus.at/forum-waermepumpe-takte-in-ordnung/51818_2

Heute gab es ein längeres Gespräch gemeinsam mit der Geschäftsführung. Ich habe mit dem Berater/Verkäufer, der leider nicht mehr dort arbeitet, letztes Jahr bei der Auswahl der Luft-WP vereinbart, dass ich ein Gerät möchte, bei dem ich im Bedarfsfall noch nachrüsten kann, um im Sommer über die FBH etwas kühlen zu können. Hierzu hat er mir gesagt, dass ich mit Kosten in Höhe von 500-600 € rechnen muss. 

Als ich die Nachrüstung heuer im Sommer in Auftrag geben wollte, hat sich herausgestellt, dass mein WP-Modell ausschließlich für den Heizbetrieb gedacht ist. Nach einigem hin und her, ob das Nachrüsten des Kühlbetriebs möglich ist oder nicht, scheint es jetzt doch möglich. Zuerst hat es geheißen, es wird ein Kondensatwächter nachgerüstet und eine Software installiert - Kosten ca. 500-600 €. Heute sagt man mir: Sie rüsten mir den Kühlbetrieb nur mit einem zusätzlichen Puffer (200-300l) nach, für welchen aber noch weitere ca. 1.500 € netto anfallen würden! Der Puffer wäre natürlich gleichermaßen fürs Kühlen im Sommer als auch fürs Heizen im Winter. Mein laienhafter Informationsstand ist: WP plus FBH möglichst ohne Puffer. Die heute vom Installateur genannten Argumente für den Puffer:

1. Der Volumenstrom ist beim Kühlen viel geringer als beim Heizen, deshalb muss ein Puffer zum Ausgleichen her.
2. Beim Heizbetrieb gibt es eine Spreizung zwischen VL und RL von 5-8°. Beim Kühlbetrieb gibt es nur 3-5° Spreizung. Der für den Heizbetrieb erstellte hydraulische Abgleich passt nicht für den Kühlbetrieb.
3. Ohne Puffer würde der Kühlbetrieb schlecht funktionieren, die WP würde zu takten beginnen und auf Störung gehen.
4. Sehr problematisch ist der Wechsel zwischen Kühlen und Warmwasserbereitung.
5. Weil der Installateur hinsichtlich Gewährleistung in der Pflicht ist und anfallende Probleme zu lösen hätte kommt für ihn nicht in Frage den Kühlbetrieb ohne Puffer nachzurüsten.

Ich glaube der Firma mittlerweile gar nichts mehr, außer vielleicht Punkt 4. Wer kann mir hier mit Fachwissen oder Erfahrungswerten weiterhelfen? Wer kühlt mit Puffer, wer ohne?

 
15.11.2018 16:22
Punkt 1 und 2 wiedersprechen sich.
Mit einem Verlegeabstand von 10 cm wirst du bei 30 Watt Kühlleistung p. m² landen. Nachdem du eine modulieren WP hast, solle die das schaffen.
15.11.2018 16:37


MissT schrieb: 1. Der Volumenstrom ist beim Kühlen viel geringer als beim Heizen, deshalb muss ein Puffer zum Ausgleichen her.


ich habe 2 jahre die passive kühlung im einsatz. genau das gegenteil ist der fall.


MissT schrieb: 2. Beim Heizbetrieb gibt es eine Spreizung zwischen VL und RL von 5-8°. Beim Kühlbetrieb gibt es nur 3-5° Spreizung.


eher richtig. auf fbh fahre ich dann fast mit 2K


MissT schrieb: Der für den Heizbetrieb erstellte hydraulische Abgleich passt nicht für den Kühlbetrieb.


weil?


MissT schrieb: 3. Ohne Puffer würde der Kühlbetrieb schlecht funktionieren, die WP würde zu takten beginnen und auf Störung gehen.


aktive kühlung ist wie aktives heizen. üblicherweise ist die kühlleistung niedriger.
argument ist ein unsinn.


