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EFH- Welleternit nach 40 J. austauschen?

39 Beiträge | letzte Antwort 24.11.2014 | erstellt 6.11.2014
Sachverhalt:
230 m2 Welleternit; 1975 montiert, 9erWelle, war mal dunkelgrau, wirkt ziemlich porös; stellenweise Moos
Dachneigung 14 bzw. 17 Grad
Kaltdach vorhanden: Fi-Bretter, darauf Dachpappe (wird wahrscheinlich auch ausgetrocknet sein).
Auf dem Dach drauf: 10 m2 Solarkollektoren aufgeständert (20 Jahre alt). In den Kollektoren Kondenswasserbildung bemerkbar; Wirkungsgradverschlechterung kaum spürbar.
Optisch ist das Dach nicht mehr schön, das stört mich aber kaum.
Wäre schön, wenn jemand, der eine ähnliche Sanierung bereits hinter sich hat, mich mit Informationen unterstützt!
Einige Fragen:
1. Wieder Welleternit, es gibt jetzt die 8er Welle; event. Toskana, wenn der Aufpreis nicht zu hoch ist.
Dachziegel geht sowieso nicht (zu geringe Neigung), Blech - zu laut? Sonstige Alternativen?
2. Vorraussichtliche Entsorgungskosten altes "Asbest-Eternit"?
3. Saumbleche, Kastenrinnen sind aus verzinktem Blech, sichtbare Teile gestrichen - kein Rost sichtbar. Oben lassen oder austauschen?
4. Dachlatten (5x8) werden wohl größtenteils noch brauchbar sein, oder?
5. Solaranlage: 20 Jahre alte Kollektoren wieder montieren, oder austauschen? Haben sich wahrscheinlich schon amortisiert. Ist der Wirkungsgrad von neuen Kollektoren um so viel besser?
7. Geschätzte Kosten??? Wahrscheinlich schwer zu beantworten.

Eigenleistungen kommen weniger in Frage - 70jährig.

Wenn ich da investiere, tu ich das für die nächste Generation, das Haus gehört meinem Sohn, der nicht mitzahlen kann, da er selber gerade mit Familie in ein Doppelhaus eingezogen ist.

Danke für Eure Beiträge!
Gruß Hans

 
14.11.2014 16:27
Was ist eigentlich in den letzten Jahren passiert, dass das Abdecken der Folie nun gar kein Thema mehr ist? Ich kenn die geklebten Folien von Gewerbebauten, die auf max. 25 Jahre Nutzungsdauer kalkuliert und geplant werden ... hält der Kleber ... und vor Allem die Folie ungeschützt von UV und sommerlichen Temperaturen jenseits der 70Grad (bzw. täglichen Temperaturschwankungen von >50K) die 60 Jahre Nutzungsdauer eines EFH durch? Oder gehen wir da auch in Richtung geplante Obsoleszenz? Wobei ich mir Frage eh selber beantworte.
14.11.2014 17:59
EPDM und Obsoleszenz
Hallo 2moose,
Es gibt zu EPDM div Untersuchungen (nicht nur vom Hersteller), im Internet herunterladbar, die besagen, daß die UV-, Hitzebeständigkeit etc zumindest bei EPDM kein Problem darstellen.
Das gibt es ja schon 50 Jahre und ist auch durch Langzeittests belegt.

Ich hätte es bei mir auch nicht genommen, wenn ich Zweifel daran hätte.
Die ganzen mehrlagig aufgebauten Folien sind mir da auch etwas suspekt, eben daher meine Wahl (ich verkaufe die aber nicht).

Argumente für EPDM sind meiner Meinung nach:
Wenn die Bahnen nicht abgedeckt werden hat dies natürlich den Nachteil, daß sie möglichen Beschädigungen ausgesetzt sind- andererseits ist aber jede Schadensstelle sichtbar.

Dies war mir lieber, als die Dachhaut unter dicken Kiesschichten versteckt zu haben- zudem hat das natürlich noch statische und damit Kostenvorteile durch geringeren Materialeinsatz.

Die bei PVC- oder PVC-haltigen Folien bekannten Schäden durch 'Shattering'(Splitterung- glasbruchartige Kälterissbildung- (siehe z.B Artikel in 3/2014 'Der Bausachverständige' v. Bundesanzeiger Verlag)
gibt es u.a. bei EPDM-Folien nicht.

