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Hypokaustenheizung mit Wärmepumpe

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  •  ABERG
21.4.2025 - 23.4.2026
23 Antworten | 7 Autoren 23
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Bin stiller Mitleser seit einiger Zeit und habe mich jetzt registriert, weil ich unser Projekt gerne mit euch diskutieren möchte.
Unser Haus ist Baujahr 1994 (Marchfeld) und wir haben eine Gasheizung mit Heizkörpern in den meisten Räumen (Beheizte Wohnfläche ca. 140m2). In zwei Räumen (Wohnzimmer mit 26m2 und "Galeriezimmer" 24m2, aber 4m Raumhöhe) haben wir eine "Warmwandheizung" nach dem Hypokaustensystem. Dabei handelt es sich um Doppelkammerhohlziegel, wo in der vorderen Kammer ein Heizregister am Boden montiert ist. In dieser voederen Kammer steigt die warme Luft auf, oben befindet sich ein Umlenkstein und in der hinteren Kammer fällt die Luft wieder zum Heizregister am Boden. Diese sehr angenehme Art des Heizens (Flächenheizung) hat uns 30 Jahre lang brav gedient. Nachteil war, dass wir mit sehr hoher Vorlauftemperatur (lt. damaligen Installateur mit bis zu 90°C) arbeiten mussten.

Nachdem der Gas-Heizkessel nach 30 Jahren immer mehr Probleme macht und wir schon länger mit einer Wärmepumpe liebäugeln, haben wir den Entschluss gefasst auf eine WP WP [Wärmepumpe] umzusteigen. Ein Abbau dieser Hypokaustenziegel kam aber nicht in Frage, da extrem aufwändig (>50m3 Schutt, Einbau einer Niedertemperatur-Wandheizung usw. usw.). Daher haben wir über den gesamten Winter 24/25 die Vorlauftemperatur auf 55°C eingestellt und siehe da: es funktioniert! Der Gasverbrauch ist genau so hoch wie in den letzten Jahren. Ich habe eine swehr gute (semiprof.) Wetterstation und die Korrelation zwischen Monatsmitteltemperaturen und monatlichem Gasverbrauch ist identisch, egal, ob 90°C oder 55°C Vorlauftemperatur. Damit ist für uns der Beweis erbracht, dass wir im Haus nichts ändern müssen und es mit einer WP WP [Wärmepumpe] funktionieren kann. Wenn auch nicht optimal, wie es vielleicht mit einer Niedertemperatur-Heizung wäre.

Das zweite Problem ist, dass wir eigentlich keinen Platz für eine Luft-WP haben und daher mit einer Tiefenbohrung arbeiten wollen. OK, höhere Investition, dafür hoffentlich besser geeignet für die höheren Vorlauftemperaturen. KV liegt schon vor, wobei mir 2x100m etwas viel vorkommen, da das eher für 10-15kW Heizleistung reichen sollte, oder?

Unser Gasverbrauch lag in den letzten 5 Jahren bei 1200-1500m3 pro Jahr, wobei ca. 300m3 auf die Warmwasserbereitung entfallen. In der längsten Kälteperiode der letzten 10 Jahre im Februar 2018 hatten wir in 5 aufeinanderfolgenden Tagen einen Gasverbrauch von 82m3. Wenn ich nicht ganz falsch liege, sollte eine WP WP [Wärmepumpe] mit 7kW ausreichend sein!? Vielleicht käme man dann auch mit nur einer Bohrung aus.
Unser Heizverhalten mag ein wenig komisch wirken, aber damit haben wir diesen geringen Gasverbrauch erreicht. Bis zum heurigen Winter lief der Gaskessel an den Arbeitstagen immer nur von 5-7Uhr und von 16-20Uhr. An den Wochenenden je nach Außentemperatur ev. über Mittag auch mal. Durch die warmen Wände war die mittlere Lufttemperatur über 24h knapp unter 20°C, im Schlafzimmer bei ca. 18°C. Heuer, mit nur 55°C Vorlauftemperatur waren die Zeiten entsprechend länger, statt 7h ca. 10h pro Tag.
Als Physiker hat es ganz einfach Spaß gemacht die alte Heizung zu optimieren, so habe ich schon vor 30 Jahren eine Steuerung gebaut, die die beiden Heizkreise entsprechend ansteuert. Daher möchte ich auch bei einer WP WP [Wärmepumpe] möglichst viel selber einstellen können, da ich das Gefühl habe, die Installateure legen alles auf Komfort aus. Also 24/7 in jedem Raum 23°C...
Das brauche ich nicht!

