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HRDS+ und Kühlung teilen

25.6. -27.6.2026    5 Antworten    4 Autoren 5 2026-06-27T22:40:54+02:00    2 Empfehlungen
  •  gandi
25.06.2026
7
Hallo,

Ich bin in den finalen Zügen der Planung für unserer KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] und habe mich schon dazu entschieden, einen HRDS+ zur Entfeuchtung einzubauen. Die Frage vor der ich jetzt stehe ist, ob es Sinn macht diesen auch für die Kühlung einzusetzen und somit alle Zuluft-Rohre sowie die Verteilbox zu isolieren. Einerseits denke ich mir, wenn ich das Gerät schon habe möchte ich es für alles nutzen können - andererseits graut mir davor alle Wickelfalz-Rohre und auch die Combi Verteilbox zu dämmen. Was ist eure Meinung? Macht die Kühlfunktion des HRDS+ Sinn?

Hier noch die Eckdaten zu unserem Haus:
  • Wir bauen in Holz-Massiv Außen- und Innenwände (CLT)
  • Die Verrohrung ist nicht in einer abgehängten Decke (alle Decken sind Sichtqualität) sondern läuft im DG entlang der Außenseite im Kniestock und wird dort verblendet dass sie unsichtbar ist (bis auf den Technikraum)
  • Wir heizen und kühlen mittels Erdwärmepumpe/RGK und FBH FBH [Fußbodenheizung] (keine BKA BKA [Betonkernaktivierung] weil keine Beton-Decke oder Wand)
  • Klimaanlage oder Fan Coils gibt es keine extra

Danke für eure Hilfe,
Andreas

  •  leitwolf
  •   Gold-Award
25.6.2026  (#1)
Das Thema Kondensationsvermeidung ist ein sehr interessantes Thema, das mich schon eine Weile beschäftigt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
-diffusionsdicht und luftdicht dämmen
-für innerhalb einer Zwischendecke oder Vorsatzschale verlegte Leitungen eine kleine Zuluftöffnung und eine Ausströmung vorsehen, um den Luftraum um die Rohre trocken zu halten
-die Luftleitungen luftdicht und mit geeigneten Materialen (diffusionsoffen und kapillaraktiv) dämmen und verkleiden >>ähnliche Aufgabenstellung wie bei Innendämmung von Außenbauteilen

Wie man oberhalb des Taupunkts bleiben kann, das hat Murphy08 in diesem Beitrag erläutert: https://www.energiesparhaus.at/forum-hrds-kwl-entfeuchtung-kuehlung-einbau-optimierung-parametrierung/83636_6#930842

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  •  Murphy08
27.6.2026  (#2)
ob es Sinn macht oder nicht kommt am ehesten darauf an, ob die Kühlleistung der Flächen ausreicht oder nicht.

Speziell wenn keine Deckenkühlung vorhanden ist, und es eine wärmere Gegend ist, würd ich mir schon Sorgen machen, ob die Kühlung nur mit der FBH FBH [Fußbodenheizung] ausreicht.
Am ehesten würd ich gleich auch noch Deckenkühlung mit einplanen. Angenehmer als mit der Decke kann man eh nicht kühlen.
Dann wird es auch keine oder nur wenig zusätzliche Luftkühlung benötigen. Da ist dann nur mehr Entfeuchtung empfehlenswert, um ein Top Raumklima zu erreichen.

Rechnerisch ist das Ganze halbwegs gut abschätzbar, aber wir sind da auch gerade an einem Projekt dran, um die Praxis-Möglichkeiten sehr deutlich nachzuweisen:
- nur FBH FBH [Fußbodenheizung] Kühlung
- der Rest der Kühlleistung wird durch sehr großzügig ausgelegte Lüftungsverrohrung mit Umluft erbracht:

https://www.energiesparhaus.at/forum-sanierung-umbau-ferienhaus-mit-kwl-entfeuchtungkuehlung-fotodoku/84511_2#921508

(leider etwas hinter zeitplan, heuer im Sommer wird sich ein erster Betrieb nicht mehr ganz ausgehen...)

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  •  gandi
27.6.2026  (#3)
Danke. Deckenkühlung wird bei mir nichts weil die Decke CLT in Sichtqualität ist (ich weiß es gibt auch Aktivierung im Holz aber das machen wir nicht).

Von daher ist die Frage berechtigt, ob die Kühlleistung der FBH FBH [Fußbodenheizung] ausreicht, ich fürchte das merken wir aber erst wenns zu spät ist. Deshalb frag ich mich ob jemand den HDRS+ auch im bewusst zum Kühlen einsetzt.

Inzwischen denke ich mir aber, ob es nicht zu viel Aufwand wird alle Zuluft-Leitungen und die Verteilerbox zu dämmen und werde es wohl eher nur zum "leichten" Kühlen nutzen.


