« Baurecht

Verjährung einer Rechnung [W]  teilen

18.7. -26.7.2026    21 Antworten    10 Autoren 21 2026-07-26T18:41:46+02:00    1 Empfehlungen

Zusammenfassung
  •  Stefan1230
  •  [W]
  •  [Wien]
18.07.2026
22
Liebe Community. 

Folgendes Anliegen. Vll kennt sich wer aus. Bei meinem Haus wurde mit der Schlussrechnung im Februar 2022 das Bauvorhaben defacto abgeschlossen. Es wurden jedoch im märz noch der Estrich verlegt ( war eigentlich im Werkvertrag nicht so vereinbart). Ebenso wurden noch Gartenmauer und Brandschutztür im Juni 2022 fertig gemacht. Rechnung für Estrich, Gartenmauer und Tür wurde dann Mitte April 2023 mir zugestellt. Habe dann den BM noch mit ein paar Fragen zu der Rechnung befragt. Es kam nie eine Antwort. Die Fertigstellung habe ich aufgrund dass sich niemand gemeldet hat, von einer anderen Baufirma durchführen lassen ( Bauführer Wechsel). Abnahme durch die Baufirma die alles gebaut hat, hab es nie. Bin seit Juni 2022 Hauptwohnsitz im Haus gemeldet. 

Jetzt nach über 3 Jahren kommt der Baumeister und will das ich die Rechnung aus April 2023 bezahle. 

Was ist eure Meinung dazu? Verjährt? 
Macht es einen Unterschied dass es keine Annahme gab? 

Danke für die Hilfe. 

Lg

  •  Lu1994
  •   Silber-Award
18.7.2026  (#1)
Normalerweise sind's 3 Jahre in denen er Zeit hat die Forderung zu stellen, bzw bei Gericht einzuklagen

Ich würd mim Rechtsschutz reden, aber ich meine rechtlich solltest du dein raus sein

Ansonsten kann man ja etwaige Mängel ansprechen, dann gibt er vielleicht von selbst Ruhe

1
  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
18.7.2026  (#2)
Gestellt hat er die Forderung ja. Redet euch aus obs wegen irgendwelcher Mängel einen Rabatt gibt und fertig. Sonst behalt was ein und zahl unter Vorbehalt einen Teil der dir fair erscheint.

Garnicht zahlen ist wohl ein lächerlicher Ratschlag für eine Leistung die erbracht und abgerechnet worden ist, weil man "noch Fragen hatte". Da wird vor Gericht wohl nur ein Ergebnis herauskommen und zwar bezahlen zzgl Anwaltskosten.

1
  •  Stefan1230
18.7.2026  (#3)
Danke vorerst für die Antworten. 

Rein rechtlich sehe ich es auch so dass die Rechnung verjährt ist und somit nicht mehr einklagbar. Weil ja die 3 Jahres Frist überschritten ist und die Rechnung so und so zu spät ( 9 Monate nach letzten Arbeiten) gelegt wurde. 

Mir geht es im Grunde darum ob ich nach den ganzen Streitereien jetzt klein bei geben soll und es bezahlen soll. Hab da eine gewisse Vorgeschichte wo es meinerseits schon mehrmals dazu kam dass einige Mängel angesprochen wurden und die im Grunde dann entweder nicht ausgebessert wurden oder ich keine Antwort bekam. 



1


  •  Stefan1230
19.7.2026  (#4)

zitat..
MalcolmX schrieb:

Gestellt hat er die Forderung ja. Redet euch aus obs wegen irgendwelcher Mängel einen Rabatt gibt und fertig. Sonst behalt was ein und zahl unter Vorbehalt einen Teil der dir fair erscheint.

Garnicht zahlen ist wohl ein lächerlicher Ratschlag für eine Leistung die erbracht und abgerechnet worden ist, weil man "noch Fragen hatte". Da wird vor Gericht wohl nur ein Ergebnis herauskommen und zwar bezahlen zzgl Anwaltskosten.

Ja mit Rabatten hat er es nicht so leider. Da kommt man sicher eher veräppelt vor. Also ich bin mir sicher,dass wenn es bei Gericht landen sollte, eine kurze Verjährungseinrede per Post an das Gericht, die Sache schnell erledigt. 

Das mit dem Einzahlen eines Teiles ist glaub ich schwierig da es die Verjährung wieder aushebeln würde. 




1
  •  PhilippG
  •   Bronze-Award
21.7.2026  (#5)
Rechtlich kann ich nix sagen. Aber wenn er die Arbeit gemacht hat finde ich es irgendwie schräg nicht dafür zahlen zu wollen. 

1
  •  Akani
22.7.2026  (#6)

zitat..
Stefan1230 schrieb: mit Rabatten hat er es nicht so leider.

