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Ein paar Meinungen unseres Holzbaumeisters

20 Beiträge | letzte Antwort 22.1.2018 | erstellt 9.11.2017
Unser Holzbaumeister, ein sehr netter Typ, hat uns nun ein kleines (100 qm, 2 Etagen) Häuschen auf rechteckigem Grundriss angeboten. Dabei hat er vorgeschlagen:

Wandaufbau: 10cm KLH, 20 cm Hanf, auf Wunsch 24cm, Putzträgerplatte

Decke: Gipsplatte, Sparschal., Dampfbremse, 28cm Konstr, 2cm DHF, Konterlattung, Rottung, Isocell

Bodenplatte: XPS 14cm unter Bodenplatte
evtl. Sockel

Was meint Ihr? Passt das so? Ich dachte bei der Bodenplatte an Glasschaumschotter (hat mir ein Architekt gesagt, wär bei dem Lehmboden besser), aber der Holzbaumeister sagte, das würde keinen Unterschied machen.

Danke!
Martin

10.11.2017 16:47
Wenn niemand was sagt, heißt das wohl, dass es so falsch nicht sein kann. ... Oder?
11.11.2017 2:51
Holzhaus Wand-/Boden-/Deckenaufbau

Bei einem kleinen Haus können CLT Wände auch mit 60-80 mm Dicke ausgeführt werden.
Außenseitig zB 240 mm Stegträger mit 40 oder 60 mm Holzfaserdämmplatten und Zellulosedämmung.
Die Fenster können dabei außen angeordnet und die Rahmen mit den HF-Platten überdämmt werden.

Wände innen entweder holzsichtig lassen oder mit Gipsfaser- oder Lehmbauplatten verkleiden.
Sparren unterseitig mit schweren Holzfaserplatten verkleiden verbessert den Hitzeschutz und Schallschutz.

Bodenplatte würde ich oberseitig abdichten und dann mit Innendämmung, zB Zellulose, versehen und KVH-Unterkonstruktion und Dielenbelag. Das erspart den Estrich und Unmengen XPS.
Wärmebrücken gibt's im Holzbau ohnehin kaum.

Andreas Teich
11.11.2017 11:08
Natürlich nicht falsch.

es geht auch einfach 24-25cm HOlzweichfaserplatte drauf. Einlagig. Am einfachsten. Falls PUtz gewünscht ist. Holzweichfaser ist billiger als Hanf.

Oder wie von Atema beschrieben - falls eine vorgehängte Fassade gewünscht ist.

Bodenplatte: XPS oder GSS, egal (aufpassen bei GSS wegen Verlegung - siehe mein Thread)
Decke: warum nicht Massivholz in Sicht?


11.11.2017 13:14
Danke Andreas und Mackica! – GSS habe ich mir angeschaut, das Problem dürfte der Überstand sein, da wir an einer Seite direkt an der Grundstücksgrenze bauen. Die weiße Decke wird weiß lasiert, einfach weil das sonst zu viel Sichtholz ist, da wir die Wände auf Sicht lassen. Aber das ist ja nur eine Geschmackssache. Den Boden ohne XPS hinzukriegen klingt reizvoll, ich werde das durchbesprechen. Aber auch da haben wir dann meine Furcht, ein zu viel an Holz zu haben. (Bislang denken wir an geschliffenen Estrich mit Fußbodenheizung als Oberfläche.)
11.11.2017 14:46


wern schrieb: ein zu viel an Holz zu haben. (Bislang denken wir an geschliffenen Estrich mit Fußbodenheizung als Oberfläche.)


a bissl Speichermasse schadet nicht. Oder irgendwo Lehmputz...

ad Fassade:
Vorteil Holzweichfaser - billiger
Vorteil vorgehängte Fassade / mit eingelasener Cellulose im Riegel - besserer Schallschutz
11.11.2017 20:19
Der Schallschutz ist ein schlagendes Argument!
11.11.2017 21:04


wern schrieb: Der Schallschutz ist ein schlagendes Argument!


Je nach Situation. wo hast deine Schlafzimmerfenster etc...

