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Finanzierung - wie würdet ihr vorgehen? teilen

31.8.2026     2 Antworten    2 Autoren 2 2026-08-31T19:55:29+02:00
  •  one4000
31.08.2026
2
Hallo zusammen,

wir sind ziemlich unsicher, wie wir bei unserer Finanzierung am besten vorgehen sollen und würden uns über Ratschläge freuen.  
Wir planen einen Neubau im Burgenland und befinden uns aktuell im Einreichungsprozess. Baubeginn wäre voraussichtlich im Frühjahr 2027.
 
Unser Grundstück ist bereits vorhanden. Zusätzlich haben wir aktuell 180.000 € Eigenkapital und rechnen mit einer Wohnbauförderung des Landes Burgenland von ungefähr 55.000 €. Der verbleibende Finanzierungsbedarf für unser Projekt würde somit bei 275.000 € liegen. Unser aktuelles gemeinsames Nettoeinkommen beträgt 80.000 € pro Jahr inkl. Sonderzahlungen.
 
Der Knackpunkt ist, dass ab Jänner 2027 ein Einkommen wegfällt, da das Kinderbetreuungsgeld ausläuft. Es ist noch nicht ganz absehbar wann wir mit einem regelmäßigem zweiten Gehalt rechnen können (Karenz läuft noch bis 2028, aber die Familienplanung geht weiter...)
Deshalb würden wir die Finanzierung sehr gerne noch heuer abschließen, solange unser aktuelles Einkommen noch besteht, in der Hoffnung bessere Konditionen zu bekommen.
 
Gleichzeitig können wir die Wohnbauförderung erst nach Erhalt der Baubewilligung beantragen. Die endgültige Förderungszusage werden wir daher erst nächstes Jahr bekommen. Jetzt hätten wir also nur eine Vorberechnung der voraussichtlichen Förderhöhe direkt vom Land Burgenland. 
 
Unser Finanzberater meinte, dass es noch zu früh ist zur Bank zu gehen, da man für die Finanzierung ungefähr 80 % der Kosten bzw. Gewerke bereits überblicken bzw. entsprechende Angebote vorliegen haben sollte. Da wir alles selbst vergeben, viel Eigenleistung erbringen und gerade erst angefangen haben mit Ausschreibungen führ den Rohbau/Fenster/Dach etc sind noch nicht besonders viele Angebote vorhanden, das wird sich aber hoffentlich in den nächsten Wochen ändern. 
 
Zu meiner eigentlichen Frage: wann würdet ihr in unserer Situation zur Bank? Reicht Einreichplan, Kostenschätzung anhand der Angebote für die größten Gewerke und Vorberechnung der Wohnbauförderung, um die Finanzierung abzuschließen?
 
Wir machen uns gerade einen ziemlichen Stress, obwohl wir mit dem Bau selber keinen Stress haben, und würden die Finanzierung gerne alsbald "elredigen"... ich weiß nur nicht, ob das so auch wirklich funktioniert :D
 
Danke euch schonmal für die Tipps! 


Liebe Grüße 

  •  MalcolmX
  •   Gold-Award
31.8.2026 19:38  (#1)
Kinderbetreuungsgeld zählt nicht als Einkommen imho...

1
  •  LiConsult
  •   Gold-Award
31.8.2026 19:55  (#2)

zitat..
one4000 schrieb: Der Knackpunkt ist, dass ab Jänner 2027 ein Einkommen wegfällt, da das Kinderbetreuungsgeld ausläuft. Es ist noch nicht ganz absehbar wann wir mit einem regelmäßigem zweiten Gehalt rechnen können (Karenz läuft noch bis 2028, aber die Familienplanung geht weiter...)
Deshalb würden wir die Finanzierung sehr gerne noch heuer abschließen, solange unser aktuelles Einkommen noch besteht, in der Hoffnung bessere Konditionen zu bekommen.

