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Angebote verhandeln

7 Beiträge | letzte Antwort 12.7.2018 | erstellt 11.7.2018
Hallo,

wir starten in den nächsten Wochen mit den Verhandlungen der einzelnen Gewerke.
Ist jemand dabei, der in den letzten Wochen Angebote verhandelt hat?

Ich bin mir bei der aktuellen wirtschaftlichen relativ unsicher was bei den einzelnen Gewerken an Rabatten möglich ist. Aktuell habe ich den Eindruck, dass einem vermittelt wird "man solle doch froh sein, dass es einem die Firma überhaupt macht bei vollen Auftragsbüchern und zu wenig Personal".

Wie habt ihr verhandelt - hattet ihr eine besondere Strategie? 
- höheres Skonto
- Gesamtrabatt
- einzelne Positionen verhandelt
- ?

Ich will mich vorher schon darauf vorbereiten, nicht dass ich erst zum Schluss gut verhandeln kann ;)
11.7.2018 15:30
Wir sind gerade mitten in der Verhandlungsphase oder besser gesagt, es ist langsam ein Ende in Sicht. Uns hat ein Bekannter aus der Baubranche den Tipp gegeben, dass 5% vom Preis immer gehen sollten, wenn man gut verhandelt 7-8%.
Die Ausnahme sind 10%, da sollte man aber fast schon hellhörig werden, weil oft wurde da dann von Anfang an mehr berechnet (ein Küchenangebot war z.B plötzlich über Nacht um 10.000 Euro günstiger...;)
Wichtig war uns, dass wir immer alle Angebote vorliegen hatte (waren so 3-5 pro Gewerk) und dann ging’s ans vergleichen...selbes Gerät, gleiche Menge, gleiche Qualität...wenn etwas nicht ersichtlich war so gut wie möglich nachfragen.
Am Schluss haben wir dann immer einen persönlichen Termin vereinbart und sind alles Punkt für Punkt durchgegangen...da haben wir dann einzelne Positionen hinterfragt, vor allem wenn derjenige teurer war als die Mitbieter.
Am Ende meinten wir, ob er nicht noch einmal drüber rechnen kann und was noch möglich sei...3% Skonto haben wir überall bekommen, mehr aber nicht. In Summe haben wir meistens jemanden aus der mittleren Preisklasse genommen, nicht den teuersten, nicht den günstigsten  und immer einen, bei den die ‚Chemie‘ zwischen uns gestimmt hat...
12.7.2018 7:56
Wir hatten z.B. 4 Rohabauangebote. Von diesen haben wir alle Positionen ins Excel geschrieben (längste Excel Liste ever ) und dann die Einzelpreise angeschaut bzw. verglichen wer ist wo am günstigsten/teuersten. Aber nicht nur die Materialpreise, auch die Arbeitsstunden, Pauschalen auf Werkzeug, Bauhütte, WC, usw...wurden von uns berücksichtigt.

Dann bei den Firmen Skonto und Nachlass erfragt, anhand dessen die Summen neu brechnet und dann zeichnete sich ein Bild ab. In unserem Fall: Bei fairem Vergleich mit exakt gleichen Mengenansätzen hätten Firma A und B jeweils über 9% Skonto (zusätzlich zu 3%) geben müssen um mit Firma C mitzuhalten. Firma D schied gleich zu beginn aus.

und so haben wir das weiter bei Elektro, Heizung-Sanitär, Fenster, Dachstuhl und Dacheindeckung gemacht. Ganz wichtig ist sich mehrere Angebote holen und nicht nur auf die Gesamtsumme schaun. Es ist zwar viel Arbeit und Zeit aber es lohnt sich!

Viel Spaß dabei!
12.7.2018 8:23
Wenn eine Firma viel Nachlass gegeben hätte, wäre sie mir unseriös erschienen. Firmen von denen wir etwas Derartiges im Vorhinein gehört haben, sind für uns gleich ausgeschieden (ein Bsp.: Bekannte: "von der Firma *S* haben wir einen Kostenvoranschlag für's Dach bekommen, dann haben wir gefragt, was genau da 10.000,- mehr kostet als bei Firma "K" und dann kam keine Erklärung sondern ein um 11.000,- günstigeres Angebot" [aufgeschlüsselt war in dem allerdings genau so wenig wie im Angebot davor]). Eine gute Firma hat meiner Meinung nach ihre Preise auf Grund einer guten Kostenkalkulation festgelegt und hat es nicht nötig auf Fang mit Sonderpreisen zu gehen. Genauso sollte man auf die verwendenten Materialien im Kostenvoranschlag achten und ob diese auch genau aufgeschlüsselt sind und ob man mit dem Gegenüber gut auskommt und ihm Vertrauen entgegenbringt.

