Bin stiller Mitleser seit einiger Zeit und habe mich jetzt registriert, weil ich unser Projekt gerne mit euch diskutieren möchte.
Unser Haus ist Baujahr 1994 (Marchfeld) und wir haben eine Gasheizung mit Heizkörpern in den meisten Räumen (Beheizte Wohnfläche ca. 140m
2). In zwei Räumen (Wohnzimmer mit 26m
2 und "Galeriezimmer" 24m
2, aber 4m Raumhöhe) haben wir eine "Warmwandheizung" nach dem Hypokaustensystem. Dabei handelt es sich um Doppelkammerhohlziegel, wo in der vorderen Kammer ein Heizregister am Boden montiert ist. In dieser voederen Kammer steigt die warme Luft auf, oben befindet sich ein Umlenkstein und in der hinteren Kammer fällt die Luft wieder zum Heizregister am Boden. Diese sehr angenehme Art des Heizens (Flächenheizung) hat uns 30 Jahre lang brav gedient. Nachteil war, dass wir mit sehr hoher Vorlauftemperatur (lt. damaligen Installateur mit bis zu 90°C) arbeiten mussten.
Nachdem der Gas-Heizkessel nach 30 Jahren immer mehr Probleme macht und wir schon länger mit einer Wärmepumpe liebäugeln, haben wir den Entschluss gefasst auf eine
WP WP [Wärmepumpe] umzusteigen. Ein Abbau dieser Hypokaustenziegel kam aber nicht in Frage, da extrem aufwändig (>50m
3 Schutt, Einbau einer Niedertemperatur-Wandheizung usw. usw.). Daher haben wir über den gesamten Winter 24/25 die Vorlauftemperatur auf 55°C eingestellt und siehe da: es funktioniert! Der Gasverbrauch ist genau so hoch wie in den letzten Jahren. Ich habe eine swehr gute (semiprof.) Wetterstation und die Korrelation zwischen Monatsmitteltemperaturen und monatlichem Gasverbrauch ist identisch, egal, ob 90°C oder 55°C Vorlauftemperatur. Damit ist für uns der Beweis erbracht, dass wir im Haus nichts ändern müssen und es mit einer
WP WP [Wärmepumpe] funktionieren kann. Wenn auch nicht optimal, wie es vielleicht mit einer Niedertemperatur-Heizung wäre.
Das zweite Problem ist, dass wir eigentlich keinen Platz für eine Luft-WP haben und daher mit einer Tiefenbohrung arbeiten wollen. OK, höhere Investition, dafür hoffentlich besser geeignet für die höheren Vorlauftemperaturen. KV liegt schon vor, wobei mir 2x100m etwas viel vorkommen, da das eher für 10-15kW Heizleistung reichen sollte, oder?
Unser Gasverbrauch lag in den letzten 5 Jahren bei 1200-1500m
3 pro Jahr, wobei ca. 300m
3 auf die Warmwasserbereitung entfallen. In der längsten Kälteperiode der letzten 10 Jahre im Februar 2018 hatten wir in 5 aufeinanderfolgenden Tagen einen Gasverbrauch von 82m
3. Wenn ich nicht ganz falsch liege, sollte eine
WP WP [Wärmepumpe] mit 7kW ausreichend sein!? Vielleicht käme man dann auch mit nur einer Bohrung aus.
Unser Heizverhalten mag ein wenig komisch wirken, aber damit haben wir diesen geringen Gasverbrauch erreicht. Bis zum heurigen Winter lief der Gaskessel an den Arbeitstagen immer nur von 5-7Uhr und von 16-20Uhr. An den Wochenenden je nach Außentemperatur ev. über Mittag auch mal. Durch die warmen Wände war die mittlere Lufttemperatur über 24h knapp unter 20°C, im Schlafzimmer bei ca. 18°C. Heuer, mit nur 55°C Vorlauftemperatur waren die Zeiten entsprechend länger, statt 7h ca. 10h pro Tag.
Als Physiker hat es ganz einfach Spaß gemacht die alte Heizung zu optimieren, so habe ich schon vor 30 Jahren eine Steuerung gebaut, die die beiden Heizkreise entsprechend ansteuert. Daher möchte ich auch bei einer
WP WP [Wärmepumpe] möglichst viel selber einstellen können, da ich das Gefühl habe, die Installateure legen alles auf Komfort aus. Also 24/7 in jedem Raum 23°C...
Das brauche ich nicht!
Daher meine Fragen:
1. Stimmen meine Überlegungen bezüglich der Leistung für die
WP WP [Wärmepumpe]?
2. Welche
WP WP [Wärmepumpe] kann man für unser System empfehlen, wo man als user viel einstellen kann?
Ach ja, drei Installateure waren bereits vor Ort - nur einer hat einen KV erstellt : 36k€ für eine Stiebel Eltron WPE-I 08 H230. Tiefenbohrung ca. 20k€