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Fußbodenheizung - einzelne Räume nicht regelbar

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30.4. - 4.5.2021
10 Beiträge | 4 Autoren 10
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Hallo,
wir haben ein Wärmepumpen-Kompaktgerät mit elektrischem Antrieb in
Monoblockbauweise mit Außen- und Inneneinheit und inkl. Kühlfunktion (Fa Vie....nn). 
Wohnfläche: 115m²
Ausgangslage - Reduzierung Fußbodenheizung in einzelnen Räumen
Die Raumtemperatur sollte ja hauptsächlich bei der Wärmepumpe eingestellt werden. Zusätzlich wollten wir aber in einzelnen Räumen (Schlafzimmer, Speisekammer, Technikraum, Schrankraum) die Fußbodenheizung über die Ventile in den Heizkreisläufverteilern auf ein Minimum reduzieren, da wir keine Raumthermostate haben.
Im Sommer wollen wir die Kühlfunktion auch für einzelne Räume zumindest etwas anpassen können.

Problem:
Sobald wir einzelne Räume reduzieren - wird der Mindestvolumenstrom zu gering bzw. wird lt. Techniker die Spreizung zu hoch und die Wärmepumpe wirft einen Fehler und schaltet sich gerade bei kühlen Außentemperaturen ab,

Der Installateur hat unseres Wissens nach keine der Maßnahmen zur Gewährleistung des Mindestvolumenstroms  lt. Planungsanleitung der Wärmepumpe befolgt (grün markiert).

Fußbodenheizung - einzelne Räume nicht regelbar

1. Ist ein nachträglicher Einbau eines Pufferspeichers 40l /50l sinnvoll, damit sich die WP nicht so oft ein und ausschalten muss bzw. der Mindestvolumenstrom gewährleistet wird.
2. Angeblich erhöht sich der Energieverbrauch doch um einiges durch den Pufferspeicher, weil die Vorlauftemperatur höher ein muss als ohne Pufferspeicher. Ist das korrekt?
3. Welche der Maßnahmen ist aus euerer Sicht sinnvoll?
 

 
 
30.4.2021 (#1)
Am Besten liest du dich mal bezüglich Fussbodenheizung und Hydraulischer Abgleich ein. Da sind zwei sehr intressant Beiträge:

https://www.energiesparhaus.at/forum-fbh-nach-tichelmann/53890

https://www.energiesparhaus.at/forum-hydraulischer-abgleich-grundlagen/39756

Wobei der zweite Link auch im ersten Beitrag erwähnt wird.
30.4.2021 (#2)


velius schrieb: Problem:
Sobald wir einzelne Räume reduzieren - wird der Mindestvolumenstrom zu gering bzw. wird lt. Techniker die Spreizung zu hoch und die Wärmepumpe wirft einen Fehler und schaltet sich gerade bei kühlen Außentemperaturen ab,

Sind alle anderen Kreise, welche nicht eingedrosselt werden sollen, voll offen?
2.5.2021 (#3)
@Fauwee  danke für die links. Ich werde mal bei unserem Installateur nachfragen, aber ich nehme mal an er hat keinen hydraulichen Abgleich gemacht, sonst hätte er uns die Einstellungen für die Trimmventile geben müssen?


@berhan 
Ja, grundsätzlich schon. Bis im OG da hab ich den Schrankraum reduziert.
EG

Fußbodenheizung - einzelne Räume nicht regelbar
OG

Fußbodenheizung - einzelne Räume nicht regelbar




2.5.2021 (#4)
Wieviel KW liefert die WP und wie hoch ist den die Heizlast?

Ist das ein 16 mm oder 20 mm Rohr?

Heizungswasser sieht auch nicht mehr schön aus, wie lange betreibst du die Anlage schon? 
2.5.2021 (#5)
Ich möchte Dir ebenfalls empfehlen, Dich mal in den verlinkten Threads in die Grundlagen einzulesen. Auch wenn diese sehr umfangreich sind, ist es eine essentielle Lektüre.

