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Einschätzung für das erste Angebot unseres Einfamilienhauses teilen

24.6. -26.6.2026    9 Antworten    7 Autoren 9 2026-06-26T09:49:15+02:00
Zusammenfassung
  •  DrHausbau
24.06.2026
9
Hallo allesamt!
Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass ich kompletter Laie bin im Hausbau-Bereich. Wir haben nun von einer Baufirma, die uns Bekannte empfohlen haben (die haben vor einigen Monaten ihr Haus zusammen mit der Firma fertigstellt) einen passenden Grundriss und dazu auch ein Angebot erstellen lassen.
Dadurch, dass ich wir leider noch nicht so belesen sind und die Erfahrung auch nicht mitbringen, hoffen wir, dass sich vielleicht hier ein paar nette, erfahrenere Menschen finden die uns ein wenig von ihrer Expertise mitgeben können, bevor wir evtl. einen großen Fehler begehen.
Da wir schon lange ein großes Grundstück besitzen möchte wir jetzt bald auch ein Haus darauf bauen. Grob gesagt, wollen wir gerne ein 200m2 Einfamilienhaus bauen.  
Unsere Planung hat ungefähr Anfang März begonnen. Damals wurde uns eine Preispanne von 2100 – 2300€/m2 für ein schlüsselfertiges Haus. Vorweg, wir gingen von einem Brutto-Preis aus (weil Laie). Da der Preis auch attraktiv war begannen wir mit denen zu planen.
Nun haben wir ein Angebot bekommen für dieses Haus. Die Preisspanne wurde dabei nicht eingehalten und die Preise der Einzelpositionen wirken im Ganzen auch etwas dubios, so wie der Gesamtpreis des kompletten Hauses. Besonders der Preis für die Fenster+Eingangstür wirken als wäre da eine Zahl gewürfelt worden, da uns auf Nachfrage auch kein Angebot der Firma Internorm (die Marke unserer Fenster) vorlegt wurde. Demnach wissen wir weder genau welcher Produktreihe von Internorm wir bekommen sollen und ob der Preis denn wirklich dem Preis von Internorm entspricht. Uns wurde lediglich gesagt, dass wir 1:1 den Preis bekommen, den die Fenster-Firma verlangt.
Ansonsten fragen wir uns auch, ob die anderen einzelnen Preise denn auch okay sind oder wir bei diesem Angebot komplett verarscht werden.
Wie gesagt, als kompletter Laie ist das sehr schwer einzuschätzen.
Es sind außerdem optionale Positionen angeführt, die hauptsächlich den Außenbereich des Hauses betreffen. Diese Optionen könnt ihr außer Acht lassen, da es uns besonders um die Preise geht, die das Haus betreffen.
Würden uns als Familie irrsinnig freuen, wenn sich einige hier finden, die dazu etwas sagen können und möchten.
 
Danke!

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  •  christoph1703
24.6.2026  (#1)
Schaut sehr gewürfelt aus, ja. Teilweise das Dreifache von normalen Preisen, teilweise wieder verdächtig günstig. Ohne einen Finger zu rühren, kannst du ungefähr von 4k€/m² ausgehen, wenn billig nicht das einzige Kriterium sein soll.

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
25.6.2026  (#2)
Wirkt etwas zu sehr über den Daumen gepeilt. Du wirst wohl nicht drumherumkommen, weitere Angebote einzuholen.

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  •  Squawvally
  •   Gold-Award
25.6.2026  (#3)
Das Angebot ist gut aufgeschlüsselt, allerdings ohne Details.
Hier wird mit Markenprodukten indirekt geworben; ist per se nichts ungewöhnliches, aber dann will ich auch wissen, welche Markenprodukte im Detail verbaut werden sollten.

Du kaufst ja auch keine Automarke, sonder ein Modell aus dem Sortiment.