Daher meine Fragen:
1. Stimmen meine Überlegungen bezüglich der Leistung für die WP WP [Wärmepumpe]?
2. Welche WP WP [Wärmepumpe] kann man für unser System empfehlen, wo man als user viel einstellen kann?
Ach ja, drei Installateure waren bereits vor Ort - nur einer hat einen KV erstellt : 36k€ für eine Stiebel Eltron WPE-I 08 H230. Tiefenbohrung ca. 20k€ 
 

  •  Pius
22.4.2025  (#1)
Moin 

Mir wird nicht klar, ob die 36.000 inklusive der Tiefenbohrung sind, oder eben nicht?
Hier in unserer Region kosten zwei Bohrungen mit jeweils 80 m circa 14.000 €.

welche berechnete Heizlast hat denn dein Haus?

Gruß Edgar 

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  •  ds50
  •   Gold-Award
22.4.2025  (#2)
Erst einmal möchte ich dir wirklich gratulieren für deine absolut folgerichtigen Schlüsse, die du aus deinen Beobachtungen und Überlegungen ziehst. Da können sich viele Installateure eine dicke Scheibe abschneiden, wenn der Kunde daran interessiert ist, die Physik dahinter zu verstehen, wie man es mit dem System Wärmepumpe effizient warm haben kann. 👏

Ein paar Anmerkungen meinerseits:

zitat..
ABERG schrieb: Das zweite Problem ist, dass wir eigentlich keinen Platz für eine Luft-WP haben und daher mit einer Tiefenbohrung arbeiten wollen. OK, höhere Investition, dafür hoffentlich besser geeignet für die höheren Vorlauftemperaturen. KV liegt schon vor, wobei mir 2x100m etwas viel vorkommen, da das eher für 10-15kW Heizleistung reichen sollte, oder?

Ganz genau. Die "Königsdisziplin" der Erdwärme garantiert dir auch bei strengstem Frost angenehme Soletemperaturen, unabhängig der Tageszeit, was v.a. bei Heizkörpern aufgrund der mangelnden Speicherfähigkeit wichtig ist.
Besser ist es immer mit nur einer Bohrung auskommen zu können (z.B. 1x140m), da die tiefen Schichten überproportional zum Wärneentzug beitragen.

zitat..
ABERG schrieb: Bis zum heurigen Winter lief der Gaskessel an den Arbeitstagen immer nur von 5-7Uhr und von 16-20Uhr. An den Wochenenden je nach Außentemperatur ev. über Mittag auch mal. Durch die warmen Wände war die mittlere Lufttemperatur über 24h knapp unter 20°C, im Schlafzimmer bei ca. 18°C. Heuer, mit nur 55°C Vorlauftemperatur waren die Zeiten entsprechend länger, statt 7h ca. 10h pro Tag.

Wie schon richtig erkannt sind es die niedrigen Vorlauftemperaturen, welche eine WP WP [Wärmepumpe] so richtig effizient machen. Eine Methode dazu ist der Verzicht auf die "Nachtabsenkung". Bei einem einigermaßen gut gedämmten Haus (der HWB liegt bei dir so um die 75 kWh/m²a, was ausreichend sein sollte - allerdings sind deine Räume auch wohl eher kühl ausgelegt, das gelte es zu berücksichtigen) ist eher die Energiemenge wichtig, welche innerhalb von z.B. 24h eingebracht wird, und nicht so sehr der Zeitpunkt. Deswegen benötigt eine durchgehend laufende WP WP [Wärmepumpe] einfach niedrigere VLT. Meines Erachtens nach sind 55°C VLT für eine WP WP [Wärmepumpe] schon ziemlich viel, da wäre es besser, eher Richtung 40°C zu kommen -> längere Laufzeiten anstreben. Ob das auch bei deinem Wandheizsystem funktionieren würde kann ich leider nicht sagen.

zitat..
ABERG schrieb: Stimmen meine Überlegungen bezüglich der Leistung für die WP WP [Wärmepumpe]?

Ganz aus der Hüfte geschossen: Mein Neubau mit schlechtem 50er, noch ohne Außenputz und ca. 100m² mehr benötigt leider derzeit 19 MWh (15 MWh Heizung + 4 MWh WW WW [Warmwasser]) im Jahr - und ich hab eine unterdimensionierte S1155-6 drin, die noch nie auf Volllast gelaufen ist. Und falls alle Stricke reißen würden hätte sie für den 0,1% Extremfall auch noch bis zu 6,5kW Heizstab drin... 😉
Installateure "rechnen" (haha) gerne alles auf Sicherheit, das ist aber leider oft eine Konterkarierung der Effizienz...

zitat..
ABERG schrieb: Daher möchte ich auch bei einer WP WP [Wärmepumpe] möglichst viel selber einstellen können, da ich das Gefühl habe, die Installateure legen alles auf Komfort aus. Also 24/7 in jedem Raum 23°C...
Das brauche ich nicht!