Zu Deinen Fragen:
ad 1+2: Ein Pufferspeicher wird gerne verkauft, um Fehler in der Heizung etwas zu kaschieren und auszugleichen. Er ist aber kein Heilmittel. Vergleiche die sehr große Speichermasse der „Senke“ Estrich mit dem sehr überschaubaren Volumen eines Puffers. Kurz gesagt: Ein Puffer kostet Geld und sorgt nur für eine sehr überschaubare Linderung der Probleme - er sollte daher erst Thema werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

ad 3:

Der erste Schritt sollte sein: Wie sieht es abgesehen von den Stellventilen mit anderen potentiellen Ursachen für den geringen Gesamt-Durchfluss aus?
 • Da wäre zum einen das Filtersieb im Heizkreis: Wann wurde es zuletzt ausgebaut, kontrolliert und ggf. gereinigt? Das ist eine überaus gängige Ursache, insbesondere bei recht neuen Heizungsanlagen. Bei der Gelegenheit auch den Magnetabscheider kontrollieren und prüfen, ob der Luftabscheider funktioniert und nicht zugedreht ist.
 • Könnte Luft in den Leitungen sein? Die professionelle Lösung ist spülen und neu befüllen. Die Do-It-Yourself-Methode: Alle Kreise voll öffnen und Pumpe auf Maximum. Dann alle Geschoße bis auf eines komplett abdrehen und dieses mal 1 Stunde so laufen lassen, dann das nächste usw. 
Wenn diese Fehlerquellen ausgeschlossen sind, würde ich mal ermitteln, was die Umwälzpumpe (ggf. je nach Betriebsstufe) für Durchflussmengen schafft, wenn alle Kreise voll geöffnet sind. Das liefert einen Anhalts- bzw. Ausgangspunkt. In weiterer Folge kann/muss man sich dann ansehen, welche Bestandteile der Anlage für einen zu hohen Widerstand sorgen.

Was die Problematik der überheizten Räume betrifft: Die FBH wurde ganz offensichtlich nicht sachgemäß ausgelegt. Die Längen der Kreise unterscheiden sich sehr stark. Eine Lösung kann sein, dass im Verteiler zwei kurze Kreise in Reihe zusammen geschlossen werden: Der Raum, der eher wärmer werden soll, soll vom VL zuerst „bedient“ werden. Das sollte für eine Verbesserung sorgen. Bedenkt, dass im Neubau heutzutage alle Räume innerhalb der Außenhülle keine großen Temperaturunterschiede haben können und kühlere Räume Wärme von den benachbarten Räumen abziehen.

Ansonsten: Eine FBH ist nichts, an dem man laufend was herumändern sollte, wenn sie einmal RICHTIG eingestellt ist. RICHTIG = Maximale Effizienz bei Erreichen der gewünschten Temperaturen. Dazu gehört ein hydraulischer Abgleich als auch in weiterer Folge in thermischer Abgleich. Wegen des Kühlens im Sommer sollte nichts geändert werden. Bei einer korrekt eingestellten FBH sollten insbesondere die längsten Kreise bzw. jene in den Räumen mit dem größten Wärmebedarf voll geöffnet sein, die VL-Temperatur so niedrig wie möglich eingestellt sein und die Umwälzpumpe so laufen, dass es eine Spreizung zwischen VL und RL von 3-5K gibt. Alle anderen Kreise sind davon ausgehend möglichst wenig eingedrosselt. 
2.5.2021 (#6)


MissT schrieb: Der erste Schritt sollte sein: Wie sieht es abgesehen von den Stellventilen mit anderen potentiellen Ursachen für den geringen Gesamt-Durchfluss aus?

Der Durchfluss dürfte nicht so gering sein, wenn die Tacosetter stimmen, fließt da relativ viel durch. Ich vermute eine überdimensionierte WP. Wenn die Leistung der WP aber zur Heizlast passt, dann würden zu wenig Kreise verlegt. 
2.5.2021 (#7)
@berhan


berhan schrieb: Wieviel KW liefert die WP und wie hoch ist den die Heizlast?

Weiß leider nicht welcher KW-Wert hier der Relevante ist, daher habe ich die Daten einmal reinkopiert.


Fußbodenheizung - einzelne Räume nicht regelbar
Zur Heizlast haben wir leider keinen konkreten Wert. Meine Annahme
Niedrigenergiehaus (40 W/m2) mit einer beheizten Fläche von 115 m2 würde dann überschagsmäßig eine Heizlast von 4,6 kW ergeben.


berhan schrieb: Ist das ein 16 mm oder 20 mm Rohr?

