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"Was haben Sie Buget?" fragte der Planer...

55 Beiträge | letzte Antwort 19.7.2018 | erstellt 3.2.2018
... und hielt sich daran?
... und schoss komplett übers Ziel hinaus?
... und war dann noch günstiger als gedacht?

Angelehnt an den Thread wo ein 140m² Haus mit Keller einzugsbereit um 650.000€ angeboten wird:

Wenns an die Planung geht- soll man das Buget das man hat wirklich exakt angeben? 
Oder ist es besser mit etwas weniger anzufahren (weil teurer wirds eh von selber)?
Bzw denken Planer vl wirklich so, dass wenn jemand eine halbe Mio EURO  Buget hat, dass ich der eh den ein oder anderen Euro mehr eh auch noch leisten kann?

Wie geht man das bei der Planung in den Erstgesprächen an?
Wie ist eure Erfahrung dazu?

LG Cat
4.2.2018 9:20
@Catha: Wie weit?
4.2.2018 9:24


Vardi17 schrieb: @Catha: Wie weit?


Nächste Woche sind die ersten Termine für die hausplanung.

angebote für den Abriss sind eingeholt.

altes Haus steht noch (muss noch umgerissen werden) ;)

schon noch ein gutes Stück...
4.2.2018 9:25


Pedaaa schrieb: Aus MEINER Sicht kommt nix Gutes dabei raus. Egal was für eine Summe du da nennst. Siehe Post von Sparfratz.

Ich mein, wenns ein guter Planer ist wird er schon halbwegs ein Gefühl dafür haben.

Aber ich empfehle dir trotzdem eine andere Vorgehensweise:

- Rohbaukosten nach Wunschplan grob abschätzen lassen
- Restliche Kosten in einer Tabelle abschätzen und hier Online stellen
- Die Leute hier können dir gleich sagen, ob die Schätzungen realistisch sind oder nicht

Es gibt schon viele solcher Threads hier. Diese Tabellen kannst du ja schonmal als grobe Idee oder Basis hernehmen


Ok. Werd ich machen. Danke!


4.2.2018 9:32


Pedaaa schrieb: Es gibt schon viele solcher Threads hier. Diese Tabellen kannst du ja schonmal als grobe Idee oder Basis hernehmen 


Ja, und fast immer heißt es: 
a) Kommt drauf an
b) es gibt eh schon so viele Threads zu diesem Thema

Natürlich gibt es vereinzelt auch Tabellen, aber auch deren Aussagekraft ist begrenzt. Z. B.  kostet bei uns alles gleich viel mehr als in D oder im Osten Österreichs. Und auch die Preissteigerungen seit Tabellenentstehung haben es z. T. in sich. 

Sobald wir erstens die abgeschätzten Kosten auf dem Tisch haben, 2. gebaut und alles bezahlt, kann ich euch sagen, ob unsere Strategie aufgegangen ist 
4.2.2018 9:44
Da hast sicher recht.
Aber einen Vorteil hat die Vorgehensweise trotzdem:
Dir wird bewusst, was alles zu bedenken ist und was das UNGEFÄHR kosten könnte.

Damit entwickelt man doch automatisch ein Gefühl für die Sache.
Das in deiner Gegend, keine Ahnung, z.B. der Wasseranschluss? 3x so viel kostet wie üblich, kann dann viel leichter berücksichtigt werden.

Wenn du nur mit einer einzigen simplen Zahl rechnest, ohne die Details dahinter zu kennen, geht das viel leichter in die Hose.
4.2.2018 10:50
Stimmt, Pedaaa, die Details zu kennen ist wichtig. Deshalb hätten wir auch nicht mit einem GU gebaut. Alle Zahlen landen bei uns und wir treffen selbst die Entscheidungen. 

Für Gemeindegebühren und für alles, was angeschlossen werden muss, brauchen wir mind. 18.000 €, als Pessimisten rechnen wir mit 20.000.
Wirklich teuer sind aber die Handwerksbetriebe. Wir leben in einer schwer zugänglichen Region, es gibt nicht einmal echte Konkurrenz aus den Nachbarbezirken, ausländische Firmen arbeiten hier gar nicht. 

Unsren Handwekern kann man allerdings zugute halten, dass einige von ihnen bekannt gut arbeiten und über unsere kleine Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießen. 

Kleiner Trost: Der Bezirk Kitzbühel ist noch viel teurer, aber die sind halt nicht so isoliert wie wir und können sehr gut Handwerker von Nachbarbezirken holen. 
4.2.2018 10:57
Jeder versteht unter "Planung" etwas anderes. Der eine denkt mit dem Planer bis zur Einreichung. Was soll da den Planer die Gesamtbudgetsumme jucken? Er weiß ja gar nicht, was ich genau für eine Ausstattung anvisiere. Aber natürlich könnte er eine Schätzung für den Rohbau abgeben. Wenn jemand mit dem Planer bis zur letzten Lampe plant und dann vergibt, dann hat das Budget natürlich schon eine ganz andere Bedeutung.

