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Ringgrabenkollektor - FAQ

     
60 Beiträge | letzte Antwort 29.9.2018 | erstellt 25.9.2015
hallo allseits ...

weil der wunsch nach einer kompakten FAQ-liste zum thema Ringgrabenkollektor aufgetauscht ist möchte ich hier sowas beginnen.

dies soll vor allem neueinsteigern UND hoffentlich auch installateuren und heizungsbauern dazu dienen in das thema reinzukommen.

ich bitte hier keine detaildiskussionen zu führen, damit es kompakt und übersichtlich bleibt.

konkrete FAQ-fähige fragen bitte gerne stellen.

detaildiskussionen bitte eher im grabenkollektor urfaden...

http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=30477

kurze einleitung zum Ringgrabenkollektor:

der klassische flachkollektor bietet darum so viel entwicklungspotential weil er lange vernachlässigt wurde. eine rechteckige fläche mitten im garten ist wenig schlau, bei der hydraulik wurde im gegensatz zur tiefenbohrung auch keine optimierung gesetzt; sinnlos verteuert wird das ganze von schächten im garten und aufwändigen verteilern mit x kreisen.

überall da setzt der Ringgrabenkollektor an:

1) fläche: die klassische form hat 2 nachteile: viel aushub in relation zum erschlossenen volumen, da sich die rohre in der mitte der fläche gegenseitig beeinflußen; mangelnde akzeptanz der häuslbauer, weil auf immer kleiner werdenden grundstücken ein relativ immer größeres herzstück des gartens verbaut wird. klassisches zitat: 'geht bei mir vom platz ned, ich möcht später einmal einen pool bauen können...'
-> lösung: der Ringgrabenkollektor läuft im idealfall als breiter graben einmal außen rund ums grundstück.

2) hydraulik: bei tiefenbohrungen ist es schon lange standard auf turbulente strömung auszulegen. die turbulenz (reynolds-kriterium) hängt vom quotienten volumenstrom/querschnitt ab und von der viskosität der sole, genau mit dieser hydraulischen auslegung arbeitet der Ringgrabenkollektor. als tauscherfläche von der leistung abhängig werden für 3/6/9/12 kw jeweils 1/2/3/4 mal 300m-kreise DN 32 eingesetzt. eine fast doppelt so großzügige auslegung wie standard zugunsten höherer sole-temperaturen und einer redundanz bei rohrausfall.

3) effizienz:
zugunsten der effizienz im betrieb und bei installation wird auf eine teure und energetisch nachteilige sandbettung verzichtet. die seit einigen jahren erhältliche RC-qualität von PE-rohr machts möglich.

4) kostengünstig: teure schächte im garten mit üppigen verteilern entfallen: 3kw -> 1 kreis, 6kw -> 2 kreise, 8kw -> 3 kreise ähnlich einer tiefenbohrung.

5) verlegung: die rohre werden in bünden mit typisch 1,5m durchmesser geliefert. die gräben sind 1,5-2m breit, das rohrbündel wird einfach im graben weitergerollt und im berechneten abstand wird eine schleife um die andere fallen gelassen. ideal für eigenleistung, ähnlich der selbstverlegung von fußbodenheizungsrohr.

6) sicherheit: die rohre werden immer nahtlos als 300m bund verlegt -> keine schweißung im erdreich, weniger klemmstellen, wie bei der tiefenbohrung.

7) optimierung: weil noch mehr geht wird sogar der entzug vergleichmäßigt um die quelle optimal zu nutzen. da er dem delta sole/erdreich folgt und die sole von ausgang zu eingang immer wärmer wird, erfolgt die verlegung am anfang weniger tief und mit loseren schleifen als zum ende - dort dann tiefer und dichter.

die anzahl der kreise folgt also der leistung der wp, die länge des grabens der berechnung aufgrund heizlast/bodengüte/normaußentemperatur.

man kann sich das ganze wie eine auseinandergezogene liegende feder vorstellen, die schleifen überlappen je nach grabenlänge mehr oder weniger.

8) seriosität: zur qualität der entwicklung -> die berechnungen beruhen auf dem earth-energy-designer
http://www.geothermie.ch/index.php?p=documentation&kat=14
und der dissertation von klaus ramming
http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/1888/1189425172968-8196.pdf

das ganze ist ein open source projekt, jegliche nutzung kommerziell und nicht kommerziell ausdrücklich erwünscht.

