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Doppelt beplankt oder einfach Gipsfaser bei Holzriegel

25 Beiträge | letzte Antwort 12.12.2017 | erstellt 3.12.2017
Ich bin gestern im Gespräch mit einem Bekannten ins grübeln gekommen, ob eine doppelte Beplankung nötig ist.
Wenn man bedenkt, dass man hinter der Gipskartonplatte die OSB Platte nur aus Stabilitätsgründen anbringt, könnte man ja direkt eine Gipsfaserplatte nehmen und die OSB weglassen.
Wären ja weniger Kosten und weniger Arbeit!
Bezüglich der Installationsebene würde es ja auch keinen Unterschied machen.

Wie ist eure Meinung dazu?!
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3.12.2017 18:56
Stabiler ist jedenfalls die OSB-Platte dahinter! Wennst was aufhängen willst, wird eine doppelte Rigipsplatte weniger halten, als eine OSB plus eine Rigips! Es geht ja nicht nur ums Bilder aufhängen, es sollten ja auch Regale sicher hängen! Es steht ja aus "Stabilitätsgründen"!
3.12.2017 20:16
Ja das ist klar! Ich weiß nicht ob das jz klar rüberkam??
Ich meinte ja statt der Kombi Rigips(=Gipskarton) + OSB nur eine Lage Fermacel(=Gipsfaser).
Rigips und Fermacel sind ja nur Markennamen und sagen wenig über das Produkt selbst aus.
Da die Fermacel ja als viel stabiler gilt würden sich die genannten Vorteile ergeben.
Rigips ist ja viel weicher, da muss natürlich eine Lage OSB dahinter, aber das bedeutet viel mehr Arbeit und man hat dann eine weichere Oberfläche durch das Rigips.
3.12.2017 21:50
O.K.!
Erst jetzt genauer gelesen! Haben auch wo Fermacel (?) verbaut, sind eigentlich schon stabil. Ob Diese im gegenständlichen Fall auch geeignet sind, weiß ich nicht. Sind aber gut zu verarbeiten, gut zum schneiden, und eben auch stabil, bin mir jetzt aber nicht sicher, ob wir vom gleichen Produkt schreiben.


3.12.2017 22:18
Wie ich schon sagte Fermacel ist nur eine Marke.
Denke üblicherweise wird aber Gipsfaser gemeint.
Aber vl weiß jmd anderes näheres dazu ob man die doppelte Verplankung durch eine einfache Gipsfaserplatte ersetzen kann?
3.12.2017 23:20

Je nach Konstruktion wird die OSB- Platte zur Aussteifung und als Dampfbremse benötigt, wobei die Aussteifungsfunktion auch außenseitig mit dafür zugelassenen Holzfaserdämmplatten erfüllt werden kann.

Zum Aufhängen sind auch dickere Gipsfaserplatten geeignet (siehe Herstellerangaben)
oder man schreibt sich die Position der Holzständer auf-
am besten vor der Beplankung Fotos machen, Achs- und Randabstände vermerken.
Hinter Gipsfaserplatten ist ohnehin zumindest eine Sparlattung sinnvoll.

Ich würde möglichst Gipsfaser- statt Gipskartonplatten verwenden, viel stabiler, weniger schimmelgefährdet, besser streich- und verfliesbar, einfach anzuklammern und auch durch Spachteltechniken dekorierbar.

Auch Dreischichtplatten sind innen statt OSB und Gipsplatten verwendbar die unverkleidet bleiben könnten.
Oder das Haus wird gleich aus CLT/KLH gebaut, was manche Probleme vermeidet.

Andreas Teich

4.12.2017 7:32
Hi, danke für deinen Beitrag!
Bei unserem Aufbau wird OSB 3 als Dampfsperre verwendet.
Durch die Installationsebene wäre dann auch eine Konterlattung gegeben.
Welche Stärken der GFP bzw. Dreischichtplatze würdest du anstelle von OSB+Gk einsetzen?
4.12.2017 10:39
Du müsstest mal den kompletten geplanten Wandaufbau posten, damit man sich ein Urteil bilden kann.

Wie gedenkst du die Dampfbremse/-sperre auszuführen wenn die OSB-Platte nicht mehr gegeben ist?

Wie Andreas bereits erwähnt hat, wird die OSB auch aus statischen Gründen benötigt. Wenn du die weglässt, wird die Aussteifung anders gelöst werden müssen.
4.12.2017 12:47
Wie bereits erwähnt wird die Dampfsperre mit OSB ausgeführt und liegt ja dann hinter der Installationsebene.
Also von Außen nach Innen: Holständerwerk mit Dämmung - OSB3 als Dampfsperre - Lattung Installationsebene - OSB+GKP bzw. eben GFP ohne OSB - Innenputz.

