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Eichenbohlendicke

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Zusammenfassung anzeigen
  •  broesl
4.4. - 8.4.2026
18 Antworten | 8 Autoren 18
18
Hat jemand hier Erfahrung in welcher Staerke man Eichenbohlen fuer verschiedene Zwecke schneiden laesst? Wir haben 8 Staemme mit jeweils 4m Laenge (nicht alle ganz gerade) und ~40-50cm Staerke (ungesaeumt). Gesaeumt werden es eher 40cm Durchmesser sein.
Wir haetten folgende angedachte Verwendungszwecke und Staerken:
- Treppen fuer Wangenstiege: ~4cm
- Fussbodendielen: 2-2,5cm
Bezueglich Abhobeln haetten wir dann noch ueberall 5mm dazugetan. 
Gruesse,
broesl

  •  TobiK
  •   Silber-Award
4.4.2026  (#1)
Habe in der CoMaking-Tischlerei letztens ein ähnliches Thema gehabt. Im Prinzip Zielstärke + 1-2cm. Bei dir wird das Thema vermutlich eher die Trocknung sein. Hast du eine Trockenkammer bzw jemanden, wo du das machen lassen kannst? Ohne Trockenkammer wird das eher viel Glück brauchen, dass du die Bolen für Treppen/Boden einsetzen kannst, die Eiche schüsselt u.U. ziemlich stark beim Lufttrocknen und du brauchst ca. 1 Jahr/cm

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  •  MissT
  •   Gold-Award
4.4.2026  (#2)
Das ist leider nicht so einfach zu beantworten. Beim Trocknen verliert das Holz etwas in Breite und Höhe, vor allem verzieht es sich dabei aber immer - und diesen Verzug muss man durch Hobeln egalisieren. Wieviel Zugabe es braucht, hängt aber auch von der benötigten Länge ab: Je länger, desto stärker die mögliche Abweichung durch Verzug. Manchmal kommen beim Hobeln auch "Fehler" oder Schäden zum Vorschein, die man ggf. bei ausreichend Reserve noch weghobeln kann. Weiters lösen sich beim Hobeln oft noch Spannungen, die für Verzug sorgen und ebenfalls ausgehobelt werden müssen. Für 4cm Treppenstufen mit einer typischen Länge von 1-1,20m würde ich beim Aufsägen auf 7-8cm gehen. Nicht knausern - wenn Dir am Ende die benötigten Reserven fehlen, ist das sehr ärgerlich. Bei den Dielen ist ohne Angaben zur gewünschten Länge eine sinnvolle Empfehlung umöglich.

Überleg Dir das ggf. noch mal gut. Du musst die Bohlen richtig lagern (Lagerhölzer, Durchlüftung, Stirnseiten versiegeln), mehrere Jahre Trocknung abwarten, dann noch auf die 8-10% kammertrocknen lassen, bis es überhaupt ans Aushobeln geht. Bei Massivholz kannst Du davon ausgehen, dass ohne weiteres 40-50% des Materials wegfallen (Splint & Kern, Hobeln, Zuschnitt, Schleifen).

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  •  aefigg
4.4.2026  (#3)
5mm zusätzlich finde ich auch deutlich zu wenig!
Wir haben Pfosten mit 5cm schneiden lassen, nach dem Hobeln haben diese noch 4,3cm
Diese sind aber bei weitem nicht "perfekt", da wir sie nur im Außenbereich brauchen (Sandkiste, Spielturm, Gartenhütte,...) 

Ich glaube sogar dass du mehr "Verlust" einrechnen musst, habs mal überschlagen und käme bei 6cm Pfosten die fertig 4cm und rund 30 breit sind, eher auf 60%, im Sägewerk verlierst halt auch schon einiges.

Mit Lufttrocknung kenne ich mich nicht aus!
Uns reicht immer das Holz draußen richtig zu lagern und abzudecken, wir verwenden es aber nur für Dachstuhl und diverse Bauten im Garten.
Aber ja du musst einiges an Zeit rechnen!
Kommt auch darauf an wann das Holz geschlagen wurde, im Winter bei abnehmendem Mond ists am besten.

