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Schallrechner für LWP Grenzabstände

   
34 Beiträge | letzte Antwort 3.2.2018 | erstellt 18.5.2017
der bundesverband wärmepumpe austria hat angesichts des zunehmenden schallthemas bei der aufstellung von lwp einen schallrechner installiert.

damit kann - je nach hersteller & modell & aufstellsituation - berechnet werden welcher mindestabstand zum nachbarn einzuhalten ist.
https://www.waermepumpe-austria.at/schallrechner

das kann bei ausgesuchten krawallstoppeln schon bis über 50m gehen...

die - bisher - oft typische aufstellung im bauwich schafft keine lwp legal...
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1.8.2017 16:33
Also unsere Weider hört man auch absolut nicht. Weder bei ü35 noch bei -11 Grad. Das mit Abstand nächste Fenster zur Pumpe ist unser Arbeitszimmer. Dh wir würden sie lange vor den Nachbarn hören.

Wenn solche ansich sehr leisen Geräte deutlich hörbar sind muß aber schon gewaltig viel bei der Aufstellung/Einstellung schieflaufen.
21.11.2017 20:47
ich hatte das vergnügen im zuge einer ausbildungsmaßnahme beim AIT einen vortrag des führenden experten zum thema schalldimensionierung bei lwp und gerichtlich beeideten experten, andreas doppler hören zu dürfen.
http://www.sachverstand.org/

ich möchte zu diesem immer heiß diskutierten thema ein paar aktuelle fakten bringen...

luftwärmepumpen sind mittlerweile außer in nö überall in österreich reglementiert.
es gelten im wesentlichen die grenzwerte von 35dB tagsüber und 30dB in der nacht (ab 22.oo)

der wert von 35dB ist an der grundgrenze einzuhalten, da dem nachbarn eine entsprechende nutzung zuzugestehen ist.

der wert von 30dB in der nacht kann auf das fenster des nachbarn bezogen werden. dabei haben nachbarn prinzipiell das recht das fenster offen zu halten.

der schallrechner des bundesverbandes rechnet nach halbkugel oder hüllfläche. bei letzterem kommen derzeit durch einen fehler zu niedrige schallpegelwerte heraus und damit zu geringe grenzabstände.

hier noch ein paar zitate...


Die von den WPA-Verdampfern typischerweise ausgehenden Dauergeräusche (anhaltender Laufbetrieb) sollten bevorzugt nicht höher als das ortsübliche „Hintergrundgeräusch“ (technisch definiert durch den sogenannten Basispegel) zu liegen kommen...



Alternativ kann man auch vom ortsüblichen Gesamtgeräusch/Umweltlärm (gesamte Einwirkung von allen ortsüblichen Schallquellen) ausgehen und sollte die anlageneigenen Dauergeräusche um wenigstens 5 dB (zumeist 10 dB) niedriger anlegen, damit diese unter dem Gesamtgeräusch/Umweltlärm „abtauchen“ und weniger stark in Erscheinung treten...



Leider sind die u.a. von den Herstellern veröffentlichten Schallleistungsangaben aber nicht immer eindeutig. Allzu oft werden Schallleistungsangaben angeführt, die nicht die höchsten der Anlage im Regelbetrieb zuzuschreibenden Zustände – sondern Teillastzustände bei bestimmten mittleren Umgebungs- und Wassertemperaturen berücksichtigen...



Die „Klassiker“ zur Vermessung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sind nach ÖNORM EN 14511-2 z.B. mit den Prüfpunkten „A7/W45“ (7°C Außenlufttemperatur und 45°C Wasseraustrittstemperatur) und „A2/W35“ (2°C Außenlufttemperatur und 35°C Wasseraustrittstemperatur) anzuführen.

