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Soll es wirklich ein Passivhaus sein?

13 Beiträge | letzte Antwort 2.6.2018 | erstellt 13.5.2018
Hallo liebe Gemeinde.
Ich hätte gerne eure Meinung zu einem Fertighausangebot (Passiv/Niedrigstenergiehaus) was wir vor kurzem bekommen haben. Name des GUs und Preis lasse ich jetzt mal weg. 
Es ist ein EFH mit 130m2 (EG+OG), kein Keller. Gebaut wir auf ebenem Grund, in der Südsteiermark. 

Hier die Angaben, vom Angebot.

Außenwände:
U-Wert = 0,09 W/m<sup>2</sup>K
Dreischaliger Wandaufbau 
Dämmstoff: Steinwolle
Phasenverschiebung: 13,2 Stunden
Diffusionsoffene Konstruktion

Fenster:
Ug = 0,7 W/m<sup>2</sup>K
Uw = 0,9 W/m<sup>2</sup>K

Technik:
LWP: Viessmann Vitocal 200s
KWL: Viessmann Vitovent 200W
PV: Viessmann, Leistung: 5kWh

Jetzt die Frage: passt die Technik zum en oberen Angaben?
Oder anders formuliert: während des Gesprächs mit dem Verkäufer hatte ich das gefühl, dass die so ein "Grundpaket" an Technik haben und es zu jedem Wandaufbau dazu geben - einfach als Paket. 

Bin mir auch nicht sicher obs wirklich eine LWP werden soll oder lieber eine Luft-Luft WP.
Vielen Dank für die Hilfe. 
13.5.2018 22:08
Die Fensterwerte sind nicht berauschend, von PH-Fenstern doch ein ziemliches Stück entfernt. 

Zur Luft-Luft-WP hat brink ja bereits im verschwundenen Faden geschrieben.
Du hättest wahrscheinlich den Nachteil, dass du intensiv lüften musst, um das Haus warm zu bekommen. Wenn du mehr lüftest als von der Lufthygiene her nötig wäre, sorgst du für extrem trockene Luft im Haus, was sehr unangenehm sein kann. Wenn reine Luftheizung, dann ergänzt durch einen zentral aufgestellten Ofen, damit du dir im Winter nicht das Haus trocken lüft-heizt. 
13.5.2018 23:36
danke vardi

ph .. da müsste der e/a eine ekz von kleiner gleich 10 angeben, sowie heizlast von kleiner ~ 1,3 kw
bei dem kleinen haus mit dem wandaufbau und fenstern geht sich kein ph aus.

berechnet dir der gu das phpp?


RibiR schrieb: LWP: Viessmann Vitocal 200s


allein die kleinste mit ~4kw leistung wäre 2,5 fach zu stark für dein ph haus
14.5.2018 19:58


RibiR schrieb: Fenster:
Ug = 0,7 W/m<sup>2</sup>K
Uw = 0,9 W/m<sup>2</sup>K


Die sind wohl deutlich nicht Passivhaus geeignet.
Ug = 0,5 und Uw 0,7x ist hier Standard.


14.5.2018 20:17


RibiR schrieb: Bin mir auch nicht sicher obs wirklich eine LWP werden soll oder lieber eine Luft-Luft WP...

luftbeheizung wird kaum mehr umgesetzt.

der grund ist die divergenz zwischen wärmebedarf und hygienisch notwendigem luftwechsel.
ersterer hängt an der außentemperatur, zweiterer an der personenanzahl.

das will nicht zusammen und hat in der vergangenheit zu problemem mit zu trockener luft aufgrund zu hohen luftwechsels geführt...

wassergeführte heizflächen bedeuten komfort und die möglichkeit im stromnetz der erneuerbaren energien als lastausgleich zu dienen und zu profitieren...

erdwärme kommt bei dir nicht infrage?
14.5.2018 20:39
Danke für eure Hilfe. Luft-Luft kommt mir jetzt nicht ins Haus :).

@brink - ich werd mir das phpp auf jeden Fall berechnen lassen. Hatte mir fast schon gedacht, das es eher eine Niedrigstenergiehaus ist und kein PH.

@dyarne - jein :). Ich weiß zwar , das eine EWP effizienter als eine LWP ist, nur stelle ich mir grundsätzlich die Frage ob die Anschaffungskosten/Installationskosten für eine EWP bei unserem kleinen Haus dafür stehen bzw. ob ich nicht gleicht Fernwärme statt einer LWP/EWP nehmen soll. Da weiß ich zumindest das keine Wartungskosten anfallen. Der andere Punkt ist wieder die lange Bindung an den Anbieter.
15.5.2018 8:51
Du solltest dabei aber auch an Kühlung und nicht nur die Heizung denken.
Über Fernwärme lese ich hier immer nur etwas von wirklich hohen Betriebskosten. Mein Ansatz war und ist es möglichst niedrige Betriebskosten im Alter zu haben, dafür gebe ich gerne etwas mehr beim Bau aus.
Bei einem Passivhaus würde ich ein Luft/Luftsystem (Klimasplit) mal nicht gleich kategorisch ausschließen, eben weil man damit auch super kühlen kann. Aber dein Angebot ist sicher kein Passivhaus.An einer "Klimaanlage" stört mich persönlich Luftzug und Geräuschentwicklung.
Für Passivhäuser gibt es auch super Kombigeräte von Spezialisten auf dem Gebiet. Aus meiner Sicht d+w und nilan, auf viessmann würde ich da nicht kommen.
15.5.2018 9:13


dyarne schrieb: luftbeheizung wird kaum mehr umgesetzt.


