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RGK oder GrundwasserWP?

14 Beiträge |
letzte Antwort 18.9.2017 |
erstellt 18.4.2017
Hallo,

mir ist der "Nachbarthread" mit recht ähnlichen Voraussetzungen bekannt,aber da sie doch etwas abweichen habe ich entschlossen einen eigenen Thread aufzumachen.

Ich habe Grundwasser bei etwa -300 bis +20 cm (Extremwert der letzten 70 Jahre der nächsten Grundwassermessstation, schwankt recht stark im Jahresschnitt. Im Winter ist der Grundwasserspiegel niedriger.). Realistisch dürfte -250 bis -50 cm in normalen Jahren sein. Dies werde ich aber noch bei den Nachbarn verifizieren. Ein Nachbar hat einen Brunnen geschlagen und meinte dass bei -300 cm eigentlich immer Grundwasser ist.

Leider ist darüber Schotter, was ja für den RGK eher schlecht ist.
Ist es Sinvoll den RGK tief genug zu buddeln (-300cm oder so) dass er praktisch immer im Grundwasser liegt? das dürfte aber bei Schotter eher eine breitere RGK-Grube geben?

Oder würde es hier doch Sinn machen auf eine WW-Wärmepumpe umzusteigen?

vielen Dank
Daniel
18.4.2017 18:07
Bei diesen Voraussetzungen unbedingt GW-WP!
3m Tiefe is zum Baggern fürn RGK Geldvernichtung, ne schlanke Bohrung kostet hier im Vergleich dazu nix...
Und evtl kannst auch ne Saugheberanlage umsetzen, dann hast die Vorteile von GW und RGK (stabile Temps von GW und UWP vom RGK) vereint... mit deiner Ausgangslage wirst zum JAZ-Held hier im Forum, wennst das richtig angehst.

ng bautech

Zitat

18.4.2017 21:16
was kostet denn eine "schlanke Bohrung"?

Zitat

8.9.2017 19:50
Ich habe nun bei der zuständigen Behörde nachgefragt, es gibt in der Umgebung viele Erdsonden, aber keine Grundwasserwärmepumpe mehr. Diese wurden anscheinend alle wegen Problemen auf Tiefenbohrung umgestellt.
Das hauptproblem ist anscheinend ein hoher Eisengehalt. Macht dies eine WW-WP wirklich weniger sinvoll wie andere Möglichkeiten?

Gibt es sonst noch unkonventionelle Möglichkeiten das Grundwasser zu nutzen?

danke
Daniel

Zitat

8.9.2017 20:39
hallo daniel,

ww-wp sind in der theorie die königsdisziplin.

in der praxis lauern oft 2 pferdefüße:

-> durch die offene, direkte wassernutzung besteht das risiko des wp ausfalls durch ungünstige/schwankende wasserqualität (korrosion, verockerung). alle führenden hersteller verlangen mittlerweile trenntauscher, weil sie sich zu oft die finger verbrannt haben. also verbaut man mittlerweile sole-wp mit vorgeschaltetem sole-wasser-wt. dieser fungiert als 'opferanode'

-> der zweite ist die energetische effizienz der brunnenpumpe, die oft einen theoretischen cop-vorteil in einen praktischen cop-nachteil umdreht.

deine situation ist wirklich speziell...

wie bautech schreibt würde ich einen RGK auf 3m tiefe nur machen wenn die hälfte davon anschüttung ist.


DeepB schrieb: unkonventionelle Möglichkeiten das Grundwasser zu nutzen?

das wort unkonventionell wirkt sehr motivierend.
mir fällt dazu bsplw ein hybrid aus RGK und korb ein...

ein mittelgroßer bagger kann rund 4m tief graben. damit könnte man ein paar minikörbe an einem ringgraben auffädeln...
http://www.energiesparhaus.at/bilderupload2015/20151026670329.JPG

