Manchmal sind mit bereits bestehenden
Versicherungen schon Risiken des Hausbaus
abgedeckt. In Frage kommen z.B. eine
bestehende Haftpflichtversicherung,
Rechtschutzversicherung oder
Eigenheimversicherung. Lesen sie die
Vertragsbedingungen von bestehenden
Polizzen genau durch oder sprechen Sie
mit Ihrem Versicherungsberater
(aufpassen, natürlich ist jeder
Versicherungsvertreter darauf aus,
weitere Versicherungen zu verkaufen).
Weiters sollten Sie vor jedem Abschluss
prüfen, welche Risken bereits über Ihren
Bauträger versichert sind, dies ist insbesondere
bei Reihenhauskauf oder Fertighauskauf, aber auch
beim Hausbau über einen Generalunternehmer
wichtig, da diese viele mögliche Risken bis zur
Übergabe des Gebäudes tragen.
Rohbauversicherung: Diese Versicherung ist meist
prämienfrei, wenn nach der
Fertigstellung eine Gebäudeversicherung
(Eigenheimversicherung und
Haushaltsversicherung) beim selben
Unternehmen abgeschlossen wird. Achten
Sie aber immer auf die Frist, wie Iange diese
Versicherung maximal gültig ist (24
Monate werden oft zu wenig sein). Mit der
Rohbauversicherung ist sofort ein Schutz
gegen Feuer gegeben. Vergleichen sie die
Angebote, auch Naturgefahren
(Hagelschaden beim neuen Dach,
Blitzschlag, Sturm etc.) sollten gedeckt
sein.
Manchmal ist auch eine
Haftpflichtversicherung für den Haus- bzw.
Grundbesitzer inkludiert, wenn nicht sollten sie
unbedingt eine abschließen oder den Vertrag um
diese Bauherren-Haftpflichtversicherung erweitern.
Damit sind Sachschäden, aber insbesonders auch
Personenschäden versichert. Die Haftungsgrenze
reicht bei bestehenden Haftpflichversicherungen
eher nicht aus. Als Besitzer einer Liegenschaft
können Sie nämlich auch für gewisse Schäden
verantwortlich gemacht werden, die
verschuldensunabhängig sind (zB. Risse beim
Nachbarhaus durch Grabungsarbeiten, auch wenn
diese sachgerecht durchgeführt wurden). Denken
sie daran: Wenn Sie an einem Schaden schuld sind,
können Sie mit Ihrem gesamten Vermögen dafür
haftbar gemacht werden (inklusive dem Teil, den
Sie erst in Zukunft verdienen!). Im Vergleich zu
diesem Risiko ist die Haftpflichtversicherung ein
geringer Aufwand. Trotz größtmöglicher
Sicherheitsbemühungen (zB. Warnschild
"Vorsicht Baustelle", ordentliche
Baustellenabsicherung nach Arbeitsende usw.)
können Personen- oder Sachschäden entstehen,
wenn sich zB. spielende Kinder verletzen. In
diesem Fall sind Sie über Ihre
Haftpflichtversicherung sicher sehr froh.
Zu besprechen ist immer die
Versicherung des Gebäudeinhalts. Dieser
ist nämlich nicht automatisch inkludiert und
stellt auch beim Rohbau einen Wert dar (z.B.
Einbruchsdiebstahl von Maschinen oder Material).
Sichern Sie die Werte auf Ihrer Baustelle immer
durch eine Tür mit Einstemmschloss, damit sie
keinen Leistungsanspruch verlieren. Und bringen
Sie Werte aller Art ins Innere, wenn sich
herumspricht dass gebaut wird können Sie sicher
sein, dass manchmal ungebetene Gäste nach
brauchbaren Gegenständen suchen. Was frei
herumliegt ist nicht versichert!
Melden Sie rechtzeitig die
Bezugsfertigkeit des Gebäudes, um nicht
unterversichert zu sein. Die Rohbauversicherung
endet meist mit der Bezugsfertigkeit, nicht mit
dem tatsächlichen Bezug des Hauses.
Reden Sie immer auch mit Ihrem
Baumeister, Generalunternehmer oder
Fertighaushersteller. Manchmal werden Risken
durch bestehende Bauwesenversicherungen
(neu: Bauleistungsversicherung)
gedeckt, die vom Ausführenden abgeschlossen
wurden. Damit ist ein Schaden an der bisherigen
Bauleistung gedeckt, auch wenn der Schaden zu
Lasten des Auftraggebers geht (Verursacher muss
nicht identifiziert werden können). Diese
Bauwesenversicherungen sind eine gute Sache, es
werden Schäden aus PIanungsfehlern,
mangelhafter Errichtung, Sachbeschädigung usw
gedeckt, auch Vandalismusschäden. Im Prinzip
alles außer Schäden durch grobe
Fahrlässigkeit, Vorsatz, Krieg, Kernenergie.
Fragen Sie sich immer, wer im Falle des Falles
den Schaden hat. Jedes fertige (abgenommene)
Gewerk gilt als beendet, damit geht das Risiko
auf den Bauherrn über.
Für Technikverliebte: Die
Heizungskasko-Versicherung: Gerade für technik-affine
Bauherren mit komplizierter und teurer Haustechnik kann eine
Heizungskaskoversicherung sinnvoll sein. Damit werden
unvorhergesehene (plötzlich eintretende) Schäden an der
Heizungsanlage gedeckt. Dies können zB. Schäden durch
Bedienungsfehler, Wassermangel oder Reglerdefekte sein, aber auch
bei Konstruktionsfehlern kann diese Versicherung einen Iangwierigen Streit mit dem Installateur
verhindern.
Haben Sie aus Ihrer
Erfahrung noch weitere Tipps für uns? Bitte
senden Sie uns Ihre Anregung an info@energiesparhaus.at