» Diskussionsforum » Energie- und Haustechnik-Forum

Luft/Wasserwärmepumpe + PV mit Puffer kombinieren

4.12. - 6.12.2019
13 Beiträge | 8 Autoren
Hallo Leute!

Hätte da mal eine Frage an die Gemeinschaft!
Mein 2020 Projekt:
Ich würde gerne meine Luft/Wasserwärmepumpe 10kw wassergeführt inkl. FBH + Deckenkühlung + Wandheizung mit PV-Anlage 5kWp mit einem Pufferpeicher ca. 800l bis 1000l kombinieren, damit ich die Sonnenenergie für die Übergangszeit besser puffern kann.

Nun zu meiner Frage!
Ist es notwendig einen Puffer zu integrieren oder ist es sinnvoller auf eine 300l Warmwasserspeicher zu setzen.

Gerne füge ich noch Ergänzungen zu.
Bitte um eure Fachhilfe.

 
 
5.12.2019 8:08
Hi,


koibal99 schrieb: mit einem Pufferpeicher ca. 800l bis 1000l kombinieren, damit ich die Sonnenenergie für die Übergangszeit besser puffern kann.


Kurze Antwort: Lass es.

Lange Antwort: "Speichern" kannst du nur, wenn du Übertemperatur hast. Übertemperatur senkt die Effizienz der WP. Das mag egal sein, wenn du PV-Strom ineffizienter verheizt, aber es ist nicht mehr egal, wenn du das mit Bezahlstrom tust. Das Problem ist, dass so ein Puffer normalerweise (so, wie ein HB dir das baut) so eingebunden wird, dass er immer aktiv ist, die WP also IMMER mehr VL erzeugen muss als nötig. Die einzig sinnvolle Alternative wäre eine Einbindung, die nur nach Bedarf aktiv ist, also nur dann, wenn du wirklich zu viel Strom hast und Wärme speichern willst (das baut und steuert dir aber niemand). Selbst da gibt es aber bessere Lösungen.

Um das mal ins Verhältnis zu setzen: 1000 Liter Wasser speichern bei 1K Übertemperatur 1,163 KWh. Wenn du also signifikant was speichern willst, dann brauchst du mehr Übertemperatur -> noch ineffizienter.

Auf der anderen Seite hast du in einem Haus mit 10KW Heizlast (ist das ein Altbau oder ein Palast? Kaum ein neues EFH braucht so viel - ist das gerechnet oder vom HB "geschätzt"?) sicher jede Menge Estrich. Estrich liegt bei etwa 0,72 KWh/m^3K. Nehmen wir mal 200qm bei einer Dicke von 6 cm an, dann sind das 12 Kubikmeter. Pro K Übertemperatur speicherst du damit also 8,64 KWh. 

Wenn du den VL also um 1K hochdrehst, dann wird es im Haus ein bisschen wärmer (kaum spürbar), aber der Estrich speichert dir das ohne jeden Mehrpreis. Um das mit dem Wasserpuffer zu schaffen, bräuchtest du bei 1000l schon 7,5K Übertemperatur.

Bei der Rechnung ist noch ignoriert, dass alle anderen massiven Bauteile auch noch als Speicher dienen können. Wenn du also BKA (Betonkernaktivierung) machst, was billiger sein dürfte als dein Puffer, dann hast du alleine mit einer Decke von 100 qm und 25 cm Dicke noch einmal volle 25 m^3 Beton -> 18 KWh/K Speicher.

Viele Grüße,

Jan
5.12.2019 9:51
Super Erklärung, Jan! Einfach, verständlich ...
5.12.2019 10:48
An sich richtig...
Nur das hier stimmt nicht


JanRi schrieb: Das Problem ist, dass so ein Puffer normalerweise (so, wie ein HB dir das baut) so eingebunden wird, dass er immer aktiv ist, die WP also IMMER mehr VL erzeugen muss als nötig.

 Bei korrekter Einbindung des Puffer muss keineswegs eine höhere VL Temp erzeugt werden.




5.12.2019 11:32


JanRi schrieb: Auf der anderen Seite hast du in einem Haus mit 10KW Heizlast (ist das ein Altbau oder ein Palast? Kaum ein neues EFH braucht so viel - ist das gerechnet oder vom HB "geschätzt"?)

DAnke JanRi für deine gute Erklärung.
Wir haben einen Neubau mit ca 188 qm.

Meine Entscheidung hierbei ist nun den Puffer zu entfernen.
Wie sieht es aus mit der Betonkernaktivierung. Ist hier Kosten/Nutzen gerechtfertigt.
Mein Gedanke hierbei: "Die Wärmepumpe hat diese Funktion so und so, es fehlen nur die baulichen Maßnahmen, welche ich im Zuge mit verlegen könnte.

Nur ist es wirklich notwendig heutzutage? 50er Ziegel; Beschattung Lox gesteuert?
5.12.2019 16:31


koibal99 schrieb: Meine Entscheidung hierbei ist nun den Puffer zu entfernen.

