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Holzriegelbau - in dieser Zeit?

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10.6. - 12.6.2021
13 Beiträge | 10 Autoren 13
Hallo,
ich bin schon Wochen/Monate/Jahre am Mitlesen und ich finde dieses Forum strotzt nur von guten Informationen.
Nun zu meinem Anliegen: Wir wollten eigentlich endlich dieses Jahr mit unserem BVH beginnen, da wir bereits unser Grundstück vor Jahren gekauft haben.
Unser Haus sollte möglichst weitgehend mit Holz gebaut werden, Entwurf etc. ist ebenfalls vorhanden und soweit auch geklärt damit es von unsererseite passen würde.
Es ist ja nun, wie ihr sicher alle wisst, der Preis der Materialien erheblich gestiegen. Unsere großen Fragezeichen sind nun ob wir mit unserem BVH warten sollen (und hoffen) bis sich die gesamte Situation etwas einpendelt oder ob wir unseren Entwurf streichen sollen und um einiges "kleiner" bauen sollen, weil sich die Preise in den nächsten Jahren nicht verbessern werden?
Ich weiß, ich frage hier etwas in die Glaskugel, wäre aber trotzdem sehr glücklich wenn ihr mir etwas Informationen und Einschätzungen eurerseits mitteilen könnt.
 
LG

 
 
10.6.2021 (#1)
Schwierig, keiner kann es dir mit Sicherheit sagen und das Thema wurde auch schon einige Male hier durchgekaut. 

Mein persönlicher Blick in die Glaskugel: Das heurige Jahr ist extrem und der Baustoffmangel und damit die Preise werden sich leicht abschwächen nächstes Jahr. Insbesondere beim Holz dürfte auch die heimische Produktion durch die hohen Preise stark angeworfen worden sein, wenn dann die Kapazitäten im Ausland wieder laufen nach den vielen Ausfällen, müsste eigentlich ein Überangebot auf uns zukommen.

Ich würde mir trotzdem anfangen die Angebote zu holen um einen guten Überblick zu bekommen. Vielleicht hilft es, Flexibilität beim Anbieter anzubieten nach dem Motto "es ist mir egal ob im November, März oder Juni, komm zu mir wenn dir eine Baustelle ausfällt". 

Langfristig sehe ich ganz andere Probleme auf die Baubranche zukommen (moderater Zinsanstieg, Klimawandel wird drastischen Umstieg von Neubau auf Sanierung notwendig machen), aber ob das in 2, 5, 10 oder 20 Jahren ist, kann ich dir nicht sagen ;)
10.6.2021 (#2)
@Blabla: Vielen Dank für deine Einschätzung. Ich hoffe das Thema ist nicht schon zu oft offen, sonst kann man meinen Beitrag natürlich entfernen.
So haben wir es derzeit am Laufen, Angebote einholen usw. usf.
Länger als 1-2 Jahre können wir nicht warten, da ansonsten unsere Wohnung zu klein wird :)
Somit hoffe ich auf deinen Glaskugelblick.
Vielen Dank nochmals.
10.6.2021 (#3)
Ich würde dir empfehlen, einfach mal bei FTH Anbietern anzufragen, dann bekommst du  Richtwerte. Ich würde nicht drauf spekulieren, dass es nächstes Jahr besser wird und würde auch gar nicht mehr den Preisen der letzten Jahren nachtrauern, die Situation ist nunmal so.

Ich kann dir von unserem Anbieter berichten, dass die die Preise nicht 1:1 an den Kunden weitergegeben haben, wiewohl der Preis im Vergleich zum Vorjahr doch deutlicher als sonst gestiegen ist.

Was habt ihr denn ungefähr für ein Budget?


10.6.2021 (#4)
Meinst du ein FTH-Angebot mit unserem Entwurf - oder neu erstellen lassen?
Wir werden unser BVH nicht mit einem FTH durchführen. Da sind mir einfache zuviele Gegebenheiten die meiner Meinung nach ein FTH nicht attraktiv macht.

Unser Budget ist 500k. -> Ist immer die Frage auf was das Budget bezogen ist - komplett fertig inkl. Garten/Zufahr/Einrichtung etc.

Aber in diesem Thema sollte es nicht in Richtung "Könnt ihr euch euer BVH leisten", sondern ob wir lieber warten sollten - wir haben keinen Stress für unseren Baubeginn - nur möchten wir zumindest in 2 Jahren beginnen.
10.6.2021 (#5)
Ich würde bis nächstes Jahr warten, das normalisiert sich. Zeit zum planen nutzen (Materialien, Wandaufbauten, Details).
10.6.2021 (#6)
Bauchgefühl: Würd auch noch bissl warten, aber nicht viel länger als 1/2 -- 1 Jahr....

