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WW-Bereitung: Heizstab oder Wärmepumpe?

24 Beiträge | letzte Antwort 10.9.2018 | erstellt 30.9.2017
hallo
...sorry, falls die frage an die spezialisten hier etwas profan kommt...
wir planen aktuell gerade eine im frühjahr 2018 zu errichtende pv-anlage auf unserem efh in niederösterreich (baujahr 1983, thermisch aber einigermassen auf stand der technik)- nun haben wir zwei angebote wobei einer einen heizstab für den vorhandenen ww-speicher (der im augenblick sommer wie winter mit öl betrieben wird) vorsieht, und der andere die bereitung des warmwassers mittels einer wärmepumpe....
geplante dimension der pv-anlage wären die "üblichen" ca. 5kw/p mit batteriespeicher.
was wäre eurer meinung nach die vernünftigere bzw. wirtschaftlichere lösung unserer ww-bereitstellung?
bin für jeden tipp dankbar, da ich ansonsten den ausführungen der verkäufer schutzlos ausgeliefert bin...
brgds
ajw
30.9.2017 12:21


ajw schrieb: ...sorry, falls die frage an die spezialisten hier etwas profan kommt...
wir planen aktuell gerade eine im frühjahr 2018 zu errichtende pv-anlage auf unserem efh in niederösterreich (baujahr 1983, thermisch aber einigermassen auf stand der technik)- nun


Stammt die Ölheizung auch aus dieser Zeit? Und möchtest Du nur die Warmwasseraufbereitung im Sommer sanieren? Gruss HDE
30.9.2017 13:35
danke für die antwort- die ölheizung ist nicht ganz so alt- wurde im jahr 1997 installiert, und befeuert eine fussbodenzentralheizung- der austausch bzw. die sanierung der heizung wäre eigentlich das projekt für 2019- allerdings wollten wir, um die "kollateralschäden" so gering wie möglich zu halten, eigentlich 1:1 austauschen, und wieder eine ölheizung installieren...unter diesem gesichtspunkt sollten also die investitionen in, bzw. die ausgestaltung der pv-anlage gesehen werden, und sich rechnen....
so gesehen würde es mir eigentlich reichen, die ölheizung zumindest ausserhalb der heizsaison nicht mehr laufen zu lassen, und somit etwa 100 brennerbetriebsstunden zu sparen- fragt sich halt nur, wie dies am besten und rentablesten zu erreichen wäre...
für 2020 wäre dann noch die anschaffung eines elektroautos geplant...
alles unter der berücksichtigung, dass ich mit meinen 60 jahren, nur mehr recht begrenzt in eine wirklich langfristig zukunftssichere lösung interessiert bin, sondern einfach die vorhandenen mittel und energien so sinnvoll wie möglich einsetzen möchte....
schönes wochenende

ajw

30.9.2017 15:57


ajw schrieb: alles unter der berücksichtigung, dass ich mit meinen 60 jahren, nur mehr recht begrenzt in eine wirklich langfristig zukunftssichere lösung

Bei der aktuellen Lebenserwartung wirst Du auch die nächste Sanierung noch finanzieren müssen.....
Aber zum Thema. Ich würde die Heizungssanierung mit dem Ausbau "Fotovoltaik" zusammenlegen. Und die Zeit für eine Abklärung aller möglichen Varianten nutzen.
Was für Möglichkeiten gibt es als Alternative zur Ölheizung?
Und welche Kombination wäre aus Sicht "Heizung - Warmwasser - Fotovoltaik/Solar - Auto - Stromspeicher" die Beste.
Gerade im Bereich Stromspeicher/Auto wird in der nächsten Zeit noch einiges auf den Markt kommen. Gruss HDE



30.9.2017 16:26
In Kombination mit der Ölheizung und wenn der WW Speicher das mitmacht, wären ja tatsächlich mal Solarpanele zu überlegen. Eggerhau ist ja Profi und gibt bestimmt noch Tips.

Ich bin nur interessierter Laie, der sein zweites Haus baut (übrigens mit PV).

Zur PV.
Ein Speichersystem rechnet sich zum jetzigen Zeitpunkt in keinster Weise und schon gar nicht, wenn er von einem Solarteur installiert wird. Teilweise wird gut gefördert, aber auch da muss genau gerechnet werden. Welches Bundesland? Wie kommst du auf die 5kWp? Dachausrichtung, -fläche und Neigung?
--> mit dem Wissen, dass ein E-Auto angeschafft wird, würde ich eher mehr kWp installieren. Hängt aber auch davon ab, wie hoch euer Stromverbrauch ist und wie euer Nutzungsverhalten (Auto) aussieht. Das macht nur Sinn, wenn das Auto aufgeladen werden kann, wenn die PV liefert. Komm nicht auf die Idee erst einen Speicher aufzuladen und dann das Auto daraus laden zu wollen!