Darum die Frage Catha. Was erwartest du dir vom Planer? Will ich überhaupt mit ihm über mein Gesamtbudget reden?

Aber einen Planer fragen, was darf dieses Haus kosten nur anhand vom Grundriss und Aussagen zur Ausstattung wie "jo eh Standard", das ist ja Kaffeesudlesen. Lese ich so oft hier. Oder auch "Was kostet ein Haus mit 150 m²"

Ich halte es da wie Pedaaa und Sparfratz. Geh frühzeitig zu den jeweiligen Firmen vom Fach, die sagen dir genau was es kostet. Ohne vager Schätzung von Leuten die es eh nicht zahlen müssen

Ich war vor finaler Einreichung schon bei den ersten Gewerkern und habe iterativ geplant. Da bekommst ein richtig gutes Gefühl, was etwas kostet. Von der Auskragung mit Isokörben bis zu den großen Fensterflächen, die man sich dann nochmal überlegen kann.
4.2.2018 12:29
Mit Planer meine ich einen der mir mein Haus plant. 
Bspw der Typ der beim Wimberger im Büro sitzt, mit dem ich ein Erstgespräch führe und der mir mein Haus bspw Belagsfertig plant. 

Der, wäre wahrscheinlich nicht schlecht, wenn er in etwa wüsste ob das Haus 250.000€ kosten darf oder 400.000€. 
Ihm muss ja eine finanzielle Richtung gegeben werden?! Sonst plant ja der ins Blaue....
4.2.2018 12:34
Ich meine eher wenn ich zu einem Wolf, Wimberger etc. gehe, dann wollen die alle eine Summe wissen, was das Haus das sie bauen sollen kosten darf. 

Bsp: 300.000€
sag ich denen jetzt eher 280.000€ i der Hoffnung, dass Ma dann irgendwo in der Mitte sich treffen ODER sag ich ihm die 300.000€ mit der Gefahr, dass er mit seinen Plan dann bei 320.000€ landet, weil er denkt „die 20.000€ auf und ab...“  ?!?!

hier in dem Thread geht’s eher um Taktik. ;)
4.2.2018 13:26
Wir haben gut 25 % weniger angegeben, aber ob die “Taktik” aufgeht, wissen wir nicht. Falls es für dich dann noch relevant ist, erzählen wir es dir gerne, sobald alles auf unserem Tisch liegt 

Grundsätzlich: Ich weiß niemanden, bei dem es nicht doch mehr geworden wäre als im Ursprungsbudget angegeben. Ob es dann geschickt ist, gleich das Maximum zu nennen?
4.2.2018 13:59
Hi,
vielleicht sicherheitshalber bei jedem Gespräch klarmachen, ob man die Zahlen inklusive oder exklusive USt meint. Wir hatten da grad am Anfang den einen oder anderen “aha” Moment, grade wenn wir mit Gewerken direkt (aber auch bei Architekten) gesprochen haben.  Und ja, das macht dann sicher einen Unterschied!
lg,
antheira
4.2.2018 14:09
Wichtiger Hinweis, antheira!
Wir haben vereinbart inklusive, da es ja das ist, was man letzten Endes bezahlen muss. 
4.2.2018 20:03
Die Geschichte ist ganz einfach

1) Man fängt an mit dem zu Planen von dem man Träumt.
2) Man bekommt auf Basis der Träume den ersten Kostenvoranschlag
3) Man besinnt sich auf das Wesentliche
4) Man bekommt auf Basis vom Wesentlichen einen Kostenvoranschlag mit dem man leben kann.
5) Man beginnt auf Basis des Kostenvoranschlags zu verhandeln
6) Man leistet sich doch ein paar Goodies und Upgrades
7) Man ist ca zwischen 10 und 15 % über den geplanten Kosten

Das Haus steht und man zahlt die nächsten 20 Jahre dafür.