Wir haben bereits vor dem Angebote einholen sehr stark aussortiert und uns nur von Firmen Angebote machen lassen, von denen wir bereits Positives aus dem Verwandten-, Bekannten- und Freundeskreis gesehen/gehört hatten. Außerdem wollten wir Firmen, die in der Nähe sind. Das waren oft nur 2 Firmen (Installateur) außer was das Dach betrifft, da hatten wir 5 Angebote bezüglich Dachstuhl, Spengler- und Dachdeckerarbeiten. Skonto ist bis auf Einzelfälle (Parkettboden, Onlinematerialeinkäufe) immer möglich gewesen.


12.7.2018 8:39
Ich finde die Preisgestaltung nur leider sehr schwer vergleichbar.
Bei einigen Gewerken weisen die Firmen Material & Arbeit in einer Position aus (z.B. FBH x Euro je m2), andere wiederum nicht. 
Dann kommt noch dazu, dass grundsätzlich die meisten Firmen nicht die gleichen Hersteller verwenden,... irgendwie vergleicht man dann doch Äpfel mit Birnen wenn ich zwei unterschiedliche Wärmepumpen etc. vergleichen muss. Da kann man ja schlussendlich trotzdem nur auf die Endsumme schauen?
Das ich Innentüren, Fenster, Boden vergleichen kann ist mir klar und kein Thema.

3-5 Angebote holen wir uns pro Gewerk sowieso ein, lediglich beim Rohbau sind wir gebrandmarkt ;)
12.7.2018 8:53


austriansales schrieb: irgendwie vergleicht man dann doch Äpfel mit Birnen


Wichtig ist einfach das im Angebot alles enthalten ist und umfassend angeboten wurde. Wir haben für Heizung/Sanitär bei unserem Inst. (Firma A) eine relativ günstige Montagepauschale verhandeln können. Firma B war, auf die Endsumme gesehen, fast gleich teuer wie A hat aber bei der Arbeitszeit lediglich den Stundensatz x20h angeben. Im Gespräch kam dann raus dass man damit nicht auskommt und noch viele Fachabeiterstunden dazu kommen. C War am teuersten hatte aber zB schon Regenwassertank, Staubsaugeranlage usw. dabei, daher gerechtfertigt teurer. Habt ihr ev. jemanden der euch da helfen könnte? Befreundeter Baumeister zB?
12.7.2018 9:10
Naja, ich versuche schon die Angebote so gut es geht auf einen gleichen Nenner zu bringen.
Z.B. gleiche Größe der Hygienespeicher, aber halt unterschiedliche Hersteller. Gleiches gilt bspw. bei Größe der Wandheizung etc. 
Anbieten lassen wir hauptsächlich auch regionale Betriebe.

Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass die meisten Angebote recht umfangreich und sauber ausgearbeitet sind.

Habt ihr, wenn ihr nur die Endsumme verhandelt habt, zuerst versucht mehr Prozent z.B. 6 % Gesamtrabatt auszuhandeln und euch dann auf weniger geeinigt z.B. 5 % oder waren Prozentsätze in dieser Größenordnung nicht drinnen? (Abgesehen vom Skonto, da gehe ich überall von 2-3 % aus)
Welche %-Rabatte konntet ihr bei den einzelnen Gewerken rausschlagen?
12.7.2018 9:23
Wir haben einfach gefragt was an Skonto und Nachlass möglich ist. Anfangs gab jeder 3% her. Wir sagten wir melden uns. Nach einer Weile meldete sich aber die Firma bei uns wie es denn aussieht. Wir sagten dass noch was gehen muss um ins Geschäft zu kommen. Plötzlich waren es bei Rohbau-Firma A 3% Skonto +2% Nachlass, Firma B umgekehrt 2%+3%, Firma C "nur" 4% aber in Summe der günstigste.



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