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Energieausweis vs. Heizlastberechnung (Installateur)

11 Beiträge | letzte Antwort 13.5.2018 | erstellt 12.2.2018
Werte Forengemeinde,

Bzgl. der Auslegung einer Tiefenbohrung habe ich mich schon ein wenig eingelesen. Wo es bei mir aktuell hakt ist: Energieausweis --> Heizlastberechnung durch Installateur --> Auslegung Tiefenbohrung durch Geologen.

Den Energieausweis habe ich. Dieser spricht (siehe Bild unten) von einer Heizlast von 6,7kW unter Berücksichtigung der KWL.
Die Heizlastberechnung vom Installateur wirft mir 4,2kW aus (+ dann noch 1kW für Warmwasser) --> 5,2kW in Summe. Die Differenz macht bei der Tiefenbohrung natürlich schon ein paar Meter aus. Das ist natürlich erfreulich, aber hat sich hier eh kein Fehler eingeschlichen?
Danke für Eure Hilfe!

DITC101

Energieausweis: Energieausweis vs. Heizlastberechnung (Installateur)
Energieausweis vs. Heizlastberechnung (Installateur)
Energieausweis vs. Heizlastberechnung (Installateur)
Heizlastberechnung:
Energieausweis vs. Heizlastberechnung (Installateur)
Energieausweis vs. Heizlastberechnung (Installateur)
13.2.2018 6:13
Bei der Heizlastberechnung wurde kein Luftwechsel aufgrund von Undichtheiten berücksichtigt glaub ich. ("Mindest Luftwechsel")
12.5.2018 11:31
hallo Markus,

der EA berücksichtigt bei der heizlast die solaren & inneren gewinne nicht, nur bei der wärmebilanz.

die heizlastberechnung liegt gut.
du wirst real bei 4-5kw heizlast liegen...

wenn du es noch genauer wissen willst müßtets du in der leistungsklasse mit phpp rechnen.
13.5.2018 7:19


dyarne schrieb: wenn du es noch genauer wissen willst müßtets du in der leistungsklasse mit phpp rechnen.


Wieso ist das nicht standard.
Frage ich mich wirklich jedes mal, wenn ich lese "wenn du es noch genauer...".
Jo na ned.
Sicha will ich es genau, wenn ich schon dafür blechen muss.


13.5.2018 8:20


Casemodder schrieb: Bei der Heizlastberechnung wurde kein Luftwechsel aufgrund von Undichtheiten berücksichtigt glaub ich. ("Mindest Luftwechsel")


Doch, wurde berücksichtigt.
Und zwar 147W für Infiltration.
Eine  Angabe für den Mindestluftwechsel ist aus meiner Sicht ohnehin nicht notwendig.
Der kommt nur zum Tragen, wenn der eingesetzte Wert für den KWL Raum-luftaustausch noch kleiner ist. Dann würde der Mindestluftwechsel-Wert anstelle der KWL Luftrate für diesen Raum für die Berechnung verwendet werden.

Ich denke die Heizlastberechnung schaut am ersten Blick richtig aus.
Im EA wurde nur 70% Wirkungsgrad für die KWL angenommen.
Ich denke das macht den Unterschied.

Was wurden für Luftwechselraten bei der HLB angenommen?!
13.5.2018 8:22


BoZm schrieb:
__________________
Sicha will ich es genau, wenn ich schon dafür blechen muss.




Leider ist man in der Baubranche nicht bei wünsch Dir was sondern so isses !

Mit Standards ist es ein schwieriges Thema. Neue Erkenntnisstände brauchen lange lange lange bis sie in den Standards ankommen. Insbesondere wenn sich mit den nicht angepassten Standards beruhigt Geld verdienen lässt.
13.5.2018 8:43
Aja, bzgl. PHPP:
Das ist sicher nett zu wissen, aber soweit ich das bei mir mitbekommen hab, wird für die TB-Einreichung eine klassische Heizlastberechnung gefordert. Daher passt das schon so, wie gemacht

Wobei.... Die 1KW Warmwasser kannst vielleicht noch weg-argumentieren?!
Stehn ja eh nicht der Berechnung,oder?!
Dann sind ein paar Bohrmeter weniger
13.5.2018 10:12
servus BoZm,


BoZm schrieb: Wieso ist das nicht standard.
Frage ich mich wirklich jedes mal, wenn ich lese "wenn du es noch genauer...".
Jo na ned.



jedes programm rechnet mit vereinfachungen:
einmal werden innere & solare gewinne vernachlässigt, also so gerechnet als ob die häuser unbewohnt wären und bei -16° keine sonne scheinen würde.

luftwechsel und warmwasserbedarf werden nach der gebäudegröße berechnet, realistischer ist die personenanzahl...

ob das haus von DITC jetzt 4,2 oder 5,2kw heizlast hat macht kaum einen unterschied in der planung und auslegung des wärmeerzeugers. man bewegt sich hier in einem bereich in dem das nutzungsverhalten schon bedeutend wird.

die wp deines herstellers gibt es bsplw unter 10kw gerade in 2 größen.

also ich würde mich hier mit der p-real abschätzung aus dem EA begnügen...


dyarne schrieb: du wirst real bei 4-5kw heizlast liegen...


in den meisten fällen sieht das ganz anders aus, weil nicht jeder der eine software hat diese auch bedienen kann oder überhaupt einen bezug zu dem hat was hinten rauskommt.

ich habe gerade ein projekt am tisch da kommt laut EA raus
-> p-tot -> 7,0kw
-> p-real -> 4,5kw

so weit so gut und durchaus typisch für den unterschied zwischen vereinfachter und realer heizlast inkl solarer & innerer gewinne.

