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Enthalpie-Tauscher selbst nachrüsten?

35 Beiträge | letzte Antwort 18.10.2016 | erstellt 24.2.2015
Liebe Community,
ich besitze eine Drexel & Weiss Lüftungsanlage. Konkret eine aerosmart Lüftungsanlage. Da ich mit der relativen Luftfeuchtigkeit bereits seit Jahren unzufrieden bin (immer wieder unter 30%), haben wir schon viel ausprobiert und auch beibehalten.
- Performance Lüftungsanlage zurück fahren
- Wäsche in den Räumen trocknen.
- mehrere Luftbefeuchter aufstellen
- etc.

Zuletzt habe ich versucht mit Drexel & Weiss in Kontakt zu treten um einen Enthalpie-Tauscher zu bestellen. Das telefonische Gespräch (mit einem Verkäufer von Drexel & Weiss) war jedoch sehr enttäuschend. Zuerst wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass eine relative Luftfeuchtigkeit von über 30% in Ordnung ist und auch eine kurzzeitige relative Luftfeuchtigkeit von unter 30% kein Problem darstellt. Ich bin da andere Meinung und hätte gerne eine r.L. von 45%. Leider bieten sie einen Enthalpie-Tauscher für meine Anlage nicht an. Es gibt jedoch einige Anbieter, welche einen Enthalpie-Tauscher auf Maß anfertigen. Den Verkäufer mit diesem Argument konfrontiert bekomme ich die Aussage, dass sie nicht empfehlen diesen einzusetzen. Diese Meinung ist für mich nachvollziehbar. Da mir der Verkäufer jedoch keine konkreten Begründungen nennen kann warum dies schädlich/schlecht für die Anlage ist und auch das Gespräch mit einen Techniker verwehrte möchte ich hiermit die Community um Rat fragen.
Mit meinen Hausverstand (kein Techniker)würde ich sagen, dass es kein Problem ist den Kreuzwärmetauscher (mit Lamellen) durch einen Enthalpie-Tauscher (mit Membran) zu ersetzen. Sieht das die Community auch so? Wenn nein, wo ist das Problem? Hat die Wärmepumpe ein Problem mit einer höheren Luftfeuchtigkeit? Die höhere Luftfeuchtigkeit bekommt die Wärmepumpe im Sommer ja auch von draußen. Und auch im Sommer wird mit der Wärmepumpe das Warmwasser gemacht.

Danke für euer Feedback
LG
maexchen
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4.3.2015 21:30
Bypass Außenluft zu Abluft würde ja die Temperatur und den Feuchtegehalt der für die Wärmerückgewinnung und Wärmepumpe nutzbaren Luft wieder verringern?
4.3.2015 22:31
@markus
Was ich nicht verstehe, nachdem ich den Thread nochmal durchgelesen habe.
Warum soll die Wärmepumpe kaputt gehen, wenn die Lüftungsstufe zurückgedreht wird?
Das würd ich vielleicht nochmal direkt mit D&W abklären und nicht mitn Installateur.
Lt. D&W Homepage hat die aerosmart ja mehrere Lüftungsstufen mit entsprechender Heizleistung:
Luftmenge 80 - 235 m³/h
Thermische Nennleistung 970 - 1700 W
Wärmebereitstellungsgrad 85 - 93%

d.h. wenn du die Heizleistung nicht unbedingt brauchst (Vor- und NAchsaison), kannst ja mit geringeren Luftmengen arbeiten.
Das Haus speichert eine zeitlang auch die Luftfeuchte, und wenns dann richtig kalt wirst und du die volle Heizleistung brauchst, zerrst von dem...

Ich hab auch eine KWL mit aktiver WRG (mini Luft WP), bei mir funktioniert das auch problemlos.
Wenn ich auf geringster Stufe laufen habe, hat die Zuluft halt 40 oder 42 Grad,..

Ich würd da nicht zum Basteln anfangen mit Pseudobypass usw...

5.3.2015 10:32
Bypass --> nochmals ein Anlauf
@gdfde:
Du hast Recht, diese Aussage sollte ich von Drexel&Weiss prüfen lassen. Mein Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sie mich nicht mit den Technikern sprechen lassen. Laut Drexel & Weiss gibt es ja hierfür die Installateure. D&W hat hier einen sehr komischen Standpunkt. Ich vermute ich bekomme keine Auskunft von D&W.

