Solaranlage zur Heizungsunterstützung
(Solarheizung, teilsolare Raumheizung)

Das solar erhitzte Wassers wird (über Wärmetauscher) üblicherweise direkt in Fußbodenheizungen (z.B. im Bad) oder in Pufferspeichern verwendet, aus denen bei Bedarf Wärme entnommen wird. Häufig werden große Solarspeicher mit integrierten Boilern verwendet. Die Versorgung mit Warmwasser über Wärmetauscher aus dem Pufferspeicher ist aus Komfortgründen eher nicht empfehlenswert (Temperaturschwankungen). Möglich und auch empfehlenswert sind Schichtladesysteme.


Dimensionierung der Solaranlage (Richtwerte):
  • Bei Niedertemperatur-Heizsystemen (z.B. Fußbodenheizung) können mit 1m² Kollektorfläche rund 5m² Wohnfläche beheizt werden.
  • Bei Verwendung von Heizkörpern (nicht empfehlenswert!) können mit 1m² Kollektorfläche ca. 3m² beheizt werden.
  • Sinnvolle Kollektorgrößen liegen zwischen 20 und 50m². Die Neigung der Kollektorfläche sollte 50-70 betragen.

Dimensionierung des Pufferspeichers

Die Dimensionierung sollte mit EDV-Unterstützung durchgeführt werden, da in der heutigen Zeit Dimensionierungssoftware einfach verfügbar ist. Als Richtlinie können etwa 50 bis 100 Liter Pufferspeichervolumen pro m² Kollektorgröße angesetzt werden. Externe Wärmetauscher sind leichter zu kontrollieren bzw. zu entkalken.

Hinweis zur Dimensionierung nach der Kollektorfläche: Physikialisch richtiger wäre eine Dimensionierung nach der Aperturfläche (also die freie Öffnung = für die Einstrahlung tatsächlich wirksame Fläche). Speziell bei Röhrenkollektoren unterscheiden sich oft Gesamtfläche, Aperturfläche und Absorberfläche deutlich. Teilweise wird auch die physikalische Absorberfläche oder eine projezierende Absorberfläche angegeben, im Zweifel muss man die Bedeutung der Begriffe hinterfragen.



Gut gedämmten Speicher einsetzen!

Bei schlechter Dämmung sind große Verluste zu erwarten. Das System lebt davon, dass Sie die erzielten solaren Gewinne einige Zeit speichern können. Dämmstoffstärken von mindestens 16 bis 20 cm sind empfehlenswert. Saisonspeicher sind für den Privatbereich aus Kostengründen praktisch nicht oft umsetzbar.

Vor der Installation einer solaren Heizungsunterstützung sollten Sie den thermischen Standard des Gebäudes optimieren (=Dämmen)!

Insbesondere wenn Ihr Haus nicht gut gedämmt ist (Energiekennzahl >70kWh/m²), ist eine thermische Sanierung günstiger als eine solare Zusatzheizung. Die Kosteneffizienz (also das, was Sie im Verhältnis zum eingesetzten Geld an Energie sparen können), ist bei der Dämmung des Hauses meist besser.

Wärmemengenzahler einbauen!

Für Ihre persönliche Energiebuchhaltung reicht auch ein Zähler, der nicht eichfähig ist. Solche Zähler kosten im Verhältnis zur gesamten Solaranlage sehr wenig und geben Ihnen wichtige Hinweise über die Funktion und den Ertrag der Anlage. Der Zähler muss aber wirklich die von der Anlage abgegebene Wärmemenge messen, nicht nur rechnerisch einen (fiktiven) Ertrag aus den Reglerdaten ermitteln. Wärmemengenzähler sind heute Stand der Technik, werden häufig eingebaut und wirken sich nicht negativ auf den Ertrag der Solaranlage aus. Wenn Sie ein Haustechnik-Bussystem einsetzen: Diese Systeme können etwas, was Standard-Solarregler praktisch nie können: Sie setzen eine Alarmmeldung ab (Anzeige am Display, technisch möglich sogar SMS), wenn die Solaranlage ausgefallen ist.

Abnahme der Solaranlage:

Sinnvoll ist ein Abnahmetermin in der Heizperiode. Da die Regelung solcher Anlagen vom Fachpersonal eingestellt und optimiert werden muss, ist nur in der Heizperiode die ordnungsgemäße Funktion prüfbar.

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