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  •  Murphy08
27.6.2026  (#4)

zitat..
gandi schrieb: Deshalb frag ich mich ob jemand den HDRS+ auch im bewusst zum Kühlen einsetzt.

Die meisten Installationen, setzen bisher eher nur eine moderate Kühlunterstützung ohne isolierte Rohre.
@manuon tobt sich auch ziemlich mit der Kühlfunktion aus, aber bin mir nicht sicher ob mit oder ohne Rohr-Isolierung?!

Wie gesagt unser Test-Projekt mit voller Umluft- und Kühl-Ausnutzung wird leider eher erst nächsten Sommer gute Messwerte abliefern.


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  •  manuon
27.6.2026  (#5)
Na da geb ich doch gleich mal meinen Senf dazu 😁

Also ich kühle unser Massivhaus hauptsächlich passiv über FBH FBH [Fußbodenheizung] und im Dachgeschoss habe ich zusätzlich noch die mittig liegenden Tragwände mit aktiviert.

Dazu kommt die unterstützende Kühlung über HRDS+.

Meine Lüftungsrohre sind diese klassischen DN75 Kunstoffrohre mit den Rippen - nicht gedämmt.

Gerade ist ja ne wahnsinns Zeit um das System hier wirklich an die Grenzen zu bringen. Seit Tagen oder eher Wochen sehr hohe Temperaturen und Schwüle draußen.

Ich hab hier im Haus aktuell angenehme 21,7 Grad im Schnitt bei 50% rel. LF.

Dieser Monat bis jetzt, 1,2 MWh Wärme in den RGK RGK [Ringgrabenkollektor] übertragen. Der geht schon gut hoch, inzwischen auf ca. 16 Grad Eingang. Da wird die HRDS auch ihren Teil dazu beigetragen haben, denn die führt ihre Energie am Ende ja ebenfalls in die Sole ab. RGK also auf jeden Fall etwas größer dimensionieren und tiefer eingraben würde ich empfehlen.

Nun muss ich sagen, die HRDS läuft bei mir ohne Umluft. Die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] in Standard bei so um die 200 m3/h. Ich steuere das 0-10V Ventil zur Regulierung der Luftaustrittstemperatur extern (noch) über einen Controller in NodeRed basierend auf den diversen Taupunktwerten die ich über KNX aus den Haus reinbekomme auf 2K Taupunktabstand.
Würde eher 3-4 empfehlen! Aber das muss jeder selber anhand der Einbausituation und seiner Messtoleranzen beurteilen.
Damit fährt die HRDS dann mit 500-700 Watt Kühlleistung bei 13 Grad AirOut und bei höherem Luftdurchsatz auch gerne mal mit gut 1 kW.

Die passive Kühlung über die Flächen liegt so in den letzten Tagen im Schnitt bei 3,5 kW.

Würde ich die Rohre heute dämmen? Nein.
Aufwand/Kosten stehen aus meiner Sicht in keinem Verhältnis. Ich hab die KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] hier komplett in Eigenleistung gemacht. Das alles noch diffusionsdicht dämmen wär für mich zu viel gewesen. Hätte ich auch platztechnisch nimmer unterbekommen.
Spielt die HRDS bei der Kühlung nun eine Rolle und würde ich den 0-10V Ventilumbau wieder machen? Absolut! Tatsächlich wirken sich die paar hundert Watt Kühlleistung mehr auf den Wohnkomfort aus als gedacht. 


Ich hab die Steuerung inzwischen so gebaut das die HRDS bei fehlendem Entfeuchtungsbedarf weniger Entfeuchtungsleistung fährt um einfach lange Laufzeiten für die Kühlungsunterstützung zu haben. Es macht tatsächlich nicht viel Unterschied in der Raumtemperatur - also eher im Bereich so 0,1-0,3 Grad je nach Raum - aber, ich und meine Frau merken schon deutlich wenn es fehlt!

Nach dem Wärmetauscher der KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] war die Lufttemperatur heute um 15 Uhr bei 24,9 Grad und wäre so auch ins Haus geblasen worden, dank HRDS warens stattdessen halt 13 Grad.
Man fühlt einfach dieses leichte erfrischende Lüftchen, im Bett, auf der Couch, im Büro. Das fehlt schon spürbar wenn die HRDS aus ist. Meine Frau ist da immer mein Barometer um meinen Placeboeffekt auszugleichen, die merkt das sofort :D

Also es ist jetzt nicht der Gamechanger, die Kühllast muss schon über die Flächen gedeckt sein und die Verschattung muss laufen, aber es ist eine sehr gute Ergänzung. Und was Entfeuchtung angeht, absoluter Traum! Aus meiner Sicht macht die passive Kühlung auch nur mit Entfeuchtung wirklich Sinn. Ich nehms aktuell mit nem Split-Klima klimatisierten Haus auf - nur ohne Lärm, Kästen an den Wänden und bei perfekter Luftfeuchte 😁

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