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Keller-Außenwand - Anschlussbewehrung Decke ausreichend?

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
22.4. - 26.5.2026
10 Antworten | 5 Autoren 10
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Liebes Forum,

nur ein kurzer Zwischencheck, nachdem ich hier unterschiedliche Meinungen bekommen habe. Unsere Kellerwände wurden letzte Woche betoniert. Der Baumeister hat für die Bodenplatte eine externe Statik berechnen lassen, da die Platte recht kompliziert war (Duktilpfähle, Zusatzbewehrung für Rissweitenbeschränkung gem. "Weiße Wanne"). Die Außenwände sind eigentlich nichts besonderes und Standard in 30cm, zwar mit WU-Beton + Fugenblech aber eben nicht in weiße Wanne ausgeführt, da hier eine Schwarzabdichtung möglich ist.

Was mich aber wundert sind die unterschiedlichen Aussagen zur Anschlussbewehrung der Wände zur Decke. Die Wände selbst wurden mit zwei Matten bewehrt, dann wurden nach dem Betonieren oben Steckeisen reingegeben. Baumeister meint das passt und ist Standard, es gibt aber keine dedizierte Statik dafür - dann nur wieder für die Kellerdecke. Wir haben in der Familie einen SV, der meint, dass man heute eher den Anschluss mit an die Matten in der Wand macht und dann oben rausstehen lässt (kanns gerade nicht 100%ig wiedergeben). 

Kann da jemand Licht ins Dunkel bringen, was sein muss, was gängig ist, etc.?


2026/20260422275023.jpg


Die Stürtze für Fenster/Tor (talseitig) werden mit der Decke betoniert:


2026/20260422209690.jpg



2026/20260422105285.jpg


Danke & LG,
Tobi

  •  christoph1703
22.4.2026  (#1)
Ich weiß jetzt nicht was gängig ist, aber an sich muss die Bewehrung da keine besonderen Kräfte aufnehmen. Die Platte drückt senkrecht drauf, und übt keine seitlichen Kräfte aus. Die Matten rausstehen lassen wär natürlich einfacher gewesen (ein Arbeitsschritt weniger), aber statisch sehe ich kein Problem.

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  •  Hobbyplaner
  •   Silber-Award
23.4.2026  (#2)

zitat..
TobiK schrieb: dann wurden nach dem Betonieren oben Steckeisen reingegeben. Baumeister meint das passt und ist Standard

Ja, das ist bei einem EFH tatsächlich Standard. 
Bei einer Ziegelwand gibt es auch keinen Bewehrungsanschluss.

zitat..
christoph1703 schrieb: Die Matten rausstehen lassen wär natürlich einfacher gewesen

Absolut nicht. Beim Abziehen würde der Maurer vielleicht nur fluchen. Aber wenn er dann eventuell noch die überstehenden Verankerungseisen einer Elementdecke einfädeln soll, könnte es sein, dass er sogar flüchtet.


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  •  TobiK
  •   Silber-Award
23.4.2026  (#3)
Super, danke für die Erklärung! Der SV aus der Familie hatte eher mit größeren Objekten und Bauwerken zu tun, das erklärt es dann.

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
24.5.2026  (#4)

Die Decke wurde am Freitag gegossen und es zeichnet sich leider ein erster Mangel ab: wenn ich das richtig sehe, ist die Bewehrung nicht ausreichend überdeckt. Eine Messung habe ich nicht machen können, da kein Profometer vorhanden. Gutachter aus der Familie meint, dass das stark nach nicht ausreichender Überdeckung ausschaut und man das ggf. sanieren muss. 
Wenn das so von Statik/BM bestätigt wird, hat jemand Erfahrung, wie man da mehr Überdeckung drauf bekommt?

2026/20260524175354.jpg  

2026/20260524950256.jpg
 


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  •  Elohtihs
25.5.2026  (#5)
Die Bewehrung (oberbewehrung) wurde doch vorher schon gelegt und eingebunden oder?

Also wenn Ober-Unterbewehrung drinnen ist und auch noch Zusatzbewehrung dazukommt muss man bei den Schlangen (Höhenabstandhalter) Reduzieren. Wir gingen immer vor dem Betonieren mit dem Laser eine Kontrollrunde. 

Auf den Bildern sieht man wirklich schön die AQ Matten Muster. Ist die Decke weit gespannt oder sind Säulen, Wände, etc drinnen? 