lg und viel Erfolg
Wolfgang
10.6.2021 (#7)
Nachdem sich das sicher viele denken ("warte noch 1 Jahr") fürchte ich dennoch, dass, sollten nicht schon Angebote etc. da sein, die Kapazitäten nach dem Angebots Schock wohl auch wieder beschränkt sein werden- in Richtung Material wieder gut, dafür kommen die Firmen durch den jetzigen Aufschub (auch bereits begonnene Projekte) nicht ihren Aufträgen hinterher. Ich würde wie hier empfohlen möglichst viel im Vorfeld klären/fixieren und dann eventuell noch ein wenig zuwarten. LG
10.6.2021 (#8)
Ich kann auch nur sagen: Warten hat bis jetzt alles nur teurer gemacht weil es bisher immer gestiegen ist. Löhne. Baukostenindex. Inflation. usw.
Wir wollen daher Frühjahr 2022 / Herbst 2022 beginnen. Spätestens. 
Wir sind jetzt am Kredit finalisieren und Angebot ist auch "recht fertig" wobei wir auch keine MEGA Ansprüche haben und vieles ist ja vorgegeben. 
Aber auf die "Bis ich dran bin stabilisiert sich die Situation sicherlich und du (Baufirma) brauchst auch in einem dreiviertel Jahr noch Arbeit" - Karte setze ich insgeheim auch. 
Und ich glaube (nicht weiß, aber vermuten...), dass viele Baufirmen das auch so sehen, denn einige Gemeinden aber auch Bauherren haben bereits ihre Projekte verschoben oder gar davon Abstand genommen (Preise, Situation etc.) - und somit weiß jede Baufirma heute schon, dass das in einigen Monaten ungut werden kann (ich geh nicht davon aus, dass es so krass kommt aber mal sehen) - und deshalb werden die schon "weiterdenken" und mit einer gewissen "Stabilisierung" kalkulieren (wollen). Je teurer sie werden, desto eher springt vielleicht jemand ab (oder muss es halt, weil zu teuer). 
10.6.2021 (#9)
Danke euch für eure Anmerkungen und Infos.
 
Aber selbst die Kalkulation der Kosten für den Baubegin 2022 werden schwierig.
@Gemeinderat - Baut Ihr Holzriegel? Habt ihr da schon fertige Angebote?
Das große Problem welches sich bei uns eingeschlichen hat ist dass wir eigentlich alles auf Holz geplant haben, soweit es ging (Riegel, Decke, Dämmung, Dampfbremse und Putzuntergrund, teils holzfassade). Daher ist unser Angebot, welches wir haben, unberechenbar hoch. Der Vergleich zu 5 Monaten ist höher gleich 40% (zumindest bei den Firmen bei uns).

Insgeheim möchten wir somit auch spätestens Ende nächstes Jahr beginnen. Eine andere Frage kommt aber dann noch immer auf, was soll ich machen wenn sich der Preis nicht stabilisiert -> möglichst wenig Holz bauen, gleich Massiv bauen!? -> Gleich jetzt mit Massiv planen und Holz sowieso vergessen?
Die Fragen zermürben einen etwas....
10.6.2021 (#10)
Ich wollte anfangs auch mit Elk bauen. 
Aber sie kriegen mit ihren Partnern den Keller in Hanglage so nicht hin.


Daher wird es ein - kaum teurer - Ziegelmassivbau. 
11.6.2021 12:18 (#11)
Ich kann konstruktiv leider auch nichts beitragen, außer vielleicht in die Runde zu werfen, daß Holzriegel ≠ FTH und Massiv ≠ Baumeisterhaus bedeutet.

Ich kenne Leute, die haben vor ein paar Jahren mit Holzriegel in kompletter Eigenleistung ein tolles Haus um €100.000,- gebaut. Man muss "nur" zu zweit sein und ein komplettes Jahr Zeit haben...

Die hatten aber persönliche Beziehungen zu den Holzlieferanten. Wenn ich denke, daß der Förster derzeit nicht soviel mehr bekommt, wie am Markt zu bezahlen ist, wäre eine direkte Kooperation zu Förster - Sägewerk eventuell andenkbar...
11.6.2021 16:02 (#12)


ds50 schrieb: Wenn ich denke, daß der Förster derzeit nicht soviel mehr bekommt, wie am Markt zu bezahlen ist, wäre eine direkte Kooperation zu Förster - Sägewerk eventuell andenkbar...

Gute Bekannte von uns haben einen riesigen Wald und meinen, dass die Preise letzten Herbst so dermaßen gefallen sind, dass sie jetzt wieder auf Normalniveau sind. Für die Waldbesitzer glaub ich das sogar, nur kommts beim Konsumenten halt ganz anders an.
Was braucht man wohl für eine Vorlaufzeit, wenn man von Bekannten aus dem Wald Holz kaufen also Schlägern lassen kann, bis das getrocknet usw ist und als Bauholz verwendet werden kann? 
12.6.2021 23:48 (#13)
Auch mein Blick in die Glaskugel.

Grundsätzlich muss man mal dreierlei unterscheiden.
Preissteigerung durch Inflation
Preissteigerung durch Hohe Nachfrage
Preissteigerung duch Engpass

Ich denke die Inflation wird die nächsten Jahre höher sein, darum sollte man durchaus bald bauen da sonst das gesparrte Gels weniger wird. Gleichzeitig sind derzeit die Zinsen auf Kredite niedriger als die Inflation.

Man darf beim bauen nicht die Infrasturkturprojekte vergessen die verschlingen viel an Materialien. Ich denke, dass hier einige Länder versuchen über größere Projekte wieder die Wirtschaft anzukurbeln. Das heißt die Nachfrage wir weiterhin sehr hoch bleiben.

Der letzte Punkt wird sich aber bald erledigen. Viele Produzenten, Lieferanten und Zwischenhändler hatten zu und es wurde weniger Produziert. Die Nachfrage ist derzeit aber enorm, das heißt das Werk startet wieder und kommt in 2-3 Monaten wieder mehr zum laufen als davor. Das heißt in vielen Angeboten steckt jetzt noch Angst drinnen. Wenn ein Baumeister halbwegs gut augeslasstet ist, wird er jetzt nochmal ein paar % sicherheit drauf schlagen.

Ich persönlich würde daher aufgrund der ersten 1-2 Punkte anfangen mir Angebote einzuholen. Würde mich aber nicht stressen und würde vermutlich in den nächsten 3 Monaten nichts unterschreiben und in 3 Monaten nochmal nachfragen ob noch Nachlässe auf die Angebote von jetzt möglich sind.

In wirklichkeit steckt in einen Haus ja nur zu einem kleinen Teil der Materialpreis, der Rest ist Lohn und sonstiges.


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