@Leitwolf bzw. Techniker:
Ich habe eine Skizze angehängt mit den beiden Bypässen. Ich habe sogar beispiel Luftströme eingefügt. Gibt es bei dieser Lösung technische Probleme? #BILD#20150305552425.JPG

Wie immer, danke für euer Feedback


5.3.2015 11:12
hab lustigerweise auch grad so ein schema vor mir liegen, ist eine abluft-wp... #BILD#20150305245189.JPG


gdfde schrieb: Warum soll die Wärmepumpe kaputt gehen, wenn die Lüftungsstufe zurückgedreht wird?

bei 'normalen' wp sieht das so aus, daß der kältekreis mit fixer leistung zirkuliert, kälteleistung im eingang, wärmeleistung im ausgang, und diese muß geliefert/abgenommen werden, sonst gibts niederdruck- bzw hochdruckstörungen.

die aufgepickte luftmenge könnte so ein 'mindestvolumenstrom' sein?

wenn er die leistung drosseln kann wäre das sicher die beste u einfachste lösung.

fehlende spitzenleistung dann, wie du sagst, per vollgas und von der eingelagerten feuchte zehren oder per zusatzleistung (infrarot...)...

handelt es sich hier um eine reine abluft-wp, dh sie lebt ausschließlich von der aus dem haus abgeführten wärme, die nicht wie bei wrg mit 85% zurückgewonnen wird, sondern per carnot gehoben wird?
5.3.2015 12:54


dyarne schrieb: die aufgepickte luftmenge könnte so ein 'mindestvolumenstrom' sein?


Ja der Mindestvolumenstrom laut D&W ist 160m³/h. Habe mich nochmals erkundigt. Laut Instalatuer reichen aber auch 143m³/h. Selbst 143m³/h bedeutet noch immer eine LWR von 0,45 also zu hoch und damit zu trockene Luft.


dyarne schrieb: handelt es sich hier um eine reine abluft-wp, dh sie lebt ausschließlich von der aus dem haus abgeführten wärme, die nicht wie bei wrg mit 85% zurückgewonnen wird, sondern per carnot gehoben wird?


Die Frage verstehe ich nicht ganz,aber ja, die Wärme der Abluft wird entzogen und der Zuluft zugegen. Ich hoffe dass beantwortet diese Frage.

9.3.2015 16:28
Bypass Lösung akzeptabel
Liebe Community,
gibt es von eurer Seite noch Einwände gegen die Lösung mit zwei Bypässen? Konnte ich meine Idee rüber bringen? Falls nein, habe ich meine Skizze ein wenig adaptiert. Ich glaube so versteht man besser was ich meine. Die Luftströme sind natürlich nur Beispiele.
#BILD#20150309688182.JPG

Freue mich auf euer Feedback.
Danke
LG
Markus

9.3.2015 19:57
@markus
Ich verstehs immer noch nicht, was es bringen soll, den Pseudobypass da hinzubasteln.

Du willst die Abluft mit der Frischluft mischen und dann ins Haus einblasen (Zuluft).

Das is ja genau das, was im Wärmetauscher in der KWL passiert
Anbei vielleicht noch eine Skizze zum besseren Verständnis.
#BILD#2015030933382.PNG

Ich bleib dabei, einfach die Lüfterstufe reduzieren.
Was soll großartig passieren?
Wenn irgendwelche kritischen Zustände erreicht werden, schaltet die Steuerung ab.
Bzw. hättens das dann gleich so implementiert, dass man im Heizbetrieb die Lüfterstufen nicht ändern darf...
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Mindestluftmenge nur für die Heizleistung notwendig ist.
D.h. weniger Luftmenge, weniger Heizleistung...was auch egal ist, solangs draussen nicht übermässig kalt ist.
10.3.2015 7:58


gdfde schrieb: Ich verstehs immer noch nicht, was es bringen soll, den Pseudobypass da hinzubasteln.


Die Außenluft (die momentan eher trocken ins Haus kommt) mit vorhandener Feuchte (aus der Abluft) anreichern... wobei die Abluft derzeit auch nicht so viel rLf haben sollte (sonst gäbs ja kein Problem...), als dass das was bringen würd!
Und weniger Heizleistung is bei nem Hardcore-PH auch bei angenehmen AT´s ein Problem - wenn die solaren Erträge fehlen... oder täusch ich mich?

ng

bautech
10.3.2015 9:47
einfach die Luftmenge reduzieren, geht nicht
@gdfde:
Einfach die Luftmenge bei der Lüftung reduzieren lässt zwar die Steuerung zu, ich habe aber ein Verbot vom Installateur als auch vom Hersteller (D&W) bekommen. Die Wärmepumpe nimmt dabei Schaden, weil sie mindestens 160m³/h benötigt.

Deswegen ist meine Überlegung, dass ich die Bypässe vor der Lüftung setze, damit die KWL immer 160m³/h bekommt. Im obigen Beispiel sind die Bypässe auf 50% eingestellt. Im Hardcore-Fall könnte man die Bypässe auch 100% stellen. Somit würde die Luft nur im Haus zirkulieren. Die gesamte Luftfeuchtigkeit bleibt in diesem Fall im Haus und wird mit Sicherheit zu hoch werden.
Meine Erwartungshaltung ist, dass an sehr kalten Wintertagen eine Bypassleistung von 50% ausreichend ist. Man muss ja auch die CO2-Werte im Auge behalten.

Für mich stellt sich halt nach wie vor die Frage, ob es technische Einwände gegen diese Lösung gibt?

