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Fassade bei nassen Wänden und kalten Temperaturen

19 Beiträge | letzte Antwort 7.12.2018 | erstellt 27.11.2018
Hallo liebe Forumsmitglieder!

Wir haben eine sehr unsichere Situation im Moment. Unsere Baufirma, ein GU, drängen darauf, die Fassade zu machen. Sie wollten Mitte NOvember, kurz vor Wintereinbruch mit Schnee etc, damit beginnen. Man muss dazu sagen, dass wir ein Flachdach haben und es leider zur Zeit durch gewisse Gegebenheiten am Dach durch den Regen in die Ziegel regnet, sodass die Wände nass sind und am Innenputz schon Flecken sichtbar sind (Foto) . Der GU sagt, die Nässe lässt sich nur verhindern, wenn die Fassade drauf ist. Wir haben Angst, dass es dann zu Schimmel kommen könnte und die Ziegel nicht trocknen, wenn man jetzt bei Minusgraden und nassen Wänden die Fassade drauf gibt. Es müsste ja für die Fassade mind. +10°C haben oder?

Was meint ihr dazu? Sollen wir noch bis Frühjahr warten, und in Kauf nehmen, dass die WÄnde über den Winter nass bleiben und immer wieder bei Niederschlag nachnässen? Kann auch was passieren dabei, dass z.B. das Wasser friert und den Ziegel schädigt? 

LG

 
27.11.2018 22:28

Fassade bei nassen Wänden und kalten Temperaturen
28.11.2018 6:32
Guten Morgen, völlig richtig die Feuchtigkeit muss raus bevor die Fassade und besonders eine WDVS drauf gegeben wird. Der GU soll sich einmal die ÖNorm B3346 u. die ÖNORM B6400 durchlesen und anwenden.Dort ist die Vorgehensweise genau geregelt!
Am einfachsten ist es, sie gehen zu dem Systemhersteller des WDVS und lassen sich die Verarbeitungsrichtlinien geben. Auf keinen Fall durchführen lassen!!!
Gruß
OTT
28.11.2018 7:50
es gilt auch zu klären, durch welche gegebenheiten es in den ziegel regnet. wenn nämlich alle arbeiten am dach umd darunter abgeschlossen sind und nur mehr die fassade fehlt, darf es gar nicht mehr in den ziegel reinregnen!


28.11.2018 8:08
Die nächsten Tage ist von Minustemperaturen bis Regenschauer alles dabei, ich hab selbst beim Sockel gesehen was passiert wenn der Putz feucht wird und auffriert, der bröckelt einfach ab...

Wir haben Anfang Dezember, man sieht aus gutem Grund keinen mehr der noch ein WDVS macht. Klar kann man im Regen das Gerüst mit Planen abhängen aber irgendwie ist das alles ein Schmarrn.


heislplaner schrieb: es gilt auch zu klären, durch welche gegebenheiten es in den ziegel regnet


stimmt
28.11.2018 9:37


Pamela202 schrieb: Man muss dazu sagen, dass wir ein Flachdach haben und es leider zur Zeit durch gewisse Gegebenheiten am Dach durch den Regen in die Ziegel regnet, sodass die Wände nass sind und am Innenputz schon Flecken sichtbar sind (Foto)


Was sind das für "Gegebenheiten" am Dach? Das Dach müßte doch nach Fertigstellung des Rohbaus - und damit noch lange vor Fenster, Innenputz, Estrich, etc. - dicht gemacht werden. Mich wundern da zwei Dinge:
1. Ich hoffe da ist kein Gips im Putz an den Innenwänden. Der ist sonst hin.
2. Die fehlende Fassade hat mit so einem starken Feuchtigkeitseintritt nichts zu tun. Falls ja, dann ist die Außenmauer extrem schlampig gemauert.