Fertig  
4.2.2018 20:36
4.2.2018 22:08
Hallo Cathaleah, wir hatten auch vor kurzem unser erstes Gespräch mit einem Planer und haben ihm unser Budget für Belagsfertig für ca.150 qm inkl. Keller genannt: 300000 und einen Vorentwurf von uns selbst gezeichnet mitgegeben. Er hat dann geplant und eine tolle umfangreiche Mappe mit Entwurf mitgebracht: 380000!
4.2.2018 22:40
...muss aber dazu sagen, dass er vorher schon gesagt hat, dass wir damit nicht hinkommen werden. Allein der Keller kostet 70000.
5.2.2018 10:07
Hahaha... da fällt mir wieder unser "Zusammentreffen" mit der Fa. Id**lhaus ein .
Haben damals die Entwurfsplanung erstellen lassen. Nix großartiges, Haus mit 130m2 plus Keller, leichte Hanglage, Carport, Pultdach..... Und dann kam auch die Frage nach dem Budget. Wir sagten damals 200.000 bis 250.000 belagsfertig. Dann flatterte das Angebot ins Haus mit 290.000 belagsfertig und der Planer meinte: "Na? Da hamma uns aber angestrengt gell?" .....
Wir meinten dann, was an dem von uns vorgegebenen Budget so missverständlich war.... Planer: "Naja, das ist ja kein Problem, da könnte man ja anfangs das Carport weglassen" .... Ja eh, und wir könnten auch das Dach weglassen, oder die Fenster.....  tztztz....
Im Endeffekt haben wir alles selber vergeben und viel mitgeholfen (was wir sowieso von Anfang an vorhatten) und waren mit ca. 260.000 komplett fertig (schlüsselfertig). Und bei der Id**lhaus-Werbung haben wir uns immer kaputt gelacht: "Bei uns kostet ein Haus immer genau soviel, wie sie ausgeben wollen....."
LG
5.2.2018 10:22


Housedog schrieb: Die Geschichte ist ganz einfach

1) Man fängt an mit dem zu Planen von dem man Träumt.
2) Man bekommt auf Basis der Träume den ersten Kostenvoranschlag
3) Man besinnt sich auf das Wesentliche
4) Man bekommt auf Basis vom Wesentlichen einen Kostenvoranschlag mit dem man leben kann.
5) Man beginnt auf Basis des Kostenvoranschlags zu verhandeln
6) Man leistet sich doch ein paar Goodies und Upgrades
7) Man ist ca zwischen 10 und 15 % über den geplanten Kosten

Das Haus steht und man zahlt die nächsten 20 Jahre dafür.

Fertig


Genau so ist es! Und auch unabhängig davon ob man 300k, 500k oder 5Mio zur Verfügung hat.
5.2.2018 12:35
Persönlich machten wir bei unserer Planungsphase die Erfahrungen, dass sich manche gar nicht an die Angaben hielten, und einfach irgendwas planten.

Zmb.: haben einen Grundriss hergenommen, und wollten diesen auf ca 135m² geplant haben, in Anbetracht unseres Budgets, und Angebote davor wussten wir dass es möglich und machbar ist.

Budget beinhaltet bei uns allerdings nicht nur Haus sondern auch ink. Richtwerte "ALLES", Firma hat einfach das Budget rangenommen, unseren Grundriss auf 145m² geplant, mit dem Argument, ein vernünftiges Haus muss so eine Größe haben, und kleiner geht es nicht, und es wäre ja noch im Budget.

Also ich würde jedem empfehlen KLARE unmissverständliche Angaben zu machen, und sich schon vorher Gedanken zu machen, wie viel man investieren will.
6.2.2018 15:08
die frage ist halt auch welche aufgabe der planer erfüllen soll.
um aus einem praktisch vorskizzierten grundriss den einreichplan zu schustern - dafür braucht's keine budgetangaben mehr.

will man aber eine umfassende entwurfsplanung, also ein gesamtkonzept für die optimale bebauung seines grundstückes sind die budgetvorstellungen schon wesentlich. danach richtet sich im allgemeinen auch der aufwand für den planer und somit sein honorar.

in der regel hat man vor beauftragung ja mal ein vorgespräch wo man sich darüber unterhält was man überhaupt an wohnfläche und nebengebäuden usw. benötigt und da kann der planer bereits eine größenortnung nennen. wenn deine budgetvorgaben im falle einer beauftragung letztlich geringer sind wird eben das eine oder andere nicht umgesetzt werden können.
8.2.2018 11:56


Ani schrieb: Hallo Cathaleah, wir hatten auch vor kurzem unser erstes Gespräch mit einem Planer und haben ihm unser Budget für Belagsfertig für ca.150 qm inkl. Keller genannt: 300000 und einen Vorentwurf von uns selbst gezeichnet mitgegeben. Er hat dann geplant und eine tolle umfangreiche Mappe mit Entwurf mitgebracht: 380000!


300.000€ belagsfertig mit Keller ist schon sportlich.

Er schoss quasi mit 80.000€ übers Ziel hinaus.

Wie ging die Sache weiter?
Denn die Mappe kann er sich sparen wenn er vl um 20.000€ billiger wird ;)



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