Finde solche Sätze immer etwas schwer.
Wenn der Preis gut und Fair ist, nicht überzogen. Brauchst auch keinen Rabatt.
Bei uns wird auch auf den EK aufgeschlagen, da ist dann automatisch rabattiert. 


1
  •  christoph1703
22.7.2026  (#7)

zitat..
Akani schrieb: Wenn der Preis gut und Fair ist, nicht überzogen. Brauchst auch keinen Rabatt.

Oder um die Baumarktwerbung zu zitieren:

Wer Rabatte gibt, war vorher zu teuer. 


1
  •  Stefan1230
22.7.2026  (#8)
Ich meine mit Rabatten natürlich ""Nachlass"...

Bsp:
Würde es ja so sein dass ich im Angebot mit einem "Rabatt" bezüglich Preis/m³ Erdaushub und Menge schon schön geködert wurde.

Weil bei der Abrechnung dann auf einmal 17€ abgerechnet wurden statt den angebotenen 9,50€ und statt 100m³ Schätzung auf einmal 800m³ abtransportiert wurden. 

So schnell kommt man dann mit einigen anderen Nebengeräuschen auf fast 40.000 Euro Mehrkosten welche auf einmal entstanden sind obwohl sie vermeidbar oder voraussehbar waren. 

Und dann einen "großzügigen" Nachlass idh von 11.000 € bekommen habe.
🙃🙂


1
  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
23.7.2026  (#9)
Da hast du die Angebote aber auch nicht professionell geprüft. 
Firmen machen sowas ganz bewusst wenn die Anfragen zu unkonkret sind. Diskrepanzen in der Größenordnung sollten vor Vertragunterzeichnung gelöst sein.

1
  •  bautech
  •   Gold-Award
23.7.2026  (#10)

zitat..
MalcolmX schrieb:

Da hast du die Angebote aber auch nicht professionell geprüft. 
Firmen machen sowas ganz bewusst wenn die Anfragen zu unkonkret sind. Diskrepanzen in der Größenordnung sollten vor Vertragunterzeichnung gelöst sein.

Aber der Unterschied von 9,50/m3 auf 17/m3 sollte irgendwie erläutert werden - und zwar durch die Baufirma. Und so dass es auch für einen Laien nachvollziehbar ist... das dürfte hier nicht passiert sein.
Außerdem gibts noch die Hinweispflicht falls Positionen des Angebots (insofern es denn eines war) größer gleich 20% nach oben tendieren... dürfte auch nicht passiert sein.
Ein bisserl ein G'schmäckle hat das Ganze schon...


1
  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
23.7.2026  (#11)
Ja ohne Frage. Aber in dem Fall kaum über ein Foeum abschließend erklärbar bzw ein sinnvoller Rat möglich.

2
  •  neubau2021
23.7.2026  (#12)

zitat..
Akani schrieb:

Bei uns wird auch auf den EK aufgeschlagen, da ist dann automatisch rabattiert.

Finde ich gut - ich verstehe noch immer nicht wieso alle Gewerke große Margen auf das Material haben wollen.
Es geht doch um die Dienstleistung - welche auch gerne was kosten darf wenn die Qualität passt - das Material bekommst in jedem Online Shop auch...
Für uns (IT Branche) ist das Material mehr oder weniger ein Durchlaufposten welcher gerade mal den Aufwand deckt.


1
  •  Lu1994
  •   Silber-Award
23.7.2026  (#13)

zitat..
neubau2021 schrieb:

──────..
Akani schrieb:

Bei uns wird auch auf den EK aufgeschlagen, da ist dann automatisch rabattiert.
───────────────

Finde ich gut - ich verstehe noch immer nicht wieso alle Gewerke große Margen auf das Material haben wollen.
Es geht doch um die Dienstleistung - welche auch gerne was kosten darf wenn die Qualität passt - das Material bekommst in jedem Online Shop auch...
Für uns (IT Branche) ist das Material mehr oder weniger ein Durchlaufposten welcher gerade mal den Aufwand deckt.

Ja gut, IT ist auch das Paradebeispiel für as a Service, da macht man das Geld mit laufenden Verträgen für Betrieb, Wartung etc

Ist bei uns auch so, Kubernetes Cluster sind nicht teuer, wir verdienen auch mit der Arbeitszeit


1
  •  neubau2021
23.7.2026  (#14)

zitat..
Lu1994 schrieb:

Ja gut, IT ist auch das Paradebeispiel für as a Service, da macht man das Geld mit laufenden Verträgen für Betrieb, Wartung etc

Ist bei uns auch so, Kubernetes Cluster sind nicht teuer, wir verdienen auch mit der Arbeitszeit

Das mag sein - aber hier gibt es auch keine Stundensätze von € 70,- (hab gerade nachgesehen was mir mein Elektriker (Regie) verrechnet hat).
Ich persönliche würde höhere Sätze und dafür weniger Aufschlag beim Material bevorzugen...