Dann würde die OSB Platte der Dampfsperre als aussteifende Schicht dienen.
Die OSB ganz Innen nach der Installationseben kann da doch nicht mehr wirklich viel bringen da die ja nur auf der Lattung angebracht ist.
4.12.2017 14:29
gipsfaser-platten alleine sind nicht annähernd so stabil wie osb+gkp.
also, wenn stabilität erforderlich, dann osb oder 3-schicht-platten beiliegen - rest ist geschmackssache.
bedenke: gfp. müssen in der regel vollflächig verspachtelt werden.

4.12.2017 19:58
Alles klar,
das mit der vollständigen Spachtelung war mir nicht bekannt.
Haben die nicht immer eine glatte und eine etwas rauere Seite?

Kannst du mir sagen ob die OSB Platte, die als Dampfbremse dient, zur Steifigkeit ausreicht?
4.12.2017 21:53
ich würde immer osb drunter machen - allein schon wegen der besseren stabilität im hinnlick auf rissbildungen
4.12.2017 22:01
Fermacellplatten können auch zur Aussteifung verwendet werden.
Es gibt die mit 10, 12,5, 15 oder 18 mm Stärke.

Welchen Nacharbeiten vorgenommen werden hängt vom gewünschten Ergebnis ab-
man könnte auch eine dünne Haftputz- und ggf noch Dekorputzschicht aufbringen oder Anstrich mit Struktur.

Andreas Teich
5.12.2017 0:01
Ok, mir war anfangs nicht klar, dass OSB-Platten zwei Mal im Wandaufbau vorhanden sind.

Wir bauen nächstes Jahr auch ein Holzriegelhaus mit 12,5mm Gipsfaserplatten innenseitig und verzichten auf zusätzliche OSB-Platten. Die Gipsfaserplatten sind robust und tragfähig genug und sollte es wo notwendig sein, kann man entweder Stärkere Platten nehmen oder spezielle Dübel bzw. Schrauben.

Ich weiß ja nicht, was du vor hast auf die Wände zu hängen, aber wenn es für die Küche kein Problem ist, sehe ich wo anders auch keins.
5.12.2017 7:19
@Baumann:
Ich denke du hast mich richtig verstanden.
Wie sieht bei der der Riegelaufbqu aus?
Bei mir außen Putz-Agepan/Dhf Platte- Riegel 200mm - OSB Dampfbremse - Installationsebene- OSB+GKP bzw. GFP
5.12.2017 9:20
Wer Hängeschränke auf Ständerwänden mit Gipsplatten befestigen will kann auch vorher unter den Schränken ein kleines Winkelprofil aus Alu oder Edelstahl an die Ständer schrauben, worauf später die Schränke aufsitzen.

Oben hinter den Schränken könnte zuerst ein Flacheisen an die Ständer geschraubt werden und dann mit Metallgewindeschrauben durch die Schrankrückwand (sofern diese stabil ist).

Am besten die Schrankrückwände aus Sperrholz nur auf die Schrankseiten aufgeschraubt (ohne Nut)
 
Alternativ dazu: genau parallel zur unteren Winkelschiene oben eine breitere befestigen an die dann der Hängeschrank von unten durchgeschraubt werden kann.

Andreas Teich 
5.12.2017 10:21
Zur Not klingt das auch nach einer guten Idee!
Danke dafür.
Wobei ich denke, dass eine Gipsfaserplatte die Hängekästen schon tragen kann.
Eine 12,5mm Platte trägt mit Hohlwanddübel schon 40kg pro Schraube.(lt. Google)
Aber ich hab mir gerade die Preise auf den Baumarktseiten angesehen.
Eine 15mm GFP kostet ja schon über 9€/m2.
Da muss man sichs dann doch überlegen, da die doppelte Beplankung günstiger kommt.
Wobei mit Arbeitszeit wirds ws dann doch teurer oder nicht?
5.12.2017 11:01
Unser Wandaufbau wird wie folgt ausgeführt:

ca. 2cm Außenputz
6 cm Holzweichfaserplatte
24 cm Holzriegel mit Dämmung
1,8 cm OSB-Platte
10 cm Lattung mit Dämmung (Installationsebene)
1,25 cm Gipsfaserplatte

Bei der Vorfertigung im Werk werden meist Großformatplatten eingesetzt, welche preislich zw. € 6,25 bis € 9 liegen, abhängig von Stärke und der abgenommenen Menge.