👍

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  •  ABERG
22.4.2025  (#3)
Vielen Dank für eure Antworten!

Der KV für die WP WP [Wärmepumpe] und die notwendigen Änderungen an der bestehenden Installation lag allein bei 36k€. Für die Bohrung allein (2x100m) war der KV bei ca. 20k€. Beides nicht gerade wenig. Wir werden auch noch weitere KVs einholen - vielleicht geht da noch was. Wobei mir Qualität wichtiger ist als ein paar % auf oder ab.

Heizlastberechnung gibt es keine. Wie ich oben beschrieben habe, scheint mir die Berechnung für die Leistung der WP WP [Wärmepumpe] mittels der Erfahrungswerte der letzten Jahre wesentlich sinnvoller!

Was ich oben noch nicht erwähnt hatte, ist unsere PV Anlage: wir haben ca. 9,2kWp und erzeugen knapp über 10000kWh im Jahr, wobei ca. 6000kWh für das E-Auto gebraucht werden. Gerade im Winter steht natürlich sehr wenig PV-Strom zur Verfügung (in der heurigen Heizsaison Okt-März haben wir gerade mal 300kWh eingespeist. Ab nächstem Jahr wird es mehr sein, da ich in Pension gehe und nicht mehr 2000km pro Monat pendeln muss...😀)

Wir haben aber sehr gute Erfahrung mit einem dynamischen Stromtarif (AWATTAR) gemacht: an "schlechten" Tagen schwankt der Strompreis beispielsweise zwischen +10 und +50ct/kWh. An "guten" Tagen zwischen -14ct/kWh und +14ct/kWh (20.4.25). Da wir einen Speicher mit ca. 28kWh haben, wäre meine Idee, dass wir den Speicher, sofern er nicht bereits durch die PV-Anlage voll ist, in den Niedrigstromzeiten aufladen. Die WP WP [Wärmepumpe] soll auch in diesen Zeiten laufen und falls notwendig, kann sie in Zeiten, wo der Strom zu viel kostet, mit Strom aus dem Stromspeicher laufen. Daher suche ich eine WP WP [Wärmepumpe], wo ich selber sehr viel machen kann bzw. wo sie das ev. auch automatisch machen kann. Lt. ChatGPT gibt es schon einige WP WP [Wärmepumpe], die das können. Das würde auch unserem bisherigen Heizverhalten entsprechen, dass die Heizung 2 -3x am Tag für einige Stunden läuft und nicht 24/7. 

Wenn dafür eine höhere Vorlauftemperatur notwendig sein sollte und der Wirkungsgrad der WP WP [Wärmepumpe] nicht optimal ist, sollte das aber durch den wesentlich geringeren Strompreis wettgemacht werden: angenommen ich erreiche einen COP-Wert von 3 bei einer geringen Vorlauftemperatur und COP=2 bei hoher Vorlauftemperatur. Die WP WP [Wärmepumpe] läuft weniger lang UND der Strompreis ist mindestens um den Faktor 2 geringer. Es hat kaum einen Tag heuer gegeben, wo der dynamische Strompreis nicht um den Faktor 2 geschwankt hat. An den meisten Tagen ist der Hub wesentlich größer (siehe das Beispiel vom 20.4.).

Wahrscheinlich gibt es ein Optimum zwischen Außentemperatur, Vorlauftemperatur, COP, Strompreis. Ich würde es sehr spannend finden, das selber heraus zu finden...
Dafür brauche ich aber eine WP WP [Wärmepumpe], die das zuläßt! Und nicht eine, wo der Installateur eine Heizkurve einstellt, die ich nicht haben will.

