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KWL mit Unterdruck sinnvoll?

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  •  manuon
10.1. - 26.5.2026
21 Antworten | 11 Autoren 21
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Hallo,

wir wohnen nun den ersten Winter im Haus, innen sind wir fertig, Außenputz kommt im Frühjahr. Der Blower Door Wert ist mit 0,67 ganz gut geworden, dennoch haben wir an unserer Fassade zwei Stellen entdeckt wo offensichtlich Luft aus dem Innenraum nach außen strömt und Tauwasser ausfällt. 
Die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] Zehnder Q450 ist auf Balance gestellt, sprich Zu- Abluftmenge identisch. 

Warme Luft drückt aber nach oben und so entsteht natürlich dennoch ein Überdruck im OG.

Nun passiert den Steinen wohl eher wenig, aber sollte so ein Löchlein an einer andern blöden Stelle sein könnte da über Jahre durchaus ein Problem erwachsen.

Radon und Energieeffizienz mal außen vor, würde es nicht Sinn machen, im Winter die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] auf 5 oder 10% Unterdruck laufen zu lassen um langfristig die Gefahr zu reduzieren dass irgendwo Innenraumluft in die Konstruktion drückt? 

  •  Elohtihs
10.1.2026  (#1)
Ist das nicht der gleiche (nur umgekehrte) Effekt? Kalte Luft zieht herein und kondensiert am schmalsten Stück des Flaschenhalses d. h. Wasser rinnt im schlimmsten Fall irgendwo rein. 

Zur problembehandlung würde ich die *undichten* stellen eruieren und überarbeiten. Wenn die Fassade erst noch kommt ist es ja noch besser.

Grüße

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  •  manuon
11.1.2026  (#2)
Die Luft von außen ist zwar kälter aber auch trockener, erwärmt sich auf dem Weg nach innen und nimmt so Feuchtigkeit auf. Zumindest in den Wintermonaten müsste das so sein.

https://www.baulinks.de/webplugin/2005/1156.php4

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
16.1.2026  (#3)
Wir haben immer wieder diese Frage zu diesen "Schutzdrucklösungen", die bauphysikalische Mängel kaschieren sollen.
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten:
1) die Raumluftfeuchte so weit senken, dass die bauschädliche Kondensation keinen Schaden anrichten kann (aus meiner Erfahrung etwa 30% r. F. und weniger)
2.) kontrollierter Unterdruck durch Disbalance, damit auch am höchsten Punkt des Gebäudes bei Windstille bis Windstärke 2 keine nennenswerte Durchströmung von innen nach außen stattfinden kann (hängt von der Höhe des Gebäudes und der Ausrichtung der vermuteten Leckage zur Hauptwindrichtung ab)

Bei Variante 1 bewegt man sich an der Grenze des Behaglichkeitsbereiches.

Variante 2 schmälert die Effizienz der Wärme- und Feuchterückgewinnung. Bei schwül-heißer Witterung und einem gekühlten Haus müsste man dann aber auch auf Überdruckbetrieb umschalten.

Ganz interessant wird es dann, wenn noch das Thema Radon am Standort dazu kommt.

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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
16.1.2026  (#4)
Bissl OTOT [Off Topic], aber 0,67 würde ich eigentlich nicht als "ganz gutes" Blowerdoor-Testergebnis einstufen. Für heutige Verhältnisse eher so lala. Da kannst bei einem wirklich dichten Haus eine komplette Dichtung von einer Terrassentüre odgl wegnehmen und dann landest ca. in dem Bereich.
Oder wenn man sämtliche Leitungen nach draußen nicht abdichtet...

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  •  Ben009
15.5.2026  (#5)

zitat..
leitwolf schrieb:

Wir haben immer wieder diese Frage zu diesen "Schutzdrucklösungen", die bauphysikalische Mängel kaschieren sollen.
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten:
1) die Raumluftfeuchte so weit senken, dass die bauschädliche Kondensation keinen Schaden anrichten kann (aus meiner Erfahrung etwa 30% r. F. und weniger)
2.) kontrollierter Unterdruck durch Disbalance, damit auch am höchsten Punkt des Gebäudes bei Windstille bis Windstärke 2 keine nennenswerte Durchströmung von innen nach außen stattfinden kann (hängt von der Höhe des Gebäudes und der Ausrichtung der vermuteten Leckage zur Hauptwindrichtung ab)

Bei Variante 1 bewegt man sich an der Grenze des Behaglichkeitsbereiches.

Variante 2 schmälert die Effizienz der Wärme- und Feuchterückgewinnung. Bei schwül-heißer Witterung und einem gekühlten Haus müsste man dann aber auch auf Überdruckbetrieb umschalten.

Ganz interessant wird es dann, wenn noch das Thema Radon am Standort dazu kommt.


Eine Frage zu:
"Variante 2 schmälert die Effizienz der Wärme- und Feuchterückgewinnung. Bei schwül-heißer Witterung und einem gekühlten Haus müsste man dann aber auch auf Überdruckbetrieb umschalten. "

Von wieviel gekühlt im Sommer sprichst du hier? Wenn im Haus eine Splitklima zur Entfeuchtung läuft und es etwa 22-23 Grad Innentemp. bei 30-35 Grad Außentemp. hat, müsste man schon Überdruck fahren um keine Feuchteschäden zu provzieren?




