Hallo zusammen,
heute habe ich mich doch tatsächlich hier im Forum angemeldet. Nur zu oft habe ich diese Seite als Gast besucht und viele Stunden gelesen und Wissen mitgenommen. Jetzt dachte ich mir, nachdem ich bereits im HTD-Forum meinen vor 11 Jahren verlegten Kollektor vorgestellt habe, dies auch hier zu machen. Der
RGK RGK [Ringgrabenkollektor] dürfte ich Österreich weit mehr verbreiteter sein als in Deutschland und deshalb denke ich sind paar echte Daten und Fakten aus 10 Jahren Betrieb doch ganz interessant :)
Daten des Systems:
Wärmepumpe: Waterkotte EcoTouch Ai1 Geo 5008.5 (7,9 kW On/Off)
Kollektor: 3x 300m 32x3,0mm
FBH: komplett ohne
ERR ERR [Einzelraumregelung]! hydraulisch abgeglichen auf
RT RT [Raumtemperatur] 21,5°C bis 22°C
Solekonzentration: 20% Monoethylenglykol (auch in der
FBH FBH [Fußbodenheizung], da mit Kühlfunktion)
NAT: -14,8°C (Nordbayern)
Höhe über NN: 555m
TrenchPlanner:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=u7BR598lqxzGYmBMSqwz Graben und Boden: Ich weiß natürlich, dass mein Graben aus heutiger (und auch damaliger) Sicht nicht optimal ausgelegt ist. Eine Grabenbreite von 3 Metern ist sicherlich kein Standard, und für das viele Rohr hätte der Graben definitiv länger sein dürfen.
Zudem ist unsere Bodenbeschaffenheit gelinde gesagt grottig: sehr steiniger Lehm, und im letzten Abschnitt war es praktisch nur noch blankes Gestein. Lasst euch von den Verlegebildern bezüglich der Tiefe nicht täuschen, da das Gelände nachträglich noch um ca. 1,1 m aufgefüllt worden ist, sodass das Rohr heute in einer guten Tiefe liegt. Durch den schlechten, steinigen Boden sind die Soletemperaturen jedoch entsprechend niedrig.
Wahrscheinlich den nicht optimalen Bodenbedingungen geschuldet geht ab etwa Mitte Januar die Sole-Eingangstemperatur in den Minusbereich.
Die passive Kühlung funktioniert mit dem tiefliegenden Kollektor natürlich hervorragend. Aktuell liegt die Sole-Temperatur bei 12,5°C. Zu Beginn der Heizperiode liegt die Bodentemperatur immer bei etwa 14°C.
Spreizungen/Takte: Hier habe ich viel probiert, um das Optimum aus der On/Off-Maschine herauszuholen:
Zu Beginn der Heizperiode starte ich mit 3,5K Spreizung (max. Pumpenleistung auf 90% limitiert). Sobald die Sole-Ein-Temperatur unter 0°C fällt, stelle ich die Spreizung auf 3,0K.
Die
FBH FBH [Fußbodenheizung] läuft mit ordentlichem Durchfluss (ohne
ERR ERR [Einzelraumregelung]) auf einem DeltaT von 4,5K.
Die Heiztaktlänge ist so eingestellt, dass ein Takt im Schnitt ca. 45-60 Minuten dauert (max. 70 Min.).
Beim Warmwasser sind wir eher sparsam. Uns reicht zumeist eine Erwärmung am Tag, die fest auf 11 Uhr gelegt ist, um den PV-Strom optimal zu nutzen.
Die Langzeitdaten: 10 Jahre in der Übersicht Ich habe die Daten seit 2016 akribisch dokumentiert. Die AZ Heiz & AZ
WW WW [Warmwasser] sind die Netto-Arbeitszahlen, direkt an der Waterkotte abgelesen. Die Brutto-AZ beinhaltet den gesamten Strom (inkl. Standby & Pumpenstrom für den Kühlbetrieb im Sommer), die Netto-AZ bezieht sich auf den reinen Verdichterstrom laut WMZ.
(Hinweis zum Jahr 2019/20: Hier war der WMZ defekt, daher sind die thermischen Zählwerte in diesem Jahr unvollständig)
Über die
JAZ JAZ [Jahresarbeitszahl] kann ich mich angesichts der Bodenverhältnisse und der On/Off-Wärmepumpe wahrlich nicht beschweren. Besser geht natürlich immer, aber das System läuft robust und effizient mMn.
Auszug aus einer Kälteperiode (Januar 2026) um zu zeigen, wie sich die Anlage an echten Wintertagen verhält (hierbei wurde auch die bisher längste tägliche Laufzeit fürs Heizen erreicht - 12h 33m):
Hier ein Tageschart der Soletemperaturen vom 24.01.2026:
Ich freue mich auf euer Feedback und eure Meinungen :)
Viele Grüße
Johannes