Grüße
TONI

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  •  Akani
23.4.2025  (#4)
Ich denke auch das deine 7KW gut ausreichend sind. 
Zur Quellenauslegung kann ich nicht viel beitragen, nur eines.
Quelle Fett, WP schlank, und das Heizsysrem dahinter aufblasen. So wäre es die beste Konstellation. Also an der Quelle nicht sparen, klar Kostenvoranschläge vergleichen.
MMn wird dein Wandheizsystem weiterhin funktionieren, halt eben mit weniger VL VL [Vorlauf] dafür 24/7, die Thermik wird funktionieren. 
Bei den Heizkörpern wird mann sehen ob noch vergrößert werden muss oder ob sie ausreichen dimensioniert sind.
In der Theorie könntest diese berechnen

1
  •  ABERG
23.4.2025  (#5)
Bin im heurigen Winter die Heizkörper mit 50°C Vorlauftemperatur gefahren und es hat mit 7-10h pro Tag sehr gut funktioniert. D.h. ich werde im laufenden Betrieb schauen, was noch möglich ist mit geringerer Vorlauftemperatur. Der damalige Installateur hat auch ziemlich überdimensioniert - was sich jetzt als gut herausstellt. So haben wir im Schlafzimmer zwei Heizkörper. Davon war einer in den letzten 30 Jahren nie in Betrieb und der zweite auf vielleicht 1/3 der Leistung. Da habe ich eigentlich keine Bedenken.

Hab jetzt drei Angebote: 2x Viessmann, 1x Stiebel Eltron. Da muss ich mich noch durch die Manuals lesen, welche besser geeignet ist für meine Überlegungen bezüglich dynamischem Stromtarif und EInschaltdauer der WP WP [Wärmepumpe]. Hat wer Erfahrung mit diesen WP WP [Wärmepumpe] und dynamischen Stromtarif?

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  •  Akani
24.4.2025  (#6)
Es wird bestimmt was dagegen kommen aber wenn der insti was taugt nimm eher die Stiebel. 
Viessmann ist mMn in dem Bereich nicht gut aufgestellt, Regelung sehr beschränkt

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  •  ABERG
24.4.2025  (#7)
Danke für die Hinweise!

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  •  ck
25.4.2025  (#8)
Interessantes Projekt, mit ein paar spannenden Details @ABERG, ich hoffe, du berichtest hier wie es weitergeht.

Ein paar Gedanken zu dem Projekt die mir einfallen:

Zur Hypokauste
Wenn ich es richtig verstehe, ist unter der Wand ein wassergeführtes Heizregister mit einer Auslegung auf (irre!) 90 Grad, die aber nacht Tests auch mit 55 Grad funktioniert. Hier würde ich auch versuchen mit der Vorlauftemperatur weiter hinunter zu kommen. Ich nehme an, dass die Wärmeabgabe derzeit nur durch einfache Konvektion funktioniert. Bei Niedertemperaturheizkörpern gibt es Systeme die mit kleinen Lüftern arbeiten, damit erhöht man den Luftdurchsatz und damit die Wärmeübertragung, das würde ich hier auch versuchen.

Zur Heizlast
Rein vom Baugefühl wirst du mit den 7kW nicht so schlecht liegen, aber ich bin kein Fan von solchen Schätzungen. Als "Physiker" muss ich dir nicht erklären, dass du damit versuchst über den Energieverbrauch (kWh), eine Leistung (kW) abzuschätzen. Bei einem Projekt mit einem Budget von >50k würde ich nicht bei der Heizlastberechnung sparen, die maximal ein paar hundert EUR kostet. Lass dir eine raumweise(!) Heizlastberechnung machen, wo die raumweise Heizlast dann mit den bestehenden Heizkörpern abgeglichen werden kann. Dann können allenfalls noch Anpassungen bei den Heizkörpern gemacht werden, das ist die Vorraussetzung um die geringste Vorlauftemperatur zu erreichen. Bei mir hat das der Installateur schon bei der Angebotslegung gemacht, ich hätte kein gutes Gefühl wenn der Installatuer keine Heizlastberechnung anbietet.