Heizungswasser sieht auch nicht mehr schön aus, wie lange betreibst du die Anlage schon?

Ist ein 16mm Rohr. Ja mir kommt vor, dass das Heizungswasser vor ein paar Wochen noch besser ausgesehen hat und werde es im Auge behalten. Ausgeheizt haben wir Ende Oktober - also die Anlage ist als ca. 6 Monate in Betrieb. lt. Aussage eines Technikers der Herstellerfirma wäre eine Verschmutzung dieses Ausmaßes normal !?.

@­MissT Vielen Dank für die detaillierten Infos.


MissT schrieb: ad 1+2: Ein Pufferspeicher wird gerne verkauft, um Fehler in der Heizung etwas zu kaschieren und auszugleichen.

Das möchte ich natürlich vermeiden und nicht blind darauf beharren. Die WP ist ca. 6 Monate inkl. Ausheizen in Betrieb und hat ca. 371 Einschaltvergänge. Ich muss die Zahl noch beobachten, aber muss vermutlich auf den nächsten Winter warten um hier aussagekräftige Werte zu bekommen. Oberstes Ziel eines 50l Puffers wäre ja, soweit ich verstanden habe, dass sich die WP nicht so oft ein- und ausschaltet.


MissT schrieb: Da wäre zum einen das Filtersieb im Heizkreis: Wann wurde es zuletzt ausgebaut, kontrolliert und ggf. gereinigt? Könnte Luft in den Leitungen sein? Die professionelle Lösung ist spülen und neu befüllen. 

Ich hoffe, dass es bei der Inbetriebnahme erfolgt ist. Bei uns hat die Pumpe in der Inneneinheit starke Geräusche gemacht, daraufhin war der Techniker der Herstellerfirma 3x da. Nach Strömungswächteraustausch und auch Austausch dieser Pumpe - wars dann weg.  Ich hoffe, dass der Techniker kontrolliert hat, dass keine Luft vorhanden ist.


MissT schrieb: Bedenkt, dass im Neubau heutzutage alle Räume innerhalb der Außenhülle keine großen Temperaturunterschiede haben können und kühlere Räume Wärme von den benachbarten Räumen abziehen.

Ja, danke - das war mir so nicht bewusst. Hatte vorher in einer Wohnung mit Zentralheizung und Heizung gewohnt.


MissT schrieb: Ansonsten: Eine FBH ist nichts, an dem man laufend was herumändern sollte, wenn sie einmal RICHTIG eingestellt ist. RICHTIG = Maximale Effizienz bei Erreichen der gewünschten Temperaturen.

Stimme ich dir auf alle Fälle zu. Als absoluter Laie ist es halt schwierig zu beurteilen, ob es die WP richtig ausgeführt und eingestellt ist. Bis zu einem gewissen Grad müsste man sich normalerweise auf Techniker vom Hersteller und dem Installateur verlassen können ohne eine Ausbildung zum  Heizungsexperten zu absolvieren. 😒

 
2.5.2021 (#8)


velius schrieb: Weiß leider nicht welcher KW-Wert hier der Relevante ist, daher habe ich die Daten einmal reinkopiert.

OK, das sieht sehr gut aus, ist ein 4 kW WP. Mindestvolumenstrom 12,5 l/min. An den Tacosetter sehe ich das doppelte. Damit solltest du ein paar Kreise ohne Probleme drosseln können. Stellt sich nur die Frage warum die Umwälzpumpe mit so hohem Volumenstrom arbeitet. Vielleicht läuft die WP mit sehr hohen konstanten Volumenstrom oder geringem fixer Spreizung. Ist vermutlich eine Einstellungsache. Rede mal mit deinem Insti, die Anlage sieht nämlich nicht so schlecht aus. Einzig das Wasser macht mir ein bisserl Sorgen. 
4.5.2021 (#9)


berhan schrieb: An den Tacosetter sehe ich das doppelte.

lt. WP-Techniker sollen wir nicht mehr reduzieren, weil sonst die WP wieder ausfallen könnte. Von 11 Kreisen nur 2 reduzieren zu können finde ich zu wenig. Für mich stellt sich die Frage, ob ein Nachrüsten eines 46l Pufferspeichers sinnvoll bzw. möglich ist. Meiner Einschätzung nach hat nämlich der Insti keine der grün markierten Maßnahmen (siehe erster Post) umgesetzt.


berhan schrieb: Stellt sich nur die Frage warum die Umwälzpumpe mit so hohem Volumenstrom arbeitet. Vielleicht läuft die WP mit sehr hohen konstanten Volumenstrom oder geringem fixer Spreizung.