Für das Einspeisen bekommt man nicht wirklich viel. Und auch die Ertragsprognosen der Solarteure sollten kritisch hinterfragt werden. www.pvaustria.at gibt einen guten Überblick, hier geht es zu den Berechnungstools http://www.pvaustria.at/pv-tools/

Warmwassererzeugung:
Wie sehen denn die Preisunterschiede lt. Angebot aus?
Eine Brauchwasserpumpe ist natürlich effizienter und könnte das ganze Jahr genutz werden. Weiß nicht, ob im Winter das Warmwasser einfach nur ein "Abfallprodukt" der Ölheizung ist, oder ob die Erzeugung hier richtig Öl verbraucht.
Der Heizstab ist für die Heizfreie Zeit sicher die günstigste Form, wenn du deinen selbst produzierten Strom verbrauchst (nicht ökologisch, aber ökonomisch). Dann die Speichertemp höher fahren, dass du auch mal einen Tag ohne Sonnenschein überstehst.

Wie sieht denn eure benötigte Heizlast der Heizung aus und mit welcher Vorlauftemperatur läuft das Ganze?

lange Rede kurzer Sinn:
auf jeden Fall ökologischer: PV ohne Speicher mit Brauchwasserpumpe
1.10.2017 9:01


alpenzell schrieb:
lange Rede kurzer Sinn:
auf jeden Fall ökologischer: PV ohne Speicher mit Brauchwasserpumpe


PV mit Heizstab und ohne Brauchwasserpumpe ist ökonomischer
1.10.2017 10:34
hallo
danke jedenfalls für den input- der letzte stand unserer überlegung ist, vorerst einmal "nur" die pv-dinger auf's dach zu schnallen, und die sanierung der heizung inkl. ww-bereitung auf 2019 zu verschieben- vielleicht kommt ja doch noch der hl.geist über uns, und es fällt "wie schuppen von den augen...." ...rein logisch gehören ja heizung und warmwasserbereitung eher zusammen als pv und warmwasser....allerdings werde ich mich erkundigen, ob für unseren vorhandenen ww-speicher (vaillant vih 150?) ein erschwinglicher elektrischer heizstab nachzurüsten ist...
was das e-auto betrifft, so würde sich das auf lange sicht schon rentieren- ich bin in altersteilzeit/nullzeit zu hause, und brauch das auto oft die halbe woche nicht, und meine gattin fährt 4x die woche ca. 8km in ihre teilzeit-beschäftigung...somit bliebe genug zeit zum aufladen...
schönes wochenende

ajw

1.10.2017 10:49


ajw schrieb: und die sanierung der heizung inkl. ww-bereitung auf 2019 zu verschieben- vielleicht kommt ja doch noch der hl.geist über uns, und es fällt "wie schuppen von den augen...."

Nur, zur Sicherheit, mit Fotovoltaik einen E-Heizstab zu betreiben ist eher unüblich. Mein Rat, lass Dir ein tragfähiges Konzept für die Sanierung erstellen. Es lohnt sich. Gruss HDE
1.10.2017 12:39
..."tragfähiges konzept" klingt ja wunderbar- aber wer macht mir ein solches- die wollen doch alle nur "verkaufen" oder bestenfalls DAS installieren, was schon 1000x installiert wurde...btw: ganz laienhaft gefragt- was spricht gegen einen e-heizstab, der mit pv-strom (in verbindung mit einem batteriespeicher) betrieben wird...dem staberl wird's ja schliesslich ziemlich wurscht sein, woher die energie kommt, oder....?
schönen sonntag
ajw
1.10.2017 12:46


ajw schrieb: aber wer macht mir ein solches


Ein unabhängiger Planer (eggerhau wäre z.B. einer )
1.10.2017 14:56


ajw schrieb: was spricht gegen einen e-heizstab, der mit pv-strom (in verbindung mit einem batteriespeicher) betrieben wird...dem staberl wird's ja schliesslich ziemlich wurscht sein, woher die energie kommt, oder....?


So ist es auch.
Es ist nur um einiges ökologischer den Überschuss an Strom in das Netz ein zu speisen, damit andere keine "schmutzigen" Strom kaufen müssen.
1.10.2017 19:15
Ich habe nun seit paar Tagen den Smartfox und einen Heizstab in dem Boiler.

Überschuss geht direkt in die Heizpatrone und macht mir das Wasser.
GRATIS WARMWASSER.