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  •  THST
  •   Bronze-Award
18.5.2026  (#6)
Würde mich auch interessieren, wir fahren seit diesem Winter auch Unterdruck, weil mein WDVS WDVS [Wärmedämmverbundsystem] Kondensatstellen durch irgend eine Leckage hat und sich noch keine Lösung gefunden hat. 

Wir haben keine aktive Kühlung, es ist im Sommer zwischen 23 und 26 Grad im Haus. Muss man das und wenn ja ab wann umstellen? 


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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
18.5.2026  (#7)

zitat..
Ben009 schrieb: Von wieviel gekühlt im Sommer sprichst du hier? Wenn im Haus eine Splitklima zur Entfeuchtung läuft und es etwa 22-23 Grad Innentemp. bei 30-35 Grad Außentemp. hat, müsste man schon Überdruck fahren um keine Feuchteschäden zu provzieren?

Für Kondensation ist nur die kühlste Oberflächentemperatur in unmittelbarer Nähe des Außenlufteintrittes maßgeblich. Die Raumluftfeuchte ist weniger relevant.
Taupunkt bei 35°C und 50% r. F. ist 23°C
Das ist natürlich ein Extremfall, aber das kann schon zur Auffeuchtung der inneren Bauteilschichten führen, wenn die Außenluft dort langsam einströmt. Es soll ja auch Hausbesitzter geben, wo man drinnen auf 21-22°C kühlt und es kälter ist, als im Winter.


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  •  wuschi
  •   Bronze-Award
18.5.2026  (#8)
Ein bisschen offtopic, aber vielleicht ist die frage so schnell beantwortet, dass sich ein eigener thread nicht auszahlt:
Bei mir steht bald doppelhaus-sanierung mit den Schwiegereltern an. Es wird größtenteils nicht gedämmt werden, weil der Schwiegervater das nicht nicht will und mir fehl auch das Geld um all meine wünsche im Alleingang umzusetzen. 
Hätte ich die kohle, würde ich den ganzen estrich entfernen, teilweise putz raus, das haus dämmen und natürlich KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung].
Das dämmen ist allerdings wegen mansardendach aufwendig und würde sich auch mit förderung (wenn es in Zukunft eine gäbe) nicht rechnen. 
Nun tendiere ich aus gründen des hausfriedens und der finanzen zu einer minimal-variante, die nur die Ertüchtigung einer holztramdecke und einbau einer KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] umfasst. 
Nun stellt sich die frage, ob das überhaupt geht, wenn das haus nicht "fast" dicht ist? 
Fenster und türen wurden schon getauscht vor 3 jahren. Da ist auch fraglich ob die Anschlüsse dicht sind.
Kann ich das vorhaben KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] in dem fall gleich vergessen?

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  •  Landei
  •   Gold-Award
18.5.2026  (#9)
@wuschi was heißt "fast dicht"? 

zitat..
wuschi schrieb: Fenster und türen wurden schon getauscht vor 3 jahren. Da ist auch fraglich ob die Anschlüsse dicht sind.

wie kann das sein wenn das vor 3 Jahren getauscht wurde, welcher "Handwerker" hat da gepfuscht?


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  •  wuschi
  •   Bronze-Award
18.5.2026  (#10)
"Fast dicht" = Neubau

zitat..
Landei schrieb: wie kann das sein wenn das vor 3 Jahren getauscht wurde, welcher "Handwerker" hat da gepfuscht?

Lagerhaus und deren Internorm-Monoteure. Das fängt schon damit an, dass uns der Verkäufer zu Festern mit extrabreiten Rahmen geraten hat (für die Laibungsdämmung), dem haben wir dann zugestimmt und im überarbeiten Angebot war es dann nur fürs Obergeschoss geändert hat. Das fiel natürlich erst beim montieren auf.
Die alten fenster wurden von innen entfernt und die neuen gegen die alte Kante gesetzt und silikoniert. Fensterbrett blieb innen und außen bestehen.
Ich habe deswegen auch schon den gang zur rechtsberatung erwogen. Ein befreundeter jurist meint, da gäbs gute chancen, weil offenbar nicht ausreichend beraten bzw. Normen missachtet wurden. 
Im OG, wo die extra breiten Rahmen geliefert wurden, sind 10cm EPS und neues fensterbrett außen gemacht worden,  aber nicht von der montage-firma sondern von "freunden". Da erleichtert den rechtsweg halt nicht 🙄

Und abgesehen davon ist das ein altes haus mit mindestens 4 bausubstanzen.
Elektroschläuche für außenbeleuchtung einfach durch den ziegel und eingeputzt und sobzeug halt.

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  •  christoph1703
18.5.2026  (#11)
Die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] funktioniert auch wenn das Haus nicht dicht ist, nur der Nutzen wird mit größeren Leckagen immer geringer. Ob die Leckagen für ausreichend Frischluft sorgen, kann man per CO2-Messung und Geruch feststellen. Wenn eins davon nicht passt, ist die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] sinnvoll.

