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EFH NÖ Süd: Ringgrabenkollektor

6 Beiträge | letzte Antwort 20.5.2017 | erstellt 15.5.2017
EFH NÖ Süd: Ringgrabenkollektor
Hallo zusammen!

Wir planen im Sommer/Herbst diesen Jahres die Errichtung eines EFH. Die Entscheidung für das Erdreich als Wärmequelle war rasch gefallen, ursprünglich als Flächenkollektor, nach einem Gespräch mit einem Ringgrabenkollektor-Besitzer nun als eben solchen.

Die Eckdaten für das Niedrigenergie-Bauvorhaben im südlichen Niederösterreich sehen wie folgt aus:
- Ziegelmassivbau (innen und außen) mit EG, OG, Garage und Nebengebäude, kein Keller
- 241,26 m2 Wohnnutzfläche, 1.400m2 Grund
- N/SO Klima, -13,1 Norm-Außentemperatur, 20 Soll-Innentemperatur (laut EA)
- HWB SK 22,4 kWh/m2a, 6.780 kWh/a, Gebäude-Heizlast 6,483 kW (laut EA)
- KNV 1155-06 PC geplant, WRG ist noch offen (Tendenz zu Freshline, um bei einem Hersteller zu bleiben)
- FBH in Kombination mit Wandheizung/-kühlung in den Schlafräumen und im Badezimmer

Ich habe das Grundstück und einen möglichen Kollektor bestehend aus 2 Solekreisen einmal in den Trenchplanner eingezeichnet: http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplannerv

Die Grundstücksgrenze soll großzügig bepflanzt werden, daher liegt der Kollektor auf mindestens 1,5 Meter Tiefe, weiter abfallend zum warmen Ende. Durch den "natürlichen" Verlauf der Grundgrenze wird er jedoch (für diese Heizlast) recht lange, es stellt sich mir daher die Frage, ob es diese Dimensionierung überhaupt braucht (derzeit knapp 10kW) oder ob der Kollektor nicht kürzer oder auch weniger breit sein sollte (im Hinblick auf die Verlegekosten).

Die Einfahrt ist wasserdurchlässig, der Abstellplatz im Norden ebenfalls (jedoch überdacht). Daneben ist der Sickerschacht für das Regenwasser geplant, der möglicherweise durch eine Zisterne oder einen Brunnen ersetzt wird. In diesem Fall würde ich das überschüssige Regenwasser gerne "im" Kollektor entsorgen, daher ist das kalte Ende an diese Seite gewandert (zumindest habe ich das als "empfohlenen Aufbau" so aus dem Kollektorbeispiel im FAQ gelesen). Die Gartenhütte und das Gewächshaus bekommen wenn, dann nur ein Streifenfundament.

Ich würde mich über eure Meinung, vor allem zur Auslegung und Wahl des warmen/kalten Endes, freuen.

Vielen Dank, moop.
17.5.2017 18:19
welcher besitzer mag das wohl gewesen sein..

Zitat:
moop schrieb: Kollektor bestehend aus 2 Solekreisen einmal in den Trenchplanner eingezeichnet


sehr gut!
ja, auffallend die luxuriöse grundfläche
der ausgehobene graben sollte breiter als seine tiefe sein. der graben am warmen ende wird bei ca 2m tiefe (ohne humus ca. 1,8m) ca. 1,8m breite benötigen. oder du mußt abböschen.
den kollektor kannst am grundstück frei verteilen. ziehen entlang der grundgrenze ist nicht zwingend nötig. am besten nicht unter fundamenten, verschatteten, nicht versickerbaren flächen.
bei deiner grundgröße ein spiel.
genauso kannst die grabenbreite variieren, wie's dir beliebt. die mittlere tiefe sollte zunehmen, damit die sole<->erde diff größer bleibt.

normalerweise ist ein überdimensionieren um 20-25% wie laut planner ausreichend. dann bleiben auch etwaige reserven. in zusammenspiel mit der modulierenden wp, ist der kollektor dann meist zu 400% überdimensioniert. das garantiert hohe, stabile hohe-ein werte.

