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Energieausweis ohne Verbesserungsmaßnahmen bei Altbau?

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  •  fragender13
15.6. - 16.6.2019
9 Antworten | 6 Autoren 9
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Hallo,

ich plane derzeit den Kauf eines Hauses (Altbau 1970). Aktueller Energieausweis wurde vom Besitzer übermittelt(Klasse F), jedoch sind keine Verbesserungsmaßnahmen für eine Sanierung angemerkt.
Laut Ersteller des Plans waren die Berechnungsgrundlagen ein Plan von 1970 und die Angaben des Besitzers - also Mischwerte der alten Bausubstanz und neuen Bauelementen von ersten Sanierungsmaßnahmen(neue Fenster).
Kann ein solcher willkürlicher Energieausweis überhaupt den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen?

Vielen Dank für die Hilfe.

  •  NTWK
  •   Gold-Award
15.6.2019  (#1)
genau deswegen ist die energieausweispflicht für so alte gebäude kompletter nonsens. der ea wird eben nur anhand alter pläne und angaben des besitzers erstellt. und da kann man so ziemlich alles reinschreiben.  was solls, den gesetzl.bestimmungen ist genüge getan, und außer dass der ea-ersteller was verdient dabei hat so ziemlich niemand was davon. (genauso hab ich das selber erlebt)

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  •  fragender13
15.6.2019  (#2)
Danke für die Meinung, dann ist dieser EA EA [Energieausweis] wirklich das Papier nicht wert.
Interessant ist dass der EA EA [Energieausweis] anhand OIB Richtlinie 6 - 2015 erstellt wurde, und hier unter Punkt 6 definiert ist dass im Anhang Empfehlungen von Verbesserungsmaßnahmen anzugeben sind.
Ich frage noch mal den Ersteller des EA EA [Energieausweis]...

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  •  odyssee80
15.6.2019  (#3)
hallo fragender,

einen bestand zu beurteilen ist für alle beteiligte extrem schwierig. da hast du als grundlage, das was du siehst und das was in plandarstellungen angegeben ist. Was wirklich ist, erfährst du nur beim reinschauen, also sondieren. der besitzer ist seiner pflicht nachgekommen, der ea ersteller im rahmen der möglichkeiten wahrscheinlich auch.

ich würde jetzt diese unterlage nicht als kompletten nonsens beurteilen, er ist ein anhaltspunkt für das was ermittelt werden konnte.

wenn du kontakt zum besitzer hast, frag nach dem verbrauch der jetzigen heizform - ltr. öl, m3 gas, holz, pellets - das gibt einen guten anhaltspunkt, für den bedarf das haus warm zu halten.

Verbesserungen für Sanierungsmaßnahmen kannst du bei Energieberatern anfragen. Maßnahmen werden immer sein, die Hülle anzugreifen, dass weniger Wärme verloren geht (Dach, Wand, Fenster, Türen, Boden).

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  •  fragender13
15.6.2019  (#4)
Hallo, 

danke für die ausführliche Antwort und die Meinung, gerade beim Besichtigen von Häusern stellt sich ja oft heraus das die Energieausweise in unterschiedlicher Qualität ausgeführt sind. 
Bei manchen Energieausweisen sind sinnvolle Sanierungsmaßnahmen schon ausführlich hinterlegt. Danke für den Tipp mit dem derzeitigen Verbrauch!

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  •  NTWK
  •   Gold-Award
15.6.2019  (#5)

zitat..
odyssee80 schrieb: ich würde jetzt diese unterlage nicht als kompletten nonsens beurteilen


ja aber du darfst nicht vergessen, dass der verkäufer einer immobilie natürlich grosses interesse daran hat gute werte im ea stehen zu haben. deshalb wird er natürlich bei der ea-erstellung alles nicht eben so einfach nachmessbare viel schöner darstellen als es eben ist. mag sein, dass im gewerblichen bereich so ein "lügner" vielleicht belangt werden kann, im privaten sicher nicht.
deswegen:

zitat..
fragender13 schrieb: dann ist dieser EA EA [Energieausweis] wirklich das Papier nicht wert.

 


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  •  Beachflyer77
15.6.2019  (#6)
Wenn im Energieausweis F steht un das Haus aus 1970 ist, ist meiner Meinung nach klar was zutun ist. Beschönigt wurde wahrscheinlich nichts denn das war damals einfach so, es sei denn es ist ein Steinbau. Hier sind tiefgreifende Arbeiten erforderlich für die man bis zum Achselhaar in die Börse greifen muss. Wenn dein Säckel gut gefüllt ziehe einen Abriss in Betracht.

Alternativ frag einen Baumeister was er empfehlen würde und den Kosten dafür und besprich das dann mit einem Energieberater. Oder du lebst mit höheren Energiekosten.

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  •  Haini
15.6.2019  (#7)
Also ich bin bei G und werde mein Haus sicher nicht abreißen.

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  •  odyssee80
15.6.2019  (#8)
die 70iger jahr bauten können je nach grundriss und lage durchaus mehr charme haben als die 90iger bauten.
da wurden keine erker, vor oder rücksprünge in den vordergrund gerückt, eher die klare, einfache, grade linie.

mir wäre die lage, ausrichtung am grundstück, raumaufteilung wichtig, bevor ans abreissen gedacht wird. sanieren/umbauen ist wesentlich aufwändiger als neubauen, hat jedoch auch seinen reiz.

buchstaben im ea sind für mich nur ein teil der wahrheit. die sind ein rechnerisches ergebnis, das nach klaren regeln
erbracht wurde. eine gute ausrichtung am grundstück (solare gewinne) machen viel aus und finden keinen niederschlag im buchstaben E, F oder G des ea.

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  •  Brombaer
  •   Silber-Award
16.6.2019  (#9)

zitat..
odyssee80 schrieb: die 70iger jahr bauten können je nach grundriss und lage durchaus mehr charme haben als die 90iger bauten.
da wurden keine erker, vor oder rücksprünge in den vordergrund gerückt, eher die klare, einfache, grade linie.

Solche Pauschalaussagen sorgen bei mir immer für Stirnrunzeln. Mein 70er Jahre Bau springt auf jedem Stockwerk vor und zurück, selbst das Dach hat viele Sprünge. 

Grundsätzlich sollte man sich das Gebäude genau anschauen, die Pros und Kontras für sich bewerten und soweit möglich nüchtern eine Abschätzung treffen. 

Klar ist auf jeden Fall dass eine Sanierung aufwändiger ist und insbesondere heute auch deutlich schwieriger, da hier gute und klare Kommunikation unter allen Beteiligten herrschen muss. 


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