Dabei bleibt aber ungeprüft, welche Schallleistung dieselbe Anlage bei – in Österreich zur kalten Jahreszeit ortsüblichen Außentemperaturen von deutlich weniger als 2°C aufweist. Die Erfahrung bei der Nachmessung von bereits installierten Anlagen zeigt, dass die Anlagen im realen Einsatz dann bis zu ca. 10 dB höhere Emissionen aufweisen können. Eine Pegelhebung um 10 dB entspricht subjektiv einer Verdopplung der Lautheit.

Und es gibt meinem Wissen nach auch keine Vorschrift zur Bestimmung der spezifischen Schallleistung für den Abtauvorgang...



So kann eine im guten Glauben geführte Immissionsabschätzung auf Basis einer zu niedrig angesetzten Schallleistung selbstverständlich nur zu einem falschen (zu niedrigen) Rechenergebnis führen. Aus diesem Grund ist anzuraten, vor Beginn einer Anlagenplanung und der zugehörigen Immissionsabschätzung folgende Informationen zusätzlich vom Hersteller abzufragen:

A-bewertete Schallleistung [Lw,A] bei Volllastbetrieb (ungünstigster Regelbetriebszustand mit Angabe der kritischen Temperaturen);
A-bewertete Schallleistung [Lw,A] bei Sonderbetriebsphasen (z.B. Abtaubetrieb der Anlage mit Angabe der durchschnittlichen Dauer und Häufigkeit);
Richtwirkungen der Anlage (z.B. bevorzugte Abstrahlungen nach vorne, durch das Gehäuse geminderte Abstrahlungen zur Seite etc.);
Informationen zur Geräuschcharakteristik der Anlage (z.B. tonale Geräusche bei Leistungsbetrieb sind mit Zuschlägen zur Immission zu bewerten)...


abschließend ein mehrfach gebrachtes zitat aus dem vortrag:


es gibt keinen verdampfer mehr an bauwich/grundgrenze


http://www.sachverstand.org/blog11/die-schallleistung-von-luft-waermepumpen/
http://www.sachverstand.org/blog11/akustik-von-luft-waermepumpen/
21.11.2017 21:04
auch das von melly erwähnte beispiel der auskunft der ma ihr gegenüber habe ich zur sprache gebracht.
klare antwort -> eine aufstellung einer lwp in wien ohne genehmigung ist ein schwarzbau.
#BILD#20171121911347.jpg
#BILD#20171121968857.jpg


21.11.2017 21:15
#BILD#2017112128242.jpg
31.1.2018 16:40
Hallo, ich habe bei meinem neu gebauten Haus ein Schallproblem.
Mein Nachbar hat seine luftwärmepumpe an die Grundgrenze gesetzt, die sich drei Meter von meinem Haus befindet. Sie bläst parallel zu meiner Hauswand. Sie hat an der Grundgrenze 56db,auch Nachts. Im Haus hab ich bei geschlossenen Fenstern immer noch 30 DB. Habe dreifach verglaste internorm Fenster und eine Eder 50er planziegel Aussenwand.
Nun meine Frage! Was kann der Grund sein, dass ich alles im Haus höre,wie zb Autotüren, Straßenlärm, Gespräche vom Nachbarn in seinem Garten etc.

Mfg Roland
31.1.2018 16:55
hallo roland,
die lwp ist dort natürlich nicht rechtlich haltbar. wie lange steht sie denn schon?

wenn deine fenster hellhörig sind prüfe ob die einstellung der anpreßzapfen paßt (löschblattest)
https://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=47944
1.2.2018 7:36


Traxi schrieb: Sie hat an der Grundgrenze 56db,auch Nachts. Im Haus hab ich bei geschlossenen Fenstern immer noch 30 DB.


Die Rechnung ist einfach: Fenster werden wahrscheinlich einen Glasaufbau von 4/18/4/18/4 haben und dadurch einen Schallschutz von ca. 34dB. Lärmquelle hat 56 dB.
56 - 34 = 32 dB. Würde als mit Deinen Werten gut passen.

Auch durch die Mauer geht einiges durch.
Wie dyarne schon schrieb, ist die LWP das größere Problem.


