Liebes Forum,
ich melde mich hier aufgrund einer Empfehlung eines Kollegen, der euch als stiller Mitleser höchste Kompetenz attestiert
😁, und weil ich selbst mit den Überlegungen nicht so richtig weiterkomme.
Es geht um ein EFH in 1140 Wien, Baujahr 1972, und dessen Heizung. Dieses verfügt über zwei Wohneinheiten (EG und OG) mit 1x ca. 70 und 1x ca 95 m2 und eine angebaute Garage im Halbstock. Bewohnt wird dieses Haus derzeit von zwei Personen (eine je Wohneinheit), wobei für die Überlegungen vier Personen berücksichtigt werden. Geheizt wird mit einem alten Gaskessel von 1989, Warmwasser wird mit diesem ebenfalls erwärmt und in einem Speicher von ca. 300 l, vermutlich von 1972, gespeichert. Im Haus selbst sind in den tatsächlich beheizten Räumen großteils große Typ 20-Heizkörper verbaut, in den Badezimmern Bodenschlangen und Typ 10-Heizkörper. In der Küche im OG sowie in der Waschküche (ist auch ein Durchgangskeller) sind alte Plattenheizkörper verbaut.
Energetisch gesehen verfügt das Haus über doppeltverglaste Fenster aus ca. 1998 mit einem U-Wert von 1,6 W/m2K. Weiters ist der Dachboden mit 14 cm Styropor bzw. im Randbereich mit Mineralwolle gedämmt. Die angebaute Garage könnte beheizt werden, wird es aber nur wenn die Temperatur unter 5 Grad fallen würde. Das ganze Haus ist aus 25er Ziegel gebaut.
Der Gasverbrauch wird in diesem Fall niemand wundern, denn der bewegt sich zwischen 40.000 und 45.000 kWh im Jahr. Anzumerken ist hier, dass ich über den Gasverbrauch im sommer näherungsweise das Warmwasser herausgerechnet habe. Das sind auf das Jahr gerechnet ca. 8.000 kWh - vermutlich allerdings nicht verbrauchsbedingt, sondern der Ineffizienz des gesamten Systems geschuldet.
Nachdem das ganze System mittlerweile mehr als in die Jahre gekommen ist stellt sich die Frage, wie es hier weitergeht. Ideal und wünschenswert wäre natürlich der Umstieg vom Gas auf eine umweltfreundliche Heizform. Fernwärme ist laut Rückmeldung der Wiener Netze nicht möglich. Daher ist der nächste Gedanke eine Wärmepumpe.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe ich vergangenen Winter die Heizkurve verändert (auf 0,8), was bei den Temperaturen unter 0 Grad in einer Vorlauftemperatur von 45° (laut Thermometer an den Heizungsrohren) resultierte. Damit war das OG auf ca. 20° geheizt, wobei kein Heizkörper voll aufgedreht war. Am stärksten "bespielt" war der HK im Wohnzimmer (ca. 30 m2), da war das Thermostat für die 20° auf 4 eingestellt. Im EG musste der Heizkörper für das Wohnzimmer auf Stufe 6 aufgedreht werden.
Zurück zum Thema Wärmepumpe: Diese Vorlauftemperatur sollte aus meiner Sicht im ersten Schritt eine Wärmepumpe ermöglichen. Vermutlich wird der eine oder andere Heizkörper zu tauschen sein, insbesondere jener im Wohnzimmer im EG. Das wäre auch in Ordnung und machbar.
Gleich vorausschicken muss ich noch, dass ursprünglich eine komplette Sanierung geplant war. Natürlich wäre das die mit Abstand beste Lösung. Diese war ungefähr im Bereich von 200.000 € angesiedelt (2024). Im Hinblick auf die gar nicht absehbare zukünftige Nutzung des Hauses (auch ein Abriss ist nicht auszuschließen) wurde davon aber abgesehen. Der nächste Plan war dann eine neue Gasheizung, wofür bereits Angebote vorlagen. 2026 noch eine neue Gasheizung einzubauen ist für uns aber eigentlich der worst case und wenn es irgendwie geht zu vermeiden.
Ich hoffe jetzt auf einige neue Inputs und Ideen. Wenn ihr Fragen habt löchert mich gerne. Dafür bedanke ich mich schon im Voraus ganz herzlich
🙂