Was ich tun würde:
1. Den GU sofort schriftlich auffordern dafür zu sorgen dass über die "Gegebenheiten" am Dach keine Feuchtigkeit mehr ins Bauwerk eintritt. Notfalls müssen die das provisorisch ABDICHTEN bis zum Frühjahr.
2. Den GU keinesfalls die Fassade machen lassen. (Provisorisch) abdichten, über den Winter TROCKNEN lassen, dann im Frühjahr die Fassade drauf.
28.11.2018 9:45
Was ich dir gleich mal sagen kann was sicher passieren wird und das sagt dir keiner:

die ganze kleberfeuchtigkeit vom kleber mit dem die platten angeklebt werden wird dir aufgrund dessen dass der ziegel ab anbringen des vws warm wird kondensieren weil der kleber abbindet. d.h. du kriegst oben so oder so tropfenbildung am dach.
28.11.2018 9:50


OneRocket schrieb: Was sind das für "Gegebenheiten" am Dach?


Falls es da durch die nach oben offnen Attikaziegel regnet und der GU meint er könne das erst spenglermäßig verschließen sobald die Fassade drauf ist, dann würde ich an Deiner Stelle prüfen lassen ob das so überhaupt zulässig ist. Bei uns hat die Baufirma bereits in der Rohbauphase die Attikaziegel nach oben mit einer Mörtelschicht verschlossen. Ab da war die Mauerkrone dicht.
28.11.2018 11:30
Auf keinen Fall die Fassade machen!!! Das Dach muss auch ohne Fassade dicht sein. Wir haben seit Juni ein dichtes Dach (Baubeginn März) und unser GU bei dem wir allerdings nicht die Fassade machen lassen, hat gemeint wartet noch bis zum Frühjahr. Das ist vielleicht übertrieben lange, aber man darf nicht unterschätzen wie viel Feuchtigkeit in so einem neuen Haus ist.
28.11.2018 21:14
Hallo!

Vielen Dank für eure Antworten!  

@HGOTT  Danke, wir werden den Fassadenhersteller kontaktieren. Die Baufirma kann uns ja irgendwas erzählen....

@heislplaner Es regnet zwischen dem Dach des Türvorbaus und den gerippten Ziegeln der Hauptwand hinein. DIe Baufirma hat uns immer erzählt, dass es nur mit der Errichtung der Fassade abgedichtet werden kann. 

@OneRocket Fenster, Inneputz, Estrich ist alles schon drinnen. DIe Baufirma hat die Fassade bisher immer aufgeschoben (war im Zeitplan ab Anfang Okt geplant). Keine Ahnung, warum die das andersrum machen als üblich. Ist jedenfalls ärgerlich für uns. 

Leider ist es eine Gips-Zement Putz. Was ist dann zu tun, wenn dieser nass wird? Soll man ihn an dieser Stelle entfernen und neu machen? 

@chris464  Was hätte es für Folgen, wenn es zu einer Tropfenbildung am Dach kommt? 

@OneRocket: Eine Mörtelschicht auf den Attaikaziegeln gibt es und es ist auch schon die Dachhaut vorhanden. Diese ist aber bündig mit der Mörtelaußenkante (nicht überlappend).

@Blabla da habt ihr Glück dass euer GU euch so gut berät. 
28.11.2018 21:36


Pamela202 schrieb: Leider ist es eine Gips-Zement Putz. Was ist dann zu tun, wenn dieser nass wird? Soll man ihn an dieser Stelle entfernen und neu machen? 


Nach meinem Wissenstand verträgt Gips keinerlei Nässe und damit ist das sicherlich ein Mangel. Schaut euch in trockenem Zustand mal die Festigkeit und die Optik der Flecken an. Falls Unterschiede zum nicht-befeucheteten Putz bestehen würde ich darauf drängen dass der Putz großflächig (also immer eine gesamte Mauer) abgeschlagen und neu gemacht wird. Sonst erkennt man wahrscheinlich später die Flecken wo der Putz erneuert wurde. Jetzt ist noch Zeit dass zu reklamieren. Machen und bezahlen muss es eh der GU. Der hat es ja auch verbockt. Vielleicht ist auch ein Haftungsrücklass zu überlegen? https://de.wikipedia.org/wiki/Haftrücklass
28.11.2018 21:46
wie kann es da hineinregnen? ist hier kein glattstrich gemacht worden? dann gehört das dach zum ziegel mittels hochzug abgedichtet. zeig mal ein bild damit wir wissen ob ich mir das jetzt richtig vorstelle.
fassade auf jeden fall nicht machen lassen!
29.11.2018 22:07
@OneRocket Wir werden das auf jeden Fall reklamieren, wenn man im trockenen Zustand noch was sieht.