Ökologisches denken bringt mir kein Cent in die Tasche.
Wir haben 5.2kWp und einen 3kW Heizstag bei einem 275Liter Boiler.
In kurzer Zeit heute, war der Boiler auf 58°C aufgeheizt.

Wohlgemerkt schafft unsere Vaillant gerade mal 56°C und dann gibt sie auf, wenn ich den integrierten Heizstab nicht dazu schalte.

Fazit: HEIZSTAB + fette PV-Anlage = OPTIMAL²
1.10.2017 20:01
Bei uns geht es ohne Heizstab bis 59 Grad. Wenn der Heizstab aktiviert ist, dann schaltet er bei 55 Grad dazu. Bleiben aber in der Regel auf 53 Grad.
2.10.2017 8:59


BoZm schrieb: Wir haben 5.2kWp und einen 3kW Heizstag bei einem 275Liter Boiler.

Fazit: HEIZSTAB + fette PV-Anlage = OPTIMAL²


Im Winter wenn man von optimistischen 30% PV Ertrag ausgeht wirds dann aber knapp mitm Heizstab.
da wär dann ne Brauchwasserwärmepumpe die ein Drittel des Stroms braucht vielleicht grad richtig

ich hab selber nur ne Mini PV Anlage die grad mal den Standby Verbrach des Hauses abdeckt. Später mach ich eventuell mal ne größere als Carport Dach aber um die Wärmepumpenheizung im tiefsten Winter zu betreiben geht sich das auch nicht aus - im Sommer kann ich den Strom zumindest zum Kühlen nutzen
2.10.2017 20:53
Eigentlich ist der Smartfox diese Woche noch falsch konfiguriert.
Da der Aktor erst bei 3kW Überschuss aktiviert.

Es wird nun ein Analoger Ausgang eingerichtet und der Heizstab bekommt jeden Watt zur Verfügung.
Heute hat er uns 62°C in den Kessel gezaubert.
Und später rennt er nicht nur wenn 3kW über sind, sondern auch bei 100Watt oder 50Watt schon mit.
Wenn er über einen Wintertag, der mir im Schnitt 300Watt Leistung von der 5.2kWp Anlage schenkt, haben wir trotzdem inklusive der Grundlast vom Haus noch immer 44°C im Kessel.
Mehr machte unsere WP auch nicht.
So viel nun zur Theorie.
Die Praxis wird sich zeigen.
Derweilen bin ich mehr als begeistert.
1.9.2018 13:04
Also Ich habe eine 1,6 kw Anlage am Dach die direkt meinen Elwa Heizstab versorgt. Ich habe sie zwar noch nicht lange jedoch hat mein Boiler noch nie mehr als 40 Grad geschafft. Ich finde derzeit hat sich die Investition nicht gelohnt. 
3.9.2018 9:29
Eine 1,6 Kwp Pv bringt ca. 1300 bis 1400 Watt für einige Stunden am Tag im Sommer bei optimaler Ausrichtung.
Unter Idealbedingungen ergibt das 8 Kwh pro Tag.

Da wir jetzt nicht wissen, wie gross dein WW Speicher ist nehme ich mal 500 Liter an.
Mit 8Kwh kannst du theoretisch 500 Liter um 19 Grad erwärmen.
Da dein Heizstab im Unteren kalten Bereich montiert sein wird, muss der Hub vermutlich von 30 Grad beginnen.
Ebenso musst du Speicherverlusst und WW Entnahme während der Ladung berücksichtigen.



Taurus02 schrieb: jedoch hat mein Boiler noch nie mehr als 40 Grad geschafft


Wenn jetzt keine Idealbedingungen vorliegen, hört sich deine Beschreibung plausibel an.
4.9.2018 10:05
@ajw: Für sinnvolle Tipps wären noch ein paar Infos notwendig: Z.B. ist die Ölheizung bereits eine Brennwertheizung, wieviel Liter Warmwasser benötigt ihr pro Tag (Anzahl der Personen im Haus, wird oft gebadet oder nur geduscht)?
4.9.2018 20:50


ajw schrieb: allerdings wollten wir, um die "kollateralschäden" so gering wie möglich zu halten, eigentlich 1:1 austauschen, und wieder eine ölheizung installieren...


Nicht umsonst ist das mancher Orts schon verboten. Und schau dir mal die Preisentwicklung an.

Wieviel Heizöl verbraucht ihr / Jahr?
7.9.2018 7:54
sorry für die verspätete antwort, aber ich hatte diesen thread eigentlich schon nicht mehr auf dem plan....
@gast karl- die vorhandene ölheizung (baujahr 1997) nutzt noch keine brennwerttechnik. ca.150 liter ww sollten genügen, da nur mehr zwei personen im haus leben, und auschliesslich geduscht wird....

