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Lüftung für Ferienhaus

5 Beiträge | letzte Antwort 7.2.2018 | erstellt 6.2.2018
Hallo allerseits!

Wir haben ein Ferienhaus in den Bergen (1800m) aus den frühen 60ern, in dem wir ein Feuchte- und folglich Schimmelproblem haben. Es sind einige Sanierungsmaßnahmen vorgesehen (teilweise Putz herunter, Tapeten sowieso, Heizung verbessern...).
Ein Hauptproblem ist natürlich die sporadische Nutzung, wo sich Aufheizen und Ab-/Auskühlen abwechseln und wo oft monatelang nicht gelüftet wird.
Neben anderen Maßnahmen hat uns ein Berater vorgeschlagen, einen Einzelraumlüfter mit WRG zu installieren und den bei Abwesenheit einfach nachts immer ein paar Stunden laufen zu lassen (Zeitschaltuhr) und so zumindest für einen regelmässigen, wenn auch geringen, Luftwechsel zu sorgen. Das Häuschen hat gesamt nur rund 60m², mit allen Türen offen könnte das vielleicht tatsächlich nutzen.
Hat jemand grundsätzliche Erfahrungen mit solchen Lüftern unter ähnlichen Umständen (sporadisch genutzt, Kälte im Winter, Sturm >Winddruck, Vereisung)? Hat jemand eine konkrete Empfehlung?
Geräte wie die "klassischen" Inventer kommen mir nicht so sinnvoll vor, da wir dann bei Nutzung während unserer Anwesenheit auch immer alle Türen offen lassen müsste.
Der Bayernlüfter scheint mir zu schwach zu sein. Ev. Meltem?
Von der Leistung interessant erscheint mir auch der Inventer PAX, allerdings ist der auch deutlich teurer.

Ich würde mich über einschlägige Tipps freuen (auch was die grundsätzliche Frage der kostengünstigen Sanierung eines solchen Objektes anlangt).

Danke, Alois
6.2.2018 7:13
Ich hab keine Ahnung, aber hab mich mal mit der Idee gespielt, in meinem Wochenendhaus einen Luftkollektor einzubauen, der immer warme Luft hineinbläst, wenn die Sonne scheint. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit?
6.2.2018 15:51
Dezentrale Wohnraumlüftung ist das was du suchst. Du musst nicht unbedingt die Türen offen haben, ist eine Frage der Planung und Anzahl der Geräte. Wenn man in jedem Raum an der Aussenwand ein solches Gerät einbaut, hast keine Überströmbereiche (nur dafür müssen die Türen offen sein oder Luftdurchlässe haben).

Wobei ich den Lösungsansatz nicht so rasch umsetzen würde. Du willst ja während der Abwesenheit lüften und da wird die Heizung nur auf Frostschutzbetrieb laufen, d.h. Wärmerückgweinnung bringt nur kleinem Vorteil bei solch einem Ferienhaus. Ich würde mit klassischer Zwangs-Belüftung probieren. z.B. ein Badezimmer-Abluftventilator und ein Lüftungsgitter bei der Eingangstür. (wenn Eingang und Bad gegenüberliegen und somit ganzes Haus durchströmt wird). Wobei ich mir denke, dass ein Haus aus den 60iger-Jahren ohnehin eine bestimmte Undichtheit haben müsste und eine Zwangsbelüftung daher vorhanden ist.

Bist du sicher, dass du nicht irgendwo einen Bauschaden hast, der die Feuchte ins Haus bringt? Solche Schäden können manchmal ganz fies versteckt sein (Dachablauf, Drainage, Spenglerbleche, Fensterbankanschlüsse,...)
7.2.2018 0:26
@wern
Mit dieser Idee habe ich mich auch schon beschäftigt (z.B. Grammar Solar etc.), aber ich habe keinen Platz, wo ich den Kollektor sinnvoll anbringen könnte (Vordach an der Südseite beschattet).

@cc9966
Die Fenster und v.a. die Eingangstüre sind sicher nicht völlig dicht, aber durch die Fensterläden, die wir bei Abwesenheit vor haben, reicht diese "natürliche" Undichtigkeit offenbar nicht. Da muss ich mich noch weiter schlau machen.

Wir hatten vor Jahren zwar das Problem, dass eine Quelle gegen ein Hauseck drückte, aber das ist durch Drainage behoben. Der Berater hat die Wand gemessen und war überrascht, dass sie nicht feuchter ist.


7.2.2018 11:45
die frage ist, wer dann die feuchtigkeit ins haus bringt, die zu schimmeln beginnt. bei bewohnten häusern ist das der mensch, der kocht, sich duscht, wäsche aufhängt und seine zimmerfplanzen pflegt. bei luftdurchströmten unbewohnten häusern sollte von sich aus die luftfeuchtigkeit nicht steigen.

eine dezentrale KWL ist natürlich auch eine schnelle lösung, vor allem weil die ursachenforschung auch sehr teuer werden kann. man bekommt solche geräte auch in der 200 bis 400eur-preisklasse (marley) und sind teilweise auch schon in baumärkten zu haben. wenn man die aussenmauern leicht durchbohren kann (kein dicker felsen wo diamant-kernbohrung notwendig wäre) und stromanschlüsse leicht hinzulegen sind, kann man mit solchen geräten arbeiten.
7.2.2018 23:47
Es ist sicher so, dass rundum die Feuchtigkeit hereinkriecht, z.b. ist die Heraklth-Dämmung unter dem Fußboden zumindest in manchen Bereichen feucht (da ist nicht allzu viel Dämmung, nach unten: das Haus steht auf felsigem Grund), aber der eine, massive Einbruck wurde behoben.

Bleiben also noch die Nutzer, zwei Familien mit Kindern und Freunden. Da wurde bis vor kurzem wenig bis gar nicht darauf geachtet, ausreichend zu lüften: Kipplüften während des Spazierganges, Heizen bis zum Schluß und dann Abreise...

Eine Kernbohrung für einen Lüfter sollte kein Problem sein: 25 cm Beton-Hohlziegel und etwas "Styropor", Strom ist auch kein Problem.
Interessiert wäre ich noch an Erfahrungen mit Modellen, die sich schon unter etwas extremeren Witterungsverhältnissen bewährt haben (dass es den Sturm nicht ins Innere drückt, dass sie nicht vereisen).

Gruß
Alois


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