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  •  wuschi
  •   Bronze-Award
18.5.2026  (#12)
Funktionieren schon, aber wie ernst sind mögliche Bauschäden?
Mit gehts primär ums thema CO2 und entfeuchtung (man kommt im winter einfach mit dem lüften nicht nach, geschweige denn, dass mans daheizt, wenn man genug lüften würde).
Schimmel in den fensterlaibungen war vor Fenstertausch fast überall. Diesen winter wie es ganz kalt war gabs vereinzelt tauwasser, aber noch kein schimmel.

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
18.5.2026  (#13)
@wuschi: Ein ungedämmtes Haus mit dichten Fenstern und Bewohnern, die maximal 2-3 mal täglich lüften und das meist falsch, birgt potentielles Schimmelrisiko.

Besonders gefährdet sind Bad und Schlafräume, aber auch Räume, die weniger genutzt werden und aus Energiespargründen nicht voll beheizt werden.
Gerade in diesen Räumen muss man eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] wirklich unbedingt empfehlen.

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  •  El_aurare
18.5.2026  (#14)
Also da ich aus Erfahrung sprechen kann im Bezug auf KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] und saniertem Haus, kann ich hier nur eine absolute Empfehlung für die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] aussprechen, auch wenn das Haus nicht 100%ig dicht ist.

Vor allem im Winter erreicht man damit einen enormen Unterschied und der Wohnkomfort wird mmn massiv erhöht.


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  •  wuschi
  •   Bronze-Award
18.5.2026  (#15)

zitat..
leitwolf schrieb: Ein ungedämmtes Haus mit dichten Fenstern und Bewohnern, die maximal 2-3 mal täglich lüften und das meist falsch, birgt potentielles Schimmelrisiko.

Super, genau dss wollte ich hören. Jetzt muss ich noch den Schwiegervater überzeugen. Der will davon überhaupt nichts wissen. Seine Argumente sind "hab (vor 30 jahren) mal gehört das funktioniert sowieso nicht ordentlich und in den Rohren schimmels immer".
Werd ihm mal die info-brochüre "komfortlüftung" hinlegen.

Derzeit komme ich defacto nicht unter ca 55% rel. Feuchte im winter. Da kann ich lüften so viel ich will.

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  •  manuon
18.5.2026  (#16)
Schwiegervater überzeugen.. sinnlos..
Einfach durchsetzen und machen. Punkt.

Hab die Diskussionen auch zu genüge hintermir.

Diese Generation wirst du nichtmehr bekehren können. Da kannst Argumente bringen wast willst. 

Die Ewiggestrigen müssen halt weiter öl/gas/holz "tanken"  - und bezahlen :)

Und Back to Topic:
Ich fahre die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] nun balanced ohne eingestellte Abweichung. 

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  •  Fino
  •   Bronze-Award
18.5.2026  (#17)
Ich glaube das ist kein Generationen Problem. Leider zu viel Meinung und wenig Ahnung "da draußen". Noch dazu kostet eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] Geld für etwas das man nicht 'sieht'. Bei manchen hilft noch Beratung, argumente usw. andere entscheiden sich trotz Co2 messgerät und freundschaftlicher Beratung, guten Argumenten gegen eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]... 

Ich weiß Budget ist der Endgegner beim Hausbau, es gibt aber einiges was man leichter nachrüsten kann als eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]. (pool, Carport, Terrasse, Garage usw.) Im Haus eine Baustelle mag dann kaum wieder wer. 

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  •  Ben009
20.5.2026  (#18)
Bei weiviel Unterschied zwischen Zu & Abluft erreicht man denn einen Ùnter- bzw. Überdruck mit der KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]?

1-2m³/h werden vermutlich nichts bewirken, oder?

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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
20.5.2026  (#19)

zitat..
Ben009 schrieb: Bei weiviel Unterschied zwischen Zu & Abluft erreicht man denn einen Ùnter- bzw. Überdruck mit der KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]?

1-2m³/h werden vermutlich nichts bewirken, oder?

Das hängt von der Dichtheit der Gebäudehülle ab. Je dichter, desto weniger Differenz ist notwendig. 20 m³/h werden es schon mindestens sein müssen.


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  •  Ben009
26.5.2026  (#20)

zitat..
leitwolf schrieb:

──────..
Ben009 schrieb: Bei weiviel Unterschied zwischen Zu & Abluft erreicht man denn einen Ùnter- bzw. Überdruck mit der KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]?

1-2m³/h werden vermutlich nichts bewirken, oder?
───────────────

Das hängt von der Dichtheit der Gebäudehülle ab. Je dichter, desto weniger Differenz ist notwendig. 20 m³/h werden es schon mindestens sein müssen.


Ok das ist doch eine Menge. Also kann man sagen so 5-10% von der Standard Luftwechselrate in m³/h?
Das heißt aber auch, dass 5-10m³/h noch als ausgelichen  zählen und keinen wirklich unterschied bewirken?


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  •  leitwolf
  •   Gold-Award
26.5.2026  (#21)
Ja, 5-10 m³/h liegen im Toleranzbereich der Volumenstromregelung.

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