Erdwärmeheizung: Tiefenbohrung

Tiefenbohrung (Erdsonde):

auch auf kleinsten Flächen anwendbar, sehr geringer Platzbedarf
Herstellung teuer (Richtwert: Ab € 50,- pro Bohrmeter je nach Bodenbeschaffen heit, 6.000,- € sind also schnell beisammen)

Durchführung der Bohrung:

Bei nicht ausreichender Grundfläche kann eine Tiefenbohrung (Erdsonde) angelegt werden. Dabei werden rund ca. 50 - 150m tiefe Vertikalbohrungen durchgeführt, in die die Entzugsrohre eingebracht werden. Üblicherweise werden 4 PE-Rohre parallel eingebracht (Doppel-U-Rohr-Sonde). Die Sonden werden mit Bohr- oder Rammgeräten eingebracht. Meist ist dafür eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Auf eine Zufahrtsmöglichkeit für LKW zur Durchführung der Bohrung ist zu achten.


Da die Sonde dem Boden Wärme entzieht ist zu beachten, dass die Bohrung etwa 1,5m von frostgefährdeten Rohren entfernt sein sollte (z.B. also von Wasserleitungen, Abwasserrohren oder Gebäudefundamenten. Ist dieser Sicherheitsabstand nicht einzuhalten, muss die Erdsonde in diesem Bereich isoliert werden.

Kennzahlen

Pro Bohrmeter können je nach Bodenbeschaffenheit im Mittel rund 50 bis 70W Sondenleistung erreicht werden. Pro Bohrmeter können Sie somit etwa 50-70 W Heizleistung rechnen. Für ein Haus mit einer Heizlast von 10kW benötigen Sie also knapp 150m Sondentiefe, bei gutem Boden oder Vorhandensein von Grundwasserströmen auch weniger.

Bei 2 oder mehr Erdsonden sollte jeweils ein Abstand von 6 Metern eingehalten werden, um eine gegenseitige Beeinflussung zu vermeiden.

Nicht am falschen Platz sparen!

Bei schlechtem Untergrund (trockenes Sediment) kann die spezifische Entzugsleistung auf 20W/m und sogar darunter sinken!

Empfehlenswert ist daher die Beauftragung eines Spezialunternehmens und die Vereinbarung einer Mindestentnahmeleistung. Bedenken Sie: Bei zu geringer Entnahmeleistung wird die Wärmepumpe immer mehr zur Elektroheizung!

© energiesparhaus.at
Unabhängige Beratung für Wohnen, Hausbau und Sanierung