Umweltfreundlich, da gut recyclebar und kein Produkt der Chlorchemie wie z.B. PVC.

Wenn eine dunkle, sich stark aufheizende Folie frei verlegt wird, ist dies für eine darunterliegende sorptionsfähige Dämmung wie in meinem Fall Zellulose sehr günstig, um die sommerliche Rücktrocknung zu ermöglichen, (sofern eine feuchtevariable Dampfbremse genommen wird).
Nachteil kann natürlich, bei mangelhafter Dämmung, die Aufheizung darunterliegender Wohnräume sein.

Vorteil der Aufheizung wäre aber wiederum, wenn z.B Absorberschläuche zur Wassererwärmung darauf verlegt werden würde oder eine thermische Solaranlage.
(für Fotovoltaikmodule wäre die Erwärmung wiederum negativ)

Zumindest ist die Verlegung mit möglicher völlig nahtfreier Verlegung sehr einfach und sicher, kein Fugenschweißen, Ecken müssen nicht ausgeschnitten werden, sondern können einfach umgefaltet werden etc.
Die Folie kann natürlich auch mit Auflast verlegt werden- teilweise verlege ich zum Schutz Holzterrassendielen darüber, wenn der Boden ständig begangen werden soll.

Dies verringert aber das Rücktrocknungspotential- man muß eben alles planen und berücksichtigen was im Einzelfall wichtig ist.

Bei meinen sonstigen Dächern und auch wo sonst anwendbar würde ich aber generell Ton-Dachpfannen statt Beton nehmen, Naturschiefer statt Eternit,Bitumen nur wenn finanziell nötig,Titanzink statt verzinkt und Kupfer wo möglich und leistbar-und nie Kunststoff wegen Versprödung durch UV .

Andreas Teich
14.11.2014 18:58
Zellulose (oder Stroh wie bei unserem Haus) ohne Hinterlüftungsebene unterm EPDM ist aber schon gewagt ... man mag das Leck schon schneller finden ... nur hat man dann schon einen massiven Schaden. Mit der Hinterlüftung ist man ned auf die Rücktrocknung angewiesen, sondern kann einen fehlertoleranteren, nach außen hin offenen Aufbau realisieren.



15.11.2014 9:51


AnTeMa schrieb: Gab es denn Angebote zu deiner Eternit-Lösung ?
Wäre nett wenn du die Angebotsinhalte zum Vergleich mitteilen könntest.


Da bitte ich um Geduld, ich gehe die Sache sehr ruhig an.
1. Das alte Welleternit ist ja noch immer dicht.
2. Ich muss erst das Geld zusammenkratzen. Ein Kredit ist trotz der niedrigen Zinsen für mich keine Option. Und einen Notgroschen soll man auch noch auf der Seite haben.
3. Das Bauvorhaben wird je nach Finanzbedarf wahrscheinlich nicht 2015, sondern erst 2016 umgesetzt.
Ein Argument gegen die Folie: es fehlt die 2. wasserdichte Haut! Ist das ein Argument?
15.11.2014 13:05
Hinterlüftung bei Flachdach und 2. abdichtungsebene
2moose@. Hast du Bilder und Beschreibungen von deinem Strohdämmungshaus- würde mich interessieren😋

Flachdach ohne Hinterlüftung:
Die entsprechenden techn. Bedingungen müssen auf jeden Fall vorliegen, dann ist es aber gar kein Problem und sowohl in der Praxis wie auch in der Theorie überprüft worden.

Hinterlüftung ist natürlich gut, wenn sie funktioniert-
diese benötigt aber einen höheren Dachaufbau,
die obersten Dämmstoffschichten werden durchströmt,
wodurch die Dämmwirkung reduziert wird,
bei Luftundichtheit kann u.U. Kondenswasser entstehen und
sehr oft wirkt die Hinterlüftung nicht wie sie sollte,
d.h. bewirkt keine genügende Luftgeschwindigkeit und Abfuhr der Luftfeuchtigkeit.

Bei einer völlig fugenfreien, komplett UV- beständigen Folie mit 300%
Dehnfähigkeit sehe ich eigentlichlich keine Schadensmöglichkeit-
immer natürlich richtige Verlegung und Beachtung der Details vorausgesetzt- wie bei jeder handwerklichen Betätigung.