Schwachstelle beim Schallschutz sind im allgemeinen immer noch die Fenster.
11.11.2017 22:51
Wenn's nicht wie eine Sauna aussehen soll- Holz ist zwar schön kann aber im Übermaß auch zuviel werden-
würde ich die Deckenelement vor der Montage weiß lasieren,
den Boden mit Eichendielen herstellen und
die Außenwände zB mit Wandheizung und Lehm- oder Kalkputz in beliebiger Farbe ausführen,
was auch für den Schallschutz günstig ist.

Wenn die Fenster-Blendrahmen mit Holzfaserdämmplatten überdämmt sind werden dadurch gleichzeitig die Fugen abgedeckt, was die Fugendichtigkeit erhöht, Wärmebrücken reduziert und auch den Schallschutz verbessert.

Innenwände können dann auch hinterher verkleidet werden-je nach Raumgefühl.

Wenn die Fußböden im Trockenbau erstellt werden ist's besser zur Minimierung von Feuchtigkeitseinträgen-
zudem ist der Holzdielenboden immer fußwarm und wie Turnhallen-Schwingböden elastisch und weitgehend schadensresistent.
Außerdem können nach Belieben Teppiche aufgelegt werden.

Andreas Teich

13.11.2017 11:11
Danke!
18.1.2018 23:15
Hi! ...habe seit Dezember auch ein "Baumhaus" auf einem sehr lehmigen Baugrund! 

Der Glasschaumschotter ist kappilarbrechend, dämmt ein wenig, ist aber teurer.

Ob Glasschaumschotter oder nicht, wichtig ist auf jeden Fall eine gute Drainagierung bei Lehm!

Wir haben das z.B. so gelöst dass rund um die zukünftige Fundamentplatte die Baugrube leicht bis zum äußeren Rand abfällt. Danach Geotextil drauf, damit die Drainage nicht mit Lehm zuwächst und dann die Drainage auf Schotter im Gefälle verlegt. Das ganze haben wir dann von oben auch noch mit Geotextil eingepackt (Das Drainage Rohr ist rundum mit Textil eingepackt)

Am höchsten Punkt haben wir die Drainage per Schlauch nach oben aus dem Erdreich gezogen, damit im Anlassfall die Leitungen gespült werden können. Am tiefsten Punkt ist ein Revisionsschacht.

Wir haben als Vorsichtsmaßnahme dann noch eine zweite Drainageleitung ums Haus verlegt.

Überleg dir noch ob Sichtqualität notwendig ist...das ist mitunter sehr anspruchsvoll, was Handhabung während Rohbauphase (habe Lehmfußspuren auf den Wänden ) und im Innenausbau angeht und teurer als Nichtsicht. Im Rohbau werden z.B. auch die Bauteilverbindungen komplizierter, wenn Wind geht musst du extrem aufpassen, dass du nicht aneckst, Regen, Dreck etc. sind ein Thema...usw.
...außerdem kannst du nicht so einfach irgendwo eine Steckdose ergänzen...

Wenn nur einzelne bereiche einer durchegehenden Wand auf Sicht sein sollen, musst du trotzdem die ganze Wand auf Sicht bestellen, auch wenn du nachher Rigips/Lehm/etc. aufbringst.

Ansonsten habe ich 2 Geschoße mit 10cm 3-Schicht CLT, bei auskragenden Bereichen 12cm.
Decke hat 14cm und Werde innen auch einzelne Wände mit Lehmputz ausführen wegen Wohnklima und der interessanten Gestaltungsmöglichkeiten.

Auf jeden Fall alles Gute fürs Bauvorhaben und eine entspannte Bauphase!

19.1.2018 5:01
Danke! Das mit den Steckdosen – wo verlegen wir die Stromkabel – hat mir der Baumeister gestern grad gesagt. Wird aber so gehen, dass Stirnholz gefräst wird und dann 20cm in die Höhe gebohrt. Später wird es schwierig, das stimmt!
19.1.2018 15:12
drainage bei lehmigen boden wird aber sehr kontroversiell diskutiert.
durch die drainage holst dir ja erst recht das wasser zum haus
20.1.2018 0:51
Bei einem Holzhaus, welches ohnehin praktisch keine Wärmebrücken aufweist ist Innendämmung des Bodens günstiger.

