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Deckenkühlung / Betonkernaktivierung

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10.1. - 21.1.2021
56 Beiträge | 21 Autoren 56
Hallo liebe Forumsgemeinde!

Meine Frau und ich beginnen Ende Feb/ Anfang März 2021 mit dem Bau unseres EFHs in der Nähe von St.Pölten.

Beim Einholen der Installateurangebote stoßen wir auf sehr viele verschiedene Meinungen bezüglich der Deckenkühlung / BKA, die ich in Kombination mit einer Solewärmepumpe eigentlich bisher als sehr ansprechende Lösung für eine Kühlmöglichkeit gesehen habe.

Zu unserem Bauvorhaben:

Wir bauen ca 170qm Wohnfläche auf 2 Geschoßen und einen Keller mit 80 qm.
Wir bauen mit 50er Ziegel, haben 3 fach verglaste Fenster geplant und überall Rolläden oder Raffstore geplant, welche über die SPS Licht/Sonnenstandsmässig geregelt werden sollen.

Manche Installateure fragen ganz verwundert warum wir eine Deckenkühlung wollen,
"... sowas braucht man mit einem 50er Ziegel-Bau und einer Stand-der-Technik-Beschattungslösung überhaupt nicht... ", "Kühlung über die Fußbodenheizung kostet nichts extra und hat denselben Effekt...." und ähnliche Aussagen.

Ich stelle mir den Effekt schon größer vor, da ja dann die "Kühle" sozusagen von oben herabfällt.... Mir ist völlig klar dass das in keiner Weise mit einer Klimaanlage vergleichbar ist, aber zumindest 2-3 °C weniger als ohne Kühlung sollten meiner Meinung nach drin sein.

Da die Installateure aber gewissermaßen hier "gegen" ihr Geschäft sprechen macht mich das ganze aber schon nachdenklich....

Wir hätten die Kühlung im EG und OG in der Betonelementdecke geplant und ich würde die Schläuche in Eigenleistung verlegen.

Weitere Daten zum Bauvorhhaben:
-RGK + KNV Topline 1155-6 in Planung
-KWL ist noch nicht final entschieden, derzeit eher pro KWL

Ich wollte fragen ob hier jemand eine Deckenkühlung hat und diese vielleicht schon einmal abgeschalten hatte und etwas zum Vergleich mit/ohne bei hohen Außentemperaturen sagen kann?
Wie steht ihr zu Deckenkühlung generell?

Danke für eure Antworten/Inputs!

LG
Lukas


 
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10.01.2021
Warum sprechen die dagegen ?

Bei Deckenkühlung ist der Installationsaufwand ist hoch, selbst bei kommerziellen Systemen. Und zweitens auch der Berechnungsaufwand. Vermutlich möchte man eher viele einfache Systeme anstatt wenige aber sehr komplexe.

Bei BKA ist nur der Berechnungsaufwand hoch, Installation ist easy. Aber hier gilt auch wieder dass es komplexer als 08/15 FBH ist.

Im Großen und Ganzen ist die Branche nicht sehr Innovationsfreudigkeit, die Auftragsbücher sind übervoll während man massive Nachwuchsprobleme hat. Bei vielen Betrieben muss man hoffen dass sie eine WP Montage überhaupt hinkriegen ohne dass es ineffizient wird.

natürlich gibts Ausnahmen und die muß man suchen. 
10.01.2021


ElWe2021 schrieb: Manche Installateure fragen ganz verwundert warum wir eine Deckenkühlung wollen,
"... sowas braucht man mit einem 50er Ziegel-Bau und einer Stand-der-Technik-Beschattungslösung überhaupt nicht... ", "Kühlung über die Fußbodenheizung kostet nichts extra und hat denselben Effekt...." und ähnliche Aussagen.

Ja sagen sie, aber sie irren.

Kühlen kann man auch über den Fußboden das ist klar und verursacht somit keine Mehrkosten. Allerdings iat ein kühler Fußboden für manche nict sehr angenehm und wenn die Kühlung von der Decke kommt ist es angenehmer und ich finde auch effektiver. (OP-Bereich hat zumeist Deckenkühlung)

Ein weiterer Vorteil der BKA ist dass diese auch zum Heizen verwendet werden kann, wodurch mehr Fläche zur Verfügung steht was niedrigere Vorlauftemperatur erlaubt, was schlußendlich die Effizienz der WP erhöht Da hilft die Beschattungslösung nicht

Auch im Sommer, bitte nicht mit einer Klimaanlage vergleichen, ist der Vorteil dass die Kühle von oben kommt und nicht von unten

Die Installateure neigen dazu eine BKA mit einer Deckenkühlung zu verwechseln 
10.01.2021
Wenn Deckenkühlung und BKA sollte die auch für Heizuwecke verwendet werden, denn es senkt die Vorlauftemperatur weiter. Sprich es muß in der Heizlastberechnung/Heizflächenauslegung berücksichtigt werden. @Berhan und @Pedaaa gehören mit zu den Profis hier, das musst Du dann selbst berechnen oder einen guten TGA Planer suchen.