Wenn man dabei mal von herumfliegenden Dachpfannen, dicken Ästen etc bei Orkanen absieht, da hat aber sicher jedes andere Dach größere Probleme.
Und wer noch sicherer gehen will kann immer noch die 2 mm statt der 1,52 mm Folie nehmen, die maximal vorgeschrieben ist.

Bei einem Ziegel/ Betonsteindach muß die 2. Ebene natürlich deshalb installiert werden, weil immer wieder Dachpfannen zerbrechen, Flugschnee durch Undichtigkeiten eindringen kann etc-
diese Möglichkeiten gibt's bei Foliendächern eben nicht ( wobei ich für mich nur EPDM als Folie nehmen würde).
Wobei leider auch bei einer 2. Dichtungsebene nicht sichergestellt werden kann, daß die nicht ebenfalls undicht werden kann- wie bei uns in einem allerdings nicht dramatischen Fall.
Andreas Teich
15.11.2014 21:08
@berha
@berha

Wenn du mir deine Email Adresse gibst lass ich dir ein paar interessante Sachen zukommen. Kann dir nämlich keine private Nachricht senden.
16.11.2014 17:49
@ Flattectechnik...
schieb...


dyarne schrieb: hallo Flattectechnik,
habt ihr noch die formidable verbundabdichtung
http://www.dachabdichtung-bvg.at/index_e.htm
im programm?

17.11.2014 8:25


@berha
@berha

Wenn du mir deine Email Adresse gibst lass ich dir ein paar interessante Sachen zukommen. Kann dir nämlich keine private Nachricht senden.


Ich auch nicht! Hab diese Funktion PN (Persönliche Nachricht) ermöglichen inzwischen eingestellt.
17.11.2014 8:37
@berha
Ich versteh das Vorhaben immer weniger ... Du reisst eine dichte Haut vom Dach, montierst eine funktionierende Solarthermie ab und evtl. wieder auf um in die Zukunft der Jungen zu investieren (wo die Mittel nicht wirken werden) und hast das Kapital nicht mal zur Verfügung, musst es erst ansparen. Wann genau hattest Du vor, das Leben ohne finanzielle Denksportaufgaben und Investitionssorgen zu genie§en? Mit 95? Da ist das Dach vermutlich immer noch dicht.
17.11.2014 8:39


AnTeMa schrieb: 2moose@. Hast du Bilder und Beschreibungen von deinem Strohdämmungshaus- würde mich interessieren😋

strohaus.at
17.11.2014 9:20
Ja haben wir...
@berha
Send mir doch deine Email Adresse uf flattectechnik@gmail.com
Ich lass dir paar Sachen zukommen. Prospekte USW...

Lg
17.11.2014 19:11
Dach erneuern ???
Kann da nur 2moose zustimmen.

Solange es funktioniert und wenn man noch ansparen muß und ohnehin wohl nicht zu Eigenleistung in der Lage ist, würde ich doch besser warten, bis das vorhandene Dach undicht wird.
-Selbst dann könnte man noch flicken-

Da gibts vielleicht noch schöneres um sein Geld auszugeben..

-Gut, das war ja nicht die eigentliche Frage...

Wenns soweit ist kannst du immer noch nachfragen und bis dahin die Infos aufheben.

Flattec@
Welche Stärke nehmt ihr für Wohnhäuser und für Nebendächer?
Klebt ihr die einseitig mit dem Dispersionskleber oder doppelseitig als Kontaktkleber?
Oder nehmt ihr den Lösungsmittelhaltigen Kontaktkleber?
Und wie macht ihr den Untergrund?

Andreas Teich
18.11.2014 9:11
Weil ich selber so unsicher bin, bin ich ja erstmal mit der Sache ins Forum gegangen. Wenn ich mit einem Dachdecker aufs Dach steige, wird der wahrscheinlich sofort für ein neues Dach plädieren.
Die Argumente von Andreas Teich und 2moose sind mir durchaus einleuchtend.
Was ich schon möchte:
Vorbereitet sein für den Fall "Altes Dach undicht".
Wissen, welches Material? (mit der EPDM kann ich mich immer mehr anfreunden).
Vorraussichtliche Kosten.
18.11.2014 20:13
Bilder vom vorhandenen Dach
Mach doch Bilder von deinem Dach wenn das möglich ist, sodaß Rinnen, Dachkanten,Schornstein u Gesamtansicht erkennbar sind.

Gibt es Vorschriften zur Art der Dachdeckung ?
Ggf dein Bauamt anrufen.