Zu dynamischen Tarifen
Ich kann deine Euphorie für Awattar überhaupt nicht teilen, bzw nachvollziehen. Ich habe eine PV (13 kWp kWp [kWpeak, Spitzenleistung]), eine Wärmepumpe (7kW thermisch) und ein eAuto (20tkW pa), also ähnliche Voraussetzungen wie du und habe Anfang 2024 zu Awattar gewechselt. Die Gründe waren, die hohe Last bei guter Verschiebbarkeit (also optimale Vorraussetzuzungen), die hohen Fixtarife zu der Zeit (16 ct/kWh Arbeitspreis netto) und mein technisches Interesse (bzw Spieltrieb). Das ist bis April 2024 auch super gelaufen, dann sind allerdings die Fixtarife unter 10ct/kWh gefallen und somit war mir der mögliche Vorteil zu gering um das Risiko im Winter (hoher Verbrauch, geringe PV Erträge) einzugehen und ich bin per Juli 2024 auf einen Fixtarif von 9,50 ct/kWh (netto) umgestiegen. Parallel habe ich aber mein Verbrauchsverhalten wie bei Awattar beigehalten un parallel mitgerechnet. Der Winter 2024/2025 war für den dynamischen Tarif noch schlechter als ich das erwartet hätte, im Gegensatz zum Jahr davor waren die Preise oft tagelang nicht unter dem Fixtarif, mich hätte der "Spaß" 250 EUR gekostet. Aktuell sieht es so aus, dass es nur günstigen Strom gibt wenn es PV Überschüsse im Netz gibt. Aus meiner Sicht ist Awattar (bzw Spottarife) aktuell nur interessant, wenn man keine PV hat und keinen hohen Verbrauch im Winter. Interessant wird es vielleicht wieder wenn auch die Netzpreise variabel werden. Abgesehen davon ist Strom aus dem Netz zu speichern mit hohen Verlusten behaftet weil man 2x Wandlungsverluste auch noch berücksichtigen muss (AC/DC <-> DC/AC). In dem Sinne kann ich auch dein Beispiel mit dem 20.4. nicht nachvollziehen. Es ist zwar richtig, dass das bislang einer der wenigen Tage 2025 mit guten Preise war, allerdings wegen viel PV Strom im Netz, zu dem Zeitpunkt hatte ich selber zu viel und Heizenergie war auch keine nötig.

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  •  ABERG
25.4.2025  (#9)
Danke für deinen langen und interessanten Beitrag!

ad Hypokauste: Damit man dort Lüfter einbauen könnte, müsste man aufstemmen und dann wieder zumachen. Das tue ich mir sicher nicht an. 😇
Da hätten wir die Wände gleich rausreißen und ein Niedertemperatursystem einbauen können.
Auf jeden Fall werde ich experimentieren, wie weit runter es gehen kann mit der Vorlauftemperatur.

ad Heizlast: Sicher fällt der Preis für eine Heizlastberechnung bei den Gesamtkosten nicht ins Gewicht, aber wenn, dann keine 08/15 mit Standardannahmen, denn unser Heizverhalten und Temperaturempfinden ist eben auch nicht "normal", sonst würden wir bei dieser Bausubstanz nicht mit 1200m3 Gas pro Jahr auskommen. Den Tipp, die 5 kältesten aufeinanderfolgenden Tage der letzten 10 Jahre zu nehmen, den dafür benötigten Gasverbrauch und daraus die Leistung für die WP WP [Wärmepumpe] zu ermitteln, habe ich von einem Studienkollegen (ist schon 40 Jahre her...), der im Institut für Baubiologie arbeitet. Warum sollte man die notwendige Leistung nicht über den Energieverbrauch abschätzen können? Übersehe ich was aus der Praxis?

ad dynamsicher Stromtarif: Da hast du sicher recht, dass es im heurigen Winter nicht mehr so spannend war wie vorher. Zudem sind auch die Fixkosten gestiegen. Ich habe zwischen November und März in jedem Monat ca. 10ct/kWh beim Strombezug gehabt. Vorher immer unter 5ct/kWh. Wobei ich heuer nicht so besonders darauf geachtet habe, wann ich das Auto lade. Das wäre sicher besser gegangen. Wie schon oben geschrieben, haben wir einen Speicher bei der PV-Anlage mit knapp 28kWh. Da wäre meine Überlegung den Strom, wenn er während des Tages billiger ist, in die WP WP [Wärmepumpe] und in den Speicher zu schieben. Und damit bei den 10ct/kWh oder drunter zu bleiben. Bzw. je nach Entwicklung am Strompreismarkt zumindest an der unteren Grenze der möglichen Preise zu bleiben. Es geht mir auch nicht um die letzten ct/kWh, sondern mich fasziniert der Gedanke, ein nachhaltiges System zu haben, das letztlich auch "netzdienlich" ist.