1
  •  Stefan1230
24.7.2026  (#15)

zitat..
bautech schrieb:

──────..
MalcolmX schrieb:

Da hast du die Angebote aber auch nicht professionell geprüft. 
Firmen machen sowas ganz bewusst wenn die Anfragen zu unkonkret sind. Diskrepanzen in der Größenordnung sollten vor Vertragunterzeichnung gelöst sein.
───────────────

Aber der Unterschied von 9,50/m3 auf 17/m3 sollte irgendwie erläutert werden - und zwar durch die Baufirma. Und so dass es auch für einen Laien nachvollziehbar ist... das dürfte hier nicht passiert sein.
Außerdem gibts noch die Hinweispflicht falls Positionen des Angebots (insofern es denn eines war) größer gleich 20% nach oben tendieren... dürfte auch nicht passiert sein.
Ein bisserl ein G'schmäckle hat das Ganze schon...

Bin ganz deiner Meinung....

Es kam nie zu einer Erklärung/Erläuterung. Ganz im Gegenteil. Sie haben auf Fragen nie richtig geantwortet...

zitat..
MalcolmX schrieb:

Da hast du die Angebote aber auch nicht professionell geprüft. 
Firmen machen sowas ganz bewusst wenn die Anfragen zu unkonkret sind. Diskrepanzen in der Größenordnung sollten vor Vertragunterzeichnung gelöst sein.

Naja ich bin kein Profi am Bau. Ich weiß nicht was da na erde rauskommt wenn man eine Baugruppe in der Tiefe von x rausgeht. Das sollte der Baumeister/Bauleiter eher abschätzen können. Angeboten war m³ Menge zu diesem Preis. 

Und ich weiß auch nicht wo ich das preislich Anfragen sollte. Weil Transport und Entsorgung auch wieder getrennt voneinander passieren und da zuviel Faktoren mitspielen. 

Für mich kommt es so rüber als wurde ich ein bisschen gelockt....wie die Maus in die Mausefalle. Und sowas kann ich partout nicht leiden.




1
  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
24.7.2026  (#16)
Ja das klingt so.
Ohne Fachkenntnis plädiere ich allerdings immer für eine professionelle Baubegleitung. Das kostet im Vergleich zu all den Problemchen "nix".

Klar, wenn alles glatt läuft, hat man das Gefühl 20k€ oder was auch immer es ausmacht sind rausgeworfenes Geld.

1
  •  MiMo2402
  •   Bronze-Award
24.7.2026  (#17)


1
  •  Akani
26.7.2026  (#18)
Margen aufs Material deshalb, weils in  ner guten Firma ein eigenes Materiallager haben. Das muss auch gepflegt werden. 
Die Leute können das Material einfach frühs einpacken und was über bleibt kommt zurück. Hier erspart dir auch dass warten auf Lieferung.
Gerade im Heizungs und Sanitärbereich gibt's einfach zu viele Diverse Teile.
Ohne Material wären wahrscheinlich ca 20% höhere Löhne notwendig 

1
  •  bautech
  •   Gold-Award
26.7.2026  (#19)

zitat..
Akani schrieb: Margen aufs Material deshalb, weils in  ner guten Firma ein eigenes Materiallager haben. Das muss auch gepflegt werden. 

Da bin ich vollinhaltlich dabei... Aber genau bei dem Material, welches aus dem Lager kommt.
Mein spülrandloser V&B-Flachspüler liegt selten dort rum, ebenso wenig die Handwaschbecken oder die Polygonalbadewanne die der Insti (genau wie ich auch) im Großhandel bestellt und auf die Baustelle liefern lässt... daher seh ich dort die Aufschläge nur bedingt ein.
Und ich habs schon 2011 geschafft, genau das (alles an Installationsmaterial kommt von ihm, die San-Gegenstände stelle ich bei und er baut ein) mit einer kleinen, regionalen Firma umzusetzen.
War im Vorfeld gar nicht so schwer 😉


1
  •  ds50
  •   Gold-Award
26.7.2026  (#20)

zitat..
Akani schrieb: Die Leute können das Material einfach frühs einpacken und was über bleibt kommt zurück. Hier erspart dir auch dass warten auf Lieferung.

Ah das erklärt die gute halbe bis dreiviertel Stunde, die ich meinem Installateur fast jeden Tag in der Früh zahlen musste, obwohl die Firma in Sichtweise ist... 🤡


1
  •  neubau2021
26.7.2026  (#21)

zitat..
Akani schrieb:

Ohne Material wären wahrscheinlich ca 20% höhere Löhne notwendig

Wenn ich das Material um den Internet Preis (oder auch etwas drüber bekomme) kann er auf die Arbeitszeit gerne 20% - 30% mehr aufschlagen.
wäre mir sogar lieber :) 


1


Beitrag schreiben / Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

Nächstes Thema: Oö - Industrieanlage auf Fremdgrund über Servitut - zulässig?