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  •  kernoel
  •   Gold-Award
5.4.2026  (#4)
Normalerweise werden Pfosten auf 5 cm geschnitten. 
Bei einer Länge von 1,2 Meter geht sich das in der Regel aus - außer, der Stamm schaut aus wie der Glöckner von Notre Dame. 
Pfosten mit einer Stärke von 7-8 cm kauft kein Tischler um daraus fertige 4 cm zu bekommen. 
Für Fußbodendielen braucht Ihr wirklich viel Holz, dafür sind aber mMn. 2-2,5 cm Stärke zu wenig. Was wollt Ihr wirklich daraus machen? Echt einen Fußboden?  

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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
5.4.2026  (#5)
Sehe ich auch so. 50mm (52mm sind glaub ich Standard) für die Treppe, das geht sich aus.
In worst Case musst die Treppenbreite der Länge nach schneiden und wieder verleimen nach dem hobeln. 100-120cm Länge ist normal nicht so wild.

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  •  aefigg
5.4.2026  (#6)

zitat..
MalcolmX schrieb: In worst Case musst die Treppenbreite der Länge nach schneiden und wieder verleimen nach dem hobeln

Wird halt dann echt schon aufwändig, auch zwecks Werkzeug.
Brauchst halt dann zusätzlich zur Dickenhobel noch eine Kreissäge und brauchst dann noch haufenweise Schraubzwingen.
Oder verleimst jeden Tag nur ein paar Stufen.


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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
6.4.2026  (#7)
Ich nehme an das Werkzeig ist vorhanden, weil wrr kommt sonst auf die Idee, sich das Zeug aus eigenen Bäumen schneiden zu lassen?

Zum abrichten braucht man sowieso einen Abrichthobel, weil sonst haat eine überall gleich dicke Banane wenn man das Zeug nur durch den Dickenhobel schiebt. Es sei denn man hat eine steife Aluplatte als Referenzfläche und distanziert das Brett für die Herstellung der Referenzfläche da drauf, aber das ist schon aufwändig für einen Anfänger.

Und ja, bei dem was ein Tischler für 2 Stockwerke Massivholzbelag verlangt, lohnt es sich schon ein bisschen Werkzeug anzuschaffen.

Rohrklemmen kosten übrigens einen Bettel und theoretisch reicht auch eine Tauchkreissäge mit Schiene. Oder zB die DeWalt TKS um rund 600€.

Das um und auf ist ein guter Abricht- und Dickenhobel, da muss man um die 2500-3000€ aufwärts rechnen wenn man damit 30cm breite Stufen hobeln will...

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  •  broesl
6.4.2026  (#8)
Vielen Dank fuer die vielen Rueckmeldungen!

Unsere Situation ist folgende: das Holz ist im Wald der Eltern geschlaegert worden und wir koennen es haben wenn wir wollen. Die Staemme liegen derzeit bei einem Bekannten der fuer sich eine Saege anschafft und Ende dieser Woche saegen will. Bis dahin sollten wir die Bohlenstaerken bekanntgeben. Wir finden die Idee Holz aus dem "eigenen" Wald zu verbauen ganz ansprechend, es ist aber kein Ziel das wir auf Biegen und Brechen verfolgen. Es wuerde sich nur gerade gut ergeben.

Wir haben Platz zum Trockenen lassen, aber derzeit kein Spezialwerkzeug wie Dicken- oder Abrichthobel. Abrichthobeltisch muss dann so lange sein wie die Dielen die man gerne haetter, richtig? Kreissaege und Schraubzwingen haben wir aber schon. Trockenkammer haben wir am Ende der Trocknungszeit angedacht, haben uns da aber noch nicht naeher informiert.

Die Faustregel mit 1 Jahr/cm habe ich auch schon gelesen. Da muessen wir noch schauen wie das in unseren Zeitplan (der noch nicht ganz feststeht) hineinpasst. Eventuell wuerden wir manche Raeume anfangs roh lassen und koennten fuer diese dann spaeter das Holz fuer den Boden verwenden.

