Hallo in die Runde,
da inzwischen aus "kleinen" Überlegungen (
https://www.energiesparhaus.at/forum-heizungsueberlegungen-fuer-altbau-wp-mit-hk/85886) etwas deutlich größeres geworden ist, will ich eine der Fragen, die uns im Moment bewegen, ins Forum werfen:
Ich habe für den fraglichen Altbau inzwischen die raumweise Heizlast "berechnet" (da nicht alle Wand- und Bodenaufbauten exakt bekannt sind, sind da gewisse Unsicherheiten drin) und das dann gegen Heizkörper und
FBH FBH [Fußbodenheizung] weitergerechnet. Im Ergebnis könnte man ohne weitere Dämmmaßnahmen (was nicht heißt, dass es gar keine Dämmung gibt - dann wäre die Heizlast wesentlich höher) die insgesamt knapp 10 kW Heizlast bei NAT (für 129 qm Wohnfläche) sowohl mit neuen großen Heizkörpern (Typ 33 reicht in fast allen Räumen aus, braucht keine speziellen
WP WP [Wärmepumpe]-HK mit Lüftern) als auch mit einer Trockenbau-FBH mit maximal 40 C
VL VL [Vorlauf] decken, was folglich problemlos mit einer
WP WP [Wärmepumpe] realisierbar ist.
Für die
FBH FBH [Fußbodenheizung] wären 38/33 machbar, wenn das System auf Fliesen H_K-Werte von 5 und auf Laminat von 4 erreichen würde. Mit den vermutlich realistischeren Werten für das Fermacell Therm 25 System (exemplarisch ausgewählt, weil brauchbare Daten im Datenblatt) wären 40/35 für alle Räume mit Ausnahme des Bades und einer großen Eingangsveranda machbar. Diese beiden Räume wären so massiv unterdeckt, dass das mit der vorhandenen Fläche auch mit einer Wandheizung nicht zu retten wäre. Es wäre aber kein Problem, in den beiden Räumen den Ausgleich mit einem Typ 33 HK akzeptabler Größe, der bei den gleichen Temperaturen läuft, zu erreichen.
Damit ist meine eigentliche Frage: Welches
FBH FBH [Fußbodenheizung]-System würdet ihr anhand von praktischen Erfahrungen für diesen Fall empfehlen?
Die relevanten Details dazu: Es handelt sich um Holzbalkendecken auf Balken der Dimension 13/24, die aus dem Jahr 1927 stammen. Zwischen den Balken gibt es Fehlböden mit einer Schlackeschüttung. Unten gibt es eine Bretterverschaltung, die dann entweder den Putz der Decke darunter trägt oder im Fall des EG-Bodens GK-Platten an der Kellerdecke. Direkt auf den Balken liegen Dielen, die in den 80ern im Rahmen der Entfernung der raumweisen Kachelöfen sowohl begradigt als auch von fast allen Knarrgeräuschen befreit wurden. Das sind keine Sichtdielen und sollen es auch nicht werden. Das Netz sagt für so eine Decke einen U-Wert von ca. 0,5 - ob das stimmt, ist vor allem wegen fehlender Details (Dicke der Luftschichten und der Schüttung) schwer abzuschätzen (würden wir vor konkreten Maßnahmen aber herausfinden). Aktuell liegt direkt auf den Dielen entweder Linoleumm Teppichboden oder Laminat.
Ziel ist, da eine
FBH FBH [Fußbodenheizung] einzubauen. Die Räume sind mit 2,6 bzw. 2,7 m sehr hoch, so dass ein höherer Aufbau von der Raumhöhe her kein Thema wäre. Die Innentüren sind auch kein Thema, weil sie ohnehin neu müssen, aber Probleme mit höheren Aufbauten stellen vor allem die Treppe zum OG, zwei Terrassentüren und die Eingangstür dar. Zudem ist die Fensterbrüstung nicht extrem hoch, so dass ein zu hoher Fußboden hier nachteilig wäre. Konkret sind die Terrassentüren aktuell 2,18m hoch und die Fensterbänke 78 cm. Von daher sollte der neue Aufbau zum einen mit diesem Untergrund klar kommen und zum anderen möglichst wenig zusätzliche Höhe einbringen. Neuer Bodenbelag soll je nach Raum entweder Fliesen oder Laminat sein.
Zu beachten ist zudem, dass das Bauwerk sowohl von meinem Wohnort als auch dem meiner Schwester weit entfernt ist, so dass Eigenleistungen quasi nicht möglich sind. Es müssen also Systeme sein, die ein üblicher Handwerksbetrieb auch zu vertretbaren Kosten verbaut. Wenn ich vor Ort wohnen würde, würde ich vermutlich die Dielen entfernen, zwischen den Balken eine stabile Auflage schaffen und darauf dann alles aufbauen. Ich habe aber meine Zweifel, dass das eine Handwerksfirma in einem Altbau, in dem es immer wieder Besonderheiten gibt (entfernte Öfen in dem Fall), wirklich angemessen so akribisch macht, wie man es selbst tun würde.
Welches System würdet ihr hier empfehlen? Die oben berechnete Variante Fermacell Therm 25 sieht erstmal nicht schlecht aus, allerdings bezweifele ich, dass sie in ihrer dünnsten Version auf diesem Boden wirklich stabil wäre.
Viele Grüße und vielen Dank,
Jan
P.S.: Verbesserungen der Dämmung insgesamt sollen hier kein Thema sein. Ich habe das durchgerechnet, wobei die größte Einzelwirkung der Austausch der 1994er Isolierfenster (nur des Glases, nicht der Rahmen) gegen moderne Zweischeibengläser wäre. Das würde die Heizlast um 1550 W senken, sich aber von den Heizkosten her erst nach 30 Jahren rentieren (in der Vermietung also vermutlich nie). Einblasdämmung würde 630 W einsparen und pro Jahr ca. 100 Euro sparen, sich also nach vielleicht 40 Jahren rentieren, wenn man einen günstigen Anbieter findet. Das einzige, was hier sinnvoll ist (und was wir in jedem Fall machen werden), ist die Verbesserung der bereits gedämmten oberen Geschossdecke. Das würde 360 W einsparen, was dann ca. 60 Euro Heizkosten pro Jahr wären. Der Aufwand wäre nahe Null, weil der Dachboden nicht begehbar sein soll und man die Glasfasermatten nur ausrollen muss.