Es gibt aber Sparpotential für Euch. Überlegt Euch die Nutzung vom Haus gründlich und stellt Bereiche der geplanten Ausführung für Euch in Frage.
z.B.  Benötige ich im OG wirklich bodentiefe Elemente mit absturzsichernder Verglasung oder wäre ein Parapeth auch möglich?
 
Da ihr keinen Keller habt; Wo kommt die Haustechnik hin?

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  •  Hausbau24
  •   Silber-Award
25.6.2026  (#4)
In meinen Augen sind Vorarbeiten inkl. Bodenplatte, Fenster & Elektriker (ohne Smart-Home & Lampen) kriminell teuer, andere Position dafür wie meine Vorgänger bereits meinten eher günstig. 

Bei den Preisen / qm² wäre ich sehr vorsichtig, hier werden sehr oft Äpfel mit Himbeeren verglichen. 
Das fängt bei der Ausstattung an: Keller (?), PV-Anlage, Stromspeicher, Smart-Home, KWL, Klimageräte (od. Deckenkühlung), Kamin(e) - exklusive Keller sprechen wir bei diesen Add-Ons von rund 300-500€ / qm², mit Keller 800-1000€. Erst wenn man sich auf einen Baustandard geeignigt hat würde ich mit Kosten / qm² starten. 
Da diese Angaben leider im Angebot fehlen, kann auch nicht wirklich beurteilt werden, ob kostengünstig oder nicht. 

An eurer Stelle würde ich mal unabhängig der Kosten nachdenken, was Must-Haves sind. Die o. a. Punkte sind schwer nachzurüsten und kosten später gut und gerne 100% mehr als jetzt. 
Beispiel: Für mich würde ein Neubau 2026 ohne Kühlsystem keinen Sinn ergeben. Eine PV mit Förderung rentiert sich zeitweise selber, also dort die gleiche Annahme. 

Macht euch daher wirklich mal Gedanken wie euer Haus in Zukunft aussehen soll, auch welche externen Einflussfaktoren es gibt (Wetter, Unwetter etc.). Wenn ihr das dann habt geht ihr zu 2-3 Anbieter und lasst es euch gut aufschlüsseln. 

PS: Ein Anbieter der sagt er gibt euch das Internorm 1:1 weiter und verdient dabei nichts lügt ;)

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  •  querty
  •   Gold-Award
25.6.2026  (#5)
Das Fenster Angebot hat bei uns damals alleine 20 Seiten gehabt, nur mal zum Vergleich und dass ihr nicht mas wisst, welche Fenster ihr bekommt geht m.M.n. garnicht, selbiges auch bei den anderen Positionen z.B. welcher Innenputz? Welche Eingangstür? Einerseits ist das Angbot detailliert mit allen Positionen, die einzelnen Positionen würden mich genauer interessieren.

zitat..
DrHausbau schrieb: Preispanne von 2100 – 2300€/m2

Wennst das mit 2 multiplizierst passt es besser.

Den Plan selbst finde ich auch ausbaufähig z.B. würde ich mal überall 90er Türen mehmen, Tür im WC sollte nach außen aufgehen, falls es keinen Keller gibt, wo ist euer Lagerraum und wo der Technikraum?
Ich würde auch andere Dinge wichtier sehen und jetzt machen wie z.B. eine KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung]. Leerverrohrung für Klimaanlage und PV.  "Stellplatz pflastern" kann man später machen.
 


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  •  HAR80
  •   Bronze-Award
25.6.2026  (#6)
Unter 3.000€ ist immer noch möglich, mit geschicktem nicht aufwändigen Plan der Kostentreiber vermeidet und viel Eigenleistung. Aber 2100-2300 als GU Bau ... sehr unwahrscheinlich. Von letztem Jahr auf heuer im Schnitt 3,3% Preissteigerung bei der Arbeit, 8,5% bei den Materialkosten. Und die Jahre davor waren nicht unbedingt besser.