@rocco81- aktuell ist, zumindest hier bei uns, so etwas, zumindest im altbestand, noch nicht verboten- es gibt aber angeblich schon pläne.... unser verbrauch an heizöl beträgt im schnitt ca. 1200l/jahr- wir haben gerade diese woche 2400l zum preis von 0,82cent getankt, und haben somit um 2004€ brennstoff für zwei jahre....

...allgemein haben wir unseren investitionsplan 2018/19/ff geringfügig geändert: nachdem heuer der pv-speicher angeschafft wurde, und wir mit dessen performance absolut zufrieden sind (wir haben von mitte april bis ende august trotz poolfilterpumpe, und gelegentlichem baustrombedarf auf der angrenzenden baustelle des sohnes, rein bezugsmässig lediglich ca.120kw auf dem zähler- den an das evu gelieferten strom einmal vernachlässigt....diese 120kw/h haben wir die letzten jahre in 8 tagen verbraten...
ende november soll das neue e-auto kommen, und im jahr 2019 dann eindlich die heizung an der reihe sein- hoffentlich hält die vorhandene noch solange durch...
im augenblick haben wir kostenvoranschläge für eine hybridanlage (öl/luft-wärmepumpe) vorliegen. diese erscheint uns, als "best-ager" den besten kompromiss zwischen neuer und alter technik darzustellen- obwohl diverse konsultierte experten auch die meinung vertraten, dass unser haus vom wärmebedarf her, auch mit einer reinen luft/wasser-wärmepumpe geheizt werden könne, würden wir den alternativen ölbetrieb als backup-lösung prefärieren...auch wenn diese doch um einiges teurer und ökologisch bedenklich sein sollte...wobei: mit einer luft/wasser wärmepumpe "rein auf strom" zu setzen, ist ökologisch ja auch nicht so ganz hundertprozentig, und obwohl hier bei uns in österreich, die strompreise zur zeit noch einigermassen moderat sind, wird das ja wohl nicht ewig so bleiben...
es gibt also noch eine menge zu bedenken bzw. zu diskutieren- ich freue mich jedenfalls schon auf kompetenten input....

brgds
ajw
7.9.2018 9:24


ajw schrieb: im schnitt ca. 1200l/jahr


Etwa 12000kWh / J ist jetzt nicht so dramatisch.



ajw schrieb: hybridanlage (öl/luft-wärmepumpe) vorliegen


Wie soll sich das bei dem geringen Verbrauch rechnen? Anschaffung und Wartung für 2 in 1 Gerät wird teurer sein als ein Gerät.

Der Sommer war schön, jetzt kommen die kurzen trüben Tage. Beobachte es mal über den Winter und du wirst feststellen dass gerade dann wenn geheizt werden muss auch wenig von der PV kommt. Und das geht für den Haushalt drauf, mit E- Auto sowieso.



ajw schrieb: obwohl hier bei uns in österreich, die strompreise ja zur zeit noch einigermassen moderat sind, wird das ja wohl nicht ewig so bleiben


Mit deiner PV + Speicher hast du ja schon viel gemacht. Im Bedarfsfall kannst du diese ja immer noch erweitern.
Als nächstes kommt Smart Grid, damit wird es möglich günstigen Überschuss aus PV und Wind zu zapfen.



ajw schrieb: "rein auf strom" zu setzen, ist ökologisch ja auch nicht so ganz hundertprozentig,


Schon mal an Pellets gedacht? Damit heizt man grob über den Daumen zum halben Preis von Öl, ökologischer ist es allemal.
8.9.2018 23:34
@ajw: Erfahrungsgemäß würdet ihr nach Umstellung auf eine Wärmepumpe maximal 10000 kWh/a Wärmebedarf haben, da die alte Ölheizung jede Menge Verluste produziert (+ schlechter Wirkungsgrad).
Eine gute Luft-Wasser WP erreicht eine Jahres-Arbeitszahl von cà 4, d.h. ihr würdet maximal 2500 kWh/a Strom benötigen (<600€). Da dann Service- und Rauchfangkehrerkosten wegfallen, und PV vorhanden ist, sollte die Entscheidung klar sein.
Alternative, wenn ihr unbedingt ein Backup wollt: Das noch vorhandene Öl würde ich nur an den 2 bis 3 kältesten Wochen des Jahres verheizen, wo die WP einen schlechteren Wirkungsgrad hat. Damit kommt ihr dann sicher noch 10 Jahre aus...



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