Lies vorher mal die technischen Daten der WP nach.
Willst Du mit der WP auch kühlen?
Wichtig für einen möglichst störungsfreien Betrieb der LW/WP: Der Mindestdurchlauf primär (WP) und sekundär (Heizung) muss annähernd gleich sein. Dazu gibt es ausreichend Hinweise. Guckst Du!
https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/ausreichend-volumenstrom-und-umlaufmasse-sicherstellen/
Gruss HDE
5.12.2019 17:28
interessanter artikel!
5.12.2019 18:02


massiv50er schrieb: interessanter artikel!

Ich würd mal sagen der ist für den deutschen Markt geschrieben. Überströmstrecke wird für die ERR benötigt, da ansonsten der Volumenstrom nicht gewährleistet ist. In Österreich wird dieser Blödsinn (ERR) zum Glück nicht gesetzlich gefordert. 
5.12.2019 18:08


koibal99 schrieb: Wie sieht es aus mit der Betonkernaktivierung. Ist hier Kosten/Nutzen gerechtfertigt.

Wennst du dir die BKA selber legst, bist mit den Kosten bei 188 m² vermutlich unter € 1000. Da du aber dadurch den Verlegeabstand in der FBH vergrößern kannst und sich dort die Kosten verringern, ist das sogar ein Nullsummenspiel.

Meine Empfehlung wäre FBH, BKA und zusätzlich WH im Bad.
5.12.2019 18:24
   •  


berhan schrieb: 188 m² vermutlich unter € 1000. Da du aber dadurch den Verlegeabstand in der FBH vergrößern kannst und sich dort die Kosten verringern, ist das sogar ein Nullsummenspiel.

Angebot hab ich für 2500 mit sämtlichen Zubehör ohne Arbeit. 
   •  Also da ist offensichtlich mehr drinnen. Da die  BKA nur in den südlich angrenzenden Räumen verlegt wird. 
   •  
   •  Verlegeabstand FBH ist mit 10 cm gerechnet. Könnt man hier also von 15-20 cm sprechen?

   •  
5.12.2019 18:44


koibal99 schrieb: Da die  BKA nur in den südlich angrenzenden Räumen verlegt wird. 



Bitte verabschiede dich davon die BKA nur für die Kühlung zu verwenden, wenn dann richtig und nur Bereiche auslassen wo vielleicht noch nachträglich eine Kernbohrung hinkommt (bei mir z.B. der Technikraum). Die BKA verdoppelt deine Heizleistung und halbiert dir die Heizmittelübertemperatur und die Speichermasse wächst um ein vielfaches.

Wenn du nicht komplett ungeschickt bist kannst du dir die BKA selber machen.

Hier mal ein Bild von meiner


Luft/Wasserwärmepumpe + PV mit Puffer kombinieren

Alles was du brauchst sind Heizungsrohr (z.B. https://www.hausfabrik.at/uponor-comfort-pipe-plus-20x2-0-240m-uponor-comfort-pipe-plus-20x2-0-240m.html ), Kabelbinder und ein paar Meter Elektrorohr, um das Heizungsrohr im Übergangsbereich des Betons zu schützen.
Bei der Berechnung werden wir dir helfen 
6.12.2019 8:02
Hi,


koibal99 schrieb: Wie sieht es aus mit der Betonkernaktivierung. Ist hier Kosten/Nutzen gerechtfertigt.

 
BKA ist einer der beiden Punkte, wo ich bedaure, damals auf die (sonst sehr kompetente) Baufirma gehört zu haben, so dass wir das NICHT haben. Wenn ich noch einmal bauen würde, dann in jedem Fall mit BKA.



New_Projekt schrieb:  Bei korrekter Einbindung des Puffer muss keineswegs eine höhere VL Temp erzeugt werden.


Ja... und genau das bekommen aber ganz viele HB gerade nicht hin - siehe hunderte von Threads im HTD.

Ohne ERR sehe ich bezüglich der Mindestwassermenge für die Abtauung einer LWWP keine Probleme. Wie obiger Artikel ja schreibt, reicht dafür schon ein großer Raum (WZ) mit ständig aktiven Heizkreisen, so dass das selbst mit ERR umsetzbar ist.

Selbst in DE kann man sich von dem ERR-Unfug übrigens befreien lassen, siehe HTD.

Viele Grüße,

Jan
6.12.2019 8:10


JanRi schrieb: Selbst in DE kann man sich von dem ERR-Unfug übrigens befreien lassen, siehe HTD.

 Yep da hat JanRi Recht. Wir haben zum Beispiel diese Befreiung in Deutschland bekommen. 
6.12.2019 10:02


JanRi schrieb: Ja... und genau das bekommen aber ganz viele HB gerade nicht hin - siehe hunderte von Threads im HTD.

Daran ist aber nicht der Puffer schuld, sondern der Installateur.

Im Moment reicht immer noch meine aktive Sonnenenergienutzung mit PV und thermischer Solaranlage inkl. meiner Möglichkeiten diese Energie zu puffern aus um meine Wärmepumpe nicht in Betrieb nehmen zu müssen.
Ich verspreche aber wenn es dann doch so weit ist, die Temperaturen eines Taktes zu loggen und hier zu posten.



Beitrag hinzufügen oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

« Energie- und Haustechnik-Forum