PPS es sieht sehr Oberflächlich trocken aus. Wässern nicht vergessen da die Schwindrisse sonst hässlich werden. 

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
25.5.2026  (#6)
Ja, untere und obere Bewehrungslage ist natürlich drin. Außerdem jede Menge Zusatzbewehrung. 
Wir haben uns gestern noch Bilder und Videos vom Betonieren angeschaut, da sah die Überdeckung eigentlich gut aus, das konnte man anhand dem Einsinken dee Gummistiefel ganz gut erkennen. Mit dem Laser wurde das aber vermutlich nicht geprüft.
Für mich schaut es fast so aus, dass die zusätzliche Höhe der Zusatzbewehrung das Problem verursacht, da wurde wohl nichts reduziert:


2026/20260525186828.png
BM und Statiker schauen sich das morgen an. Schauen wir dann mal, was bei rauskommt... Zumindest Claude meint, dass das statisch kein Problem ist, solange die Deckenstärke korrekt ausgeführt ist. Wegeb Feuchtigkeit und Korrision ists bei Geschossdecken zwischen zwei beheizten Etagen wohl auch nicht problematisch.


Große Spannweiten gibt es in den betroffenen Bereichen nicht, die höchste ist 4,22m. Die Garagenunterkellerung mit 3,7 * 7,3m ist nur an einem kleinen Teil betroffen. Alle Innenwände sind tragend mit 25cm Ziegel ausgeführt.
Wir habens fast durchgängig gewässert, be dem Wetter ist das Wasser fast instant weg.


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  •  TobiK
  •   Silber-Award
25.5.2026  (#7)

Ich habe es jetzt nicht abwarten können und ein Gerät zur Lokalisierung von Eisen organisiert. An den optisch auffälligen Stellen ist die geringste Überdeckung ca. 1cm. Gegenprobe mit den jeweils 90 Grad versetzten Eisen der AQ70-Matte hat 1,6-1,7cm ergeben, die Erkennung scheint also jetzt nicht allzu schlecht zu sein.


2026/2026052565811.jpg



2026/20260525464283.jpg
 


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  •  TobiK
  •   Silber-Award
26.5.2026  (#8)
So, BM hat mit Statiker gesprochen, die Stellen mit Unterdeckung werden mit PCC-Mörtel verstärkt, sodass sie auf 2cm Mindestdeckung kommen. Statisch dürfte das irrelevant sein.

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  •  precision
  •   Bronze-Award
26.5.2026  (#9)
Üblicherweise gibt es einen Bewehrungsplan mit Eisenlisten und Biegeplan.

Und es gibt nach dem Schalen und Bewehren eine Bewehrungsbeschau durch einen Sachkundigen (Bauleiter, Statiker, ZT,...).
Somit sollten grobe Schnitzer da schonmal auffallen und sind sie auch haftbar.

Betonüberdeckung sollte natürlich eingehalten werden - keine Frage.
Aber eine Raketenwissenschaft ist Stahlbeton auch nicht.

In dem Fall ist das aber an der Oberseite. Ich erkenne da jetzt nicht genau um welchen Bauteil es sich handelt und wie da der Momentenverlauf ist (Ausnahmen wären zB Durchstanzbewehrung oder Kragträger, wäre die Bewehrung oben wesentlich), dass die untenliegende Bewehrung im Wesentlichen die Kräfte aufnimmt.

Warum die Matte da oben das Muster hat - keine Ahnung. Vielleicht einmal mit dem Rüttler an der Matte oben angekommen und der Beton macht so Muster?

Schlaflose Nächts bereitet mir das jetzt aber nicht.

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
26.5.2026  (#10)
Danke für dein Feedback @precision ! Der Bewehrungsplan war jetzt nicht so komplex für mein Verständnis und das hat auch prinzipiell gepasst - allerdings wurde bei den Abstandshaltern wohl teilweise nicht ganz sauber darauf geachtet, dass die an den Zulagen eingeschnitten wurden und so sauber auf der unteren Bewehrungslage aufliegen. Da wird dann wohl nicht mehr viel Puffer gewesen sein + ggf. wie du schreibst mit dem Rüttler drangekommen.

Die Stellen, an denen die Matten zu wenig Überdeckung haben, sind im Feld / Deckenbereich und nicht über Auflagern o.ä. und statisch laut Statiker nicht problematisch. Um die normgerechte Überdeckung zu erreichen kommt jetzt an den betroffenen Stellen dann eben noch 2cm PCC dazu.

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