18.1.2017 8:07
Kurze Erläuterung bei schlechten Bodenverhältnissen wie zB. Schotterboden - Austausch gegen Lehmboden etc. wäre gut (wie hoch Lehm einbringen - unter den Rohren kleine Schicht Lehm ?etc.)
18.1.2017 8:35
Ist dem so?
Ich habe die Info bekommen, dass der Schotter belieben kann und einfach ein längerer Graben geplant wird.
18.1.2017 11:17
eignung boden:
je nach bodenklasse - zwischen trockenem sand und lehm beträgt der unterschied an benötigter kollektorlänge bis zum doppelten.

falls dieser platz nicht vorhanden ist kann der boden unmittelbar um das rohr verbessert werden, bsplw durch einbringen von lehm.
lehm ist in vielen gebieten österreichs gratis als aushubmaterial verfügbar, nur der transport ist zu zahlen. (erd-/tiefbauer fragen...)

man kann bspwl 20cm lehm im graben aufbringen, den kollektor legen und noch einmal rund 50cm lehm darüberpacken...


19.1.2017 15:38
Wie darf ich:
kollektorlänge bis zum doppelten
verstehen - das 300m Rohr wird in größeren Abstand und somit in 120m Graben gelegt oder ich benötige 600m Rohr?

Und wer sagt mir wie es nun bei meinem Boden zu machen ist?
Danke für die Info
20.1.2017 17:30
Lt. Trenchplaner bleibt die Rohrlänge gleich aber die Grabenlänge muss entsprechend verlängert werden, um die Heizlast abdecken zu können.
Dadurch werden die Abstände der Schlaufen größer.
18.2.2017 11:27
eine Frage zum RDS: Die zB von Muggenhumer angebotene Aschl Ringraumdichtung für die Durchfürung von 2 Rohren...

Ist das schon das Teil, das in die Betonaußenwand eingebaut wird? Sprich ersetzt es ein RDS vom Baumeister oder ist es nur das "Innenleben" für die Sole und ich brauche trotzdem die vom Baumeister?

Danke!
20.2.2017 8:35
Vielen Dank für diese ausführliche FAQ. Ich habe wieder ein paar mehr Argumente für die HBs hier im Bayerischen Wald mitgenommen. ;)
20.2.2017 8:52


rabaum schrieb: eine Frage zum RDS: Ist das schon das Teil, das in die Betonaußenwand eingebaut wird?


die angebotenen Aschl Ringraumdichtungen sind nur die Dichtelemente. das 100er Lamellenrohr welches in die Betonwand eingebaut wird brauchst du vom Baumeister.
20.2.2017 14:40
Ich hätte auch noch eine Frage die man in die FAQs aufnehmen könnte.
Es wird ja immer geschrieben dass man Obstbäume und auch größere Bäume über den Kollektor pflanzen dürfte. Nun wollte ich fragen warum der Kollektor durch die Wurzeln keinen Schaden nimmt?
20.4.2017 11:51


hoth schrieb: 100er Lamellenrohr Ringgrabenkollektor - FAQ

20.4.2017 12:00


denis schrieb: Nun wollte ich fragen warum der Kollektor durch die Wurzeln keinen Schaden nimmt?

alle erfahrungen zeigen das.
hier ist eine studie zu erdkollektoren...
http://www.konsument.at/cs/util/getDownload.jsp?param=%7BAES%7DC09DC6F734D5C1C54E7945FB03B03CC39C7AD974786A3EA128C130FBBD208BFF19A9B51655CE4EB04C6D27DE55EB7260D691C0E19DAFC6E8E4FBA02A622B201F79


Tiefwurzler: ‚Im Rahmen des Projektes wurden mehrere Spezialisten befragt, ob ihnen ein Fall einer Kollektorbeschädigung durch Wurzeln bekannt sei, und keiner konnte auf einen konkreten Fall verweisen…‘


dieselben plt-rohre werden seit fast 50 jahren in der trinkwasserversorgung eingeseezt und haben keine probleme mit wurzeln.

wurzeln üben dann sprengkraft aus, wenn sie in spalten zwischen harten materialien eindringen und wachsen können (betonfugen). im erdreich ist ein plt-rohr kein problem für die wurzel und umgekehrt.