Die WP hat einen Mindestvolumenstrom von 700l/h angegeben und der Strömungswächter schlägt bei 600l/h Stunde an. Lt. Techniker war die Spreizung zu hoch, wenn ich weitere Kreise reduziere...



berhan schrieb: Ist vermutlich eine Einstellungsache. Rede mal mit deinem Insti, die Anlage sieht nämlich nicht so schlecht aus.

Der Insti ist leider ziemlich planlos und kennt sich anscheinend auch nicht wirklich aus.
 


berhan schrieb: Einzig das Wasser macht mir ein bisserl Sorgen.

Sollte ich da beim Insti auf einen Tausch des Wassers bestehen?
4.5.2021 (#10)


velius schrieb: Die WP hat einen Mindestvolumenstrom von 700l/h angegeben und der Strömungswächter schlägt bei 600l/h Stunde an. Lt. Techniker war die Spreizung zu hoch, wenn ich weitere Kreise reduziere...

An den Tacosetter liegen insgesamt 24 l/min an, ist zwar jetzt ein ca. Wert, aber Daumen mal Pi stimmt die Richtung.

Bei 4000 Watt ergibt das eine Spreizung von 4000/(1,16*24*60)= 2,39 Kelvin. Die Spereizung ist somit sehr gering. Du könntest den Volumenstrom mal auf 16 l/min reduzieren (an der WP und nicht an den Tacosetter), dann würde die Spreizung bei 3,59 Kelvin liegen (ist immer noch gering, als Standard werden 5 K angenommen). Bei konstantem Volumenstrom kannst du ein paar Kreise leicht eindrosseln und der Volumenstrom sollte sich bei den anderen Kreisen leicht erhöhen. Erwarte aber keine Wunder, den bei einem gut gedämmtes Haus können innerhalb des Hauses keine großartigen Temperaturunterschiede erreicht werden, dazu müssten die Innenwände gedämmt werden. Warum willst du eigentlich den Technikraum kühler haben, Schlafzimmer kann ich ja verstehen, aber TR und Abstellraum sind ja nicht gerade Aufenthaltsräume.


velius schrieb: lt. WP-Techniker sollen wir nicht mehr reduzieren, weil sonst die WP wieder ausfallen könnte. Von 11 Kreisen nur 2 reduzieren zu können finde ich zu wenig. Für mich stellt sich die Frage, ob ein Nachrüsten eines 46l Pufferspeichers sinnvoll bzw. möglich ist. Meiner Einschätzung nach hat nämlich der Insti keine der grün markierten Maßnahmen (siehe erster Post) umgesetzt.

Und eigentlich ist das gut so, ein Pufferspeicher ist ein Effizienzvernichter. Üblicherweise ist es genau anders rum, die Instis bauen den Pufferspeicher ein und nachträglich wird versucht diese los zu bekommen. Ein 46l Pufferspeicher würde dein Problem eh nicht lösen, dieser würde zwar den Heizkreis von der WP als hydraulische Weiche entkoppeln, aufgrund der geringen Wassermenge des Puffers würde sich das Wasser aber beim Abtauprozess zu stark abkühlen und die WP würde auf Störungen gehen wenn ich nicht Energie über die FBH zuführe. Ist im übrigen das gleich wie wenn ich die Heizkreisverteiler zu stark eindrossle. Für den Abtauprozess wir Energie benötigt und wenn ich diese nicht bereit stelle, senkt sich die Vorlauftemperatur zu weit ab und die WP macht die krätsche. Deswegen versuche zu erst den Volumenstrom über die WP zu senken, somit hat die WP die Möglichkeit diese für den Abtauprozess wieder anzuheben. Und erst dann die gewünschten Räume über die Tacosetter leicht eindrosseln.

Der 46l Speicher wird dort benötigt wo die Speichermasse für den Abtauprozess nicht vorhanden ist, also bei Heizkörper. Hier hängt er dann im Rücklauf und erhöht einfach das Wasservolumen der gesamten Anlage. Der Mindestvolumenstrom muss dabei aber trotzdem passen.


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