Liebes Forum,
bei mir ist der Rohbau nun soweit fortgeschritten, dass nun demnächst das Flachdach gemacht werden wird. Nachdem ich die Unterkonstruktion der Holzfassade auch gleichzeitig als Attika verwenden möchte, muss ich nun schon etwas bei der Fassade vorgreifen.
Fenster sind noch nicht verbaut - hier warte ich noch etwas bis ich Innen die Zwischenwände fertig aufgestellt habe und das gröbste an Stemm/Schlitzarbeiten hinter mir habe.
Ich habe mir gedacht es wäre vielleicht allgemein ganz interessant, wenn ich mein Vorhaben zur Fassade hier etwas dokumentiere.
Gebaut wurde der Rohbau mit 25cm Objektplanziegel. Leider waren diese nicht sonderlich überragend in der Qualität und hatten einige Risse. (
https://www.energiesparhaus.at/forum-lizzi-ziegel-schwundrisse-noch-im-normalen-rahmen/84584)
Deshalb habe ich mich dazu entschieden den Fensterglattstrich auf die gesamte Außenwand "fortzusetzen" - aus dem einfachen Grund, da die Ziegel nicht deckelnd vermörtelt wurden, und ich keine Konvektion von feuchter Raumluft in die Dämmebene hinein haben möchte.
Lt.
Ubakus müsste ich einen SD-Wert von etwa 2 m haben, um Kondensatprobleme in der Dämmebene vorzubeugen. Der Glattstrich (wobei es aufgrund der Schichtdicke eher noch eine Kratzspachtelung wäre) an der Außenwand war eine Arbeit von einem Tag für eine Person mit 12 Säcken Klebespachtel.
Wichtig war mir dass etwaige Risse verschlossen werden und die Lager und Stoßfugen der Hochlochziegel halbwegs winddicht werden.
Der Aufbau der geplanten Holzfassade ist folgender:
(innen)
- 15 mm Innenputz
- 25 cm HLZ Objektziegel (thermische Speichermasse)
- 1-3 mm Glattstrich/Kratzspachtelung mit Klebespachtel
- 20 cm Unterkonstruktion aus Egger EcoBox 20 x 8 cm
- 16mm DWD diffusionsoffene Nut-Feder Schalung
- Fassadenbahn
- 3cm Traglattung 3 x 5 cm
- Horizontale geschlossene Nut-Feder Fassade (noch nicht ausgewählt)
- Fassadenbegrünung mit nicht selbst-kletternden Pflanzen auf Drahtseil (etwa 10 cm Abstand zur Fassade)
Ganz oben am Gebäude wird der Abschluss zum Flachdach mit einem Band aus PV-Modulen versehen - die Ausrichtung ist hier Süd-Ost, und besonders in den Wintermonaten werden diese Module ihre Stärke beweisen können.
Das XPS vom Keller habe ich 30cm über das zukünftige Geländeniveau gezogen und mit 2K Bitumen verklebt. Die Abdichtung des Kellers (Superflex D24 - hier der Erfahrungsbericht dazu:
https://www.energiesparhaus.at/forum-erfahrungsbericht-kellerabdichtung-kellerneubau-superflex-d24/84440) habe ich ebenfalls genauso hoch aufgezogen.
Die Holzfassade wird nur 3-Seitig ausgeführt da die Westseite zum Nachbarn hin gekoppelt ist.
Zwecks Brandschutz befindet sich ein 50cm breiter Brandriegel zwischen unserem Haus und dem vom Nachbarn aus Mineralwolle Putzträgerplatten. Die Attika zum Nachbarn hin habe ich auch aus Porenbeton aufgemauert, da diese ebenfalls nicht brennbar sein darf.
Hier ist die geplante Unterkonstruktion zu sehen auf der Ost- und Süd-Fassade. Oben die PV Module. Nordseitig wird es keine PV-Module geben.
Die Unterkonstruktion fertige ich aus der EcoBox von Egger. War damit nicht teurer als die zwei üblichen kreuzweisen lagen 10x10 KVH, und erlaubt mir auch gleich ein Ausbilden der Laibungen bei den Fenstern und Türen. Gedämmt ist dieser Innen mit Holzwolle. Weiterer Vorteil ist dass sich dieser Hybridwerkstoff nicht verdrillt und sehr dimensionsstabil bleibt.
Hier die West-seitige Attika, aufgemauert mit 24 cm Porenbetonsteinen. Mit einer selbstgebauten Schneidhilfe haben wir die Steine auf die Richtige Höhe und Winkel geschnitten. Um Verschnitt zu optimieren wurden die Abschnitte auch weiterverwendet und mit der Latte mit Thermomörtel zu den Maßhaltigen nachbarsteinen Abgezogen - daher der Burgzinnenartige Aufbau.
299 m von der EcoBox, sind ein ordentliches Paket.
An die Ziegelaußenwand wird mittels Injektionsmörtel und Gewindestangen verankert. So wären es pro Verankerung etwa 1kN belastbar. Bei den Geschoßdecken kann ich mit wesentlich tragfähigeren Bolzenankern befestigen. Windsog sowie das Eigengewicht der Fassade und Begrünung muss dabei berücksichtigt werden.
Ich komme auf etwa eine Verankerung alle 1 bis 1,5m Unterkonstruktion.
Die genaue Ausrichtung mache ich mittels V2A Verstellwinkel. Der Abstand beträgt im Mittel etwa 10mm zum Rohbau, was Unebenheiten am Mauerwerk ausgleichen soll.
Unzugängliche Stoßstellen verbinde ich mit 8x180 Tellerkopf Holzbauschrauben überkreuz.
Dabei achte ich darauf nur in das Vollholz des Hybridwerkstoffes zu schrauben.
Zugängliche Stoßstellen gehen einfach ins Hirnholz wesentlich zügiger (siehe erstes Foto)
Der Fortschritt vom ersten Tag mit viel überlegen und Kopfzerbrechen:
Bei den Raffstorekästen wurde bereits 6cm XPS in die jeweilige Decke eingelegt. Die Höhe des Raffstorekastens habe ich soweit berücksichtigt, sodass später sobald die Fenster und Kästen verbaut sind ein etwa 2-3 cm breiter Spalt verbleibt, damit die Unterkonstruktion besser ablüften kann.
Kommende Woche geht es weiter. Ich werde hier noch ein paar Konstruktionsdetails posten.
Ganz klar ist für mich noch nicht, ob ich die Unterkonstruktion überwiegend horizontal verbauen soll oder doch besser vertikal. Die Traglattung würde nun derzeit nur punktweise auf der Unterkonstruktion aufliegen (alle 600mm) und könnte damit besser ablüften. Hätte dabei aber weniger Steifigkeit. - was meint ihr hier dazu?
(Im CAD-Screenshot oben ist die Unterkonstruktion auch horizontal gezeichnet.)
Liebe Grüße - Birnbaumax