Danke
LG
Markus

10.3.2015 10:51
markus, abgesehen davon daß deine zeichnung unglaublich verwirrend ist - danke, gdfde fürs reduzieren ...
teile ich ja bekanntlich deine überlegungen zum thema bypass -> feuchteerhaltung.

ist wie bei einer klimaanlage auf umluftbetrieb, bloß daß bei dir die feuchte drinnebliebe...

leitwolf hat das problem mit den gerüchen aufgeworfen, müßte mmn durch die bisherige überlüftung (etwas) entschärft sein, oder?

nochmals meine frage an die kwl-nutzer. 'riecht' die fortluft?

ich blicke noch immer nicht ausreichend bei der maschinentechnik durch:

- da werkelt eine abluft-wp, die die fortluft melkt, und per heizregister die frischluft wärmt? dann gibts sicher einen mindestvolumenstrom resultierend aus dem 'kältekreis' der wp.
bei jeder sole-wp könnte man sich einfach experimentell rantasten, die wp schaltet ab bevor es zu störungen kommt. ob das hier anders ist weiß ich nicht, kanns mir aber nur schwer vorstellen wg eigenschutz und weil die entsprechende sensorik (niederdruck) eh im kältekreis sitzt, der prinzipiell nicht anders als bei einer sole-wp ist.

mit einer wrg per wärmetauscher hat die anlage doch gar nix zu tun?
wo sollte dann überhaupt ein enthalpietauscher hinkommen? es gibt doch gar keinen wärmetauscher zuluft/abluft?
man kann die fortluft ja nur einmal melken...
10.3.2015 12:59


bautech schrieb: Und weniger Heizleistung is bei nem Hardcore-PH auch bei angenehmen AT´s ein Problem - wenn die solaren Erträge fehlen... oder täusch ich mich?


Warum?
Is das gleiche wie bei einem Nicht PH.
z.b. das PH hat eine Heizlast von 2 oder 3 kw bei Normaussentemperatur.
Die KWL (aerosmart) hat eine Heizleistung von 2 kw, der Rest muß zusätzlich über E-Heizradiator, Kamin oder was auch immer eingebracht werden.
Nachdems ned so oft die Bedingungen von der Normaussentemperatur hat, reicht die meiste Zeit in der Heizperiode vermutlich die Hälfte oder weniger an Heizleistung aus.

Wenns A-Temperaturen so wie jetzt hat (also knapp unter 10 Grad), würde ich meinen, dass bei einem PH gar nicht geheizt werden muß.


dyarne schrieb: nochmals meine frage an die KWL-nutzer. 'riecht' die fortluft?


Klaro riechts.
Entweder nach (abgestandenem) Haus, nach Essen (wenn die Frau grad kocht) oder nach Badezimmer (wenns duscht)


dyarne schrieb: - da werkelt eine abluft-WP, die die fortluft melkt, und per heizregister die frischluft wärmt? dann gibts sicher einen mindestvolumenstrom resultierend aus dem 'kältekreis' der wp.


Ich hab eine Nilan, die hat nur die Abluftwärmepumpe (aktive WRG, auch bekannt als Stromfresser).
Die WP entzieht der Abluft die Wärme und wärmt die Zuluft vor.

Das kann sie mit 4 Stufen.
Bei der 1. Stufe hat die Zuluft knapp über 40 ° (Achtung, zu warm darfs auch ned werden, weil da irgendwas mit Staubverschwellung ab 50 ° oder so ist), mit der 2. Stufe erwärmts dann entsprechend mehr Luftmenge auf z.b. 30 ° vor und bei der 4. Stufe mit z.b. 400 m3/h dann eben nur mehr auf knapp 20 Grad.

Die Steuerung checkt, dass die div. Druck, Kompressor-, Kälte/Kondensatortemperaturen, Luftmengen und auch die Zulufttemperatur (wegen Staubverschwellung) passen und schaltet dann notfalls mit Störcode ab.
Ich wär schon davon ausgegangen, dass grad die D&W Steuerung das auch beherrscht und ned durch simple Reduktion der Luftmenge zerstört werden kann.
Wenn das so wäre, würds sicher in der Steuerung verhindert werden bzw. die KWL mti Störung abschalten.

Auch eine KWL (steuerung) muß deppensicher sein (ok, in der Service oder Fachmannebene darf man halt nicht rumfummeln)...
10.3.2015 15:53
schließe mich der Meinung von gdfde zu 100% an
nichts mehr hinzuzufügen,
Außer dass meine Frage offen bleibt.
@leitwolf und alle anderen Techniker
Was haltet ihr von den zwei Bypässen? Sprenge ich damit gleich mein ganzes Haus?

LG
Markus
22.4.2015 15:39
CO2 Messgerät
Darf ich kurz fragen - wo bekommt man ein vernünftiges CO2 Messgerät um EUR 150?
12.10.2016 15:27
Drexel und Weiss X2
Hallo ich habe eine X2 mit CO2 Messung und Fussbodenheizung und würde gerne die Luftwechselrate reduzieren.
Welche ist die Einstellung macht das am besten.

C02 Zielwert auf höchste Stufe stellen
Lüfterstufe Reduzierung in %

oder wie geht's?
18.10.2016 9:56
Nennluftmenge im Menü der Lüftung (LU) reduzieren.
Bei mir läuft die Lüftung im Winter mit einer Nennluftmenge von 110m³/h.
Auch läuft die Lüftung nicht den ganzen Tag durch.
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