kaum im efh.
sehr wohl in größeren gebäuden, schulen zb. da ist a/v weit besser und ww bedarf im vgl. zu efh weit niedriger.
efh mit 130 m2 ist nicht für luft/luft geeignet.
15.5.2018 10:21


brink schrieb: efh mit 130 m2 ist nicht für luft/luft geeignet.


du bist aber strikt heute. 
Bei dem Thema darf man nicht vergessen, dass Warmwasser ja auch benötigt wird und das kann die Klimasplit nicht liefern.
15.5.2018 11:21
Hallo RibiR,
wie schon angesprochen würde eine SWP mit passiv cooling sowie RGK gut für euer Haus geeignet sein.  Bei den U-Werten und Wohnfläche wird die Heizlast sehr gering sein. Je geringer die Heizlast bei einem Haus ist desto mehr Einfluss hat die WW Bereitung auf die JAZ.  Geht man bei einem Niedrigenergiehaus von 16-25% für WW aus dürfte dies bei euch Richtung 50-60% bewegen.  Daher würde ich hier in der Planung auch eine SWP in Betracht ziehen.
Eine kleine 1155/1255 mit einem Solekreis wird bei euch ausreichen. Diese WP hat eine geringe Leistungsaufnahme bei geringer Heizlast jene man mit einer kleinen PV kpl. abdecken kann. Eine PV dürfte wohl bei euch nicht in Frage kommen da es hier aus meiner Sicht ein besseres Angebot gibt. Beim entsprechenden Stromanbieter kann bei Zeiten von geringen Strompreis dein Tagesbedarf an WW kostengünstigst bereiten.  
Da eine LWP in Betracht gezogen wird hat der BU auch eine FBH/WH System. 
Je nachdem wie die Innenmauern hier aufgebaut sind, kann man hier auch mittig eine WH einbauen.  Man sollte hier vor allem eine relativ hohe Masse einbauen jene die notwendige Energie der Umgebung abgibt oder entnimmt.  

Wolfgang


15.5.2018 13:10
@alpenzell wie meinst du?
was ist für dich "klimasplit"?

klar ist ww DAS thema.
bei luft/luft dachte ich an wp kompaktgeräte wie d&w aerosmart m oder nilan compactp. die machen auch WW. das problem ist aber, dass bei hohem ww bezug, entsprechend viel luft umgewälzt werden muss, was vor allem im winter schlimm kommt.
wenn kein / kaum ww geraucht wird und entsprechend niedrige heizlast erreicht wird, geht's auch mit solchen luft/luft wp kompaktgeräten und reiner luft heizung.
beim efh denke ich auch an duschen und baden. dazu, je kleiner das efh, desto weniger volumen ist vorhanden, desto "schlimmer" der einfluss der nötigen luft-umwälzung.
efh mit 130m2 (und wahrscheinlich 2,5m raumhöhe) finde ich auch für ein ph zu klein.

arbeitspunkte solcher kompaktgeräte..
Soll es wirklich ein Passivhaus sein?
Soll es wirklich ein Passivhaus sein?
2.6.2018 3:41
Viele meinen hier, eine Luft-Heizung bedeutet, über die Wohnraumlüftung zu heizen. Das ist natürlich Unsinn.
Anders sieht es aber aus, über Split-Klimas zu heizen (=Luft-Luft-WP). Das ist unabhängig von der KWL und damit von der Luftwechselrate, und trocknet die Luft im Winter nicht aus (da Umluft), trocknet sie aber bei Bedarf im Sommer, wo es normalerweise gewünscht ist.
Moderne Split-Klimas können schon einen SCOP von über 6 und sind im Silent-Modus so gut wie nicht mehr hörbar.
Wenn der Warmwasserbedarf nicht zu hoch ist, kann das locker mit DLEs gemacht werden, wobei auf alle Fälle eine Wärmerückgewinnung mit installiert werden sollte.
Die Gesamtkosten sind dabei unschlagbar niedrig.
2.6.2018 10:14


Gast Karl schrieb: Das ist natürlich Unsinn.


2.6.2018 22:20
Ich meinte, ein EFH mit 130m2, wie das vom Threadersteller, über die Wohnraumlüftung zu heizen ist Unsinn. Die von Brink angeführten Kompaktgeräte machen keine Luftumwälzung, wie er schreibt, sondern einen Luftaustausch. Split-Klimas machen dagegen Luftumwälzung...



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