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Grundwasserwärmepumpe Erfahrungen

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  •  daspolynom
2.4. - 3.4.2026
3 Antworten | 3 Autoren 3
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Hallo zusammen,

ich habe vor, mein Bestandsgebäude (Zweifamilienhaus) auf eine Grundwasserwärmepumpe umzurüsten. Ein lokaler Heizungsbauer der seit Jahrzehnten nur WPs macht meinte sie verbauen fast keine GWWPs mehr weil zu oft Schäden entstanden sind. Auf der anderen Seite kenn ich hier zwei Anlagen im Umkreis die seit Jahrzehnten (eine sogar aus 1980) problemlos laufen (zwischenzeitlich neue WP WP [Wärmepumpe] aber Wärmequelle identisch).

Ich hab die Vermutung, dass zeitweise so viele GWWPs verbaut wurden, weil es keine Alternative gab (ältere, ineffiziente Luft-WPs) und das teilweise an suboptimalen Orten. Bin jetzt natürlich verunsichert, aber wir haben eig laut Probe sehr wenig Mangan/Eisen im Wasser. Liegen im Donautal, daher Kiesboden.

Hat jemand Erfahrung mit Verockerung? Oder kaputtem Brunnen o.ä.? Finde dazu (zum Rückbau von Anlagen) natürlich nirgendwo Informationen oder Zahlen.

  •  wuschi
  •   Bronze-Award
2.4.2026 12:58  (#1)

zitat..
daspolynom schrieb: sie verbauen fast keine GWWPs mehr weil zu oft Schäden entstanden sind

Früher war es üblich, dass das wasser direkt über den kältekreis geschickt wird. Bei kupfergelöteten wärmetauscherm kann es dann zu Korrosion durch z.b. hohe Leitfähigkeit des wassers kommen.
Heute wird aus diesen gründen (fast) immer ein zwischenwärmetauscher gemacht, bei geschraubten edelstahlplatten, wie beim lupi von passra, kann da nichts mehr passieren. Das hat für die hersteller außerdem den Vorteil, dass man jede sole-wp fürs grundwasser verwenden kann.
Außerdem wurden die bewilligungsverfahren wahrscheinlich auch nicht einfacher über die jahrzehnte. Das macht ein installateur halt einfach nicht und den meisten ist es privat auch zu umständlich sich darum zu kümmern. Das wird eher der grund sein, warum gwwp nach wie vor exoten sind.

zitat..
daspolynom schrieb: Bin jetzt natürlich verunsichert, aber wir haben eig laut Probe sehr wenig Mangan/Eisen im Wasser. Liegen im Donautal, daher Kiesboden.

Eisen und mangan tauchen nicht plötzlich im Grundwasser auf. Entweder das gestein enthält diese mineralien in auslaugbarer form, oder eben nicht. Dass sich das gw in diese Hinsicht großartig ändert brauchst du nicht zu befürchten. 

Nachtrag: verockerung tritt vorallem bei sauerteigeintrag auf, wenn das gw eisen und mangan enthält und an stellen mit großer Strömungsgeschwindigkeit. Daher sollte generell bei brunnen ein plätschern verhindert werden (leitung ins wasser führen) und die filterstrecken immer unterm gw-spiegel liegen. Langsamdrehende pumpen (>=4" z.b. grundfos sp) haben daher einen Vorteil gegenüber kleinen, schneller drehenden pumpen (3" z.b. grundfos sq).
Wenn geringfügige verockerungen auftritt kann man brunnen mit chemie alle paar jahre regenerieren. Wenn die wasserchemie passt, sollte das aber nicht auftreten, wie ja auch die Anlagen in deiner Umgebung zeigen.

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  •  daspolynom
2.4.2026 21:33  (#2)
Hab da übrigens heute sogar nochmal jemand vom Wasserwirtschaftsamt in Ingolstadt erreicht, der hat auch nochmal gesagt das gut geplante Anlagen mit passendem Wasser eigentlich keine Probleme gemacht haben in Ingolstadt und dass die Reinjektionsleitung immer im Grundwasser stehen sollte.
Also scheinbar gibt's gar nicht so viele Anlagen die wirklich verockern (im Raum Ingolstadt zumindest), es sei denn es war von Vorhinein schon viel Eisen/Mangan im Wasser.

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  •  bernar
3.4.2026 8:36  (#3)
Ich hab vor 2 jahren eine GWWP installiert, läuft derzeit problemlos. Verbaut wurde eine CTC Sole Wärmepumpe. Es wurde ebenfalls ein Edelstahlwärmetauscher verbaut um die GWWP vor möglichen Mineralausfällen zu schützen. Wenn der verlegt ist, ist der Austausch kein großes Malheur.

Das Grundwasser liegt bei uns in ca 1,7m Tiefe, ich habe einen Schachtbrunnen 1m Durchmesser mit Durchschnittlichen Wasserstand von 2m im Brunnen. Die Schüttleistung vom Brunnen ist sicher 5x so hoch wie die GWWP bei Volllast ca. (2m³/ h) benötigt. Der Schluckbrunnen hat 1,5m Durchmesser. Wir haben ab 30-40 cm Schotterboden damit ist auch der kf Wert optimal.

Desto weniger Förderhöhe desto besser, der Effizienzkiller ist die Föderpumpe im Brunnen, da diese eine ordentliche Leistungsaufnahme hat. 

In unserer Gegend laufen einige seit Jahren problemlos, ich weiß nur von einer vor ca 30 jahren die nach relativ kurzer Betriebsdauer den Geist aufgeben hat, diese hatte damals noch keinen Wärmetauscher vorgeschaltet. 

Ein Grund warum GWWP wenig verbaut werden, ist wie Wuschi bereits geschrieben hat, das Genehmigungsverfahren, das ist echt ein Graus für einen Privaten, man wird gleich behandelt wie ein Industrieunternehmen. 
Vom Insti  oder der Behörde kann man beim Genehmigungsverfahren kaum Hilfe erwarten, die Expertise muss man im Normalfall von eienem Geologen zugekauft werden, das kostet dann schon ein paar tausender.
Wenn man sich eingehend damit beschäftigt und über technisches Verständnis verfügt kann man das Genehmigungsverfahren (Österreich Kärnten) auch selbst machen emoji ich habs auch geschaft.

Am Rande:
Das Wasser in unser Gegend ist teilweise Manganhältig, bei meinem Elternhaus gibt es eine Hauswasserpumpe da sind alle 10-15 Jahre die Rohre 1" so verokert das oft nur noch der Durchmesser von einem Finger dick offen ist. 

Lg Bernhard aus Kärnten
 

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