« Finanzierung

Finanzierung machbar? teilen

15.7.2026     4 Antworten    4 Autoren 4 2026-07-15T22:00:46+02:00
  •  RunningSushi
15.07.2026
4
Hallo zusammen,

wir sind ein 35-jähriges Paar und machen uns zunehmend Gedanken über unsere Zukunft und möchten somit in ein Eigenheim investieren und uns damit langfristig etwas für das Alter aufbauen.

Unser gemeinsames Nettoeinkommen beträgt 5.900 € pro Monat. Wir sind beide seit vielen Jahren in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis. Zusätzlich laufen derzeit noch zwei Finanzierungen mit einer Gesamtbelastung von rund 600 € monatlich, die in den nächsten 3–4 Jahren vollständig abbezahlt sein werden.

Wir suchen nach einem freistehenden Haus bis ca. 300.000€. Wir haben keine großen Ansprüche, ein Haus mit ca. 70qm , zwei Schlafzimmern sowie einer Garage oder einem Carport würde uns völlig ausreichen. Wichtig wäre uns außerdem, dass es nicht weiter als etwa 50 km von Wien entfernt liegt. Unsere sweetspot für die Finanzierung läge bei ca. 1.300 € monatlich.

Im April 2025 haben wir begonnen, uns nach Häusern umzusehen. Nach einigen Besichtigungen hatten wir auch einen Termin bei unserer Hausbank, um grundsätzlich abzuklären, ob eine Finanzierung überhaupt möglich wäre. Damals wurde uns gesagt, dass unsere Eigenmittel noch zu gering seien. Das war uns aufgrund der KIM-Verordnung grundsätzlich bewusst, aber fragen kostet bekanntlich nichts :)

Im März 2025 hatten wir rund 8.000 € Eigenmittel auf dem Sparkonto, mittlerweile sind es etwa 16.000 € (wenn ich den einen oder anderen Tausender als Puffer wegalsse). Die Beraterin meinte damals, da es sich um unser erstes Eigenheim handelt und unser gemeinsames Einkommen (damals noch 5.300 € netto) grundsätzlich ausreichend wäre, sollen wir uns wieder melden, sobald wir ein passendes Objekt gefunden haben. Unser Plan war daher zunächst, weiter Eigenmittel anzusparen.

Da die Frage gerne aufkommt: Leider können wir nicht auf finanzielle Unterstützung aus der Familie zurückgreifen. Wir sind auf uns allein gestellt und eher diejenigen, die anderen helfen, als umgekehrt.

Nun hat sich eine interessante Gelegenheit ergeben. Eine Bekannte verkauft ihr Haus, weil sie aufgrund ihres Hobbys mehr Platz benötigt. Das Haus würde uns sehr gut gefallen. Allerdings liegt der Kaufpreis bei 370.000 €, also 70.000 € über unserem ursprünglich geplanten Budget. Sie ist uns beim Preis bereits deutlich entgegengekommen. Leider haben wir von dem Verkauf erst paar Tage später erfahren, nachdem sie den Vertrag mit dem Makler unterzeichnet hat, somit fällte zusätzlich die Maklerprovision an.

Da wir bisher keinerlei Erfahrung mit Immobilienfinanzierungen haben, möchten wir euch um eure Einschätzung bitten: Glaubt ihr, dass unter diesen Voraussetzungen eine Finanzierung überhaupt realistisch ist, oder müssen wir eher mit einer Absage rechnen? Wie würdet ihr unsere Chancen einschätzen?

Wir wissen, dass wir bei einem persönlichen Beratungsgespräch vermutlich bessere Konditionen erhalten würden. Trotzdem haben wir online bei unserer Ersten Hausbank einmal eine Beispielrechnung gemacht, um ein Gefühl für die aktuellen Zinsen zu bekommen. Dabei wurden im Kreditrechner bei 15 Jahren Fixzins rund 4,6 % Effektivzins und eine monatliche Rate von etwa 1.700 € berechnet. Das ist im Vergleich realtiv hoch, im letzten Jahr lagen die Angebote noch bei etwa 3,5 %.