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  •  ABERG
  •   Bronze-Award
21.4.2026  (#10)
Ich melde mich mal wieder, da es heute genau ein Jahr her ist, seit ich diesen Thread begonnen habe. Es wurde ja um Rückmeldung gebeten, wie es bei uns dann weiter gegangen ist mit der Heizung. Wir hatten einige Installateure hier, die sich unser sehr exotisches Heizsystem mit Heizkörpern und diesen Hypokausten-Wänden angesehen hatten. Einige waren eher skeptisch wegen der hohen Vorlauftemperaturen und „meiner Heizlastberechnung“, die ja nur ca. 6-7kW ergeben hat. Die Tiefenbohrung war fixiert wurde aber wegen Urlaube erst Ende August/Anfang September erfolgreich durchgeführt. Es sind dann 1x96m und 1x90m geworden. Wahrscheinlich etwas überdimensioniert für 6kW, aber der Schotter im Marchfeld ist auch nicht gerade ideal. Der einzige Installateur, der sich mit 6kW WP WP [Wärmepumpe], Tiefenbohrung und unseren Gegebenheiten (exotische Heizung; relativ kleiner Heizraum usw.) anfreunden konnte und zu dem wir auch Vertrauen hatten, hat dann Ende September, knapp vor der Heizperiode eine Viessmann Vitocal 300 mit 6kW installiert. Aber mit Puffer… 😉
Auf meinen Einwand, von wegen Schwarmwissen im Internet, das ja sagt, dass Pufferspeicher „Teufelswerk“ sind, hat er mir erklärt, dass er einen kleinen 75Liter Trenn(!)-Puffer einbauen will und keinen Puffer zur Wärmespeicherung. Trennpuffer deswegen, da er davon ausgegangen ist, dass wir zwei stark unterschiedliche Vorlauftemperaturen brauchen (1x weniger als 40°C für die Heizkörper und 1x mehr als 50° für die Hypokausten). D.h. ein Mischer wäre dafür notwendig. Zudem gibt es leider keinerlei Pläne oder sonstige Aufzeichnung über die alte Heizung bezüglich Leitungslängen usw. Der Insti meinte auch noch, dass er bei einer reinen Fußbodenheizung auch keine Puffer mehr einbaut. Aber er hatte einen Fall, wo es bei einem Altbestand (Fußboden und Heizkörper gemischt) beim Austausch Gaskessel zu WP WP [Wärmepumpe] ohne Trennpuffer massive Probleme gab (Volumenstrom, Geräusche). Es war uns dann doch zu riskant, es ohne Trennpuffer zu versuchen. Es ist dann auch gleich im Oktober – eher untypisch – so kalt geworden, dass wir mit dem Heizen beginnen mussten. Was ist die erste Aufgabe bei einer neuen Wärmepumpe? Heizkennlinie einstellen! Ok, jetzt haben wir aber zwei extrem unterschiedliche Heizkreise und auch noch Übergangszeit. Im Kopf hatte ich die 55°C Vorlauftemperatur statt 90°C für die Hypokausten und 40°C statt 60°C für die Heizkörper, da ich das ja eine Heizperiode vorher versucht hatte und es auch funktioniert hatte. Also HKL auf 55°C/40°C eingestellt bei 0°C Außentemperatur. Erster Schock: WP taktet! Zwar nicht im Minuten-Takt, aber ein Takt lag bei knapp über 90min. Stabile Wetterlagen, wo es einige Tage halbwegs konstante Bedingungen gab, damit man die Auswirkungen bei einer Veränderung der HKL gut abschätzen kann, sind dann aber erst im Dezember gekommen. Nach wochen- bzw. monatelangen Versuchen mit verschiedensten VLT hat sich dann folgendes Bild herausgestellt. D.h. es gibt Vorlauftemperatur-Kombinationen, bei der die WP WP [Wärmepumpe] taktet oder nicht. 42°C für beide Systeme ist die absolute Untergrenze, damit die WP WP [Wärmepumpe] nicht taktet. Die Hypokausten brauchen aber eher höhere Werte, damit die Wand warm genug wird und genug Wärme abgegeben werden kann. Die Leistung bei Wärmeabgabe durch Strahlung hängt bekanntlich von der 4.Potenz der absoluten Temperatur ab. Daher habe ich die HKL so eigestellt, dass die Heizkörper-VLT auf 42°C konstant bleiben und die Hypokausten-VLT ab 0°C bis auf 48°C bei -15°C steigt. Das ist für mich ein guter Kompromiss, da die Hypokausten noch annehmbar funktionieren und die WP WP [Wärmepumpe] auch nicht taktet. Mit dieser Einstellung läuft die WP WP [Wärmepumpe] aber nicht durch, da es sonst zu warm wird im Haus. Daher läuft die WP WP [Wärmepumpe] vor dem Aufstehen (wie auch schon zu Zeiten der alten Gasheizung) in den Nachtstunden je nach Außentemperatur zwischen 1:00 oder 3:00 bis 6:00 oder 9:00. Und am Nachmittag zwischen 15:00 oder 17:00 bis 20:00 oder 22:00. Also keine klassische Nachtabsenkung, sondern eine Art „PWM“ mit zwei Takten pro Tag. Bis jetzt 590 Takte (inkl. Warmwasser und vielen Experimenten) mit 1800 Betriebsstunden. Der gesamte COP liegt bei 3,7 durch das Testen bei höherer Vorlauftemperatur über einige Wochen. Seit ich die für uns optimale Einstellung fahre, liegen wir ziemlich genau bei COP=4. Damit bin ich zufrieden, da wir – ausgehend von den Kennlinien bei einer VLT von 55°C – nur mit COP=3 oder schlechter gerechnet haben. Der erste Winter, der ja überraschend kalt war (zumindest im Jänner), hat einen Stromverbrauch von ca. 3400kWh und Stromkosten von ca. 750€ verursacht.  Die letzte Gasrechnung lag bei knapp unter 1900€ für einen eher wärmeren Winter. Ich glaube, damit kann man zufrieden sein! 

