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Ziegeleinhängdecke aus 1960 verstärken teilen

12.7. -16.7.2026    6 Antworten    4 Autoren 6 2026-07-16T06:52:10+02:00
    
Zusammenfassung
  •  sh3duser
12.07.2026
6
Hallo zusammen,

Wir haben in unserem Haus, Baujahr 1960, eine Ziegeleinhängdecke des Typs "Rapid Ziegelstegdecke 1958" mit 8er Eisen als Bewehrung (Bild, Typ R15 - F12+3).
Die Decke hat Gesamthöhe 18 cm, davon die oberen 3 cm Aufbeton. Die aktuellen Träger der Decke haben jeweils einen Abstand von 40 cm (dazwischen Einhängziegel) und liegen auf Außenwand und Innenwand auf.
Unser Statiker würde nun als Verstärkung mehrere Stahlbetonträger über die Breite von Außenwand zu Innenwand einziehen und einen der Länge nach in der Mitte der Räume.
Wir sind uns bzgl. der Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit dieser Lösung nicht sicher. Vor allem der Gedanke die Bestandsträger zu durchtrennen um den langen Träger nachträglich einzuziehen erscheint mir gewagt.

Wäre es rein wirtschaftlich eine Alternative beide Decken (KG-EG, EG-OG) abzubrechen und neu als Stahlbetondecke auszuführen?
Stand jemand von euch vor einem ähnlichen Problem? Gibt es hierzu Erfahrungen?

Vielen Dank und
LG Martin


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  •  Fadergeschmack
13.7.2026  (#1)
Wie ist der Zustand von restlichen Haus? Ich mein das klingt es schon nach Kernssanierung mit allem neu. Komplett schleifen eine Option?
Ich weiß nicht wie der Aufwand der Ertüchtigung bzw. Des ersetzens der Decke für den Erhalt der Ziegel Wände und des vermutlich gealterten Grundrisses mitdamt aller vor und Nachteilen stehen.

Die Ertüchtigung welche du beschreibst klingt auf jeden Fall nach eine Halbierung der Spannweiten und somit einer höher möglichen Nutzlast.

Das mit den "Durchtrennen" hat den Hintergrund dass der Träger an der Unterseite nicht zu hoch wird, sondern in der Decke zum Teil verschwindet.

Welche Raumhöhen hast du aktuell und kannst du damit leben von unten unterzüge mit 20-30cm zu sehen?

Die wirtschaftlichkeit stellt sich nur insofern, dass du
A) entweder die verminderte Nutzlast akzeptierst und danach baust. Also potentiell ohne zementestrich, sondern mit Trockenbau Systemen und ohne viel zwischenwände. Die Details wird dir der Statiker nennen. Irgendwie hat es ja bisher gehalten. Also einfach nicht mehr Lasten einbringen.
B) die statische Ertüchtigung durchführst.
Wie oben schon geschrieben die Halbierung der stützweite durch Einsatz eines Trägers in Feldmitte. Die Alternative zum Stahlbeton wäre ein unterhalb der Decke eingesetzter Stahlträger.

Vorteil wäre der schnellere Bauablauf. Nachteil wäre die höhere Trägerhöhe und das Gewicht des Trägers muss man im Haus manipulieren können

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  •  sh3duser
14.7.2026  (#2)
Danke für die rasche und informative Antwort. Wir haben uns bereits ähnliche Gedanken gemacht.
Haus ist sonst in gutem Zustand mit 25 cm HLZ, innen trocken, wir können viel weiterverwenden - aber ja, es ist eine Kernsanierung mit allen Leitungen und einigen Wänden raus.

Nachdem Zementestrich mit FBH FBH [Fußbodenheizung] und 16mm Rohren fix ist, werden wir die statische Anpassung so wie vom Statiker empfohlen durchführen.
Wir wollen ja, dass es ordentlich für viele Jahre hält und wir nicht bei jedem schweren Kasten überlegen müssen, ob die Decke sich nicht biegt...
Und ja, der Bauablauf soll auch nicht weiter verzögert werden, also Abbruch der Decken und neue Stahlbetondecke ist keine Option.

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  •  neubau2021
14.7.2026  (#3)
Hallo,

wir sanieren gerade ebenso ein Haus mit Ziegeldecke - jedoch werden wir die Decke so belassen wie Sie ist.
Zumindest lt. Estrich Leger und Maurer sollten wir uns ber die Tragfähigkeit keine Gedanken machen.

Persönlich würde mich intressieren wieso Ihr die Decke verstärken wollt?


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  •  AndiBru
  •   Gold-Award
15.7.2026  (#4)
Hallo, grundsätzlich sollte eine Statiker wissen was er tut und du kannst ihm vertrauen. 
Ich kenne ein ähnliches Projekt und zwar wurden in Längsrichtung jede dritte eingehängte Reihe raus genommen und daquer auf 6m Länge zwei Querungen gemacht sprich ebenfalls ziegel raus. Wobei nicht geschnitten sondern gestemmt wurde, damit man die Bewehrung einbiden kann.

Bis auf die spielrei bei den Trägern war es keine große Sache da die Ziegel eh sofort zerbrechen.

Decke natürlich unterstellen und "vorspannen" also mit Druck unterstellen.

War ein interessantes Projekt und in zwei Tagen erledigt.

LG 

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  •  sh3duser
15.7.2026  (#5)

zitat..
neubau2021 schrieb:

Hallo,

wir sanieren gerade ebenso ein Haus mit Ziegeldecke - jedoch werden wir die Decke so belassen wie Sie ist.
Zumindest lt. Estrich Leger und Maurer sollten wir uns ber die Tragfähigkeit keine Gedanken machen.

Persönlich würde mich intressieren wieso Ihr die Decke verstärken wollt?

Hallo,

wir haben im EG eine Wand rausgebrochen, um eine großes Wohnesszimmer zu haben. Darüber im OG lastet die gleiche Wand und 2m daneben kommt eine 10 cm Kalksandsteinwand vom Badezimmer zu einem Kinderzimmer. Das würde diese Decke mit den dünnen 8er Eisen nicht gut vertragen (siehe Fotos von Datenblatt).
Noch dazu kommt überall Estrich mit FBH FBH [Fußbodenheizung], also keine leichte Trockenestrich-Lösung.

LG Martin


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  •  AndiBru
  •   Gold-Award
16.7.2026  (#6)
Warum machst bei der Wand keinen Träger hin? Oder war die Wand nicht tragend?

Ein Stahlträger kann schon recht schlank sein.

Oder doch tragende und Decke bricht bald ein emoji

Wie oben geschrieben, wenn ein Statiker etwas sagt, würde ich es schon machen  emoji

LG

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