Zum Vergleich haben wir auch bei der Bank Austria gerechnet. Dort kamen wir auf etwa 3,7 % Effektivzins bei 10 Jahren Fixzins und einer monatlichen Rate von rund 1.570 €. Das wären immerhin rund 130 € weniger pro Monat. Unser Wunsch wäre allerdings weiterhin eine Rate mehr in Richtung 1.300-1400€

Wie realistisch ist es aktuell, noch bessere Zinssätze zu bekommen? Hat jemand in einer ähnlichen Situation kürzlich Erfahrungen gemacht?

Vielen Dank schon einmal für eure Einschätzungen und Erfahrungen!

  •  LiConsult
  •   Gold-Award
15.7.2026 18:37  (#1)

zitat..
RunningSushi schrieb: Damals wurde uns gesagt, dass unsere Eigenmittel noch zu gering seien. Das war uns aufgrund der KIM-Verordnung grundsätzlich bewusst, aber fragen kostet bekanntlich nichts :)

die Bestimmungen der KIM-V wurden von der Aufsichtsbehörde mehr oder weniger 1:1 in die VERA (Vermögens-, Erfolgs-, und Risikoausweisverordnung) - Verordnung übergeführt - zwar mit etwas mehr Freiheitsgraden für Kreditgeber, jedoch dem Grunde nach sehr ähnlich.

zitat..
RunningSushi schrieb: Glaubt ihr, dass unter diesen Voraussetzungen eine Finanzierung überhaupt realistisch ist, oder müssen wir eher mit einer Absage rechnen?

das hängt vom Institut und der institutseigenen Bewertung der Immobilie ab. Generell gilt: der Kreditbetrag darf nicht mehr als 90% des Beleihungswertes finanzieren. Sollte die Bankbewertung auf einen ähnlichen Wert kommen (oder setzt die Bank den Wert gleich dem Kaufpreis), so läge der regukatorisch erforderliche Eigemitteleinsatz bei grob 74k.

Wenn euch die Bekannte jedoch beim Preis deutlich entgegengekommen ist, besteht die Hoffnung, dass sich die Beleihungsquote alleine dadurch reduziert.

zitat..
RunningSushi schrieb: Wie würdet ihr unsere Chancen einschätzen?

schlecht, da die Bewertungsreserve (so diese überhaupt geltend gemacht werden kann) vermutlich nicht ausreicht, um den geringen Eigenmittelanteil (grob 4%) zu kompensieren - auch nicht für jene Banken, die aktuell über ein Ausnahmekontingent verfügen (wo ich meiner Wahrnehmung nach bei keiner der beiden genannten Institute derzeit Möglichkeiten sehe).

zitat..
RunningSushi schrieb: Wir wissen, dass wir bei einem persönlichen Beratungsgespräch vermutlich bessere Konditionen erhalten würden.

dieses Wissen kann trügerisch (teuer) sein, jedoch geht es hier nicht darum, welche Kondition erzielbar wäre, sondern ob die Finanzierung nach den Vorstellungen des Regulators überhaupt bewilligbar ist.

Wenn es die Möglichkeit einer zusätzlichen Besicherung (etwa über ein simultanes Pfandrecht auf einer weiteren Immobilie) gäbe, sieht die Sache schon anders aus.

1
  • ▾ Anzeige
    Energiesparhaus.at ist Teilnehmer des durchblicker-Partnerprogramms.
Hallo LiConsult, kostenlos und unverbildlich kann man Kredite auf durchblicker.at vergleichen, das hilft auch das Angebot der Hausbank besser einschätzen zu können.
  •  derLandmann
  •   Gold-Award
15.7.2026 19:53  (#2)

zitat..
RunningSushi schrieb: Im April 2025 haben wir begonnen, uns nach Häusern umzusehen.

zitat..
RunningSushi schrieb: Im März 2025 hatten wir rund 8.000 € Eigenmittel auf dem Sparkonto, mittlerweile sind es etwa 16.000 € (


Ihr habt also in 15 Monaten 8.000 angespart, sprich 530€/Monat, mit dem Hintergedanken ihr wollt unbedingt ein Haus. Bei der Sparrate wohl nicht ganz ernst gemeint.