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  •  Akani
21.4.2026  (#11)
Super wenn es soweit gut funktioniert.
Heißt aber auch durch deine Zwangszeiten ergeben sich hauptsächlich diese Takte.
Ohne Puffer hätte diese Konstellation besser Funktioniert.
Jetzt rührt die WP WP [Wärmepumpe] mit mindestens 1,2-1,6 m3/h in dem kleinen 75ltr Fassl rum anstatt in die Hypokaustenheizung rein zu schieben.
Schade weil der Puffer einfach nur wiedermal die Planung ersetzt

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  •  ABERG
  •   Bronze-Award
21.4.2026  (#12)

zitat..
Akani schrieb:

Schade weil der Puffer einfach nur wiedermal die Planung ersetzt

Welche Planung? Wie oben geschrieben, ist es ein Altbestand aus den 1990er Jahren. Und wir sind von verschiedenen (sehr hohen) Vorlauftemperaturen ausgegangen, die viel höher sind als bei FB-Heizungen. Was hätten wir oder der Insti anders "planen" sollen?

Und mit zwei Takte pro Tag kann ich leben - das wird die WP WP [Wärmepumpe] hoffentlich aushalten. Da komme ich in 30 Jahren auf 20000 Takte und 50000 Betriebsstunden (mit Warmwasser, das mit 45min pro Takt zu Buche schlägt).


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  •  ABERG
  •   Bronze-Award
22.4.2026  (#13)

zitat..
Akani schrieb:

Jetzt rührt die WP WP [Wärmepumpe] mit mindestens 1,2-1,6 m3/h in dem kleinen 75ltr Fassl rum anstatt in die Hypokaustenheizung rein zu schieben.

Dazu hätte ich noch eine Frage, weil ich jetzt doch verunsichert bin: eine WP WP [Wärmepumpe] braucht doch einen Mindestvolumenstron. Diese Hypokaustenheizung besteht aus so kleinen Sockelheizkörpern (auf 22/20mm Kupferrohr aufgelöteten dünnen Kupferblechen 45x45mm). Ohne dass wir einen genauen Plan haben, schätze ich mal, dass es in Summe 40-50m Rohre sind. Höhenunterschied ca. 6m. Hätte das die WP WP [Wärmepumpe] direkt überhaupt geschafft? Wegen Strömungsgeschwindigkeit und Druckverlust.


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  •  Balu88
  •   Bronze-Award
22.4.2026  (#14)
Wunderbar zu lesen, wenn jemand das Thema "Heizung" umsetzt, wo Erfahrung und Wissen einfließen - Hut ab! 😇

Ich kann leider gar nichts zu den Heizdetails einbringen, aber beim Zusammenheiraten von mehreren Systemen "Heizung / PV / Speicher / vielleicht in Zukunft Auto oder andere Haustechnik" würde ich mich nicht allzusehr darauf konzentrieren "Welche Heizung kann das?", weil es keine wirklich gut kann.
Wenn man sich reintigert, bleiben nur übergeordnete Systeme wie Home Assistant übrig, wo man die PV Anlage (erstmal lesend) integriert, dann auch die Vitocal schön reinbekommt. Dann noch Raumtemperaturen, wenn möglich Wärmemengenzähler und Stromzähler rein, und man bekommt einen wunderbaren Einblick wie das System arbeitet, und wo man optimieren könnte.

Google mal nach "vitocal 300 home assistant" und du wirst im ersten Bild sofort sehen was ich meine: Alle internen Details der WP WP [Wärmepumpe] wo man in deren Menüs kaum hingelangt, sowie eine Zusammenfassung die fürs Optimieren hilft: dynamischer Strompreis dabei, Außentemperatur, Raumtemperatur, VL/RL Temp Heizkörper, VL/RL Temp Hypokaustenheizung...