die oft zu lesenden warnungen vor tiefwurzlern kommen aus der anfangszeit der flächenkollektoren. damals hatte man noch keinen erfahrungsschatz dazu...
21.4.2017 20:19
vl auch interessant für euch,
bin gerade am tüfftln unseres RGK und hab hierzu von meinem Installateur einen Plan (höchsw. von arne erstellt ) ausgedruckt bekommen. Diesen wollte ich jetzt mal digitalisieren um Rohrlängen usw zu erfahren. Also hab ich längen, tiefen und breiten in den Grabentool eingegebn aber bei mir kommt nun fast 1000 Watt mehr Heizleistung heraus? Auch der Boden wurde gleich ausgewählt ! Was auffällt ist das der Vorschub der Slinky anders gewählt ist, was ich allerdings nicht beeinflussen kann. Woran könnte das liegen?

Digitalisiert Ringgrabenkollektor - FAQ
http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=ax1yjTwEwLNfDLunbWMS

Original Plan Ringgrabenkollektor - FAQ
1.5.2017 12:41
Zusammenhang Grabentiefe und Erdtemperatur nach Jahreszeit
1.5.2017 15:47
hallo daniel,

du hast die falschen werkzeuge für den baugrubenkollektor verwendet...
hab auch ganz schön lange suchen müssen bis ich draufgekommen bin...

irgendwann wird uns crink vielleicht dort ellipsen reinzeichnen zur unterscheidung.
damit ist die mittlere gewichtete tiefe und der rohrverbrauch ein ganz anderer...

wegen deiner planung melde ich mich bei dir...
23.11.2017 13:40
Hallo zusammen,
ich bin gerade am überlegen, ob eine Erdwärmepumpe mit Ringgrabenkollektor das geeignete Heizsystem für unser Haus ist. Grundstück hat 1045m², Pool und Garten (mit Bäumen) sind geplant.

Meine erste Frage wäre, kann man über dem RGK Sträucher bzw. eine Hecke anfplanzen?

Zweite Frage bezieht sich auf folgendes:
macht es etwas aus wenn ein beet oder eine laube direkt über dem kollektor sitzen?
nein, das ist kein problem, wenn die laube regenwasser an ort und stelle versickert und kein betoniertes fundament hat.

Was darf denn über einem RGK sitzen? Wir haben nämlich eine Laube, Beet bzw. Gartenhütte angedacht. Würde gerne wissen inwieweit dies in die Planung eines RGK Einfluss nimmt.

Danke schonmal im voraus für die Hilfe!

Schöne Grüße
Alex
23.11.2017 14:27
hallo alex, sei so gut und mach einfach einen neuen faden zu deinem projekt auf. das hier ist eher ein masterfaden, kein individueller...

zu den pflanzen gibt's eine studie auf der RGK homepage, www.ringgrabenkollektor.at

es ist bis zu tiefwurzlern alles möglich...
3.2.2018 18:55
Das ist vielleicht eher eine RAQ – rarely asked question – aber könnte man den Kollektor auch mit Betonit ummanteln? (Bitte nicht hauen, kann mir die Antwort eh denken ...)
3.2.2018 19:14


Vardi17 schrieb: RAQ – rarely asked question – aber könnte man den Kollektor auch mit Betonit ummanteln?


Meinst du nicht "Bentonit"? - Quellton
3.2.2018 19:40


Ziegelrot schrieb: Meinst du nicht "Bentonit"? - Quellton



???
Danke Ziegelrot, dann hab ich den Architekten wohl falsch verstanden.
In dem Fall neue RAQ: Könnte man den Kollektor auch mit Bentonit ummanteln?
3.2.2018 20:19
Bentonit wird auf Fugenbänder aufgebracht. Durch Quellen in Folge von Wassereintritt vergrößert der Ton sein Volumen und dichtet damit die Fuge ab.

Bei Tiefenbohrungen werden tlw. noch Suspensionen aus Zement und Bentonit eingebracht. In letzter Zeit kommen verstärkt thermisch verbesserte Verpreßmaterialen zum Einsatz die zT ohne Bentonit auskommen.

Ich denke für einen Flach- od. Ringgrabenkollektor wird das nicht leistbar und auch technisch nicht sinnvoll sein.
3.2.2018 21:17
Danke, Ziegelrot, für diese erste Einschätzung!



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