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Baustelle eingestellt , weil Vorarbeiten nicht nach Vorschrift

9 Beiträge | letzte Antwort 5.12.2017 | erstellt 14.11.2017
Hallo zusammen,

bei uns sollten nun 2 Abdichtungen für Rohrdurchführungen von außen gemacht werden.
Das Unternehmen kommt aus Deutschland und hat hier bei uns keine Partner sodass wir den Tiefbau selbst organisieren sollten (die Rohre freilegen).
Ich habe einen Baggerfahrer damit beauftragt und war auch dabei da ich am besten weiss wo die Leitungen alle liegen.
Die Rohrdurchführungen sind ca. 3m unter der Erde. Nun konnten wir die Löcher nicht ewig gross machen, da beim einen gleich mal die Straße kommt (Hauswand / Straße weniger als 3m). Und beim anderen ist ca 1m von der Hauswand ein dicker Felsbrocken, der sich nicht entfernen lässt ohne den halben Garten umzugraben.
Sie hätten es auch gerne tiefer gehabt aber auch das ist wegen den Leitungen (Wasser , Abwasser) und der Drainage sehr ungünstig.
Nach einigem hin und her hatte es dem Ausführenden Teamleiter auch vom Platz her gepasst aber bei der Tiefe waren ihm die Grubenwände zu steil und unsicher.
Das kann ich auch nachvollziehen und nehme ich keinem übel. Das Wetter hat uns zusätzlich übel mitgespielt (Dauerregen , Schnee , Gewitter und das alles innerhalb von 2 Tagen , Sa gebaggert , Mo sollte abgedichtet werden).
Ich habe alles abgedeckt aber es hat nicht ausgereicht. In dem einen Loch ist Erde nachgesackt.
Nun wurde besprochen die Grubenwände mit Schaltafeln und Holzkonstruktion abzusichern dass keine Erde nachsacken kann.

Meine Frage:
Das wurde gestern alles besprochen und der Baggerfahrer war auch sofort da um alles zu klären. Machen konnten wir es gestern nicht wegen starken Schneefall und Schaltafeln waren auch nicht vorhanden.
Nun hat der Chef der Abdichtungsfirma mir gleich gesagt und dann auch schriftlich per Email geschrieben , dass er jetzt keine Ausweichbaustelle für seine Arbeiter hat und dass er mir seinen Verdienstausfall (2000€ was die Kosten für die komplette Abdichtung sind inkl. Material usw.) in Rechnung stellt. Ist das gängige Praxis??? Wir müssen nochmal mit ihm reden, ich war gestern ehrlich gesagt ziemlich sprachlos
Ich wollte nur gerne mal wissen was ihr dazu sagt?!
14.11.2017 13:28
Den Verdienstentgang kann er dir nicht raufrechnen, allerhöchstens die ihm entstandenen Kosten wie unnötige Anfahrt und Stehzeit bei dir, und auch das ist fraglich und hängt zb davon ab wie genau im vorfeld definiert wurde wie die Baugrube auszuführen war.
14.11.2017 19:20
Naja in einer Email stand:

Tiefbau nach BG Bau oder ähnliches

Ansonsten wurde nichts vereinbart, geschrieben oder gesagt.

Ich wollte eh gerne dass sie alles machen aber sie meinten sie haben hier in Tirol keinen Tiefbauer mit dem sie zusammenarbeiten.

Nun hab ich wieder mal das Nachsehen. Ist echt bissl frustrierend. Man versucht immer alles gut zu machen und herrichten zu lassen und ist am ende wieder der dumme.
14.11.2017 20:00
Bei uns ist der Kellerbauer gekommen und hat dem Tiefbauer gesagt, was er haben will. Der Tiefbauer war aber direkt von mir beauftragt. Als Baugrube fertig war, hat die Grube wieder der Kellerbauer begutachtet, bevor er begann.