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  •  Hausbau24
  •   Silber-Award
25.6.2026  (#7)

zitat..
HAR80 schrieb:

Unter 3.000€ ist immer noch möglich, mit geschicktem nicht aufwändigen Plan der Kostentreiber vermeidet und viel Eigenleistung. Aber 2100-2300 als GU Bau ... sehr unwahrscheinlich. Von letztem Jahr auf heuer im Schnitt 3,3% Preissteigerung bei der Arbeit, 8,5% bei den Materialkosten. Und die Jahre davor waren nicht unbedingt besser.

Wir haben inkl. der von mir o. a. hochwertiger Ausstattung im Jahr 2024/25 in maximaler Eigenleistung (inkl. "Freundlicher" Helfer) und Selbstorganisation gebaut und sind auf knapp unter 2.000€ inkl. Einrichtung gekommen. 

Möglich ist alles, aber ich denke auch, dass schlüsselfertig maximal ein niedriges Niveau an Hausqualität für 3.000€ / qm² aktuell realisierbar ist. 


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  •  Sparfratz
  •   Silber-Award
26.6.2026  (#8)
Das Problem bei diesen "schlüsselfertig" Angeboten ist halt immer dasselbe. Man zahlt, dass man sich nicht damit beschäftigt hat und eigentlich noch gar nicht wirklich weiss was man überhaupt will. 
Dazu kommt dann noch, dass es auf jeden Fall nochmal deutlich teurer werden wird, wenn es dann da und dort konkret wird. 

600k für alles in der Basisausführung ist halt auch ne Ansage.

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  •  Squawvally
  •   Gold-Award
26.6.2026  (#9)
Es gibt ja das Sprichwort, dass man 3 x baut bis es passt.

Ein Haus zu bauen ist eine Entscheidung, bei der man sich langfristig bindet. Da kann man nicht so einfach eine Fehlentscheidung korrigieren. Da betrifft vor allen kostenintensive und nicht so einfach tauschbare Bereiche wie Wasser/Sanitär, Heizung, Fenster, Türen, Sonnenschutz oder auch das Dach.

Es macht also durchaus Sinn, gut zu planen und die eigenen Bedürfnisse zu ermitteln. Ich  es fast täglich erlebt, dass wenn man die zukünftigen Bauherrinen und Bauherrn fragt, was sie sich vom Produkt erwarten und wie sie es nutzen wollen, sie hier meist Überfordert waren.  
Wenn dann alles fertig ist und es nicht passt, waren dann die anderen Gewerke Schuld, weil es hat ja keiner was gesagt. 

Bei einem so großen Investitionsvolumen würde ich mir die Nutzung für die nächsten 30 Jahre immer gut überlegen.
So sollte immer bedacht werden wieviel Wohn- und Abstellfläche man wirklich benötigt.

Es ergibt sich meist nach dem Auszug der Kinder die Situation, dass dann zuviel Qudratmeter für 2 Personen vorhanden sind. 
  • Wie geht man dann mit dieser Situation um?
Zieht man dann in eine kleinerer Wohnung oder ein kleineres Haus wenn man die Arbeit nicht mehr bewältigen kann?

Auch darf die Wartung und Instandhaltung nicht außeracht gelassen werden. Viel Quadratmer bedeutet auch mehr Instandhaltungskosten. Beim Haus muss man das selbst zahlen, in einer Wohnung zahlen alle anteilsmäßig. Und Förderungen werden in Zukunft nicht zunehmen.

  •  Wie geht man mit der Barrefreiheit um?

  • Wann möchte man mit der Finanzierung fertig sein und hat man dann Reserven um die Instandsetzung finanzieren zu können?
 
Das mögen jetzt vielleicht für die jüngeren Bauwerber komische Fragen sein, aber die Ältern verstehen die Fragen durchaus.

Für eine sinnvolle Hausplanung sollte man sich ein gutes Jahr Zeit lassen. Dann hat man auch sehr viel Freude mit dem Haus.

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