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Asbest Eternitdach abtragen

15 Beiträge | letzte Antwort 8.11.2017 | erstellt 3.11.2017
Weils gerade im anderen Thread so heiß debattiert wird und ich daran denke, mein Eternitdach aus Asbest selbst abzutragen, frage ich mich, ob das wirklich Blödsinn ist, was ich vorhabe. Das Dach ist etwa 40 m² groß und besteht aus einfachen Platten die mit zwei Schrauben angeschraubt sind. Jetzt kann ich mit Staubmaske und Handschuhen die Schrauben lösen die Platten sanft herunter lösen und zum Wiener Müllplatz fahren. Oder? Ist das dumm, weil ich das Zeugs nicht anfassen soll? Oder ist das dumm weil die mir die Platten eh nicht abnehmen?
3.11.2017 21:02
ich würde anrufen und nach freimengen fragen für asbest-entsorgung durch private. bei unseren recylclinghof sind 100kg frei, das sind 2 platten. ansonsten kann man das auch auf willhaben anbieten. landwirte die einen stall abdecken oder förster die ihre holzstapel im freien lagern und abdecken wollen nehmen oft kleinmengen ab.
3.11.2017 21:09
Wenn du das wirklich vorhast, dann gscheit vorbereiten!

Ich hab mich für unseren Abriss mit den 3M FFP3 Masken vom Typ 9332+ eingedeckt und dazu noch Schutzbrillen und den Anzug genommen. Sonst hast du - worst case - die Fasern an deinem Arbeitsgewand mit dem du wieder im Auto sitzt oder in die Wohnung gehst.

Bzgl. Asbest abnehmen würde ich vorher mit dem Altstoffsammelzentrum oder Bauhof sprechen, wie die das handhaben. Das kann höchst unterschiedlich ausfallen. Bei uns in der Gemeinde zb: Asbestzement (asbesthältige Eternitabfälle) ab 1/4 m³ Jahresmenge 0,12 Euro per kg.

3.11.2017 21:13

Hallo,

ich bezweifle dass die Schrauben sich einfach herausschrauben lassen. Normal sind die Eternitplatten auch genagelt.
Bei unserem Asi darf man max 100kg Asbestmaterial pro Woche entsorgen. Am alten Háus waren 5t Eternit die ich zu 70€/t noch recht günstig entsorgen konnte. Hätte also 50x jede Woche fahren müssen und hätte trotzdem keinen Entsorgungsnachweis gehabt.
Zum Abtragen habe ich mir ein Schälwerkzeug gebaut mit dem es ganz gut ging. Gearbeitet habe ich einige Regentage um Staub zu minimieren.
Abtragen und Entsorgung duch eine Firma habe ich auch angefragt, hätte mehr gekostet als das Grundstück wert ist.


3.11.2017 21:13


cc9966 schrieb: ansonsten kann man das auch auf willhaben anbieten.


Auf keinen Fall! => Dafür gibt es ein Weiterverwendungsverbot.
3.11.2017 21:19
Achja, bei der Arbeit Schutzanzug und ordentliche Staubmaske tragen und gleich an Ort und Stelle ausziehen und deponieren.
Aus dieser Erfahrung habe ich Sondermüll am, im, auf dem Haus so gut es geht vermieden.
3.11.2017 21:25
Danke! Ich werde anrufen und das klären, das ist sicher sinnvoll. Und den Anzug werde ich mir auch besorgen.
3.11.2017 21:42
Hm, würd ich mir gut überlegen. Bei unserem Abriss sind einige uralt Eternitplatten leider gebrochen. Ob da jetzt bei einem "glatten" Bruch so viele Fasern in die Luft kommen, weiß ich nicht, aber ich war froh, dass wir das dem Abrissunternehmer überlassen haben, der war gut ausgestattet. Ich persönlich würde an dieser Stelle nicht sparen.


rocco81 schrieb: Aus dieser Erfahrung habe ich Sondermüll am, im, auf dem Haus so gut es geht vermieden.


Geht mir auch so. Bei uns war das ganze Abrisshaus ein Haufen Sondermüll. Jede Menge Styropor, Eternit und Bitumen. Werden das so gut wie möglich beim Neubau vermeiden.

Liebe Grüße!
3.11.2017 22:11


rabaum schrieb: die Fasern an deinem Arbeitsgewand mit dem du wieder im Auto sitzt oder in die Wohnung gehst.


weil ich es gerade wo anders auch deponiert habe... Fasern werden nur bei sehr stark verwitterten oder beschädigten Platten frei. Grundsätzlich sind die Fasern ja Zementgebunden und könne sich das nicht so einfach mir nix dir nix lösen..

Wenn du das ganze mit einer gewissen Sorgfalt angehst wist es sicher alleine machen können. Transport & Entsorgung würde ich von einem Unternehmen machen lassen, wäre mir zu heikel...

https://de.wikipedia.org/wiki/Asbest
6.11.2017 8:54


rabaum schrieb: Dafür gibt es ein Weiterverwendungsverbot.


Hast Du eine Quelle dafür? Ich weiß nur dass es als Baustoff verboten ist, aber zum Abdecken von Brennholz-Schlichtungen?
6.11.2017 10:39
https://www.google.at/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.auva.at/cdscontent/load%3Fcontentid%3D10008.544625%26version%3D1442223918&ved=0ahUKEwieu4CK0qnXAhUHEuwKHUgiBqEQFgglMAA&usg=AOvVawL

Ich hoffe der Link klappt. Ist ein Merkblatt von der Auva zum Thema Asbest. Nach dem was da steht, ausschließlich Entsorgung, und zwar durch Fachfirmen, weil Gefahr der Freisetzung beim Abbruch der Platten hoch.
6.11.2017 12:31

Umweltbundesamt
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0177.pdf

vereinfacht gesagt, sobald du den Bestand angreifst musst du es entsorgen und darfst es für nichst mehr weiterverwenden, egal in welcher Nutzung.
7.11.2017 12:39


cc9966 schrieb: aber zum Abdecken von Brennholz-Schlichtungen?


Keine gute Idee, dann trägst du den Abrieb mit dem Brennholz ins Haus und bläst es dann durch denn Kamin in die Umgebung.
7.11.2017 22:30


rocco81 schrieb: dann trägst du den Abrieb mit dem Brennholz ins Haus und bläst es dann durch denn Kamin in die Umgebung


Schon etwas übertrieben die Angst! Eigentlich dürfte es keine alten Mechaniker mehr geben, die haben jahrelang Asbeststaub von den alten Bremsbacken geblasen, und das ohne Schutz!
7.11.2017 22:56


altehuette schrieb: Schon etwas übertrieben die Angst!


aber besser wenn das Eternit weg ist...
wer weiß, spielen irgendwann Deine Kinder damit, brechen die Platten etc (ist mir als Kind passiert)
8.11.2017 7:17

Ja eh, aber hätten die das auch gemacht wenn damals schon bekannt gewesen wäre dass es schädlich ist?
Ich will so ein Zeug lieber weg haben.



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