10.01.2021
Ich muss zugeben, dass ich bisher auch der Ansicht war dass eine Deckenkühlung in einer Betonelementdecke verlegt, das gleiche wie eine Betonkernaktivierung der Decke ist?
10.01.2021


ElWe2021 schrieb: Ich muss zugeben, dass ich bisher auch der Ansicht war dass eine Deckenkühlung in einer Betonelementdecke verlegt, das gleiche wie eine Betonkernaktivierung der Decke ist?

Ist es eh, Pedaaa hat seine auf einer Elementedecke verlegt. Siehe dazu

https://www.energiesparhaus.at/forum-pedas-auslegung-der-heiz-und-kuehlflaechen/49105_3#476414

Pedaaa kann dir bezüglich der Elementedecke sicher ein paar Tips geben, ansich ist die relativ einfach zu verlegen, binde dazu vielleicht noch deine Baufirma mit ein. Auch die Dimensionierung ist keine große Sache, bei 3x80 m² würde ich drei Kreise mit 80 Meter oder zwei Kreise mit 120 Meter pro Geschoss machen (tendiere aber eher zu den 3x80), sind also 720 Meter 20x2. Und immer die BKA für die Heizung miteinplanen (also auch das Bad), senkt die Vorlauftemperatur und die Leistungsaufnahme der Umwälzpumpe.
11.01.2021
Würde dir auch zu eine BKA raten. Bei mir wurde sie in die Ortbetondecke vom KG, EG und OG gelegt. Berechnet wurde da jetzt glaub ich nicht so viel, da hat mein Installateur schon sehr gute Erfahrugswerte gehabt und da er einen sehr guten Ruf hat, auch hier im Forum habe ich ihm da schon vertraut. Bei mir wurde jedes Geschoss(ca. 105 m²) auf zwei Kreise aufgeteilt. Preis und Aufwand ist sehr gering.
Heize und Kühle damit, kann dir aber leider nicht sagen wie es ohne wäre weil sie seit dem ersten Tag mitläuft. Habe das letzte mal nur einen Tipp bekommen vom Installateur, dass es besser ist bevor die Kühlsaison anfängt die BKA für eine Zeit abzudrehen, damit die Decke mal auskühlen kann und man nicht die aufgewärmte Decke kühlen muss.

Mir fällt nur ein Nachteil ein und das wäre dass ich immer mit einen sehr unguten Gefühl Löcher in die Decke mache.
11.01.2021
Danke vielmals für eure Antworten!

Ich bin auch der Meinung dass der Aufwand und die Kosten beim Einlegen in die Betondecke relativ gering sind.
Bei ca 170qm habe ich derzeit Materialangebote um die 1200-1500€, Verlegung werde ich selbst machen nach Verlegeplan vom Installateur.

Habt ihr die BKA immer beim Heizen zugeschalten?
Habt ihr beim Kühlen den Fußboden und die Decke aktiv oder nur die Decke?

Sind Taupunktfühler notwendig oder kann dass das PC Modul der KNV so steuern, dass dieser nicht erreicht wird?
11.01.2021
BKA immer aktiv. Mehr Fläche = mehr Behaglichkeit und mehr Puffermasse.
Wenn du genug Fläche hast wirst du nie nahe an die Taupunktsgrenze kommen da es dir vorher zu kalt ist ;).
11.01.2021


ElWe2021 schrieb: Bei ca 170qm habe ich derzeit Materialangebote um die 1200-1500€, Verlegung werde ich selbst machen nach Verlegeplan vom Installateur.

Das geht günstiger, überlege dir einfach einen sinnvollen Platz für die HKV, dann kaufe dir die HKV und ca. 800 Meter 20x2 und du brauchst deinen Inst nicht mit der BKA belästigen, die wird bauseits bereitgestellt und dein Inst braucht nur die Anbindung zu den HKV machen. Wenn ich dein Einganspost so lese, haben die eh keine Ahnung von der BKA, besser ist es mit der Baufirma die Verlegung abzustimmen. Und warum nur 170 m² Fläche und nicht der Keller? 

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11.01.2021


ElWe2021 schrieb: Habt ihr die BKA immer beim Heizen zugeschalten?
Habt ihr beim Kühlen den Fußboden und die Decke aktiv oder nur die Decke?

beim Heizen immer BKA und FBH.
Beim Kühlen hatt ichs den Sommer auch so, aber da gabs ein paar (wenige aber doch) Beschwerden, wegen zu kaltem Boden. Nächsten Sommer werd ich die FBH beim Kühlen teilweise zudrehen.

