Appell Nr. 4: Definieren Sie
klar Ihre Ziel, bevor Sie sich auf den
Weg zum Traumhaus machen!
In einem Haus leben heißt: In einem
Haus arbeiten, Schlafen, essen, Alt
werden, Kinder bekommen, Kinder groß
ziehen, seinen Hobbys nachgehen Im Garten
liegen, im Internet surfen, Feiern,
kochen, Freunde einladen, Kranke pflegen
....
Wer ein Haus plant, muss sich also
klar werden über die Wohnbedürfnisse
und Wohnwünsche. Listen Sie alle Dinge
auf, die Sie und ihre Familie in den
unterschiedlichsten Lebensphasen in Ihrem
Haus zu tun gedenken.
Eine Checkliste
(im Buch "Bauen im
Gleichgewicht"), die Sie und Ihre
Familie getrennt ausfüllt und dann
gemeinsam bespricht, kann sehr hilfreich
sein.
Der Weg zum Traumhaus beginnt
mit dem Traumgrund! Achten Sie auf
folgende Dinge:
Die Sonne: Jeder hat
das Recht auf Sonne. Lassen Sie sich
keinen Schattenplatz andrehen. Achten Sie
auf Bäume (sie wachsen). Vor allem auf
Nadelbäume. Auf vorhandene und mögliche
Nachbarhäuser. Besuchen Sie das
Grundstück um den 21. Dezember, dem Tag
mit der am tiefsten stehenden Sonne.
Die Atmosphäre:
Besuchen Sie Ihr Grundstück so oft wie
möglich. Zu jeder Tageszeit, bei jedem
Wetter. Wenn Ihnen der Grund auch
gefällt, wenn es hier in Strömen
regnet, ist das ein gutes Zeichen.
Horchen Sie in sich hinein, ob Sie sich
hier wohl fühlen. Stellen Sie sich ruhig
hin. Was hören Sie? Auch
radiästhetische Untersuchungen sind zu
empfehlen.
Die Erreichbarkeit:
Was nützt das tollste Biohaus wenn sie
in Ihrer Familie drei Autos brauchen um
von dort in die Arbeit/Schule/nächste
Einkaufsstadt zu kommen?
Organisatorische Faktoren
wie Grundbuchauszug, Widmungen,
Aufschließung usw. sind
selbstverständlich ebenfalls zu prüfen.
Stimmen Sie sich nun auf Ihren Traum
ein: Betrachten Sie genau Ihren Grundstücksplan
und überlegen Sie, wo Ihr zukünftiges Haus
stehen könnte. Denken Sie nicht nur an das Haus
selbst, sondern an das Umfeld, den Garten, die
Aussicht.
Appell Nr.5: Sagen Sie Ihrem
Hausplaner genau, was Sie wollen. Je präziser
Ihre Wohnwünsche, um so besser Ihr Haus!
Dazu müssen wir aber zunächst einmal wissen,
was ein "gutes" von einem
"schlechten" Haus unterscheidet. Meist
wissen wir doch sehr genau, was wir wollen, was
gut und schlecht ist. Beim Autokauf etwa, wenn
wir ein Paar Schuhe kaufen, oder den Urlaub
buchen.
Bleiben wir beim Beispiel Auto: Da kennen wir
uns aus. Wir wissen, wann ein Auto sparsam ist
oder nicht. Wir wissen, wonach wir suchen
müssen, wenn wir ein Familienauto wollen. Oder
einen sportlichen Flitzer für einen Single. Wir
haben es gelernt, beim Autokauf die richtigen
Fragen zu stellen. Und nur wer die richtigen
Fragen stellt, bekommt Antworten, mit denen er
glücklich ist.
Aber ... wann ist ein Haus
"sparsam"?
Also müssen wir versuchen, beim Thema Haus, ein
ähnliches Vorwissen zu erwerben, eine ähnliche
Sensibilität zu entwickeln, wie das die meisten
beim Auto haben.
Beginnen wir von Innen nach Außen. Überlegen
Sie zunächst, welche Raumformen Ihnen angenehm,
welche Räume Ihnen wichtig sind. Wir groß
sollen diese Räume Ihrer Ansicht nach sein?
Unzählige Fragen werden auftauchen. Anstrengend,
aber unbedingt notwendig, daß Sie sich damit
beschäftigen.
Eine Checkliste kann da sehr hilfreich sein:
Nachdem Sie sich über die Art, die Größe und
die Funktion der Räume Ihres Hauses klarer
geworden sind, können Sie einen ersten Versuch
starten, diese Räume in Ihrem zukünftigen Haus
anzuordnen. Keine Angst davor! Wie gesagt: Sie
sind Ihr erster und wichtigster Planer. Trauen
Sie sich also auch zu, selbst die ersten Skizzen
Ihres Hauses zu entwerfen.
Zeichnen Sie den Grundstücksumriß auf ein
großes Blatt Papier. Dann tragen Sie die
Himmelsrichtungen ein. Weiters wichtige Punkte
auf dem Grundstück und in der Nachbarschaft
(Sonneneinfall, Einblicke, Aussicht,
Nachbarhäuser, große Pflanzen,
Hauptwindrichtung, Wasseradern usw.)
Jetzt überlegen Sie, wie die einzelnen Räume
angeordnet werden sollen. Jeder Raum wird als
Kreis dargestellt, jede Tür als
Verbindungslinie. Sie können solche Räume auch
im Garten definieren. Da gilt: Wohnzimmer =
Terrasse. Küche = Grillplatz. Kinderzimmer =
Spielplatz. Speisekammer = Gemüsegarten. WC =
Kompostplatz. Diele = Gartenweg. Schlafzimmer =
Platz für Hängematte.
Zeichnen Sie Ihre Kreis: Ungeheizte und kühle
Räume werden im Norden angeordnet, die wärmsten
Räume möglichst im Süden des Hauses. Das Leben
und Arbeiten wird auf die Sonne abgestimmt.
Wenn Sie jetzt besonders eifrig und besonders
talentiert sind, können Sie nun den ersten
Hausplan im Maßstab von 1 : 100 entwerfen. 1 cm
entspricht dabei 1 m. Achten Sie dabei nicht auf
Dinge, die in dieser Phase Nebensächlichkeiten
sind. Es ist nicht so wichtig, ob das Haus
parallel zur Straße steht.
Ja, ja die Bauordnung werden Sie jetzt sagen.
Aber wer sagt denn, daß die in Stein gemeißelt
ist? Was noch vor einigen Jahren streng verboten
war, ist heute plötzlich möglich! Wenn Sie
genau wissen was sie wollen, und warum Sie es
wollen, lohnt es sich dafür auch gegen
Widerstände zu kämpfen.
Vergessen Sie also Nebensächlichkeiten. Dazu
gehört auch, wie das Haus von außen aussehen
soll. In dieser Phase ist das nicht wichtig.
Machen Sie sich in dieser ersten Phase auch noch
keine Gedanken, wie das alles unter einen Hut -
oder besser: "unter ein Dach" - zu
bringen ist. Abstriche, Kompromisse müssen und
können Sie viel später machen.
Jetzt ist der geeignete Zeitpunkt gekommen,
mit einem Planer Kontakt aufzunehmen. Legen Sie
ihm Ihre Pläne vor. Artikulieren Sie
deutlich, was Sie wollen und was nicht!