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Einbau einer Heizanlage mit Eigenleistung

8 Beiträge | 12.8. - 15.8.2019
Hallo zusammen,

wir planen und kalkuieren gerade unsere Sanierung. Nun ist es so,
dass unser Sohn Gebäudetechniker mit bereits 8jähriger Berufserfahrung und leitender
Monteur in seinem Unternehmen ist und er uns gerne bei unserem Projekt unterstützen möchte.
Da sein Betrieb bereits über ein Jahr ausgebucht ist, haben wir Angebote von anderen eingeholt, jedoch immer mit dem Hinweis, dass wir lediglich die Planung und die Installation der Heizanlage an sich und das Material benötigen.
Stimmt es, dass das wegen der Gewährleistung nicht geht?
Ich hätte angenommen, dass es nachvollziehbar ist, woher ein Schaden kommt bzw. dass es ohne größere Schwierigkeiten überprüfbar ist.

Wie seht ihr das?

Ich würde mich über eure Antworten sehr freuen :)

Karo

 
12.8.2019 22:22


kage schrieb: dass wir lediglich die Planung und die Installation der Heizanlage an sich und das Material benötigen.

Wenn die Heizanlage vom Installateur geplant, das Material vom Installateur bezogen und von diesem installiert wird, wird er wohl die Gewährleistung übernehmen. Oder habe ich das falsch verstanden?
12.8.2019 23:53
Aus dem Kontext gelesen fehlt hier mMn nach auch noch ein "nicht"....

Ist wie bei jeder Armatur an der der Installateur nichts dran verdient - er wird sie dir auch auf Regie nicht einbauen wollen, weil er genau weiß das 80% der Leute nachgeben.
Dito mein Küchenbauer der gesagt hat Elektrogeräte "müssen wir über ihn nehmen nicht über den Elektriker oder online" - anschliessen soll es aber der Elektriker.
13.8.2019 6:45
Ich werd aus dem Eingangstext nicht schlau. Was wollt ihr vom Insti?
Was macht ihr selber? 
Wofür wollt ihr Gewährleistung?


13.8.2019 7:34
Ich versteh schon was sie meint. Sie möchte nur die Produkte und die Planung vom Installateur haben. Grundsätzlich kein Problem wenn man einen Installateur findet der dies macht. Zum Thema Gewährleistung muss man unterscheiden.

Der Verbraucher genießt sehr wohl GWL für die von Insti verkauften Produkte und für die Planung. Bei dem einen für die Produkte für die Planung GWL für die idelle Leistung den Werkvertrag.

Das einzig schwierige an dieser Konstellation ist, dass wenn ein Fehler auftritt der Insti sagen wird, dass es sich um einen Montagefehler oder Umsetzungsfehler handelt. Zudem wird oftmals doch von der Planung abgegangen, weil es sich halt so ergibt. So ergibt sich eine Situation die eigentlich nicht wirklich gewollt ist. Das einzige Problem was sich ergibt ist die wirksame bzw. oftmals schwierige Durchsetzung etwaiger Ansprüche. Die GWL an sich ist unproblematisch, wenn man Sonderprobleme wie Nichterfüllung, Schlechterfüllung Vorkasse -Unterschied Kaufvertrag und Werkvertrag weglässt.
13.8.2019 7:38


helyx schrieb: mein Küchenbauer der gesagt hat Elektrogeräte "müssen wir über ihn nehmen nicht über den Elektriker oder online" - anschliessen soll es aber der Elektriker.H

 Hä?

Da kannst es ja gleich übern Elektriker kaufen ?!?

Unsere (vermutlichen) Küchenfuzzis ham an Elektiker im Team der sowas macht.
Wir übernehmen alle Geräte aus der alten Kuchl, bus am Spüli und den besorgen wir selbst. Ist kein Problem bei denen.

Lustigerweise beim XXXXXXlutz hams gleich abgewunken, alles selbst bereitgestellte muss elektrisch selbst angeklemmt werden.