Bezueglich Dielen: wir haben keine festen Vorgaben sondern haetten uns daran orientiert was schlussendlich mit den Bohlen moeglich ist. Es muss auch nicht das ganze Haus damit verlegt werden. So grob haette ich an 20-30cm Breite und 1,5-2m Laenge gedacht. Sind 25mm Staerke wirklich so wenig fuer Fussbodendielen?




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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
7.4.2026  (#9)
Dielen sind in Österreich relativ unüblich, weil sie natürlich stärker arbeiten.

Man kann das Holz auch für Möbel etc nutzen :)

Anbei ein Schreibtisch den ich aus Rohlingen gebaut habe...


_aktuell/20260407745084.jpg

Beim Abrichten ist schon so eine Grundregel dass das Bett mindestens so lange wie das Werkstück ist. Ich hab aber mit meinen kompakten Abrichthobel (130 oder 160 lang?) auch schon längere Stücke mit über 2m gehobelt. Irgendwann wirds halt unhandlich...

1
  •  Akani
7.4.2026  (#10)
Wäre auch eher dafür es für Möbel zu verwenden.
Tisch, Schreibtisch, Ablageplatten Bad, Regale, Gartenmöbel, evtl sogar schon mal das Rentnerbänkel 

1
  •  MissT
  •   Gold-Award
7.4.2026  (#11)
Ich würde von der Verwendung als Dielen Abstand nehmen. Die Anforderungen für die weitere Verarbeitung und Verlegung sind hier schon sehr speziell. Treppenstufen sind leichter umsetzbar.

Ansonsten würde ich Dir ebenfalls empfehlen wenn dann ggf. Möbel daraus zu bauen - wenn Dich Holzwerken grundsätzlich als Hobby interessiert und Du bereit bist die nötige Zeit sowie die finanziellen Mittel in die Maschinenausstattung zu investieren. Sparen wirst Du unterm Strich damit aber nicht. Eine mögliche Alternative wäre es, das Holz von einem Tischler zu Maßmöbel nach Euren Vorstellungen verarbeiten zu lassen.

1
  •  broesl
7.4.2026  (#12)

zitat..
MalcolmX schrieb: Anbei ein Schreibtisch den ich aus Rohlingen gebaut habe...

Schaut schoen aus,. :) Weisst du noch was fuer Staerken du fuer Tischplatte und Tischseitenwand verwendet hast? Geschaetzt sind die jetzt so 2cm und 5cm stark? Also wrsl 3cm und 6cm starke Bohlen?

zitat..
Akani schrieb: Wäre auch eher dafür es für Möbel zu verwenden.
Tisch, Schreibtisch, Ablageplatten Bad, Regale, Gartenmöbel, evtl sogar schon mal das Rentnerbänkel

zitat..
MissT schrieb: Ansonsten würde ich Dir ebenfalls empfehlen wenn dann ggf. Möbel daraus zu bauen - wenn Dich Holzwerken grundsätzlich als Hobby interessiert und Du bereit bist die nötige Zeit sowie die finanziellen Mittel in die Maschinenausstattung zu investieren. Sparen wirst Du unterm Strich damit aber nicht. Eine mögliche Alternative wäre es, das Holz von einem Tischler zu Maßmöbel nach Euren Vorstellungen verarbeiten zu lassen.

Gibt es hier gute Standardstaerken mit denen man sich die genau Verwendung noch moeglichst offen laesst?


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  •  broesl
7.4.2026  (#13)

zitat..
MissT schrieb: Ich würde von der Verwendung als Dielen Abstand nehmen. Die Anforderungen für die weitere Verarbeitung und Verlegung sind hier schon sehr speziell. Treppenstufen sind leichter umsetzbar.

Wir werden es uns nochmals durch den Kopf gehen lassen. Wie gesagt ist es kein Muss.