Hättest du denn irgendwelche Leute, die mithelfen können ?
dann würde es natürlich erheblich günstiger werden .

In jedem Fall-egal welche Dämmung- müßte geklärt werden, was mit dem Eternit passiert- am günstigsten wäre es jemand zu finden der es brauchen kann.
In welchem Ort steht dein Haus ?

Sieht man von unten auf die Dachfläche ?

Andreas Teich
19.11.2014 7:39
Die Fotos kommen dann, wenn es Licht und Wetter zulassen, um zum Fotografieren auf das Dach steigen zu können, muss es einigermaßen trocken sein.
Bzgl. Vorschriften seitens des Gemeindeamtes ist mir nichts von Einschränkungen bekannt.
Müsste mich auch erkundigen, wie das ist mit Einreichplan, Bauverhandlung, .... .
Das Dach von oben sieht man von wenigen Positionen (Gehsteigbereich, Straße Nachbar links und rechts, Garten nachbar, Wohnbereich Nachbar). Das Haus steht in OÖ (Raum Grieskirchen, Ried).
Lg
21.11.2014 13:38
Ein paar Fotos
Witterungsbedingt hab ich erst jetzt ein paar Fotos gemacht, damit die Sache anschaulicher wird.
Wenn's funktioniert!?
EFH- Welleternit nach 40 J. austauschen?
EFH- Welleternit nach 40 J. austauschen?
EFH- Welleternit nach 40 J. austauschen?
EFH- Welleternit nach 40 J. austauschen?
21.11.2014 20:15
EPDM Dach
da bekommt man doch schon einen Eindruck.

Evt könnte der Einschnitt in der Dachfläche auf dem 1. Foto geschlossen werden- Wenn es zu dunkel wird ggf mit Glas.
Dann wäre es darunter trocken und die Dachfläche ist nicht so verschachtelt.
Sollen die Eternitplatten an den Wänden beim höherstehenden Dach auch erneuert werden ?
Falls nicht müßten diese über dem Dach abgeschnitten werden, um die Folienabdichtung am Rand hochziehen zu können.
Dasselbe beim Schornstein.

Die Arbeiten scheinen durchaus überschaubar zu sein und mit einigen Helfern und guter Anleitung ließe sich das selber durchführen-
So könnten die Kosten am stärksten reduziert werden.

Die Unterkonstruktion und Entwässerung sollten zur Sicherheit vorher noch überprüft werden.

Dient die Solaranlage denn auch zur Heizungsunterstützung ?
Je nachdem wieviele Personen dort wohnen (werden)und nach Höhe des Warmwasserbedarfs wäre es evt sinnvoll. nur eine wieder zu montieren.
Andreas Teich
22.11.2014 7:32
Danke AnTeMa!
1. Einschnitt in der Dachfläche schließen: Das ist der Eingangsbereich und man braucht die Belichtung. Es wär auch ein Eingriff in die Architektur, ob einem die nun gefällt oder nicht.
Glaseinbau wär sicher möglich, aber mit erheblichem Aufwand (tragende Konstruktion - Sparren müssten durch das Fassadeneternit -doppelt, 3 fach gedeckt,...).
2. Die Solaranlage ist zwar nur für Warmwasser, die Solarfläche verkleinern? Für 2 Personen (der Normalfall) sicher überdimensioniert, aber ist doch angenehm, wenn Warmwasser auch nach 2 Regentagen noch da ist. Außerdem arbeiten sowohl Waschmaschine als auch Geschirrspüler mit Warmwasseranschluss - funktioniert seit mehr als 10 Jahren!
Durch Besuche von Kindern und Enkeln sind dann ab und zu auch 5 bis 10 Pers. im Haushalt.
berha
24.11.2014 10:08
Dachänderung bei EPDM und Solaranlage
Stimmt dass ein durchziehen der Dachfläche Aufwand macht.
Dämmtechnisch wäre es jedoch immer gut, Einschnitte im Gebäude zu vermeiden und eine mögl. kompakte Bauform zu haben- darauf wurde damals eben noch nicht geachtet.
Lohnt sich auch nur, wenn ein trockener Eingangsbereich gewünscht wird.
Nur wegen der Energieeinsparung rechnet sichs nicht.

Ob eine oder beide Solaranlagen benötigt werden hängt auch von der Größe des Speichers ab.
Bei mind 500 Liter mit 60 Grad hätte man auch für 5 Besucher genug, wenn die nicht zulange bleiben.


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