Verarbeitest du die Platten selbst oder werden die im Werk angebracht?

Falls du's machen lässt lass dir einfach beides anbieten. Wie oben schon erwähnt, werden Gipsfaserplatten meist noch vollflächig gespachtelt.
5.12.2017 13:10
Ok der Aufbau ist sehr ähnlich!
Nein wir wollen das selbst machen.
OffTopic: Habt ihr euch bezüglich hinterlüfteter Fasade erkundigt?
Wurde uns bei einem Angebot empfohlen und hab ich auch schon mal im Forum gelesen.
5.12.2017 14:30
Wenn ihr es selbst machen wollt, schaut unbedingt, dass die Platten vom Kran ins jeweilige Geschoss bzw. ungefähr an die richtige Stelle gesetzt werden bevor alles zu ist.

Unser Trockenbauer meinte bei unserem Grundriss können die Großformatplatten 3x1,25 bzw. 2,75x1,25 nehmen. Das spart einiges an Schneidarbeit und Fugen und zu zweit kann man die Platten noch heben. 55 bzw. 50 kg das Stück.

Für die kleinen Räume hat unsere Zimmerei Sonderformate von 1x1,25 welche dem Rastermaß entsprechen.

Anfangs wollte ich auch mit einer hinterlüfteten Fassade bauen, allerdings habe ich mich dann aus folgenden Gründen dagegen entschieden:

- Unterschiedliches Vergrauen der Fassadenfläche bei Dachüberständen bzw. Wetterseiten
- Vergrauen muss einem Gefallen
- Größere Wandstärke bei schlechterem Dämmwert als wenn man die Ständer von außen überdämmt

Den Aufbau habe ich noch so im Kopf:

1) DWD/Agepan
2) Winddichte Folie
3) Lattung bzw. Konterlattung
4) Schalung

Hier kann man sicher vieles oder alles in Eigenleistung machen, aber Holzweichfaserplatten können direkt auf den Ständer geklammert werden. Somit spart man sich die DWD, Folie, Lattung und Schalung muss aber dann verputzen.

Eine 60mm Holzweichfaserplatte kostet zw. € 15-16,5 m2. Kann jetzt keine genauen Zahlen nennen, aber ich denke das die Option mit Holzweichfaserplatten günstiger ist. Ist aber nur eine Vermutung.

Weiß noch nicht was der Außenputz kostet. Warte seit über einem Monat auf Angebote von 4 Malern für den Außenputz. Habe schon telefonisch urgiert.
5.12.2017 16:17
Alles klar, danke für deinen Input dazu.
Mir wurde die hinterlüftete Fassade auch mit Putz außen angeboten.
Soll anscheinden besser sein bei Holzriegel, da eine besser Abtrocknung gewährleistet wird.
(Lt. Zimmerer)
Die Wand wir dicker das ist sicher, um den selben u wert zu bekommen
6.12.2017 13:58
Hinterlüftete Fassade
Bei uns habe ich auf die Stegträger 60 mm Holzfaserplatten geschraubt, die auch verputzt werden könnten.

Ich habe allerdings auf die Dämmplatten Konterlatten geschraubt und darauf Rhombusbretter mit 7 mm Fuge.

Unsere Konterlatten sind ca 30 mm dick und die Bretter 24 mm.
allerdings könnte man auch mit 50 mm Stärke hinkommen.

Wenn dann der Putz mit ca 1 cm dagegen gerechnet wird ist die Fassade etwa 40 mm dicker.

Bautechnisch gesehen ists immer besser, den Wetterschutz und die Dämmung zu trennen, auch weil dabei die Wetterschutzschale jederzeit problemlos saniert und geändert werden kann.

Bei nur geschraubten Verbindungen wie bei uns sind alle Materialien wieder abschraubbar und getrennt verwertbar
oder die Konterlatten könnten durch dickere ersetzt und dann noch besser gedämmt werden.

Wenn alle Materialien kapillaraktiv sind, der Wandaufbau nach außen diffusionsoffener ist und keine Mineralwolle/EPS etc eingesetzt wird ist aber ohnehin schnelle Abtrocknung und Diffusion gewährleistet.

Wer innen OSB-Platten verwenden will bekommt die auch bis 13 m x 2,8 m, dann natürlich in der Zimmerei einbauen.Zumindest ists dann luftdicht.
Dreischichtplatten in 19 oder 27 mm Dicke sind schöner und könnten holzsichtig belassen werden, übliche Größe im Handel 500 x 210 cm oder halbe Platten.

Andreas Teich
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