Zitat:
moop schrieb: Regenwasser geplant, der möglicherweise durch eine Zisterne oder einen Brunnen ersetzt wird. In diesem Fall würde ich das überschüssige Regenwasser gerne "im" Kollektor entsorgen


super. da kannst jetzt schon das drainagerohr reinlegen und dann wann mal später 'voll aktivieren'. jetzt wird nur ein bisschen oberflächenwasser reinversickern.

Zitat:
moop schrieb: Die Gartenhütte und das Gewächshaus bekommen wenn, dann nur ein Streifenfundament.


die umgehst am besten.

Zitat

18.5.2017 20:59

Zitat:
welcher besitzer mag das wohl gewesen sein..


Welcher Besitzer mag das wohl gewesen sein!

Danke für das Feedback!

Zitat:
der ausgehobene graben sollte breiter als seine tiefe sein. der graben am warmen ende wird bei ca 2m tiefe (ohne humus ca. 1,8m) ca. 1,8m breite benötigen. oder du mußt abböschen.


Meine Hoffnung war ja, auf Grund der Bodenbeschaffenheit gar nicht großartig böschen zu müssen, den Kollektor außerhalb vorzuverlegen und dann nur mehr in den Graben zu beförden (sodass niemand in den Graben muss, ich bilde mir ein, von so einer Vorgehensweise schon hier im Forum gelesen zu haben). Wobei es hier ja nur um 30cm zusätzliche Löffelbreite geht, das sollte keine große Auswirkung auf die Verlegekosten haben (nehme ich einmal an).

Zitat:
den kollektor kannst am grundstück frei verteilen. ziehen entlang der grundgrenze ist nicht zwingend nötig. am besten nicht unter fundamenten, verschatteten, nicht versickerbaren flächen.


Da wir uns noch nicht über die genaue Gartenplanung im Klaren sind, war für mich die Verlegung am Rand am sinnvollsten (da er so am wenigsten wahrscheinlich "im Weg" sein wird). Vermutlich wäre es aber sowieso besser, den Kollektor größer zu bemessen, da er bei der Verlegung am Rande sehr wahrscheinlich zu einem großen Teil bewachsen sein wird (siehe http://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner0).

Zitat:
die mittlere tiefe sollte zunehmen, damit die sole<->erde diff größer bleibt.


Fällt nun von kalt zu warm von 160cm um 40cm auf 200cm ab.

Zitat:
da kannst jetzt schon das drainagerohr reinlegen und dann wann mal später 'voll aktivieren'.


Laut Trenchplanner beträgt die minimale Soletemperatur im Extremfall -3,5°C. Kann es dann hier nicht zu ungewollten Vereisungen kommen, wenn das Regenwasser über der kalten Seite "entsorgt" wird? Ich bin mir auch noch nicht über die praktische Umsetzung im Klaren. Reicht das Gefälle vom Kollektor für die Drainage? Ich denke, dass es dann auch eine Lage Vlies sowie Drainagekies brauchen wird. Welche Auswirkung hat das auf den Kollektor?
Was mir bei diesem Thema noch einfällt - kann ich in den Graben auch gleich ein Erdkabel verlegen?

Zitat

18.5.2017 21:20
hallo moop,

wohnst du beim professor ums eck?

Zitat:
moop schrieb: Kann es dann hier nicht zu ungewollten Vereisungen kommen, wenn das Regenwasser über der kalten Seite "entsorgt" wird?

nein.

wenn dein kollektor auf -3,5° zugeht gibts kein regenwasser - bloß zusätzliche dämmung über dem kollektor ...

Zitat:
moop schrieb: Reicht das Gefälle vom Kollektor für die Drainage?

ja.
da reicht auch nullgefälle beim versickern...