Zitat

9.9.2017 11:24
Hallo DeepB
Bei einer Grundwassernutzung sollte immer eine Wasseranalyse gemacht werden. Bei hohen Eisen und Mangananteilen sollten spezielle Plattenwärmetauscher ( eventuell geschraubte Titantauscher) eingestzt werden. Außerdem ist unbedingt die Sauerstoffberührung mit Wasser zu vermeiden. Daher sollte das Rückleitungsrohr im Schluckbrunnen unterhalb des Wasserspiegels sein. Bei einer Saughebervariante ist dies sowieso vorhanden.
Die zweite Möglichkeit wären Erdwärmekörbe teilweise ins Grundwasser versenken.
Wenn es auch noch einen kleinen Grundwasserstrom gibt, so sind hier gute Übertragungsleistungen erzielbar. Mit einen etwas größeren Bagger könnte man die Körbe von Oberkante - 2m auf Unterkante - ca 4,5 m hineingeben.
Welche Variante für dich wirtschaftlicher ist muss aber noch untersucht werden.

Zitat

9.9.2017 21:11
Ich schätze dass das Grundwasser insbesondere im Winter relativ wenig Bewegung hat, aber das ist nur meine Leiheneinschätzung wegen Seenähe.

Wenn ich mehrere Körbe verbuddle, habe ich dann nicht das Problem dass die Sohle in das "warme" Grundwasser kommt, sich aufwärmt, und dann durch das "kalte" Erdreich wieder abkühlt bis zum nächsten Korb?

Weiters glaube ich nicht dass ich so ein "Loch" wie auf dem Bild oben ausheben kann, da wegen Kiesuntergrund das ganze wohl nachrutscht und einen größeren Kegel macht. Ob das dann noch wirtschaftlich ist?

Aber die Idee ist sicher schon einmal gut, gibt es noch weitere vorschläge für unkonventionelle Lösungen?

Zitat

10.9.2017 10:52
Erdwärmekörbe wie z.B. Betatherm haben eine Kegelförmige Form und passe deher gut in abgeschrägte Löcher. Die Körbe haben bis 200 m Rohrlänge und werden daher in Parallelschaltung verrohrt. Bei stagnierenden Grungwasser würde ich 3 Körbe nehmen die in Kobination mit einer modulierenden Wärmepumpe ein sehr gutes System ergeben.
Das Kobversetzen mit den Verrrohrungen ist ein Aufwand von max. 1 Tag.

Zitat

10.9.2017 18:33
Ist ein Korb-Eigenbau wie bei einem RGK auch gut möglich?

Zitat

10.9.2017 18:49


DeepB schrieb: Ist ein Korb-Eigenbau wie bei einem RGK auch gut möglich?


Ich weiß nicht, ob ich es hier im Forum gelesen habe, oder im HTD-Forum. Da hat jemand die Körbe selber gemacht --> Bewehrungsmatte zylinderförmig gebogen, und die Leitung befestigt, wenn ich mich nicht irre.

Zitat

10.9.2017 20:08
das war der hauslbauer hier im forum ...

ich hoffe er berichtet noch mit bildern darüber, bin sehr neugierig...

hier ein bild so einer bauweise mit gittermatte...
https://www.steininger.st/heizung/waermepumpe/erd-waermepumpe

Zitat

10.9.2017 20:57
Ein Bekannter hat sich auch 5 Körbe mit Baustahlmatten selber gemacht. Funktionierenm gut im Heiz- und Kühlbetrieb. Den Arbeitsaufwand würde er kein zweites mal machen. 

Zitat

11.9.2017 6:17
Das scheint deutlich aufwendiger als der RGK zu sein? Ist der Aufwand durch den Effizienzvorteil gerechtfertigt?

Wäre es auch möglich zwei Gruben auzuheben, und so etwas wie einen RGK (ohne Ring) mittels Erdrakete direkt im Grundwasser zu verlegen?

Zitat

14.9.2017 9:36
Etwas genauere Daten: Grundwasser im Jahresmittel auf ca -2,2m, schwankung +/-2m (also im Winter auf etwa -4m).

Macht das eine Grundwassernutzung (entweder durch Körbe oder anderes) unrentabel?

Zitat

18.9.2017 19:41
Ich hole den Thread noch einmal hoch.

Kann ich ein Solerohr direkt mit einer Erdrakete im Erdreich (in diesem Fall im Grundwasser) verlegen? Brauche ich hierfür spezielle Solerohre oder reicht hier das Standardrohr?

vielen Dank
Daniel

Zitat



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