Glaub mir, das macht extrem viel Spaß hier die Trendaufzeichnungen zu verfolgen, da kann man unsere Winter fürs Haus schön darstellen.

Hat nicht direkt mit deinen Fragen zu tun, ich wollts nur einwerfen am Rande.
Weiterhin gutes Gelingen beim Optimieren, den COP holst du schon noch hoch 😉

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  •  Hausbauer2025
22.4.2026  (#15)
Sehr cooles Projekt! 
Gratuliere zur erfolgreichen Umsetzung - eine JAZ JAZ [Jahresarbeitszahl] von 4 mit dem Gesamtsystem ist sicher beachtlich (das schaffen manche Neubauten nicht 😁). 

Grüße,

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  •  Akani
22.4.2026  (#16)

zitat..
ABERG schrieb: Ohne dass wir einen genauen Plan haben, schätze ich mal, dass es in Summe 40-50m Rohre sind. Höhenunterschied ca. 6m. Hätte das die WP WP [Wärmepumpe] direkt überhaupt geschafft? Wegen Strömungsgeschwindigkeit und Druckverlust.

Ja klar, die Pumpe muss nicht höhen überwinden, nur Widerstände.
Ist bei FBH FBH [Fußbodenheizung] das gleiche, nur hast du bei 22er Cu und 50mtr weniger Widerstand als 100mtr 16er Rohr.

zitat..
ABERG schrieb: Welche Planung? Wie oben geschrieben, ist es ein Altbestand aus den 1990er Jahren.

Eben um direkt ins Hochtemperatursystem zu gehen und die FBH FBH [Fußbodenheizung] runter zu mischen.
Puffer dann nur in Reihe im RL RL [Rücklauf] und diesen nur zum Nachrüsten.
Bin mir zu 100% sicher von mir hättest keinen bekommen. 
Bei Sole schon gleich generell nicht.

Ich unterschlagen dem HB also Planungsfaulheit oder der Hersteller gibt das so vor....


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  •  ABERG
  •   Bronze-Award
22.4.2026  (#17)
Seit November erfasse ich alle verfügbaren bzw. für mich interessanten Daten über die Viessmann API im 5min Takt. Ab Sommer habe ich dann mehr Zeit (Pension...😀) und werde versuchen die Steuerung noch mehr zu optimieren - auch in Hinblick auf externe Störgrößen. Denn es hat sich herausgestellt, dass eine witterungsgeführte (nur Aussentemperatur) Steuerung bei unserem eher schlecht gedämmten Haus aus den 1990er Jahren defacto nicht funktioniert. Sobald die Sonne scheint oder der Wind stärker weht passt die Heizkennlinie nicht mehr.

Es bleibt ein wenig die Verunsicherung wegen dem Trenn-Puffer, aber so ganz sicher bin ich mir nicht, dass es ohne funktionieren würde. 

1
  •  ABERG
  •   Bronze-Award
22.4.2026  (#18)

zitat..
Akani schrieb:

Eben um direkt ins Hochtemperatursystem zu gehen und die FBH FBH [Fußbodenheizung] runter zu mischen.
Puffer dann nur in Reihe im RL RL [Rücklauf] und diesen nur zum Nachrüsten.
Bin mir zu 100% sicher von mir hättest keinen bekommen. 
Bei Sole schon gleich generell nicht

Bist du im Osten von Österreich mit deiner Firma?
Wenn ja, dann schade...😇


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  •  Akani
22.4.2026  (#19)
Nein, komplett falsche Richtung.
Nachbarland D Bayern

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  •  ABERG
  •   Bronze-Award
23.4.2026  (#20)
Nachdem wir mit einem COP von ca. 4 schon recht nahe an der Kennlinie vom Hersteller sind, stellt sich die Frage, wie viel es noch bringen würde ohne Trennpuffer. Und wenn ich nicht ganz falsch gerechnet habe, komme ich in den Bereich von 1m/s für die Geschwindigkeit in den Rohren. Kann es da nicht Probleme mit Geräuschen geben?

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  •  Akani
23.4.2026  (#21)
Warum fährst mit 1m/s.?
Der Puffer ist dabei die Mischmaschine und diese versucht die WP WP [Wärmepumpe] aus zu regeln, das klappt semi gut.
Hab mit Balu eine Nibe auf HK umgesetzt, würde sagen bei gleichen Syszemtemperaturen. Die läuft devinitiv mit ner 5 vorne dran und rennt durch

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