Wie wollt ihr denn einen Kredit mit 1600€ bedienen bei eurem Lebensstil???


1
  •  RunningSushi
15.7.2026 21:27  (#3)

zitat..
derLandmann schrieb: [ref]derLandmann:85762#933354[/re
Ihr habt also in 15 Monaten 8.000 angespart, sprich 530€/Monat, mit dem Hintergedanken ihr wollt unbedingt ein Haus. Bei der Sparrate wohl nicht ganz ernst gemeint.

Wie wollt ihr denn einen Kredit mit 1600€ bedienen bei eurem Lebensstil???

Vielen Dank für deine Antwort.

Wenn man unser aktuelles gesamtes Sparvermögen betrachtet, liegt dieses bei rund 23.000 €. Wie bereits erwähnt, haben wir bewusst einen kleinen finanziellen Puffer zurückbehalten. Sofern es nicht unbedingt erforderlich ist (was es glaube ich sein wird), möchten wir nicht unser gesamtes Erspartes aufbrauchen und bei Null beginnen.

Natürlich ist es nachvollziehbar, den bisherigen Lebensstil zu hinterfragen. Allerdings haben wir ein Haus in Ungarn, das wir inklusive Außenbereich umfassend kernsaniert und modernisiert haben. In dieses Projekt ist ein erheblicher Teil unserer Ersparnisse geflossen.

Darüber hinaus tragen wir laufende Kosten wie monatlich 1.000 € Miete für unsere Wohnung, die Ausgaben für ein Auto, eine Mietgarage sowie verschiedene Versicherungen. Desweiteren unterstützen wir bei Bedarf unsere Eltern finanziell. Meine Eltern lebten bis März 2026 an der Armutsgrenze und wurden von mir regelmäßig unterstützt. Erst letzte Woche haben wir zudem ihr noch offenes Darlehen in Höhe von 2.000 € vollständig zurückgezahlt, sonst wäre die Sparvermögen bei 25.000€

Ich hoffe, diese Informationen machen unsere derzeitige finanzielle Situation nachvollziehbarer. Vor der Sanierung verfügten wir noch über Eigenmittel in Höhe von rund 30.000 €. Diese sind jedoch größtenteils in die Kernsanierung und Inneneinrichtung geflossen. Zu diesem Zeitpunkt stand der mögliche Erwerb des Hauses in Niederösterreich noch nicht zur Debatte.

zitat..
LiConsult schrieb: Wenn es die Möglichkeit einer zusätzlichen Besicherung (etwa über ein simultanes Pfandrecht auf einer weiteren Immobilie) gäbe, sieht die Sache schon anders aus.

Wir besitzen das Haus in Ungarn, dieses stellt für österreichische Banken jedoch in der Regel keinen relevanten Sicherheitenwert dar. Zudem kommt ein Verkauf für uns derzeit nicht infrage.

Zum einen wohnt ein Bekannter zwischendurch in diesem Haus, sodass ein Verkauf auch aus familiären Gründen nicht möglich ist. Zum anderen würde bei einem Verkauf innerhalb der gesetzlichen Spekulationsfrist von zehn Jahren eine steuerliche Belastung entstehen. Darüber hinaus befindet sich die Immobilie in einer sehr guten Lage, mit einer direkten Zugverbindung von weniger als zehn Minuten ins Budapester Stadtzentrum. Aufgrund dieser attraktiven Lage sehen wir langfristig ein gutes Potenzial, mit der Immobilie Einnahmen zu erzielen.

1
  • ▾ Anzeige
    Energiesparhaus.at ist Teilnehmer des durchblicker-Partnerprogramms.
Hallo RunningSushi, kostenlos und unverbildlich kann man das auf durchblicker.at vergleichen, geht schnell und spart viel Geld.


  •  Zwosti
  •   Bronze-Award
15.7.2026 22:00  (#4)
Puh, ist irgendwie nicht darstellbar, ihr habt ja nicht einmal die ganzen Kaufnebenkosten als Eigenmittel. Die 110% Finanzierungen gab es einmal, wo du ohne Eigenmittel finanzieren konntest. 

1


Beitrag schreiben / Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]