Zusammenfassung: Der ultimative Präsenzmelder-Test (KNX) | Elektrotechnikforum auf energiesparhaus.at
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Der ultimative Präsenzmelder-Test (KNX) (Zusammenfassung)

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  •  TobiK
  •   Silber-Award
16.1. - 24.1.2026
Zusammenfassung aus 51 Antworten von 10 Autoren
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Liebes Forum,

ich beschäftige mich gerade mit der Planung der Elektroinstallation. Wir planen eine KNX-Installation, kombiniert mit DALI-Leuchten.

Aus leidiger Erfahrung in der Vergangenheit weiß ich, dass Bewegungs- und Präsenzmelder ziemlich mühsam sein können. Was wir in unserem Haus in jedem Fall vermeiden möchten, sind unnötig hohe Nachlaufzeiten und das implizite Ableiten von Präsenz- und Lichtzähnen abhängig von irgendwelchen Sensoren. Klassische PIR-Melder sind da ja leider etwas nachteilig.

Ich habe also in unserer Wohnung ein recht umfangreiches KNX Setup aufgebaut und in unterschiedlichen Orten mehrere Melder installiert. In der Hoffnung, dass der eine oder andere davon in Zukunft profitiert, möchte ich euch in diesem Post die Melder sowie die Ergebnisse vorstellen. 

Getestete Melder
Klassische PIR-Melder:
  • MDT BWM55 - Schalterdosen-Bewegungsmelder
  • MDT SCN-KP360K3.03 - Kombi-Präsenzmelder mit CO2/VOC-Sensor
  • MDT SCN-P360D4.03 - Präsenzmelder 360° mit 4 Sensoren
  • MDT SCN-P360D3.03 - Präsenzmelder 360° mit 3 Sensoren
  • MDT SCN-P360D1.01 - Mini-Präsenzmelder 360° mit einem Sensor
Radar/HF-basierte Melder:
  • Steinel True Presence KNX (ich glaube der Sensor arbeitet um die 7Ghz)
  • OpenKNX-PM von ING-DOM mit Radar-Sensor 24Ghz
  • OpenKNX-PM von AB-SmartHouse mit Radar-Sensor 24Ghz und PIR-Sensor

Test-Setup
Ja, unsere Wohnung musste leiden. Anfangs wurde ich von den Damen im Haus recht fragend angeschaut, inzwischen nimmt man die grünen Leitungen, die überall hängen eigentlich nicht mehr wahr. Außerdem erhöht das den Druck bei den Eigenleistungen Gas zu geben, damit wir schneller umziehen können 😇

Im WC sind der MDT Mini-PM sowie ein OpenKNX-PM "montiert":

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Das Arbeitszimmer ist mit einer kleinen Armee an Meldern ausgestattet

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... im Schlafzimmer bisher nur der MDT-Kombisensor mit CO2/VOC:

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und im Gang sind zwei BWM55 installiert:

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Use-Cases
Wir wollen im Haus diverse Use-Cases von Präsenz und Bewegung abhängig machen. In erster Linie geht es um Licht-Steuerung für Situationen, in denen man eh immer Licht aufdreht (WC, Abstellraum, Speis, etc.) sowie um die Tageszeit/Helligkeitsabhängige Lichtsteuerung und darum, Verbraucher abzuschalten, wenn man "länger" nicht mehr im Raum ist. 
Vielleicht wird das Thema Anwesenheitserkennung auch eine Rolle spielen, das ist aber noch nicht klar, zumal es bessere Methoden wie "Smartphone im WiFi" o.ä. gibt. 
Was ich bisher ganz vergessen habe: wir haben Haustiere, also drei Katzen in der Gewichtsklasse 2.5k - 4.5kg (ja, das ist schon a Bemmerl). Gerade die schwere Katze wird gerne fehl-erkannt 😊

Testmethode
Da es mir primär um Präsenzerkennung geht, habe ich folgende Parameter konfiguriert:
  • Nachlaufzeit: 10 Sekunden / 50 Sekunden (Steinel)
  • Dedizierte Ausgänge für Präsenz statt Bewegung
  • Erfassung aller Daten in HomeAssistant via KNX/IP-Adapter