Das Haus kann auch komplett auf Schraubfundamente gestellt oder auf Punkt- oder Streifenfundamente- gelände- und konstruktionsabhängig.

Nuten für Installationenn können auch später gefräst werden- aufwendiger aber machbar.

Du könntest auch unten vor der Wand einen Sockelvorbau vorsehen, in dem alle Installationen verlaufen und in den problemlos jederzeit Steckdosen eingebaut werden können.
Oben ein Brett aufschrauben, welches als Ablage oä dienen kann.

Flachdach oder eine andere Dachform?

Andreas Teich
20.1.2018 8:37
Wie tief wäre so ein Installationssockel? 10cm? Mehr? 
20.1.2018 21:19
Sockeltiefe kann sich jeder nach den unterzubringenden Installationen festlegen-
Meine Erfindung!

Ich würde den Sockel ca 30 cm hoch machen, damit es nicht nach mißglückter Fußleiste aussieht und in etwa der üblichen Steckdosenhöhe entspricht.
Zudem kann er dann sinnvoll als Ablagefläche oder Bücherregal dienen.

Auf jeden Fall praktisch, da Durchdringungen der Außenwand vermieden werden,
alles jederzeit zugänglich und erweiterbar ist und der eher kühlere Sockelbereich zusätzlich gedämmt wird.

Wenn die Bodenplatte beim Holzbau nicht unnötigerweise von unten gedämmt wird kann innen eine Dämmung aus Glasschaumplatten oder Holzfaserdämmplatten verwendet werden.

Falls hohe Speichermasse gewünscht wird mit konventionellem Estrich versehen,
ansonsten mit Trockenestrich- oder Creaton-Tonestrichplatten.

Als Speichermasse können auch Innewände aus Lehmsteinen (selbst) gemauert werden

Andreas Teich
20.1.2018 21:44


AnTeMa schrieb: Ich würde den Sockel ca 30 cm hoch machen


Und wie breit, bzw. wie "dick"? Kann man auch als "Vorwandinstallation" bezeichnen?
21.1.2018 13:58
Laie fragt: wie viel Kabel muß in den Sockel?
genügen nicht mal 12 cm?
Dann kann man das mit einem Möbel-Sockel auch verdecken.
30 cm ist ja Kindersitzhöhe
21.1.2018 17:00
Ja im Prinzip wäre das eine Art Vorwandinstallation- analog zu den in Bädern.
Tiefe ca 10-12 cm außen, damit auch alle Rohre reinpassen.
Man könnte den natürlich auch höher und breiter machen,
als Sitzgelegenheit zb mit Deckel oben oder Klappe vorne,
wenns als Ablage für Bücher benutzt werden sollte

Andreas Teich
21.1.2018 22:45


AnTeMa schrieb: Tiefe ca 10-12 cm außen, damit auch alle Rohre reinpassen.


Kommt mir ein bisserl viel vor! Die Höhe finde ich o.k., dass man was abstellen kann auch, nur kann man dann keine Schränke mehr zur Wand stellen können, zumindest müssten sie angemessen werden wegen des Vorsprungs. Würde eher ganz schlank bleiben, den Leitungen haben auch in einem 2 cm schmalen Zwischenraum auch Platz, dazu dann noch ein 15 mm Zierbrett, ergäbe dann 3,5 cm Vorsprung. Buch wird man dann keines mehr hinstellen können, aber die Möbelierung wird einfacher sein. Breite Kabelkanäle aufgestellt gibt es ja auch schon in vielen Variationen, Holz wirkt aber besser.
22.1.2018 21:01
Installationssockel bauen
Wenns um Rohrleitungen geht braucht man inkl Dämmung genug Platz-
auch wegen der Bestigungsschellen.
Man kann aber ohnehin erst alles verlegen und dann sehen wie tief das werden muß.

Schränke sollen ja ohnehin nicht ganz dicht an Außenwände gestellt werden.
Ansonsten Einbauschränke mit Türen in Wandoberflächenoptik bauen

So ein Sockel wäre eine meiner Sparmaßnahmen für ein möglichst günstiges Haus-
in dem Fall ohne Installationsebene.

Andreas Teich



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