@heislplaner Schicke ein Foto. Am Ziegel ist noch eine MÖrtelschicht unter der Dachfolie.
29.11.2018 22:08

Fassade bei nassen Wänden und kalten Temperaturen
30.11.2018 7:01
Wenn Ihr da noch Feuchtigkeit ins Mauerwerk bekommt, ist etwas undicht!
Daher gehört dies gerichtet, auch sollte man überlegen ob man da dann nicht auch gleich den Putz reklamiert, da dieser die Feuchtigkeit ja aufgenommen hat.

Auf keinen Fall die Fassade machen lassen, normal ist dies das letzte was bei einem Haus gemacht wird.
30.11.2018 20:36
Könnte es auch sein, dass das Wasser seitlich in den Ziegel eintritt? Die Dachfolie ist nämlich nicht nach außen am Ziegel angebracht, sondern mit der Kante bündig. Ich hoffe ich habe es verständlich erklärt. Die Baufirma erklärt es so, dass an der äußeren Kante das Wasser eintritt, da nicht die gesamte Oberfläche von Folie bedeckt ist. 
30.11.2018 20:45
hier hätte am ziegel aussen ein glattstrich gemacht werden müssen, die folie weiter runter gezogen werden müssen und dann die folie am glattstrich verklebt werden müssen. klar kommt da feuchtigkeit rein. ist aber ein fehler der baufirma (wer halt folie usw gemacht hat). wie sollen hier eigentlich vernünftig die spenglerarbeiten durchgeführt werden? kaminanschluss ist auch nicht dicht. wann und wie wird der kamin gedämmt?
ist die attika eigentlich thermisch von der decke entkoppelt?
1.12.2018 13:57
Wie auf den Fotos schön zu sehen, ist ja kein Dachüberstand, also bei Regen rinnt es an der Außenwand entlang und in den Ziegel rein. Das hat mit dem Dach mMn nix zu tun. 

Bei uns wurde die Attika anders gemacht. Da wurde zuerst die Decke bis zur Oberkante der Attika geflämmt und danach eine Dreischichtplatte mit Gefälle aufs Dach montiert. Diese steht außen ca. 30cm über. Die Folie wurde dann bis zur Außenkante der Platte hochgezogen. Erst wenn die Fassade kommt, wird die Platte dann auf die passende Breite gekürzt. So haben wir jetzt aber schon ohne Fassade einen Überstand. Und selbst das ist nicht 100% dicht.
 
7.12.2018 21:30
Danke für eure Nachrichten.

@heislplaner  Der kaminanschluss ist noch nicht fertig. Wie die Kamindämmung sein wird, hat uns niemand genau erklärt. Die Baufirma hat uns nicht für jedes Teil eine Beschreibung gegeben oder Zeichnung, das wurde von uns schon mehrmal kritisiert, hat sich aber leide r nicht geändert, bzw wurden wir immer "abgewimmelt". 
Wegen dem Verkleben der Folie, das verstehen wir auch nicht warum das so "halb" gemacht wurde. Die Baufirma ist davon ausgegangen, dass relativ bald die Fassade gemacht wird. Dann haben sie sehr lange getrödelt (ab September haben sie nichts mehr gemacht)  und jetzt Mitte Nov wollten sie die Fassade draufkleben. Da haben wir dann gesagt, dass es ja jetzt schon zu spät ist für die Fassade. Es ist sehr ärgerlich wie das gelaufen ist. 
Wie meinst du das mit den Spenglerarbeiten? Wo siehst du hier ein Problem (haben das bisher noch nicht so gesehen). 
Die Attika ist thermisch nicht von der Decke entkoppelt. Das Blech wird später Attika und VWS überdecken.

@chrismo   Ich schicke dir ein Foto wie die Attika aufgebaut ist. 
7.12.2018 21:36

Fassade bei nassen Wänden und kalten Temperaturen



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