MissT schrieb: 4. Sehr problematisch ist der Wechsel zwischen Kühlen und Warmwasserbereitung.


naja, je nachdem, wie das ausgeführt ist. ich habe nur eine umwälzpumpe und ein ventil. die wp schaltet einfach um. kühlen .. wwbereiten .. kühlen. kein thema.
bei einer externen umwälzpumpe muss mehr bedacht werden. da wäre es gut zu wissen, wie die realisierung angedacht ist. zumindest skizzenhaft.


MissT schrieb: 5. Weil der Installateur hinsichtlich Gewährleistung in der Pflicht ist und anfallende Probleme zu lösen hätte kommt für ihn nicht in Frage den Kühlbetrieb ohne Puffer nachzurüsten.


jetzt kann er dir die bedingungen stellen und dir extra €€ aus der tasche ziehen.

15.11.2018 22:54
So ein Gefühl sagt mir: Der will mir einfach nur den Kühlbetrieb unbedingt ausreden, und sei es durch überraschend höhere Kosten - vielleicht weil er insgeheim weiß, dass mit diesem Gerät eine Nachrüstung gar nicht geht?


16.11.2018 6:40
Ich glaube es geht hier um eine Luft WP. Da gibt es kein passives Kühlen mit nur Umwälzpumpe. Möge mich jemand korrigieren, wenn ich falsch liege.
16.11.2018 8:02
Richtig, allerdings steht auch nirgendwo dass es um passive Kühlung geht...
16.11.2018 8:42
So ist es: Luft-WP, aktives Kühlen.
16.11.2018 8:45
ja, es geht um kühlung. ich habe nur passiv, erreiche aber teils auch 6 kw damit. so unvergleichbar ist es jetzt nicht. für die (aktive) kühlung ist jedenfalls wichtig, dass die spreizung in die fbh niedrig bleibt. sagen wir 24° estrich. dann reichen sicher auch 4K. (bis 18° kann man locker reinfahren. 22°/18°. darunter dann eher nicht.)
angenommen, die fbh verträgt 20 l/min, dann wären es fast 6 kw.
da braucht mir keiner erzählen, ein puffer sei unumgänglich..

es ginge auch ohne. aber dazu müßte man alle details des hauses und der hydraulik kennen.....
wie viel kühlleistung bringt die wp bei welcher aussentemperatur?
wie ist der maximale volumenstrom, den die umwälzpumpe (externe) in kühlmodus schafft?
16.11.2018 8:55
Ich versuche das herauszufinden!
22.11.2018 22:25
So, es hat leider etwas gedauert. Ich hoffe die nachfolgenden Bilder liefern die nötigen Infos - was bei mir verbaut ist, habe ich orange markiert:

Luft-WP und FBH: Kühlen mit oder ohne Pufferspeicher?

Luft-WP und FBH: Kühlen mit oder ohne Pufferspeicher?

Luft-WP und FBH: Kühlen mit oder ohne Pufferspeicher?

Ist bei diesem Aufbau etwas gegen ein Kühlen ohne Puffer einzuwenden? Wie liefe das ab, wenn die WP im Sommer zwischen Kühlen und Warmwasserbereitung umschaltet - ist das in irgendeiner Form problematisch?


brink schrieb: es ginge auch ohne. aber dazu müßte man alle details des hauses und der hydraulik kennen.....
wie viel kühlleistung bringt die wp bei welcher aussentemperatur?
wie ist der maximale volumenstrom, den die umwälzpumpe (externe) in kühlmodus schafft?


Volumenstrom: 10,2-22,9 L/min
Kühlleistung: Das ist schwierig. Das vorhandene Hydromodul kann nicht kühlen. Mit der Umrüstung und der neuen Software kann es eigentlich nur auf den Status des Modells ERSC-MEC oder ERSC-VM2C gebracht werden - das sind jedenfalls die einzigen beiden Innenteile mit Kühlfunktion, die für das vorhandene Außenteil zugelassen sind. Für das Außenteil finde ich folgende Daten betreffend Kühlen:
+ Garantierter Betriebsbereich (außen): -15 bis +46°C (in Kombination mit einem reversiblen Speicher-/Hydromodul mind. +10°C)
+ Vorlauftemperatur: mind. 5°C
+ Rücklauftemperatur: +8 bis +28°C

Luft-WP und FBH: Kühlen mit oder ohne Pufferspeicher?