Andererseits Schläuche, Röhrln etc würdens uns montieren ?!

lg Wolfgang
14.8.2019 19:44
Vielen Dank für eure Beiträge! 




Lustigerweise beim XXXXXXlutz hams gleich abgewunken, alles selbst bereitgestellte muss elektrisch selbst angeklemmt werden.

Ich denke, das soll ein zusätzlicher "Anreiz" sein, um Kunden doch dazu zu bringen, die hauseigenen Geräte zu kaufen ;).

Was meinen Installateur angeht, so hat er scheinbar gehofft, dass wir seinem tollen All-Inklusive-Angebot nicht widerstehen können und ist nun etwas beleidigt, weil wir dabei bleiben, dass unser Sohn die Installationen macht. Ehrlich gesagt, hab ich im Laufe der Jahre schon mitbekommen, wie da teilweise auf der Baustelle schlampig gearbeitet und anderes Material eingebaut wird. Da ist es mir schon lieber er macht das, weil er ja auch Herzblut hineinfließen lässt. Gewährleistung brauche ich ja nur für das Material und die Arbeiten, die tatsächlich der Installateur bereitgestellt bzw. gemacht hat.

Einen schönen Abend wünsche ich!

Karo


14.8.2019 22:58
Kann ich mir fast nicht vorstellen, der Insti verdient am meisten über die Ware. Was ich aber nicht verstehe, suche dir doch einen Haustechnikplaner und kauf die Ware über deinen Sohn. Wie dieses Forum so zeigt geht die Planung über den Insti oft eh schief und macht dann meist sowieso die Industrie oder der Großhandel.
15.8.2019 11:47


kage schrieb: Stimmt es, dass das wegen der Gewährleistung nicht geht?

JA das stimmt bei Betrieben, die keine "E***" haben. Bei den Installateursbetrieben sind extrem viele eher nur praktiker, die super sind flott Rohre selbst bei widrigsten Baustellenbedingungen zu legen usw.

Aber wenn es um Zusammenspiel von Heizzentrale, Zusatzmischer, Zusatz-Steuermodule, Fühler, Umschaltventile versteht sucht er sich beim jeweiligen Katalog des Wärmepumpen/Brenner-Herstellers zusammen, prüft die Rohrdimensionierung und Heizlastberechnung usw.

Die Realität ist etwas anderes: Die Zeiten wie vor 20 Jahren, wo man einen Haus- und Hoflieferanten für Gas und Ölbrenner hatten sind vorbei. Jeder Kunde will andere Haustechnik und auch evtl. von bestimmten Hersteller. Das Tiefen-KnowHow baut sich keiner mehr auf, man überlässt die Planung dem Hersteller. Der bekommt Heizlastberechnung und stellt zusammen welche Zusatzsteuerungen, Mischermotoren, Pumpen, hydraulische Weichen, Rohrdimensionierung notwendig sind. Zum Teil haben die eigene Planungssoftware usw.

Damit ist auch bei vielen Betrieben das Planungs-Know-How verloren gegangen, insbesondere weil man sich ja nicht nur um die Heizung, sondern auch um KWL, Kühlung usw. beschäftigen muss überlässt man das ganz den Herstellern.

Wenn jetzt mal wieder jemand kommt mit Eigenplanung hat man tortzdem die Gewerks-Verwantwortung für die Funktionalität und Gewährleistung. D.h. man müsste die Pläne prüfen, und hat da einfach höheres Risiko weil einem der planende Hersteller selbst auch nicht finanziell mal aushilft mit Risikoteilung bei Planungsfehlern.

So ist das jedenfalls meine Erfahrung mit den Installateuren, dass alles nur mehr mit Herstellerplänen geht, das fängt ja schon bei einer einfachen Gastherme an.

Aber lass dich trotzdem nicht entmutigen, evtl. findest einen alten Hasen oder einen jungen Motivierten, der sich auch mit Regel- und Steuertechnik und Rohrdimensionsberechnungen persönlich beschäftigt und deine Pläne ohne "hilfe, ich hab angst" selbst prüfen und einschätzen kann.



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