jetzt kommts!
-> die heizlastberechnung ergibt 13,2kw

hier ergeben allein die lüftunsgverluste 5,4kw, weil die gebäudedichtheit falsch angenommen wurde.

vereinfachungen sind schon ok, nur muß man wissen was man tut und was das bedeutet.

wenn ich weiß daß die normative heizlast eine worstcase berechnung ist die allein von der temperaturverteilung her nur an einer handvoll tage überhaupt auftritt und 90% der zeit die aktuelle heizlast bei der hälfte und weniger liegt brauch ich nicht noch eine warmwasserlast draufzuschlagen wenn mir ohnehin die hälfte der leistung dafür als reserve zur verfügung steht.

der EA rechnet da dual normheizlast und realen wärmebedarf nach einer aufwändigen simulation, ganz ähnlich wie phpp.
da wird der exakte standort mit nebel-/sonnenlage genauso berücksichtigt wie der solare nutzungsgrad der verbauten fenster und ob ein balkon diese beschattet.

das ist sehr sehr wertvoll zum planen, kann aber immer nur so gut sein wie die eingetragenen werte.

wenn der EA wenig mit dem bauwerk zu tun hat weil der bauwerber halt um € 200,- der lästigen verpflichtung der beilage eines zettels nachkommt kann nicht viel rausschauen.

wenn man den EA mit dem realen bauwerk befüllt ist er ein großartiges planungswerkzeug...

auch hier hat die branche viel aufholbedarf. es liegt aber an den bauwerbern danach zu fragen ...

13.5.2018 10:46


Brombaer schrieb: Leider ist man in der Baubranche nicht bei wünsch Dir was


Ich zahle, ich bestimme. Punkt.



dyarne schrieb: realistischer ist die personenanzahl...


Hab ich schon vor paar Jahren geschrieben.
Jedoch soll nicht übertrieben werden.

Nur weil gerade zwei Erwachsene und zwei Kinder und die Oma und eine Tante vielleicht in dem Gebäude geplant sind, wird dies nicht immer so sein.
Oma stirbt, die Tante findet endlich ein Kerl und die Kinder hauen mit 18 ab.
Danach kommt die Scheidung weil in Midlife-Krise und auf einmal ist nur noch eine/r da.

So, genug positive Gedanken für den Moment.
13.5.2018 13:30
das waren jetzt deine worte zum muttertag ...
13.5.2018 15:22


BoZm schrieb: Wieso ist das nicht standard.


naja, man braucht es nicht.
phpp ist ja noch mehr und noch genauer. (und auch teurer.)

wir diskuttieren hier ja "nur" um die heizlastabschätzung. und da gibt der e/a einen einfach zu berechnenden wert aus.
wenn ein installateur (in planungsfunktion) zb ww zuschlag zu einer heizlastabschätzung laut e/a dazurechnet, hat er vieles nicht verstanden oder nicht verstehen wollen. dieser person hilft auch phpp nicht.

ich hätte dafür plädiert, den e/a leicht zu erweitern/modifizieren. eben um ein paar selbst bestimmbare alternativen, wo derzeit fixe werte oder fixe prozente verwendet werden.
bspw. je größer (m2) das haus, desto höher werden die innere gewinne angenommen, weil ein prozentueller pauschalbetrag aus der m2 fläche gerechnet wird. jedes haus mit keller hat plötzlich mehr innere gewinne. (hat jetzt wieder nichts mit heizlastworstcase berechnung zu tun)

aber wie arne schreibt..


dyarne schrieb: das ist sehr sehr wertvoll zum planen, kann aber immer nur so gut sein wie die eingetragenen werte.


und


dyarne schrieb: wenn man den EA mit dem realen bauwerk befüllt ist er ein großartiges planungswerkzeug...


das habe ich selbst aber erst später erkannt. primär ging es mir darum, den e/a zu haben für baubewilligung und landesförderungsdarlehen.
13.5.2018 20:15


dyarne schrieb:
der EA rechnet da dual normheizlast und realen wärmebedarf nach einer aufwändigen simulation, ganz ähnlich wie phpp.
da wird der exakte standort mit nebel-/sonnenlage genauso berücksichtigt wie der solare nutzungsgrad der verbauten fenster und ob ein balkon diese beschattet.

das ist sehr sehr wertvoll zum planen, kann aber immer nur so gut sein wie die eingetragenen werte.

wenn der EA wenig mit dem bauwerk zu tun hat weil der bauwerber halt um € 200,- der lästigen verpflichtung der beilage eines zettels nachkommt kann nicht viel rausschauen.

wenn man den EA mit dem realen bauwerk befüllt ist er ein großartiges planungswerkzeug...

auch hier hat die branche viel aufholbedarf. es liegt aber an den bauwerbern danach zu fragen ...


Stimmt, nur am Beginn  weiß man als Bauherrschaft halt so vieles noch nicht, auch nicht, dass man den EA gezielt für die energetische Optimierung eines Gebäudes nutzen kann. Wir sind da glücklicherweise so hineingestolpert durch unsere Gemeinde, die allen Bauwerbern noch vor Planungsbeginn eine gründliche Energieberatung aufs Aug drückt
Bei uns wurde vorzu der aktuelle Planungsstand in den Energieausweis eingearbeitet, so hatten wir jederzeit Einblick darin, wie sich welche Maßnahme auswirkt. (Allerdings hat unser EA nicht 200€ gekostet ...)



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