Zitat:
moop schrieb: Welche Auswirkung hat das auf den Kollektor?

er bekommt mehr wasser von oben. das erhöht die leitfähigkeit des bodens. es kann mehr wärme aus der umgebung nachfließen, man wertet quasi den boden in der wärmeleitklasse auf...

Zitat:
moop schrieb: kann ich in den Graben auch gleich ein Erdkabel verlegen?

sicher...

dient dann gleich als baggerwarnband ...

Zitat

19.5.2017 8:40

Zitat:
wohnst du beim professor ums eck?


Wohnen nicht gerade, aber arbeiten.

Zitat:
wenn dein kollektor auf -3,5° zugeht gibts kein regenwasser - bloß zusätzliche dämmung über dem kollektor ...
er bekommt mehr wasser von oben. das erhöht die leitfähigkeit des bodens. es kann mehr wärme aus der umgebung nachfließen, man wertet quasi den boden in der wärmeleitklasse auf...


OK, Danke! Mal sehen, ob es dann ein reiner Überlaufschacht für die Zisterne oder doch die komplette Entwässerung wird. Beides macht für mich mehr Sinn, als wieder ein neues Loch zur Versickerung zu graben, und das Wasser dort "ungenutzt" versickern zu lassen.

Zitat:

http://www.energiesparhaus.at/redirect.asp?q=http://grabenkollektor.waer0


Wie gefällt euch der Plan grundsätzlich? Wo seht ihr hier noch Verbesserungspotential?

Der Anfang und das Ende ist ja ein gutes Stück überbaut (mit Haus und Garage, eingelegt in ein Verbundrohr), damit ich nicht komplett rund um das Grundstück graben muss.

Kann es hier vor allem im Winter auf Grund von niedrigen Soletemperaturen zu Problemen kommen? Oder ist das bei geraden Stücken eh kein Thema? Wäre es besser, zumindest mit der kalten Seite so viel wie möglich "im Freien" zu sein?

Zitat

20.5.2017 12:39

Zitat:
moop schrieb: Beides macht für mich mehr Sinn, als wieder ein neues Loch zur Versickerung zu graben, und das Wasser dort "ungenutzt" versickern zu lassen...

absolut! win/win
man muß es halt koordinieren.
der baumeister reißt sich nicht darum und der bauherr ist oft überfordert...

Zitat:
moop schrieb: Kann es hier vor allem im Winter auf Grund von niedrigen Soletemperaturen zu Problemen kommen?

kaltes ende unter bopla muß ohnehin durch schutzschlauch entkoppelt werden...

Zitat

20.5.2017 21:20

Zitat:
moop schrieb: Kollektor außerhalb vorzuverlegen und dann nur mehr in den Graben zu beförden (sodass niemand in den Graben muss, ich bilde mir ein, von so einer Vorgehensweise schon hier im Forum gelesen zu haben).


ist halt eine gewisse mehrarbeit. bei deinen verhältnissen, wirst an einem tag mit dem baggern, kollektorlegen und zumachen durch, wenn du im graben legst.
wichtig, dass ein großer bagger mit großem löffel kommt. je fester die erde, desto wichtiger, dass der bagger selbst genug gewicht hat.

Zitat:
moop schrieb: die Verlegung am Rand am sinnvollsten (da er so am wenigsten wahrscheinlich "im Weg" sein wird).


richtig, so war unsere überlegung auch.

Zitat:
dyarne schrieb: wohnst du beim professor ums eck?


es war nicht unweit, bevor ich weggezogen bin ins neue haus.

Zitat:
moop schrieb: Wie gefällt euch der Plan grundsätzlich?


sehr gut!
würde ich ohne weiteres so realisieren.

Zitat:
moop schrieb: Beides macht für mich mehr Sinn, als wieder ein neues Loch zur Versickerung zu graben, und das Wasser dort "ungenutzt" versickern zu lassen.


Zitat:
dyarne schrieb: absolut! win/win


schau hier: http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=44908
markus hat sich hier entschieden zisterne zu machen und alles überflüssige über den kollektor versickern zu lassen..

Zitat


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