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11.01.2021


ElWe2021 schrieb: Habt ihr die BKA immer beim Heizen zugeschalten?
Habt ihr beim Kühlen den Fußboden und die Decke aktiv oder nur die Decke?

Bis jetzt beim heizen BKA und FBH. Ist aber erst unsere zweite Heizsaison im Haus.
Im Sommer ist auch beides gelaufen, haben aber sehr viel Parkett, bis jetzt gab es keine beschwerden, aber hatten erst einen Sommer im Haus. Im Keller habe ich aber die FBH zugedreht.
Mal schauen wie ich es heuer mache, vielleicht drehe ich die Sanitärräume ab.
11.01.2021


berhan schrieb:
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Und warum nur 170 m² Fläche und nicht der Keller?

Keller ist nicht als Wohnkeller gedacht/geplant. Wir legen zwar eine Fußbodenheizung rein, aber da hab ich mir gedacht die nur schwach oder sporadisch im Winter mitzuheizen.
An eine BKA hab ich da eigentlich noch gar nicht gedacht...🤔
11.01.2021
Dann mach doch eine BKA für den Keller statt der FBH, die ist doch um ein vielfaches günstiger und um einiges schneller zu verlegen. 
11.01.2021


berhan schrieb:
__________________
Im Beitrag zitiert von ElWe2021: Bei ca 170qm habe ich derzeit Materialangebote um die 1200-1500€, Verlegung werde ich selbst machen nach Verlegeplan vom Installateur.

Das geht günstiger, überlege dir einfach einen sinnvollen Platz für die HKV, dann kaufe dir die HKV und ca. 800 Meter 20x2 und du brauchst deinen Inst nicht mit der BKA belästigen, die wird bauseits bereitgestellt und dein Inst braucht nur die Anbindung zu den HKV machen.

Und die Verlegedichte / Kühlkreisaufteilung selbst planen meinst du?
11.01.2021
Passt zwar nicht zum Thema, aber verlegst du den RGK selbst? Ich bin ebenfalls am Planen unseres EFH in St. Pölten Süd, mit BKA, KWL und RGK. Baubeginn Anfang 2022
11.01.2021


Fino schrieb: Passt zwar nicht zum Thema, aber verlegst du den RGK selbst? Ich bin ebenfalls am Planen unseres EFH in St. Pölten Süd, mit BKA, KWL und RGK. Baubeginn Anfang 2022

Ja wäre so geplant wahrscheinlich gemeinsam mit dem Installateur.

Wie in einem anderen Thread beschrieben wird wahrscheinlich der RGK gemeinsam mit einer Stützmauer die ersten Schritte unseres Bauvorhabens sein.:
https://www.energiesparhaus.at/forum-rgk-stuetzmauer/60367

Falls du Interesse hast kann ich dich gern am Laufenden halten wenn es dann soweit ist oder Bescheid geben wann wir das machen. Schätze (je nach Wetter) Ende Februar
11.01.2021
Ich darf mich hier kurz anschließen. wir werden ca 130m² wohnkeller (jeweils 50% unter der Erde/freistehend), 110m² EG und 50m² OG haben. Im UG schlafen die Eltern - im EG sind die Haupt-Aufenthaltsräume und im OG die Kids.

wir würdet ihr hier die Verteilung BKA/FBH sinnvoll vorschlagen?
alles in alle 3 Stockwerke, oder doch irgendwo was weglassen?
11.01.2021
überal BKA reinlegen, wenns in der thermischen hülle liegt und die heizkreise der räume entsprechend anpassen.
selber besorgen und verlegen wie berhan schrieb.
BKA IMMER auch zum heizen einplanen.
ich, mit altbau bin immer neidisch, weil nur balkendecken... meine deckenheizung war viel teurer und sehr viel aufwändiger.
in ein paar jahren wird BKA stand der technik sein!
lasst euch nicht verunsichern.
11.01.2021


ElWe2021 schrieb:
__________________

Falls du Interesse hast kann ich dich gern am Laufenden halten wenn es dann soweit ist oder Bescheid geben wann wir das machen. Schätze (je nach Wetter) Ende Februar 

Ich verfolge das einmal weiter, wir können ja im Kontakt bleiben. Danke 
11.01.2021


ElWe2021 schrieb: Und die Verlegedichte / Kühlkreisaufteilung selbst planen meinst du?

Ja, Grundriss hier reinstellen. So schwierig ist das jetzt nicht.
15.01.2021
ok, werd ich mir anschauen.

Eine Frage noch: Wie schauts aus wenn man weiß dass man zb 2 Räume abhängt? also eine Trockenbaudecke? Macht da eine Deckenkühlung in der Betondecke wenig Sinn oder?
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