Außerdem habe ich die Beleuchtung (Shelly) mit den PMs gekoppelt, wo sinnvoll/möglich, also im Gang sowie im WC, um schon einmal ein Gefühl für die Auslösungen zu bekommen. Um das ganze dann am Handy on the fly anschauen zu können, habe ich auch ein kleines Dashboard gebastelt:

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Die Sensoren hängen jetzt seit einigen Tagen (OpenKNX) - Wochen (MDT) unter der Decke und sammeln brav Daten.

Zusammenfassung
Es ist wirklich auffällig, dass PIR-basierte Präsenzmelder im Vergleich zu den HF-basierten PMs eigentlich unbrauchbar sind - zumindest wenn es um Präsenzerkennung geht. 

Wirklich zuverlässig funktioniert eigentlich nur die Kombination MDT BWM55 für das Triggern der Bewegung + HF-PM zum Halten. Die Ursache ist bei uns dafür fast die Meiste Zeit, dass die Katzen die HF-PM auslösen, wenn sie herumlaufen, während der MDT-BWM55 das nicht macht, da er einen Erfassungswinkel von 15° vertikal hat.

Die Reine Präsenz-Erkennung funktioniert mit dem OpenKNX-Sensor am besten

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Dass der MDT da mit den 3 PIR-Sensoren eher schlecht funktioniert, obwohl ich am Schreibtischsessel recht dynamisch bin und der Sensor leicht schräg/seitlich über mir hängt (und auch die Hände im Erfassungsbereich hat), hat mich doch negativ überrascht. Erst größere Kopf-Bewegungen lösen den MDT aus.

Dagegen sehr positiv beeindruckt bin ich von den HF-Meldern: trotz der geringen Nachlaufzeit von nur 10 Sekunden beim OpenKNX-Sensor und 50 Sekunden beim Steinel-Sensor reicht die Atmung aus, um die Präsenz zu erkennen.

Das Ganze hat natürlich einen Nachteil: der Preis ist schon heftig mit 250EUR für den Steinel. Die OpenKNX-Sensoren gibt es ab ca. 20-50EUR, je nachdem, ob man selbst die Platine fertigen lässt und bestückt, den Bausatz zusammenlötet oder komplett fertig kauft.

Außerdem unterscheidet sich die Software und Parametrisierung stark. Beim Steinel lässt sich kaum etwas feintunen:

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Dagegen bietet die OpenKNX Raumcontroller-Applikation ein ganzes ARsenal an Einstellungen und Möglichkeiten (hier sind sogar die meisten Module deaktiviert):

_aktuell/20260116578456.png

Für mich steht fest: ich werde versuchen möglichst viele OpenKNX-Komponenten zu verbauen. Es gibt für alle erdenklichen Use-Cases Sensoren und ich mache mich nicht von externen Haus-Automatisierungen wie HomeAssistant und Co abhängig, sondern kann recht viel nativ in KNX erledigen.

Wenn euch irgendwelche Details interessieren, lasst es mich gerne wissen!
LG,
Tobi

von christoph1703, RainierWolfcastle, zlau, fbruckm

In der Diskussion über Hausautomatisierung äußern die Teilnehmer unterschiedliche Ansichten zu Technologien und deren Zuverlässigkeit. Einige Teilnehmer bevorzugen kabelgebundene Systeme und kritisieren die Abhängigkeit von IT, während andere die Integration fortschrittlicher Technologien wie KI-Kameras zur Verbesserung der Präsenz- und Bewegungsüberwachung in Betracht ziehen. Es wird die Angemessenheit von Nachlaufzeiten bei Bewegungsmeldern hinterfragt, wobei auch zeitabhängige Anpassungen diskutiert werden. Griffigere Lösungen wie Grid-Eye-Sensoren werden ebenfalls als mögliche Alternativen betrachtet, um die Bedenken hinsichtlich Überwachung auszuräumen.

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