34 dB sind Standard. Aber bei unserer Haus an Haus bebauung sind leider die Abstände nicht mehr so wie früher und die 34 dB sind in den verdichteten Bebauungsflächen dann für den einen oder anderen problematisch.


Wenn Du aber den Straßenlärm und die Gespäche vom Nachbarn nciht mithören willst, wäre es auch sinnvoll, in den entsprechenden Räumen dann die Verglasung gegen eine besser dämmende auszutauschen.
1.2.2018 21:41
Ja naj, muß mer die Pumpe halt einhausen, oder sie gegen eine tauschen die leise genug ist. Es gibt in der Zwischenzeit ein paar am Markt, die leise genug sind daß sie an der Grundstücksgrenze erlaubt sind. Heliotherm zb, eine Ochsner und ich glaub Weider hat auch ganz neu eine die die Schallvorgaben für solche Aufstellorte schafft.

Rede mal mit deinem Nachbarn drüber. ich denke er wird nicht wissen, daß es da eigentlich Vorgaben gibt, auch wenn die Vielerorts (so auch aktuell in Wien) nur exekutiert werden wenn sich wer beschwert.
2.2.2018 7:25


Squawvally schrieb: dadurch einen Schallschutz von ca. 34dB. Lärmquelle hat 56 dB.
56 - 34 = 32 dB. Würde als mit Deinen Werten gut passen.


????? rechne noch einmal nach ????
2.2.2018 10:27


NTWK schrieb: rechne noch einmal nach


 Danke. Sind natürlich rechnerisch 22 dB, die  im Raum ankommen müssten und wahrgenommen werden.
2.2.2018 20:17


melly210 schrieb: Es gibt in der Zwischenzeit ein paar am Markt, die leise genug sind daß sie an der Grundstücksgrenze erlaubt sind...

bitte keine falschinfos.
der zauberverdampfer aus tirol ist technisch nicht erklärbar, ich habe schon mit mehreren herstellern darüber gesprochen. schauen wir wie das weitergeht...

es bleibt beim statement von andreas doppler...


es gibt keinen verdampfer mehr an bauwich/grundgrenze


2.2.2018 22:46
Ja es sagen andere Hersteller auch, daß sie das mit Drosselung in der Nacht und irgendwelchen lärmmindernden Hauben schaffen. Und sie arbeiten ja auch weiterhin dran, ich schätze es werdne immer mehr Hersteller nachziehen.
3.2.2018 9:21
Technisch sind leise Luftaußeneinheiten machbar und werden in der Klimatech- und Kältetechnik seit langen verwendet. Die Frage ist nur zu welchen Preis es machbar ist. Die wirklich leisen Luftanlagen sind in der selben Preisklasse wie optimierte Soleanlagen.
Schallschutzhauben Kosten nicht nur Geld, sondern auch Effizienz.
3.2.2018 12:19
Ja für die Billig-Geräte ist es dann großteils aus, und das ist auch gut so. Dann gibt es nurmehr welche in der Liga von Weider, Ochsner und Co, die kosten so ca 11000 Euro. Da nehmen allerdings dann vielleicht wieder mehr Leute die nur auf die Anfangsinvestition schauen Gas...

Aktuell ist es aber wohl in etlichen Bundesländern immer noch so, daß die Billig-Dinger ohne Genehmigung aufgestellt werden dürfen. Probleme gibts nur wenn sich wer beschwert und das wirklich durchexerziert. Werden aber wohl die Wenigsten tun. Ich habe mal die Nachbarn mit dem Billig-Ding gefragt. Nachwievor nicht möglich sich das in Wien in irgendeiner Art wirklich genehmigen zu lassen. Also so, daß da jemand irgendwelche Berechnungen oder so sehen wollte. Man kann es nur im EA und bei den Einreichplänen für die Baubewilligung angeben, daß man als Heizung eine LWP hat.
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