da es sich beim Kinderbetreuungsgeld um eine Transferleistung (die daher nicht pfändbar ist) handelt, würde diese bei der Erfüllung der regulatorischen Vorgaben auch bei einer zeitnahen Finanzierungseinreichung in vielen Fällen nur sehr eingeschränkt berücksichtigt werden können. Dazu gibt es je nach Institut unterschiedliche Regelungen (beispielsweise das Ansetzen von 50% des Karenzgeldes wenn die Tätigkeit davor eine Vollbeschäftigung war bzw. 100% bei Teilzeitbeschäftigung oder überhaupt die volle Anrechnung bei bankseitiger Annahme, dass (mit Bestätigung des Kreditnehmers) die Tätigkeit künftig im Ausmaß von x und der Bezahlung von y erfolgen wird). Viele unterschiedliche Sichtweisen je nach Bank.

In weiterer Folge wird es stark davon abhängen, wie hoch das Erwerbseinkommen des zweiten Kreditnehmers aussieht, um sowohl in der Haushaltsrechnung wie auch bei der Kalkulation des DSTI ausreichende Werte zu bekommen.

zitat..
one4000 schrieb: Jetzt hätten wir also nur eine Vorberechnung der voraussichtlichen Förderhöhe direkt vom Land Burgenland.

was auch in Ordnung ist. Wichtig für die Bank im Vorhinein zu wissen ist, um welches Förderdarlehen (rückzahlbar, nicht rückzahlbar, Annuitätenzuschuss, etc.) es sich handelt. Wenn es sich beispielsweise um ein rückzahlbares Darlehen handelt, dann wird dieses in Abhängigkeit der zeitlichen Beanspruchung vielleicht sogar zwischenzufinanzieren sein - hängt halt von eurem Bauzeitplan ab.

zitat..
one4000 schrieb: Unser Finanzberater meinte, dass es noch zu früh ist zur Bank zu gehen, da man für die Finanzierung ungefähr 80 % der Kosten bzw. Gewerke bereits überblicken bzw. entsprechende Angebote vorliegen haben sollte.

da hat er Recht - wesentlich für eine Finanzierungszusage ist jedenfalls ein Einreichplan (der spätestens für die Ausstellung der Kreditvertragsunterlagen bewilligt sein sollte). Sollten sich im Laufe der Finanzierungseinreichung planerisch (dem Umfang der Wohnfläche nach) noch Änderungen ergeben, so sind diese zeitnah unbedingt der Bank mitzuteilen, da die bankinterne Immobilienbewertung zur Erfassung der Beleihungsquote auch auf Basis der übermittelten Flächen erfolgt.

zitat..
one4000 schrieb: Da wir alles selbst vergeben, viel Eigenleistung erbringen und gerade erst angefangen haben mit Ausschreibungen führ den Rohbau/Fenster/Dach etc sind noch nicht besonders viele Angebote vorhanden, das wird sich aber hoffentlich in den nächsten Wochen ändern.

wichtig wird auch hier sein, dass die jeweils bankinternen Auszahlungskontrollen einzuhalten sind - und diese sehen die Auszahlung nach Rechnungslegung im Ausmaß von oftmals zumindest 70% (eher mind. 75%) der Kreditvaluta vor (Thema Eigenleistung). Nachdem ihr einen komfortablen Eigenkapitalpolster habt, kann man im konkreten Fall jedoch schön "jonglieren". 

zitat..
one4000 schrieb: Reicht Einreichplan, Kostenschätzung anhand der Angebote für die größten Gewerke und Vorberechnung der Wohnbauförderung, um die Finanzierung abzuschließen?

ergänzend Gesamtkostenaufstellung, Bau- und Ausstattungsbeschreibung, Eigenmittelnachweis, etc.. Für das Abschließen (im Sinne einer Unterschrift auf dem Kreditvertrag) muss jedenfalls wie oben erwähnt der Einreichplan bewilligt sein.
Wenn ihr euch "nur" eine Finanzierungszusage holt, so ist diese in manchen Fällen "länger" gültig (bis zu 3 Monate). Falls es ein Institut ist, dass die Konditionengültigkeit nicht ebenfalls so lange ausspricht, muss man halt schauen, wie dann die Marktzinsen aussehen.

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