Bitte helft mir auch noch mal bei Folgendem weiter, ob ich das richtig verstanden bzw. eure Inputs richtig interpretiert habe. Ich hoffe, dass ich damit dem Installateur ausreihend Kontra geben und die Umsetzung meiner Wünsche und der früher getätigten Zusagen einfordern kann:
1. Je geringer die Spreizung, desto größer der Volumenstrom.
2. Aktives Kühlen ist wie aktives Heizen, daher passt auch für beide der gleiche hydraulische Abgleich.
3. Es gibt keinen Grund für die Installation eines Puffers. Dieser würde nur die Effizienz deutlich verschlechtern, die Zahl der Schaltzyklen erhöhen und unnötig Geld kosten.
26.11.2018 15:21


MissT schrieb: Ist bei diesem Aufbau etwas gegen ein Kühlen ohne Puffer einzuwenden?


ich sehe keinen hinweis, wieso das nicht ginge.
auch die schemata zeigen keinen puffer.
es steht auch offensichtlich kein hinweis, dass bei kühlung ein puffer nötig wäre.


MissT schrieb: Wie liefe das ab, wenn die WP im Sommer zwischen Kühlen und Warmwasserbereitung umschaltet


ich denke, das geht so wie beim umschalten von heizen auf ww bereitung


MissT schrieb: Volumenstrom: 10,2-22,9 L/min


das klingt mal vernünftig. wenn die kühlleistung bekannt ist, bei zb 30° at, kann man sich mit dem volumenstrom die diff vorlauf/rücklauf ausrechnen.
zb 6kw kühlleistung, umwälzpumpe auf 100% -> 3,7 K diff. zb rücklauf 24°, vorlauf 20°
also die frage ist noch, bei welcher aussentemp welche kühlleistung durch die wp erbracht wird.
bei unterschreiten einer bestimmten vorlauftemperatur, sollte sich kühlung ausschalten. (um kondensation zu vermeiden)


MissT schrieb: 1. Je geringer die Spreizung, desto größer der Volumenstrom.


bei gleicher leistung, ja


MissT schrieb: 2. Aktives Kühlen ist wie aktives Heizen, daher passt auch für beide der gleiche hydraulische Abgleich.


ja


MissT schrieb: 3. Es gibt keinen Grund für die Installation eines Puffers. Dieser würde nur die Effizienz deutlich verschlechtern, die Zahl der Schaltzyklen erhöhen und unnötig Geld kosten.


ja.
das ziel bei der kühlung sollte niedriges delta vl/rl sein. also 10kw kühlleistung bei 23 l/min (-> 6K) kann man nicht reinbringen. 5kw (-> 3K) sind ok. 2kw wären super.

bei normalen umständen wird die estrich temp ca. der innenraum temp entsprechen, eventuell 1-2 K darunter.
du kannst also rechnen, dass du die kühlung mit ca. 25-24° rücklauf startest. dann kühlst, bis ca. 19-18° vorlauf erreichst. das ist ein fenster von ca. 7K.
je niedriger die kühlleistung (resp je höher der vol.strom), desto länger kann durchgehend gekühlt werden.
angenommen, du möchtest 1 kw durchgehend wegbringen, wird die wp - je nach at und je nach kühlleistung - takten. bis zu 10 takte wären für mich ok.

wie geschrieben, ist jetzt wichtig zu wissen, wie viel kühlleistung die wp bei welcher aussentemperatur erbringt
26.11.2018 16:38
VIELEN Dank für Deine Mühe, damit hilfst Du mir sehr viel weiter!!  Ich versuche die Kühlleistung in Relation zur Außentemperatur noch zu rechechieren!



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