1
  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
7.4.2026  (#14)

zitat..
broesl schrieb:

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MalcolmX schrieb: Anbei ein Schreibtisch den ich aus Rohlingen gebaut habe...
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Schaut schoen aus,. :) Weisst du noch was fuer Staerken du fuer Tischplatte und Tischseitenwand verwendet hast? Geschaetzt sind die jetzt so 2cm und 5cm stark? Also wrsl 3cm und 6cm starke Bohlen?

──────..
Akani schrieb: Wäre auch eher dafür es für Möbel zu verwenden.
Tisch, Schreibtisch, Ablageplatten Bad, Regale, Gartenmöbel, evtl sogar schon mal das Rentnerbänkel

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MissT schrieb: Ansonsten würde ich Dir ebenfalls empfehlen wenn dann ggf. Möbel daraus zu bauen - wenn Dich Holzwerken grundsätzlich als Hobby interessiert und Du bereit bist die nötige Zeit sowie die finanziellen Mittel in die Maschinenausstattung zu investieren. Sparen wirst Du unterm Strich damit aber nicht. Eine mögliche Alternative wäre es, das Holz von einem Tischler zu Maßmöbel nach Euren Vorstellungen verarbeiten zu lassen.
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Gibt es hier gute Standardstaerken mit denen man sich die genau Verwendung noch moeglichst offen laesst?

Aus 52 wurden 46mm an der Seite, und aus 32mm wurden rund 27mm. Dass war aber keine einfache Aktion, diese Stärken herauszuholen. Das Holz war schon trocken und hat dann noch knapp 2 Jahre lang da oben vorab abgelängt und vorbereitet aklimatisiert bevor ich es abgerichtet habe. Für Möbel sind vielleicht 35-40mm eine gute Ausgangsstärke damit man dann un die 30mm herausholen kann... viel dünner macht mit Massivholz keinen Sinn aus meiner Sicht.


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  •  bautech
  •   Gold-Award
8.4.2026  (#15)
Wenn man Holz einschneidet sollte man den Wuchs berücksichtigen, bei richtigem Schnitt kann man das Verziehen auch von vornherein minimieren... und am wichtigsten bei Eiche: den Splint (helles Kernholz) möglichst raustrennen, der hat keine guten Eigenschaften für Tischleranwendungen!


_aktuell/20260408281866.jpg
(Quelle:  Befestigungstechnik.de - erstes Google-Ergebnis)
Zu den gewünschten Breiten: Massivholz würde ich unverleimt nie breiter als 12cm am Stück verarbeiten. Alles darüber hinaus muss bearbeitet werden, ansonsten kann man einen späteren Verzug nicht ausschließen
Insofern die Bretter / Pfosten rift oder halbrift geschnitten wurden sollte 1cm Übermaß in der Höhe reichen - also 5cm Schnittware sollte 4cm Hobelware ergeben...

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  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
8.4.2026  (#16)
Ich glaub man sollte sich vor allzustarren Regeln diesbezüglich verabschieden... 12cm ist schon eine gute Faustregel, aber wenn das Holz nach dem Trocknen schnurgerade ist, gibt es keinen Grund warum es sich dann in der Innennutzung plötzlich verziehen sollte. Gerade bei 4cm Treppenbohlen die noch am Untergrund verklebt werden, die kann man durchaus aus einem Stück fertigen aus meiner Sicht...

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  •  MissT
  •   Gold-Award
8.4.2026  (#17)

zitat..
broesl schrieb:
Gibt es hier gute Standardstaerken mit denen man sich die genau Verwendung noch moeglichst offen laesst?

Ja, ich würde auf 40-45mm aufsägen lassen. Das ist ein gutes Ausgangsmaß um daraus später kleinere Möbelstücke oder Leimholzplatten für Möbel herzustellen. 


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  •  kernoel
  •   Gold-Award
8.4.2026  (#18)

zitat..
bautech schrieb: Splint (helles Kernholz) möglichst raustrennen

Aufpassen, innen ist der dunkle Kern und außen der helle Splint. 
(wenn irgendwelche Viecherln umtriebig sind, sind die auch meist im weichen Splint beheimatet) 


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