14.11.2017 23:29
Hallo,
rechtlich kenn ich mich nicht aus, da gibt es experten hier im Forum,

aber rein vom "Menschenverstand" kann er dir meiner Meinung keinen "Verdienstentgang" verrechnen weil zum einen passiert dass ja fast täglich dass irgendwelche gewerke auf irgendwelchen baustellen nicht fertig werden und zum anderen ist es nun mal so, er kann dir von mir aus seine zeit in rechnung stellen, aber dass war es auch schon.

ich würde diesbezüglich aber mit einem rechtsanwalt kurz sprechen und dann die zusammenarbeit wegen unseriösität aufkündigen ... weil wenn eine firma so garnichts zu tun hat dann ist dass auch irgendwie komisch ... also ich kenne keine firma der fad ist :-D

lg
15.11.2017 10:07
@Spore

Ja das hätte ich mir so auch gewünscht. Dann hätte er gleich sagen können dass nachgearbeitet werden muss. Und er hätte mal sagen können wie gross der Arbeitsbereich unten im Loch sein muss da wir durch den Fels und Strasse sehr begrenzt sind.

@AndiBru

Ja das hätte ich mir auch gedacht. Aber mit dem Denken ist das ja immer so eine Sache . Ausserdem war ich gestern echt sprachlos....wie du schon sagst....ständig verzögert sich etwas und die Gewerke kommen nicht oder verspätet. Das musste ich auch immer so hinnehmen und jetzt das.....! Was ich dreist finde ist, dass die komplette Summe verlangt wird worin ja auch das Material, einfach alles ist. Das hat mit Verdienstentgang nichts zu tun.
15.11.2017 21:00
Gerade beim Bau, wo das Wetter viele Tage vom "Verdienst" hindern können, finde ich auch dass das eine Frechheit ist.
25.11.2017 12:09
In der Baubranche geht es hart zu, und speziell die Erdbauer sind die rauesten Typen (meine Erfahrung). Ich würde jetzt mal zielorientiert handeln, damit die Anschlüsse alle ins Haus kommen und mich später um die rechtliche Frage kümmern.
30.11.2017 6:54
Das haben wir getan. Die beiden Gruben wurden so gut es geht gesichert und das wurde auch akzeptiert. Die beiden Abdichtungen wurden vorgenommen und die Gruben sind wieder verschlossen. Soweit so gut. Gestern flatterte auch schon die Rechnung ins Haus. Mit den Kosten für die Abdichtung PLUS 800€ (Verdienstausfall) für den "1. Versuch".
Immerhin ist es "nur" noch die Hälfte.
Aber mit Fahrtkosten und Arbeitsstunden hat das nichts zu tun...Anfahrtspauschale ist 30€ laut Angebot.

Werden nochmal mit ihm sprechen ob wir uns da nicht einigen können oder ob es wirklich über Anwalt usw laufen muss....möchte ich eigentlich gar nicht. Aber 50% Aufschlag mal eben möchte ich auch nicht.

Laut einer guten Freundin(die Anwältin ist) , soll es nicht so einfach sein , den Ausfall geltend zu machen. Er müsste dann nachweisen , dass wegen unserer Baustelle , ein anderer Auftrag abgesagt wurde, und dadurch ein Schaden/Verdienstausfall entstanden ist. Das sei nicht so einfach.
5.12.2017 6:07
Haben nochmal mit beiden (Baggerfahrer und Abdichter) gesprochen.
Zunächst waren die Fronten verhärtet.
Der Abdichter hat alles auf den Baggerfahrer geschoben und wollte mit uns "gemeinsame Sache" machen.
Der Baggerfahrer hat gesagt er hätte alles nach besten Wissen und Gewissen gemacht und er zahlt dem Abdichter sicher nichts.
Aber wir haben uns gesagt , dieses mal zahlen wir es nicht einfach stillschweigend(so wie sonst meistens). Wir haben dann beiden gesagt, dass wir den Fall unserer Rechtsschutzversicherung übergeben müssen , wenn wir uns so nicht einigen können.
Nach einigem hin und her hat sich dann der Baggerfahrer bereit erklärt auf seine Arbeitskosten zu verzichten (ca.700€).
Wenn nun der Abdichter auf 300€ verzichtet, wäre der Fall gegessen und wir haben ein Problem weniger.
Der Baggerfahrer ist nun nicht mehr so gut auf uns zu sprechen. Aber ich kann es auch nicht ändern...kann nicht sein dass immer wir die Dummen sind.
Ich halte euch auf dem Laufenden.



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